Über Belo Monte

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Der Bau des umstrittenen Belo Monte-Staudamms am Xingu, einem wichtigen Zufluss des Amazonas, würde ein Gebiet von mindestens 516 km2 überfluten. Der Wasserstrom des Xingu soll vor der „großen Flussschlinge“ („Volta Grande“) stromabwärts der Stadt Altamira abgezweigt und durch Kanäle in ein künstliches Reservoir geleitet werden. Die Reduzierung der Wassermenge in großen Teilen des ehemaligen Flusslaufes bedroht die Lebensgrundlage tausender vom Fischfang lebender Familien, darunter indigener Gemeinschaften. Mehr als 20.000 Menschen würden durch Zwangsumsiedlung aus ihrer Heimat vertrieben. Die Aussicht auf Arbeit wird voraussichtlich über 100.000 Menschen in die Region locken, während die Zahl der langfristigen Arbeitsplätze auf nur 2000 bis 5000 geschätzt wird. Dies würde nicht nur zu sozialen Konflikten führen, die Armut in der Region verschärfen und Kriminalität fördern, sondern auch verstärkte illegale Abholzung von Regenwald nach sich ziehen.

Durch Aufstauung des Wassers vor der Staumauer würde ein stehendes Gewässer mit sehr veränderten ökologischen Gegebenheiten entstehen. Der Verlust von großen Waldgebieten ist im Amazonas als Biodiversitäts-Hotspot besonders gravierend. Da der Wasserfluss des Xingu nur während eines geringen Teils des Jahres erlaubt, die Kapazität des Belo Monte-Staudamms voll auszunutzen, befürchten Umweltorganisationen, dass weitere Staudämme dammaufwärts gebaut werden sollen. Das Belo Monte-Projekt ist höchst umstritten und besitzt innerhalb Brasiliens eine hohe Symbolkraft für die Bewahrung des Amazonasbeckens vor weiterer industrieller Erschließung. In den 1980er Jahren wurde das Projekt bereits einmal aufgrund massiver Proteste gestoppt.
Auch der jetzige zweite Projektanlauf wird von vehementen Protesten vor Ort begleitet, die von Prominenten wie James Cameron unterstützt werden. Selbst die Menschenrechtskommission der Organisation der Amerikanischen Staaten und die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) haben festgestellt, dass die brasilianische Regierung durch das Projekt die Menschenrechte verletzt.

 

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