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	<title>Juruena &#8211; GegenStrömung</title>
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	<title>Juruena &#8211; GegenStrömung</title>
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		<title>Klein- und Kleinstwasserkraftwerke boomen im Juruena-Wassereinzugsgebiet &#8211; mit Folgen für die Indigenen Völker vor Ort</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Oct 2025 16:24:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
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		<category><![CDATA[Wasserkraft und Menschenrechte]]></category>
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					<description><![CDATA[Obwohl sie rein der Begrifflichkeit nach harmlos klingen: &#8222;Kleinwasserkraftwerke&#8220; und &#8222;Kleinstwasserkraftwerke&#8220;, deren mutmaßliche Harmlosigkeit ist in Amazonien keine Selbstverständlichkeit &#8211; im Gegenteil. Die Menschenrechtsorganisation Operação Amazônia Nativa (OPAN) hat für das Wassereinzugsgebiet des Tapajós-Zuflusses Juruena eine neue Studie vorgelegt und diese zeigt den massiven Anstieg an vermeintlich &#8222;kleinen&#8220; Wasserkraftprojekten in der untersuchten Region in den&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Obwohl sie rein der Begrifflichkeit nach harmlos klingen: &#8222;Kleinwasserkraftwerke&#8220; und &#8222;Kleinstwasserkraftwerke&#8220;, deren mutmaßliche Harmlosigkeit ist in Amazonien keine Selbstverständlichkeit &#8211; im Gegenteil. Die Menschenrechtsorganisation Operação Amazônia Nativa (OPAN) hat für das Wassereinzugsgebiet des Tapajós-Zuflusses Juruena <a href="https://amazonianativa.org.br/wp-content/uploads/2025/10/OPAN-BoletimPA25_v3-web.pdf" target="_blank" rel="noopener">eine neue Studie</a> vorgelegt und diese zeigt den massiven Anstieg an vermeintlich &#8222;kleinen&#8220; Wasserkraftprojekten in der untersuchten Region in den vergangenen sechs Jahren und offenbart, was dies für soziale und Umweltfolgen für die dort <em>am</em>, <em>vom</em> und <em>mit</em> dem Fluss lebenden Indigenen Völkern hat.</p>
<p>Um gleich sprachlichen Missverständnissen vorzubeugen, was dem/der einen als &#8222;klein&#8220; erscheint, ist andernorts machmal &#8222;groß&#8220; und umgekehrt. Dies gilt auch für Wasserkraftwerke. Denn es gibt keine international gültige Definition eines &#8222;Kleinwasserkraftwerks&#8220;. Was als Kleinwasserkraftwerk zählt, variiert von Fall zu Fall. Laut der International Commission on Large Dams sind alle Staumauern ab 15 Metern Höhe vom Fundament bis zur Krone oder von 5 bis 15 Metern mit einem Reservoir von mehr als drei Millionen Kubikmetern Großstaudämme. In vielen Ländern wird dagegen eine Megawattzahl zur Klassifizierung herangezogen: In der Regel werden demnach Kraftwerke bis 10 MW Nominalkapazität als Kleinwasserkraftwerke angesehen, von 10 bis 30 MW gelten sie als mittelgroße Kraftwerke. Länder mit besonders hohem Wasserkraftpotenzial wie Brasilien und China betrachten dagegen alle Kraftwerke bis 30 MW als &#8222;klein&#8220;. Im besonderen Falle Brasiliens muss zudem noch unterschieden werden zwischen &#8222;<em>Klein</em>wasserkraftwerken&#8220; und &#8222;<em>Kleinst</em>wasserkraftwerken&#8220;. &#8222;Kleinstwasserkraftwerke&#8220; heißen in Brasilien CGH &#8211; Central Geradora Hidrelétrica, die haben