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	<title>Wasserkraft und Wirtschaft &#8211; GegenStrömung</title>
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	<title>Wasserkraft und Wirtschaft &#8211; GegenStrömung</title>
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		<title>Neuer Bericht der Internationalen Energieagentur zeigt Unzuverlässigkeit der Wasserkraft</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/neuer-bericht-der-internationalen-energieagentur-zeigt-unzuverlaessigkeit-der-wasserkraft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lisa Kadel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Mar 2024 13:35:34 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ein aktueller Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) hat alarmierende Erkenntnisse über den Einfluss der Wasserkraft auf die weltweiten Treibhausgasemissionen veröffentlicht. Während die Welt sich bemüht, ihre Emissionen zu senken und die Pariser Klimaziele zu erreichen, zeigt der Bericht, dass auf die Wasserkraft, die nach wie vor vielen als saubere Energiequelle galt, für die Erreichung dieser&#8230;]]></description>
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<p>Ein <a href="https://www.iea.org/reports/co2-emissions-in-2023">aktueller Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA)</a> hat alarmierende Erkenntnisse über den Einfluss der Wasserkraft auf die weltweiten Treibhausgasemissionen veröffentlicht. Während die Welt sich bemüht, ihre Emissionen zu senken und die Pariser Klimaziele zu erreichen, zeigt der Bericht, dass auf die Wasserkraft, die nach wie vor vielen als saubere Energiequelle galt, für die Erreichung dieser Ziele kein Verlass ist.</p>
<p>Laut dem Bericht stiegen die Emissionen aus der Energieerzeugung im Jahr 2023 um 1,1% im Vergleich zum Vorjahr und erreichten eine neue Rekordhöhe. Obwohl dieser Anstieg geringer ist als in den Jahren zuvor, ist er immer noch weit entfernt davon, mit den Zielen des Pariser Abkommens in Einklang zu stehen &#8211; denn dafür müssten die Emissionen rapide sinken. Besonders brisant ist, dass ein Großteil dieses Anstiegs auf den weltweiten Ausfall von Wasserkraft zurückzuführen ist, der durch Dürren verursacht wurde. Denn obwohl Wasserkraft im Umfang von 20GW Kapazität an Wasserkraftwerken zugebaut wurde (zum Vergleich: ein modernes Atomkraftwerk hat eine Leistung von ca. 1,4GW), stand weniger Strom aus Wasserkraft zur Verfügung als im Vorjahr. Dies ist vor allem auf anhaltende Dürren in Regionen China, Südostasien, Indien und Nordamerika zurückzuführen. Dieser Ausfall wurde mit Strom aus fossilen Energien ersetzt. Die IEA geht davon aus, dass die Emissionen 2023 ohne diesen Effekt zurückgegangen wären.</p>
<p>Es ist allgemein bekannt, dass Dürreperioden durch die fortschreitende Erderhitzung in Zukunft häufiger und länger sein werden. Es wäre daher naiv zu glauben, dass nur Zufall zu den Ausfällen im letzten Jahr geführt hat und diese Situation sich nicht wiederholen wird.</p>
<p>Ein weiterer Bericht der IEA, der <a href="https://www.iea.org/reports/clean-energy-market-monitor-march-2024">Clean Energy Market Monitor</a>, erläutert, wie der Ausbau der erneuerbaren Energien dafür sorgt, dass die Emissionen weniger stark ansteigen als zuvor. Die Technologie Wasserkraft findet darin nicht einmal Erwähnung. Offensichtlich gehen die Analyst*innen der IEA also nicht davon aus, dass Wasserkraft einen signifikanten Beitrag zur Emissionsreduktion leisten kann.</p>
<p>Die Auswirkungen des Wasserkraftausfalls sind nicht nur auf den Klimawandel beschränkt. Ein Blick auf die Situation in Ländern wie Sambia verdeutlicht, wie der Mangel an Wasserkraft die Lebensbedingungen der Menschen beeinträchtigen kann. Die aktuelle Dürre in Sambia führt zu einem <a href="https://africa.businessinsider.com/local/markets/zambia-to-import-and-ration-electricity-amidst-drought/gddwn29?utm_medium=social&amp;utm_source=twitter&amp;utm_campaign=share-button">erheblichen Ausfall der Stromproduktion</a>, die zu ca. <a href="https://ourworldindata.org/grapher/share-electricity-hydro?tab=chart&amp;country=~ZMB">90%</a> auf Wasserkraft basiert. Kurzfristig hat die sambianische Regierung also nur die Wahl entweder, Mittel für den Stromimport aufzubringen oder Stromausfälle zu erleiden. Das Land befindet sich bereits in einer Schuldenrkise und die Dürre führt auch zu Ernteausfällen, sodass die humanitäre Situation sowieso schon angespannt ist, was durch weitere Stromausfälle noch verstärkt würde. Beide Optionen werden also weitere negative Folgen haben.</p>
<p>In Anbetracht dieser Entwicklungen stellt sich die Frage nach der Zuverlässigkeit der Wasserkraft als Energiequelle. Der Bericht der IEA zeigt, dass der Ausbau von Wasserkraftkapazitäten nicht zwangsläufig zu einer Steigerung der verfügbaren Strommenge führt. Gleichzeitig bleiben die ökologischen und sozialen Probleme, die mit der Wasserkraftnutzung verbunden sind, bestehen. Die Kosten-Nutzen-Rechnung verschiebt sich zunehmend zu Ungunsten der Wasserkraft.</p>
