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	<title>Caldas &#8211; GegenStrömung</title>
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		<title>Strahlende Uranabfälle in Mine drohen durch Dammbruch weiter in die Umwelt zu gelangen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Nov 2019 15:48:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dammbruch]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[Caldas]]></category>
		<category><![CDATA[CNEN]]></category>
		<category><![CDATA[INB]]></category>
		<category><![CDATA[Uranmine]]></category>
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					<description><![CDATA[Nach jahrelanger Untätigkeit der staatlichen Minenbetreiberin soll die stillgelegte Uranmine in Caldas nun wegen massiver Umweltbedrohungen schärfer überwacht werden. Bundesstaatsanwaltschaft hat mit der staatlichen Atomfirma INB eine diesbezügliche Einigung getroffen. Die Bundesanwaltschaft hat mit der Leitung der staatlichen Atomfirma INB eine Vereinbarung über neue Durchführungsbestimmungen (hier der Link zum Dokument) für den Umgang mit der&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Nach jahrelanger Untätigkeit der staatlichen Minenbetreiberin soll die stillgelegte Uranmine in Caldas nun wegen massiver Umweltbedrohungen schärfer überwacht werden. Bundesstaatsanwaltschaft hat mit der staatlichen Atomfirma INB eine diesbezügliche Einigung getroffen. </em></p>



<p>Die Bundesanwaltschaft hat mit der Leitung der staatlichen Atomfirma
 INB eine Vereinbarung über neue Durchführungsbestimmungen (hier der <a href="http://www.mpf.mp.br/mg/sala-de-imprensa/docs/tac-inb.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Link zum Dokument</a>)
 für den Umgang mit der leckbedrohten Uranmine von Caldas im Bundesstaat
 Minas Gerais getroffen. Die Vereinbarung sieht vor, dass 
Sofortmaßnahmen wie Inspektions- und Sicherheitsmaßnahmen am Damm der 
Mine Caldas im Süden von Minas Gerais in die Wege geleitet werden.</p>



<p>In der Mine von Caldas fand von 1982 bis 1995 die Uranexploration  statt, als die Produktion eingestellt wurde, da die Mine erschöpft war  und Brasilien auf seine zweite Mine, die mittlerweile ebenfalls  stillgelegte Mine Caetité im Bundesstaat Bahia setzte. Trotz Stillegung  wurden in der Urangrube von Caldas nie die notwendigen  Sicherungsarbeiten, geschweige denn Kontaminierungsarbeiten in Angriff  genommen. In der Mine im offenen Tagebau lagern rund zwei Millionen  Kubikmeter Schlammes mit Rest-Uran, Thorium und weiteren radioaktiven  Rückständen. Die in Bürgerinitiativen organisierten Anwohner*innen  protestieren seit Jahren gegen den skandalösen Umgang der zuständigen  Atombehörden mit dem gefährlichen radioaktiven Müll, so auch auf dem <a rel="noreferrer noopener" href="http://www.pocosja.com.br/cidade/2019/09/17/uranio-em-caldas-pocos-recebe-evento-com-especialistas-e-autoridades-sobre-passivo-ambiental/" target="_blank">brasilienweiten Treffen von Atomkraftgegner*innen in Caldas im September dieses Jahres</a>.  Im Zentrum der Kritik stand dabei neben dem offensichtlichen  Desinteresse seitens des Staates, sich um die Dekontamination und den  Schutz der Umwelt und den der Gesundheit der Menschen zu kümmern, stets  auch die skandalöse Doppelrolle der für die Atombetrieb und -kontrolle  zuständige staatlichen Institutionen. Denn da alle radioaktiven Anlagen  wie Atomkraftwerke und Uranminen in Brasilien einem Staatsmonopol  unterliegen, kommt es zu der skurilen Situation, dass die staatliche  Betreiberin der Minen sich selbst kontrollieren soll.<br /><br />Im  September 2018 sah sich die INB gezwungen, über ein &#8222;ungewöhnliches&#8220;  Ereignis zu informieren: es kam zu Sedimentbewegungen im Dammbereich.  Damals wiesen Experten auf die Gefahr hin, dass das System durch  Infiltrationen, die zu hydraulischen Bruchprozessen führen können, stark  beeinträchtigt würde. Dies beunruhigt natürlich um so mehr, als es in  Brasilien in den vergangenen vier Jahren bereits zwei Großbrüche bei  Dämmen &#8211; Mariana im November 2015 und Brumadinho im Januar 2019 &#8211;  gegeben hatte. Die daraufhin sich in die Vorgänge einschaltende  Bundesstaatsanwaltschaft stellte fest, dass der Notfall-Aktionsplan für  den Uranbergbaudamm nicht wirksam umgesetzt worden war. In diesem  Zusammenhang wurde empfohlen, dass INB und die Nationale Kommission für  Kernenergie (CNEN) alle diesbezüglichen notwendigen Maßnahmen für die  vollständige Umsetzung bis zum 30. März dieses Jahres ergreifen solle.  Dies war aber seitens INB und CNEN nicht geschehen. Nach Ablauf der  Frist behaupteten INB und CNEN, der Empfehlung nachgekommen zu sein,  aber die Bundesanwaltschaft bestätigte, dass mehrere Maßnahmen entgegen  der Aussagen von INB und CNEN gar nicht durchgeführt wurden. Auch die  von der INB in Aussicht gestellte Durchführung von Notfallübungen &#8211;  unter Einbeziehung der Präfektur, des Zivilschutzes, einem  Staudammsicherheitsteam sowie mit Mitarbeitern des Unternehmens und der  Bevölkerung hat nie stattgefunden.<br /><br />Bei den daraufhin auf Druck  der Bundesstaatsanwlatschaft veranlassten Untersuchung stellte sich  heraus, dass es am Damm Unstimmigkeiten und konkrete Risikolagen im zur  notwendigen Entwässerung vorgesehenen Drainagenetz der Dammkonstruktion  gibt. An mehreren Stellen der Überlaufsystemleitungen wurden dem Bericht  zufolge &#8222;starke Infiltrationen&#8220; identifiziert, die auf eine große  Bruchanfälligkeit des Dammes hinweisen. Die nun zwischen  Bundesstaatsanwlatschaft und der INB vereinbarten Sofortmaßnahmen sehen  neben der vertieften Überwachung und Kontrolle der Dammanlage die  Entfernung von wurzelbildender und somit die Dammstruktur gefährdender  Vegetationen sowie eine verschärfte Vorortanalyse der Stabilität und  Sicherheit der Anlage vor. Dazu sollen laut vertraglicher Einigung  erstmals auch externe und von der Atombehörde unabhängige Gutachter zu  Rate gezogen werden. Über die langfristige Lösung der sicheren Lagerung  der zwei Millionen Kubikmeter Rest-Uran, Thorium und weiterer  radioaktiver Rückstände wurde in dem nun getroffenen Abkommen nicht  verhandelt.</p>



<p>// <a href="http://www.outro-mundo.org">christianrussau</a></p>
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