eine installierte Leistung von bis zu 5 MW. &#8222;Kleinwasserkraftwerke&#8220; heißen in Brasilien PCH &#8211; Pequena Central Hidrelétrica, und die haben eine installierte Leistung von 5 bis 30 MW. Zum Vergleich: In Österreich zählt alles als Kleinwasserkraftwerk, solange die Leistung weniger als 10 MW beträgt. In Deutschland sagt die Definition eines Kleinwasserkraftwerkes, dass es sich dabei um ein solches handelt, wenn es weniger als 1 MW Leistung erzielt. Und ein 30-MW Wasserkraftwerk wäre in Deutschland eines der großen Wasserkraftwerke, in Brasilien zählt ein solches noch zu den Kleinen.</p>
<p>Werden in Brasilien Wasserkraftwerke als &#8222;kleinst&#8220; oder &#8222;klein&#8220; eingestuft, dann kann das teils deutliche Vereinfachungen bei dem rechtlichen Genehmigungsprozess bedeuten. So sind Kleinstwasserkraftwerke und Kleinwasserkraftwerke oftmals von der Erstellung der diversen rechtlich geforderten Umweltgenehmigungsstudien befreit, da sie ja als &#8222;harmlos&#8220; oder &#8222;wenig schädlich&#8220; gelten, sie sind ja nur &#8222;klein&#8220;. Und oft ist für die Genehmigung bei den &#8222;kleinen&#8220; oder &#8222;kleinsten&#8220; dann nur die Landesbehörde zuständig, deren Prüfungsmodalitäten zudem leichter, sprich: unternehmensfreundlicher sind &#8211; das Narrativ der vermeintlichen Entbürokratisierung hat hier ganze Arbeit geleistet.</p>
<p>Vorherige Studien in Amazonien haben gezeigt, wie auch (die vermeintlich harmlosen) Kleinwasserkraftwerke die Wanderzyklen aquatischer Arten beeinträchtigen und die Lebensweise Indigener Völker bedroht werden, die für ihre Ernährung, ihre Kultur, ihren Transport und ihre Mobilität und für ihren Lebensunterhalt direkt von diesem Ökosystem fließender und lebendiger Fluss abhängig sind. So zeigt sich in Amazonien oft, wie auch Kleinstwasserkraftwerke oder Kleinwasserkraftwerke erhebliche Auswirkungen auf die aquatische Biodiversität haben: denn die Fragmentierung der Flussabschnitte durch auch kleine Wehre und Staumauern behindert potentiell den Wanderungszyklus der Fische, verändert oft die Sauerstoffgehalt des Wassers, die Temperatur, die Fließgeschwindigkeit, die Sedimentfracht und die im Fluss vorhanden Nährstoffe, alles was potentiell enorm zu einem deutlichen Rückgang der Fischbestände in ehemals fischreichen Flüssen beitragen kann, wenn die Kontinuität der natürlichen Fluss-Strömungen beeinträchtigt wird und somit die Fortpflanzung und Wanderung der Arten gestört wird, was letztlich zu Fischmangel und zur Zerstörung empfindlicher Ökosysteme führen kann &#8211; und leider oft führt.</p>
<p>Die brasilianische Menschenrechtsorganisation Operação Amazônia Nativa (OPAN) hat nun für das Wassereinzugsgebiet des Tapajós-Zuflusses Juruena diese neue Studie vorgelegt und zeigt einerseits einen massiven Anstieg an vermeintlich &#8222;kleinen&#8220; Wasserkraftprojekten in der untersuchten Region in den vergangenen sechs Jahren und deckt schonungslos deren soziale und Umweltfolgen auf &#8211; obwohl es ja &#8222;nur&#8220; kleine oder kleinste Wasserkraftwerke seien.</p>