<p>Der Bau von Wasserkraftwerken von den ersten Planungen bis zur Inbetriebnahme dauert oft Jahrzehnte. Somit sind auch die Analysen der potentiellen Stromproduktion oft schon veraltet, bis es überhaupt zu Produktion kommt, da sie schon sichtbare und aufgrund neuester Daten vorhersehbare Auswirkungen des Klimawandels auf die Verfügbarkeit von Wasser nicht mit einbeziehen. Das Beispiel Sambia zeigt, zu welchen Dilematta eine Fehleinschätzung führen kann. Verantwortungsbewsusste Regierungen, Unternehmen und Finanziers sollten alle noch nicht abgeschlossenen Wasserkraftwerke vor diesem Hintergrund auf den Prüfstand stellen und abwägen, ob stattdessen nicht Investitionen in Solar- oder Windkraft oder in Energieeinsparungen sinnvoller wären.</p>
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		<title>Studie: Maschinen deutscher Unternehmen bei Menschenrechtsverletzungen im Einsatz</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/studie-maschinen-deutscher-unternehmen-bei-menschenrechtsverletzungen-im-einsatz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Heike Drillisch]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Apr 2023 14:12:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft und Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Staudämme]]></category>
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					<description><![CDATA[Deutsche Maschinen- und Anlagenbauer beliefern Unternehmen und Staaten, denen schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden. Germanwatch, Misereor, Transparency Deutschland und GegenStrömung fordern, dass das EU-Lieferkettengesetz auch solche Fälle in den Blick nimmt. Berlin / Aachen (17. April 2023). Eine heute veröffentlichte Studie von Germanwatch, Misereor, Transparency Deutschland und GegenStrömung zeigt: Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau beliefert zum&#8230;]]></description>
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<div class="field__item">Deutsche Maschinen- und Anlagenbauer beliefern Unternehmen und Staaten, denen schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden. Germanwatch, Misereor, Transparency Deutschland und GegenStrömung fordern, dass das EU-Lieferkettengesetz auch solche Fälle in den Blick nimmt.</div>
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<p><strong>Berlin / Aachen</strong> (17. April 2023). Eine heute veröffentlichte <a href="https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2023/04/2023-04-17_GW-Mis-GgStr-TI_Unternehmensverantwortung-im-MaschinenAnlagenbau.pdf">Studie</a> von Germanwatch, Misereor, Transparency Deutschland und GegenStrömung zeigt: Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau beliefert zum Teil Unternehmen und Staaten, denen schwere Menschenrechtsverletzungen und Umweltschutzverstöße vorgeworfen werden, oft begleitet von Korruption. Kurz vor der Abstimmung im Rechtsausschuss des Europäischen Parlaments fordern die Organisationen, das EU-Lieferkettengesetz so zu gestalten, dass die gesamte Wertschöpfungskette in den Blick genommen wird und somit ein gravierendes Schlupfloch verschwindet.</p>
<p>Deutsche Maschinen werden unter anderem für die Herstellung von Textilien oder bei der Energieproduktion weltweit genutzt. „Energieerzeugungsanlagen stehen häufig im Zusammenhang mit Landraub, der Bedrohung von Menschenrechts- und Umweltverteidigerinnen sowie Landnutzungskonflikten mit indigenen Gemeinden. Dies gilt auch für Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energie. Menschenrechte und Klimaschutz dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden“, kritisiert <strong>Heike Drillisch, Koordinatorin von GegenStrömung</strong>.</p>
<p>„Die Maschinenbau-Branche ist ein wichtiger globaler Player beispielsweise bei der Lieferung von Textilmaschinen oder Turbinen. Damit trägt der deutsche Maschinen- und Anlagenbau große Verantwortung. Dennoch hat der Branchenverband VDMA vor zwei Jahren einen Branchendialog mit der Zivilgesellschaft verweigert. Die Branche hat es verpasst, sich aktiv mit diesen Risiken zu beschäftigen“, so <strong>Sarah Guhr, Koordinatorin für Branchendialoge bei der Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch</strong>.</p>
<p>„Auf EU-Ebene muss das nachgeholt werden, was auf deutscher Ebene im Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz versäumt wurde: Die Regelung unternehmerischer Sorgfaltspflichten muss die gesamte Wertschöpfungskette umfassen. Dass der VDMA diese Sorgfaltspflichten mit Blick auf die Verwendung von Maschinen ablehnt, ist völlig inakzeptabel“, so <strong>Armin Paasch, Referent für Verantwortliches Wirtschaften bei MISEREOR</strong>.</p>
<p>„Korruption herrscht in vielen Ländern weltweit, in denen auch deutsche Maschinen- und Anlagenbaufirmen Geschäfte machen. Da viele Verletzungen von Menschenrechten und Umweltschutzvorgaben erst durch Korruption möglich werden, ist deren Bekämpfung auf allen Stufen der Wertschöpfungsketten eine Grundvoraussetzung für ein starkes europäisches Lieferkettengesetz“, sagt <strong>Otto Geiß, Vertreter von Transparency Deutschland</strong>.</p>
<p><strong>Hintergrund:</strong></p>
<p>Deutschland ist der drittgrößte Maschinen- und Anlagenproduzent der Welt. Die Studie „Unternehmensverantwortung im Maschinen- und Anlagenbau – warum die nachgelagerte Lieferkette nicht ausgelagert werden darf“ beleuchtet insbesondere die Herstellung und Lieferung von deutschen Maschinen und Anlagen für den Bergbau, die Energieproduktion, den Textilsektor und die Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie sowie die damit verbunden potentiellen Risiken und tatsächlichen negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. Es geht unter anderem um Konzerne wie Liebherr, Siemens und Voith.</p>
<p>Auf dieser Grundlage werden Empfehlungen formuliert, wie bestehende Regulierungslücken insbesondere in der EU Corporate Sustainability Due Diligence Directive – dem sogenannten EU-Lieferkettengesetz &#8211; in Bezug auf die nachgelagerte Wertschöpfungskette geschlossen werden sollten und wie Unternehmen der Verantwortung in ihren Sorgfaltsprozessen gerecht werden können.</p>
<p>Zum <a href="https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2023/04/2023-04-17_GW-Mis-GgStr-TI_Unternehmensverantwortung-im-MaschinenAnlagenbau.pdf">Download</a> der Studie.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Bildnachweis: Ibama from Brasil, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons</p>
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		<item>
		<title>Über 200 Staudämme in Europa abgebaut</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/ueber-200-staudaemme-in-europa-abgebaut/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thilo Papacek]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 May 2022 13:18:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Frei Fließende Flüsse]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft und Biodiversität]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft und Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft und Klimaanpassung]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft und Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[239 Staudäme in europäischen Flüssen in 17 verschiednen Ländern wurden im letzten Jahr abgebaut – eine Rekordzahl für ein Jahr. Dam Removal Europe &#8211; eine Koalition verschiedener Naturschutzorganisationen &#8211; begrüßte diese Entwicklung als enorm bedeutsam für den Schutz der bedrohten Biodiversität, wie der paneuropäische Sender euronews berichtet. Doch es bestehen weiterhing 150,000 Dämme und Wehre&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div dir="auto">239 Staudäme in europäischen Flüssen in 17 verschiednen Ländern wurden im letzten Jahr abgebaut – eine Rekordzahl für ein Jahr. Dam Removal Europe &#8211; eine Koalition verschiedener Naturschutzorganisationen &#8211; begrüßte diese Entwicklung als enorm bedeutsam für den Schutz der bedrohten Biodiversität, wie der <a href="https://www.euronews.com/green/2022/05/16/why-is-a-record-breaking-year-of-dam-removals-good-news-for-europe-s-wildlife?fbclid=IwAR1AThZEXEz1-fLkgppN1V6s7zc6SoTQx3Fe5b-cgnxmKHu7Nsi3vXWNSUE">paneuropäische Sender euronews berichtet</a>.</div>
<div dir="auto">Doch es bestehen weiterhing 150,000 Dämme und Wehre auf dem Kontinent, die keinen wirtschaftlichen oder anderen Nutzen mehr haben. Sie stellen lediglich Hindernisse für die Flussökologie dar. Dämme seien der Hauptgrund, weshalb der Bestand migrierender Fische in Europa in den letzten 50 Jahren um 93 Prozent zurückgegangen sei, <a href="https://www.theguardian.com/environment/2022/may/16/record-number-of-dams-removed-from-europe-rivers-in-2021-aoe?CMP=twt_a-environment_b-gdneco&amp;fbclid=IwAR37QExn848YXs-kFHO3xO3ujyTTAk1ic_AyyMs20eIJBJTLRpWWwWBQiqU">sagte Fernández Garrido von der World Fish Migration Foundation gegenüber der britischen Zeitung The Guardian</a>.  Er hofft, dass der Abbau alter Dämme noch zunehme, da Initiativen wie das <a href="https://openrivers.eu/">Open Rivers Programme</a> Mittel bereitstellt, um dies zu finanzieren.<br />
Gerade Angesichts der Bedrohung durch Flutkatastrophen – die sich nach Aussage des 6. Sachstandsberichts des Weltklimarats insbesondere in Europa massiv verstärken wird –, sollte vermehrt der Abbau von Staudämmen und Wehren gefördert werden, um die Flussläufe besser an den Klimawandel anzupassen.</div>
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		<title>Gesetzesinitiative PL 191 zu Bergbau und Wasserkraft in indigenen Gebieten: Kurz vor Verabschiedung?</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/gesetzesinitiative-pl-191-zu-bergbau-und-wasserkraft-in-indigenen-gebieten-kurz-vor-verabschiedung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Mar 2022 08:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Bolsonaro]]></category>
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		<category><![CDATA[Indigene Territorien]]></category>
		<category><![CDATA[PL 191]]></category>
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					<description><![CDATA[[Foto: Folgen von Bergbau in indigenen Territorien, hier: Indigenes Territorium Krenak, Minas Gerais, Foto: christian russau [2016] Der Gesetzentwurf PL 191 in Brasilien befasst sich laut Gesetzestext mit: &#8222;Regelt § 1 des Art. 176 und § 3 des Art. 231 der Verfassung, um die besonderen Bedingungen für die Erforschung und den Abbau von Bodenschätzen und&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="parent-fieldname-text" class="">
<p>[Foto: Folgen von Bergbau in indigenen Territorien, hier: Indigenes Territorium Krenak, Minas Gerais, Foto: christian russau [2016]</p>