<p>Die neue Analyse von OPAN, die den Zeitraum von Januar 2024 bis Juli 2025 umfasst, identifizierte insgesamt 185 Wasserkraftwerke im Juruena-Becken. Davon sind 48 % CGHs (Kleinstwasserkraftwerke) und 39 % PCHs (Kleinwasserkraftwerke), was eine klare Tendenz zu kleineren Projekten zeigt, die trotz ihrer kleinen Größe dennoch erhebliche Risiken mit sich bringen. Die Studie zeigt, dass sich 66 % der Projekte noch in der Planungsphase befinden, was auf ein beträchtliches weiteres Wachstumspotenzial für Wasserkraftwerke in den kommenden Jahren hindeutet, <a href="https://amazonianativa.org.br/2025/10/10/numero-de-cghs-dobra-em-seis-anos-na-bacia-do-rio-juruena/" target="_blank" rel="noopener">so OPAN in ihrer Studie</a>.</p>
<p>Einer der Punkte, der laut OPAN größten Anlass zur Sorge gibt, sei eben das Wachstum der Kleinwasserkraftwerke (PCHs), deren Zahl im Einzugsgebiet zwischen 2019 und 2025 von 42 auf 88 Anlagen mehr als verdoppelt wurde. Diese rasante Expansion stehe in direktem Zusammenhang mit der Vereinfachung der Regulierungsverfahren durch die Nationale Elektrizitätsagentur Aneel im Jahr 2020 (unter der Regierung Bolsonaro), die diese &#8222;kleineren&#8220; Projekte von eingehenderen Studien wie der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) und dem Umweltverträglichkeitsbericht (RIMA) befreit hat. Stattdessen unterziehen sich die CGHs häufig einem vereinfachten Umweltbericht, der als oberflächlicher und unzureichend für die Bewertung der sozialen und ökologischen Risiken in sensiblen Gebieten angesehen wird, so OPANs Kritik.</p>
<p>Die OPAN-Studie warnt vor einem Szenario zunehmenden Drucks auf indigene Gebiete im Juruena-Becken, der durch den Ausbau der Wasserkraft vorangetrieben werde. Die zügige Erteilung von Genehmigungen, die mögliche Unterschätzung der Auswirkungen und die Schwächung des Rechts auf vorherige Konsultation (FPIC) der betroffenen Indigenen Völker sind Punkte, die die dringende Aufmerksamkeit von Umweltbehörden, Behörden und der Zivilgesellschaft erfordern, um den Schutz der Gebiete und Rechte der indigenen Völker zu gewährleisten, so OPAN. Denn die Folgen der Abwesenheit einer Umweltverträglichkeitsstudie ist laut der Studie oft, dass die realen Konsequenzen von &#8222;Kleinwasserkraftwerken&#8220; und &#8222;Kleinstwasserkraftwerken&#8220; für die lokal vor Ort lebenden Indigenen Völker wie Fischschwund, Änderung des Fließgewässers und der Sedimentfracht u.v.a.m. ebenso wenig beachtet werden, wie Fragen, welche Konsequenzen eine Kaskade von Kleinstwasserkraftwerken hintereinander für die lokale Flora und Fauna und mithin für die Menschen vor Ort bedeutet. Der Studie zufolge sind im Juruena-Einzugsgebiet die synergistischen und kumulativen Auswirkungen des Booms der &#8222;Klein&#8220;-Wasserkraft vor Ort auf die aquatischen Ökosysteme bereits jetzt offensichtlich &#8211; und OPAN fürchtet, dass der Ausbau der Wasserkraft, ob kleinst, klein, mittel oder groß, in Amazonien weitergehen wird. Und dass die davon betroffenen Indigenen Völker weiterhin nicht angemessen konsultiert werden.</p>
<p>// <a href="https://www.outro-mundo.org" target="_blank" rel="noopener">Christian Russau</a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Brasilien: Klage gegen IBAMA wegen Wasserkraftwerk Castanheira</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/brasilien-klage-gegen-ibama-wegen-wasserkraftwerk-castanheira/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Mar 2024 15:15:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Die brasilianische Bundesstaatsanwaltschaft MPF und das Büro der Pflichtverteidiger:in der Union DPU