<p>Der Gesetzentwurf PL 191 in Brasilien befasst sich <a href="https://www.camara.leg.br/proposicoesWeb/fichadetramitacao?idProposicao=2236765" target="_blank" rel="noopener">laut Gesetzestext</a> mit: &#8222;Regelt § 1 des Art. 176 und § 3 des Art. 231 der Verfassung, um die besonderen Bedingungen für die Erforschung und den Abbau von Bodenschätzen und Kohlenstoffen sowie für die Nutzung von Wasserressourcen zur Stromerzeugung auf indigenem Land festzulegen, und sieht eine Entschädigung für die Einschränkung des Nießbrauchs an indigenem Land vor.&#8220;</p>
<p><a href="https://amazoniareal.com.br/bolsonaro-forca-aprovacao-pl-191/" target="_blank" rel="noopener">Amazônia Real berichtet</a>, wie die Bolsonaro-Regierung samt ihrer Unterstützer:innen diese PL 191 mit dem Argument auf die Kriegssituation Russlands in der Ukraine durchsetzen will. Auch in europäischen Medien wird darüer berichtet, wie Bolsonaro den drohenden Mangel an Kali-Dünger-Importen aus Russland nach Brasilien ausgleichen will, indem er den Bergbau in indigenen Territorien <a href="https://www.nzz.ch/international/bolsonaro-nutzt-ukraine-krieg-zu-verteidigung-von-amazonas-ausbeutung-ld.1672621" target="_blank" rel="noopener">vorantreiben wolle</a>. Der brasilianische Bundesabgeordnete Ricardo Barros von der Partei PP sammele demnach seit Donnerstag, 3. März, im internen System der Abgeordnetenkammer Unterschriften für den größten anti-indigenen Angriff der Regierung von Jair Bolsonaro, die PL 191. Bolsonaro sei es gelungen, beim Exekutivbüro einen Antrag zu stellen, damit der von der Exekutive verfasste Gesetzentwurf PL 191/2020 in Dringlichkeit bearbeitet werde. Wenn die Genehmigung erteilt werde, so Amazônia Real, werde der Bergbau in indigenem Land in Brasilien genehmigt werden. Die ökologische und soziale Katastrophe steht somit unmittelbar bevor.</p>
<p>Die Regierung nutze die Empörung über den Krieg Russlands gegen die Ukraine, um das Gesetz PL 191 zu verabschieden, das die Artikel 176 und 231 der Verfassung regelt und den Bergbau zulassen soll, der jetzt in den indigenen Gebieten (noch) als illegal gilt. Bolsonaros Argument ist, dass es im Amazonas Kali gebe, ein Mineral, das für die Herstellung von Düngemitteln verwendet wird, und ein Teil davon befände sich in indigenem Land. Durch die russische Invasion im Nachbarland werde es für Brasilien und den Rest der Welt schwierig werden, in der Landwirtschaft verwendete Düngemittel aus Russland zu beziehen.</p>
<p>&#8222;Wenn dieses Gesetz verabschiedet wird, ist es das Ende vieler indigener Völker in Brasilien&#8220;, verurteilte der Abgeordnete Nilto Tatto von der oppositionellen Arbeiterpartei PT dieses Vorpreschen bei der Gesetzesinitiative PL 191. &#8222;Sie nutzen den Moment aus, in dem alle von der Kriegssituation bewegt sind und sagen, dass der Bergbau auf indigenem Land genehmigt werden sollte, um Brasilien nicht zu schaden.&#8220; Auch der Abgeordnete Rodrigo Agostinho von der PSB warnt, es bestehe &#8222;die reale Gefahr, dass über diesen Gesetzentwurf in den kommenden Wochen abgestimmt wird. Die Regierung übt Druck aus. Unter dem Vorwand, die Düngemittelindustrie zu unterstützen, sollen in Wirklichkeit die Garimpeiros freie Hand bekommen&#8220;, so Agostinho. Die Kräfteverhältnisse im brasilianischen Nationalkongress scheinen derweil darauf hinzudeuten, dass die PL 191 durchgehen könnte, befürchten Beobachter:innen.</p>
<p>Am morgigen Dienstag findet in Brasilia eine große Kundgebung statt, zu der auch der Sänger Caetano Veloso aufgerufen hat und an der Hunderte von Institutionen, Künstler:innen und Persönlichkeiten teilnehmen werden. Diese Mobilisierung zusammen mit intrenationalem Druck mag die letzte Hoffnung sein, die Abgeordneten zum Schutz der indigenen Völker zu bewegen, aber andere umweltfeindliche Gesetzesentwürfe, wie die zur Erleichterung des Landraubs und der Zulassung von Agrargiften, wurden von diesem Kongress bereits mit deutlichen Mehrheiten durchgewunken und verabschiedet. Bolsonaro hatte bereits lange vor seiner Wahl angekündigt, wie seine indigenenfeindliche Politik aussehen werde. &#8222;Keinen Zentimeter Land mehr!&#8220; für die Indigenen, das war einer seiner zentralen Wahlsprüche. Und dies setzt er jetzt um. Seit 2019 wurde kein neues indigenes Territorium mehr ausgewiesen, und die bestehenden geraten jetzt ebenfalls unter Druck, sei es durch die noch anstehende Entscheidung des Obersten Gerichtshofes STF zur Stcihtagsregelung &#8222;Marco Temporal&#8220; oder wie jetzt diese Tage durch den Gesetzesentwurf PL 191. Düstere Zeiten.</p>
<p>// <a href="https://www.outro-mundo.org" target="_blank" rel="noopener">Christian Russau</a></p>
</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Massiv gefährdete Lachspopulation: Streit um Rückbau der Staudämme am Snake River geht weiter</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/massiv-gefaehrdete-lachspopulation-streit-um-rueckbau-der-staudaemme-am-snake-river-geht-weiter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 May 2021 06:56:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Frei Fließende Flüsse]]></category>
		<category><![CDATA[Proteste]]></category>
		<category><![CDATA[Staudämme]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft und Biodiversität]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft und Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft und Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Rückbau]]></category>
		<category><![CDATA[Snake River]]></category>
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					<description><![CDATA[Rückbau der vier Staudämme am Snake River schien beschlossen, selbst ein einflussreicher republikanischer Bundes-Abgeordneter aus Idaho hatte Anfang des Jahres einen 33,5 Milliarden US-Dollar schweren Dammrückbauplan vorgestellt, die vom Lachsrückgang im Snake River betroffenen Indigenen und die Umweltschützer:innen waren zufrieden, doch nun schießen demokratische Politiker:innen - ein Gouverneur und Senator:innen - quer. Indigene Gruppen protestieren.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rückbau der vier Staudämme am Snake River schien beschlossen, selbst ein einflussreicher republikanischer Bundes-Abgeordneter aus Idaho hatte Anfang des Jahres einen 33,5 Milliarden US-Dollar schweren Dammrückbauplan vorgestellt, die vom Lachsrückgang im Snake River betroffenen Indigenen und die Umweltschützer:innen waren zufrieden, doch nun schießen demokratische Politiker:innen &#8211; ein Gouverneur und Senator:innen &#8211; quer. Indigene Gruppen protestieren.</em></p>
<p>Von <a href="https://www.outro-mundo.org" target="_blank" rel="noopener">Christian Russau</a></p>
<p>Es schien endlich klar zu sein, allen schien die extreme Situation am Snake River klar geworden zu sein. Die seit Jahrzehnten am Snake River im Nordosten der USA befindlichen Staudämme müssen weg, da das biologische Gleichgewicht und vor allem das der Lachspopulationen kollabiert ist. Bereits mehrmals war ein solcher Rückbau gerichtlich angeordnet worden, letztlich, nach jahrzehntelangem Kampf schienen sich Indigene, Umweltschützer:innen, Anrainer:innen, die Wirtschaft und auch die Politik einig, den bisher vorläufigen Höhepunkt setzte ein republikanischer Abgeordneter aus Idaho, der Anfang des Jahres einen 33,5 Milliarden US-Dollar schweren Dammrückbauplan vorgestellt hatte. Alles paletti?</p>
<p>Nein, denn nun schiessen der demokratische Gouverneur vom Staate Washington, Gov. Jay Inslee, und die ebenfalls demokratische Senatorin für Washington, U.S. Sen. Patty Murray, D-Wash., quer. &#8222;Während wir die Bemühungen vom Mitglied des Repräsentantenhauses [Mike] Simpson [aus Idaho] und die Gespräche, die wir bisher mit Stämmen und Interessenvertretern geführt haben, schätzen, ist es klar, dass mehr Arbeit innerhalb des pazifischen Nordwestens notwendig ist, um eine dauerhafte, umfassende Lösung zu schaffen, und wir glauben nicht, dass der Vorschlag von Simpson in das vorgeschlagene Bundesinfrastrukturpaket aufgenommen werden kann&#8220;, sagten US-Senatorin Patty Murray und Gouverneur Jay Inslee in einer <a href="https://www.seattletimes.com/seattle-news/environment/gov-inslee-washington-states-u-s-senators-reject-gop-congressmans-pitch-on-lower-snake-river-dam-removal/">gemeinsamen Erklärung, die der Seattle Times vorliegt</a>.</p>
<p>Dies bringt die indigenen Gruppen, die seit Jahrzehnten für den Rückbau der Staudämme am Snake River kämpfen, in Rage. &#8222;Nach einem Tag, an dem Repräsentant Simpson zusammen mit Repräsentant Blumenauer (D-OR) auf einer regionalen Konferenz, die sich dem Thema widmete, das Aussterben der Lachse im Snake River zu verhindern und dazu in Infrastruktur, Technologie zu investieren und wirtschaftliche Anreize im Nordwesten [der USA] zu schaffen, somit einen brauchbaren Rahmen und eine gesetzgeberische Möglichkeit diskutiert hat, haben Governeur Inslee und die Senatoren Murray und Cantwell erklärt, wogegen sie sind, und keine Substanz in Bezug auf das geliefert, wofür sie denn nun eigentlich sind&#8220;, <a href="https://www.bigcountrynewsconnection.com/idaho/tribe-leaders-speak-out-after-inslee-and-democrat-senators-come-out-against-dam-removal-proposal/article_d3cb5e18-b597-11eb-b411-234007378f07.html">sagte Samuel N. Penney, Vorsitzender der Nez Perce-Indigenen</a>.</p>
<p>&#8222;Wir sind uns einig, dass wir zur Lösung dieser Krise eine regionale Lösung brauchen, wir müssen uns bemühen, alle Gemeinden, die auf die Flüsse Columbia und Snake angewiesen sind, ganz zu erhalten, und wir sollten der Wissenschaft folgen. Dies sind genau die Elemente, die Repräsentant. Simpsons Vorschlag vor drei Monaten dargelegt hat, und warum der Nez Perce Tribe seinen Vorschlag unterstützt&#8220;, ergänzte Penny. Zudem zeige die &#8222;eigene biologische Analyse, die letzte Woche veröffentlicht wurde, dass die Lachspopulationen auf das Aussterben hinzusteuern. Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie die Bestände aussterben. Unser Klima verändert sich, und der beste und kühlste verbleibende Lebensraum für die Sommer-Steelheadlachse und Frühlings-Kleinlachse des Columbia liegt im Snake River-Becken. Wir müssen den sichersten Weg zu und von diesem Lebensraum bieten, den wir können. Gleichzeitig haben wir einen einzigartigen gesetzgeberischen Moment &#8211; einen, der wahrscheinlich zu unseren Lebzeiten nicht mehr kommen wird &#8211; um diese biologische Krise anzugehen und den jahrzehntelangen Lachskrieg im Becken zu lösen. Wir haben die richtige Regierung, die richtige Führung im Senat und die Unterstützung des Abgeordneten Mike Simpson. Dies ist ein Moment zum Handeln, nicht für weitere Prozesse.&#8220;</p>
<p>Der Streit geht also weiter, und dies einen Monat, nachdem die US-amerikanische Nichtregierungsorganisation American Rivers den Snake-River zum gefährdetsten Fluss der USA gekürt hatte.</p>
<p>Dies sind die laut American River zehn am meisten gefährdeten Flüsse der USA:</p>
<p>American Rivers: America’s Most Endangered Rivers of 2021:<br />
01: Snake River<br />
02: Lower Missouri River<br />
03: Boundary Waters<br />
04: South River<br />
05: Pecos River<br />
06: Tar Creek<br />
07: McCloud River<br />
08: Ipswich River<br />
09: Raccoon River<br />
10: Turkey Creek</p>
<p>Beim Snake-River im Nordwesten der USA identifizierte <a href="https://endangeredrivers.americanrivers.org/snake-river/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">die Umweltschutzorganisation American Rivers</a> als zentrales Problem den Rückgang und die Gefährdung genau der erwähnten Lachsbestände durch Staudämme, was den Lebensunterhalt und die kulturellen Rechte der dortigen indigenen Völker bedrohe. Die seit Jahren heftige in Politik und Medien, aber <a href="https://www.gegenstroemung.org/web/archiv/www.gegenstroemung.org/web/blog/klage-gegen-us-behoerden-angekuendigt-um-daemme-am-snale-river-doch-zurueckzubauen/index.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">auch vor Gericht ausgetragene Kontroverse</a>, um den eigentlich bereits gerichtlich mehrfach beschlossenen Rückbau der vier Staudämme am Snake River endlich umzusetzen, aber mächtige Lobbygruppen und Politiker:innen setzen sich nach wie vor mit allen Tricks <a href="https://www.gegenstroemung.org/web/archiv/www.gegenstroemung.org/web/blog/us-amerikanische-bundesbehoerden-beschliessen-den-geplanten-rueckbau-den-staudaemme-am-snake-river-doch-nicht-umzusetzen/index.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">dagegen zur Wehr</a>.</p>
<p>Der Snake-River liegt in den US-Bundesstaaten Wyoming, Idaho, Oregon und Washington und ist ein Nebenfluss des Columbia River. Im Columbia-Snake-Wassereinzugsgebiet sind es insgesamt acht Staudämme, am Snake River direkt geht es konkret um vier Dämme, die der Stein des Anstosses sind und über die eine breite Koalition aus Umweltaktivist:innen, Indigenen und lokalen Anwohner:innen fordern, dass sie zurückgebaut werden.</p>
<p>Im Flusseinzugsgebiet der drei US-amerikanischen Bundesstaaten Washington, Oregon und Idaho prallen die unterschiedlichen Interessen von Indigenen, Umweltschützer:innen auf der einen Seite und Weizenfarmer:innen und Transportschifferei auf der anderen Seite aufeinander. Während in Seattle und Portland Umweltschützer:innen auf Demonstrationen für den Schutz der Orcas demonstrieren und die traditionell am Snake River lebenden Indigenen wegen des seit Jahrzehnten mehr und mehr ausbleibenden Lachses protestieren, mobilisieren in Idaho die Weizenfarmer:innen und Transportschiffer:innen seit Jahren die Politik für ihre Interessen. Der Stein des Anstoßes: die insgesamt acht Energie produzierenden Staudämme am unteren Columbia-River und an dem Zufluss des Columbia-Rivers, dem Unteren Snake Fluss. Denn die seit 1975 bestehenden Dämme produzieren zwar nur fünf Prozent des Stroms der im weiteren Einzugsgebiet liegenden Städte, dienen aber gleichzeitig wegen der Schleusen an den Dämmen der Verschiffung des Weizens aus der agrarwirtschaftlich geprägten Region Idahos, hin zu größeren Binnenhäfen und von dort weiter, hin zum Weltmarkt. Und die Dämme bilden Reservoirs, aus denen die Farmer:innen regelmäßig Wasser entnehmen, um damit ihre Landwirtschaft zu bewässern.</p>
<p>Doch die Dämme behindern die natürliche Wanderung der dort angestammten Chinook-Lachse, auch Steelheadlachse sind hier urprünglich vorhanden. Beherbergten der Columbia- und der Snake-River dereinst die mit 16 Millionen Lachsen größte Population an Chinook, sind es heute nur noch 1,1 Millionen Fische. Das hat Folgen für das Ökosystem. Zwar gelangen durch neu angepasste Turbinen mehr Fische als früher flussabwärts, so belegten aber jüngere Studien der vergangenen Jahre, dass die Fische dennoch nahezu bei jedem Turbinengang mindestens einen Schlag erhalten. Dennoch überleben mittlerweile die meisten Lachse den Weg durch die Turbinen dank neuerer, angepassterer Technik flussabwärts, aber flussaufwärts sieht das anders aus. Denn die Barrieren der Dämme sind zu hoch, auch Fischtreppen helfen oftmals nicht weiter, so dass bereits 2016 zum fünften Mal die Staudammbetreiber richterlich dazu verurteilt wurden, mittels Hebekähnen die die Flüsse kurz vor der Laichzeit hochziehenden Lachspopulationen manuell über die Dämme hinwegzuheben, – dies gelingt aber nach wie vor nur in weniger als zwei Prozent der Fälle und verursacht – sehr zum Leidwesen der Staudammbetreiberfirma – Millionenkosten. Wären es zumindest zwei Prozent der Lachse, die es dergestalt über die Staudammbarrieren schafften, dann gelte dies unter Wissenschaftler:innen als die zu erreichende absolute Mindestzahl, um die vor Ort existierende Population des Chinook-Lachs zumindest vor dem Aussterben zu retten. Diese Zielzahl – zwei Prozent – wird aber nicht erreicht.</p>
<p>Um die Population der Chinook-Lachse aber hingegen gar dauerhaft zu sichern und einen Anstieg der Population zu erreichen, müsste das – regelmäßig in der Praxis unterschrittene – Zweiprozentziel deutlich übertroffen werden. Hinzu kommt: Das Reservoir in dem durch die Staudämme regulierten Flusslauf ist ein meist stehendes, wärmeres Gewässer – und kein lebendig fließendes und daher deutlich kühleres Gewässer. Dadurch breiten sich dort vermehrt natürliche Fressfeinde des Chinook-Lachses aus, was die Population weiter reduziert. 2018 wurde zudem bei den infolge des Klimawandels erhöhten Wassertemperaturen der stehenden Reservoirgewässer eine weitere deutliche Bedrohung des Chinook-Bestandes festgestellt. Wissenschaftler:innen fordern seit Langem, dass mehr Wasser durch die Überlaufkanäle der Dämme abgeleitet werden solle, um so die Gefahr für die Chinook durch Turbinenrotorschlag zu vermindern und um das Wasser der Flüsse wilder und damit auch kühler zu machen. Doch noch mehr Wasser über die Überlaufkanäle, das ist den Staudammbetreibern ein Dorn im Auge, wollen sie doch möglichst viel Wasser zur Stromproduktion durch ihre Turbinen jagen.</p>
<p>Niedrigwasser ist auch bei der Transportschifferei und den Weizenfarmer:innen nicht sonderlich beliebt. Der deutliche Rückgang des Chinook hat zudem aber auch flussabwärts, in einem ganz anderen Habitat, dramatische Folgen. Und zwar für die Meeresfauna im Pazifik. Dies wurde im Sommer 2018 auch den letzten die Medien verfolgenden Bürger:innen klar, als über mehrere Tage Livebilder in regionalen Fernsehen und international in sozialen Medien gezeigt wurden, auf denen eine Orca-Walmutter über mehrere Tage ihr junges, aber bereits totes Kalb im Wasser bewachte. Das Kalb war infolge des Fressmangels der Mutter verhungert. Denn eine der Hauptnahrungsquellen der Orcas vor der Mündung des Columbia-Rivers sind eben die Chinook-Lachse, denen die Orcas zu dieser Jahreszeit, kurz vor dem Flussaufwärtsschwarm der Lachse, folgen. Je weniger Chinook, desto weniger haben die Orcas in der Region eine Überlebenschance. Daher gibt es die deutliche Forderung von Indigenen und von Umweltschützer:innen, die Dämme zurückzubauen und den Columbia- und den Snake-River wieder zu einem frei fließenden Flusssystem zu machen. Damit sind aber die Weizenfarmer:innen und Transportschiffer:innen nicht einverstanden, wollen sie doch ungehindert aus dem als Seehafen geeigneten Verladenhafen Lewiston im Bundesstaat Idaho, 465 Meilen, also 748 Kilometer vom Pazifik entfernt, weiterhin ihren Weizen in alle Welt exportieren. Und die Staudammbetreiberfirma BPA will auch lieber weiterhin ihren Strom verkaufen. Dabei liefern mittlerweile neuesten Erhebungen zufolge Solaranlagen in Kalifornien, die gekoppelt sind mit Speicherbatterien, billigeren Strom als die Wasserkraft vom Columbia- und Snake-River. Doch die Energiefirma BPA kann derzeit ihren Strom an die Großabnehmer noch teurer verkaufen, weil die Alt-Verträge noch höhere Preise garantieren als die neuen billigeren Solaranlagen. Doch diese Alt-Verträge enden 2028. So kämpft seit Jahren im Dreiländereck eine neue Allianz aus Umweltschützer:innen, Wissenschaftler:innen, Indigenen und kritischer Öffentlichkeit, die fordern, jetzt endlich mit dem Plan für den Rückbau der Dämme zu beginnen. Die Wissenschaftler:innen wiesen in Bezug auf die Besorgnisse der Weizenfarmer:innen auf den ohnehin massiven Anstieg des Weizentransports per Bahn hin und die Bewässerung für die Farmer:innen reiche auch ein Abfluss in Richtung der agrarwirtschaftlich genutzten Zone an einer weiter oben gelegeneren Stelle des Snake-Rivers.</p>
<p>Obwohl der Rückbau der Dämme wegen der offensichtlichen Chinook-Lachs-Gefährdung bereits ein halbes Dutzend Mal gerichtlich angeordnet wurde (siehe wiederholte <a href="https://www.gegenstroemung.org/web/archiv/www.gegenstroemung.org/web/blog/us-amerikanische-bundesbehoerden-beschliessen-den-geplanten-rueckbau-den-staudaemme-am-snake-river-doch-nicht-umzusetzen/index.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Berichterstattung von GegenStrömung</a>), entschied die zuständige Bundespolitik noch anders und will die Dämme noch halten. Dagegen laufen die Indigenen, Umweltschützer:innen und Teil der Anwohner:innen Sturm und zogen wiederholt vor Gericht. Derweil aber bewegte sich auch in der Politik etwas: der Abgeordnete Mike Simpson, ein republikanischer Bundes-Abgeordneter aus Idaho hat Anfang des Jahres einen 33,5 Milliarden US-Dollar schweren <a href="https://www.bizjournals.com/portland/news/2021/02/08/simpson-lower-snake-dam-plan.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Dammrückbauplan vorgestellt</a>.</p>
<p>Nun aber schießen demokratische Abgerodnete und Senator:innen quer, der Disput wird also weitergehen. Der Rückbau der Dämme am Snake River wird sich weiter verzögern. Dem Chinook-Lachs läuft die Zeit davon.</p>
<p>Die Nichtregierungsorganisation American Rivers führt seit Jahren in ihrem Kampf um freifließende Flüsse in den USA auch ein Register, das den wachsenden Rückbau von Staudämmen in den USA dokumentiert. Neuesten Zahlen der Umweltschützer:innen von American Rivers zufolge wurden im Jahr 2020 in den USA insgesamt 69 Staudämme in 23 US-Bundesstaaten zurückgebaut. Somit wurden – laut American Rivers – in den USA seit 1912 insgesamt 1797 Staudämme zurückgebaut. Die bei diesen Vorhaben erfolgreichsten US-Bundesstaaten im Jahr 2020 waren Ohio mit 11 Rückbauten, Massachusetts mit 6 und der Bundesstaat New York ebenfalls mit 6 Rückbauten.</p>
<p>Insgesamt befinden sich in den USA mehr als 90.000 Staudämme. Dabei sind viele der Dämme zwischen 1930 und 1970 gebaut worden, so dass sie nun an das Ende ihrer projizierten Lebensdauer gelangen und von daher eine wachsende Gefahr darstellen. Dies wurde jüngst in einem Bericht einer UN-Organisation bestätigt – und zwar für 59.000 Dämme weltweit. Bis zum Jahr 2050 werde mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung flussabwärts von zehntausenden großen Staudämmen leben, die ihre vorgesehene Lebensdauer erreicht oder überschritten haben werden, so der UN-Bericht. Die meisten der weltweit fast 59.000 großen Staudämme wurden zwischen 1930 und 1970 gebaut und waren damals ausgelegt für eine Betriebsdauer von 50 bis 100 Jahren. Diese strukturellen Bruchgefahren stellten ein erhebliches Risiko für Milliarden von Menschen dar, <a href="https://unu.edu/media-relations/releases/ageing-dams-pose-growing-threat.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">so die Studie des UNU Institute for Water, Environment and Health (UNU-INWEH)</a>.</p>
<p>Umso wichtiger ist es, sich weiter für den Rückbau von Dämmen einzusetzen. Durch den bisher erreichten Rückbau entstanden tausende Kilometer frei fließender Flusslandschaften, mit allen Möglichkeiten von freiem Fischzug, Sedimentfracht und ungezügelter Biodiversität. So werden seit Jahren in den USA statistisch mehr Staudämme abgerissen als neue gebaut. American Rivers hat dazu auch eine interaktive Landkarte erstellt, die den Rückbau von Staudämmen in den USA dokumentiert: <a href="https://www.americanrivers.org/threats-solutions/restoring-damaged-rivers/dam-removal-map/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.americanrivers.org/threats-solutions/restoring-damaged-rivers/dam-removal-map/</a></p>
<p>Der Rückbau vieler Dämme und somit die Schaffung freifließender Flüsse weltweit und der Erhalt der Fischpopulationen sind dringendste Aufgaben. Denn eine unlängst veröffentlichte Studie zeigte, wie seit 1970 die weltweiten Bestände der in Süßwasser migrierenden Fische um 76 Prozent zurückgingen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Der Wassermangel am Nil und der Klimawandel</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/der-wassermangel-am-nil-und-der-klimawandel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thilo Papacek]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Feb 2021 12:53:45 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Bevölkerung in den Ländern des Nilbeckens hat sich seit den 1950er Jahren verfünffacht und wächst weiter stetig an. Dies wird auch Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Wasser sowie die Planung und Umsetzung der rund 20 großen Staudammprojekte in der Region haben. Über die zukünftigen Herausforderungen spricht der Ingenieur und Vizedirektor der Nile Basin Initiative,&#8230;]]></description>
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<p>Die Bevölkerung in den Ländern des Nilbeckens hat sich seit den 1950er Jahren verfünffacht und wächst weiter stetig an. Dies wird auch Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Wasser sowie die Planung und Umsetzung der rund 20 großen Staudammprojekte in der Region haben. Über die zukünftigen Herausforderungen spricht der Ingenieur und Vizedirektor der Nile Basin Initiative, Abdulkarim Seid, <a href="https://taz.de/Ingenieur-ueber-Staaten-entlang-des-Nils/!5750954/">mit der taz</a>.</p>
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		<title>Knappes Wasser im Himalaya: Risiken der Wasserkraft</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/knappes-wasser-im-himalaya-risiken-der-wasserkraft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thilo Papacek]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Feb 2021 10:01:31 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wasserkraft ist von der Verfügbarkeit von Wasser abhängig, die aufgrund des Klimawandels zunehmend unsicherer wird. Die Klimarisiken betreffen sowohl die dort lebenden Menschen, die Umwelt, und dadurch indirekt auch die Volkswirtschaften der betroffenen Länder. Diese Risiken werden jedoch von Entwicklern und staatlichen Aufsichtsbehörden oft außer Acht gelassen, um kurzfristige Gewinne zu erzielen. Welche zahlreichen Auswirkungen&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="page" title="Page 1">
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<p>Wasserkraft ist von der Verfügbarkeit von Wasser abhängig, die aufgrund des Klimawandels zunehmend unsicherer wird. Die Klimarisiken betreffen sowohl die dort lebenden Menschen, die Umwelt, und dadurch indirekt auch die Volkswirtschaften der betroffenen Länder. Diese Risiken werden jedoch von Entwicklern und staatlichen Aufsichtsbehörden oft außer Acht gelassen, um kurzfristige Gewinne zu erzielen. Welche zahlreichen Auswirkungen diese Nachlässigkeit beispielsweise in der sensiblen Himalaya-Region hat, kann <a href="https://www.thethirdpole.net/en/energy/himalayan-hydro-developers-wilfully-ignore-climate-risks/?fbclid=IwAR2OKV-8tFuT5KCgu1nUJrXfw0t6TXiD80P86iLLWuOQUa0PCxohRLlVSNY">in diesem Artikel von der Himalaya-informationsplattform The Third Pole auf englisch</a> nachgelesen werden.</p>
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