teilten laut einem Medienbericht bei Foco Cidade mit, dass sie &#8222;eine öffentliche Zivilklage gegen das Brasilianische Institut für Umwelt und natürliche Ressourcen (IBAMA), gegen den Bundesstaat Mato Grosso und gegen die [staatliche] Energieforschungsgesellschaft EPE eingereicht haben, um das Genehmigungsverfahren für das Wasserkraftwerk Castanheira&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die brasilianische Bundesstaatsanwaltschaft MPF und das Büro der Pflichtverteidiger:in der Union DPU teilten <a href="https://fococidade.com.br/materia/61735/mpf-e-dpu-tentam-suspender-licenciamento-de-usina-hidreletrica-em-mt" target="_blank" rel="noopener">laut einem Medienbericht bei Foco Cidade</a> mit, dass sie &#8222;eine öffentliche Zivilklage gegen das Brasilianische Institut für Umwelt und natürliche Ressourcen (IBAMA), gegen den Bundesstaat Mato Grosso und gegen die [staatliche] Energieforschungsgesellschaft EPE eingereicht haben, um das Genehmigungsverfahren für das Wasserkraftwerk Castanheira auszusetzen, das am Fluss Arinos im Tapajós-Becken im [Munizip] Juara im Bundesstaat Mato Grosso gebaut werden soll&#8220;.</p>
<p>Die Bundesstaatsanwaltschaft MPF wird zitiert, sie fordere, dass das Bundesgericht die sofortige Aussetzung der Genehmigung für das Kraftwerk Castanheira anordne, bis das endgültige Urteil in diesem Fall ergangen ist und die Zuständigkeit der IBAMA für die Genehmigung des Projekts festgestellt wurde. Der Klage zufolge werde die Umweltgenehmigung für das Kraftwerk vom Umweltsekretariat des Bundesstaates Mato Grosso Sema-MT erteilt, das nicht über die Zuständigkeit der IBAMA verfüge, die für die Analyse der nationalen oder regionalen Umweltauswirkungen des Projekts zuständig wäre. In der Klage wird auch darauf hingewiesen, dass die von EPE vorgelegte Umweltverträglichkeitsstudie (&#8222;EIA&#8220;) und der Umweltverträglichkeitsbericht (&#8222;Rima&#8220;) unzureichend und unvollständig seien, da sie weder die kumulativen und synergetischen Auswirkungen des Kraftwerks mit anderen Wasserkraftprojekten im gleichen Einzugsgebiet noch die Auswirkungen auf die betroffenen indigenen Gebiete und Völker berücksichtigten.</p>
<p>Obwohl das Castanheira-Kraftwerk für eine installierte Leistung von 140 Megawatt ausgelegt ist, wird es laut der Klage nur etwa 98 MW an gesicherter Leistung erzeugen können, so der medienbericht . Der Stausee wird eine Fläche von etwa 94 Quadratkilometern umfassen. Das Projekt ist Teil des Wasserkraftinfrastrukturplanes für das Juruena-Flussgebiet, das die Errichtung von Dutzenden von Wasserkraftprojekten in der Region vorsieht. Aus diesem Grund sollte es im Kontext des gesamten Flussbeckens betrachtet werden, zusammen mit Hunderten von anderen Wasserkraftprojekten, die sich größtenteils noch im Planungsstadium befinden, so die Kläger MPF und DPU.</p>
<p>Wie <a href="https://www.gegenstroemung.org/blog/geplantes-wasserkraftwerk-castanheira-am-rio-arinos-im-wassereinzugsgebiet-des-rio-juruena-bedroht-ernaehrungssouveraenitaet-indigener/" target="_blank" rel="noopener">von GegenStrömung bereits in der Vergangenheit berichtet</a>, sieht die Planung des im Rahmen eines Bundesprogramms gestützten Wasserkraftwerks Castanheira am Fluss Arinos in der Region Juara, rund 690 km von Cuiabá entfernt gelegen, vor, dass die Flutung des gebietes für den Stausee die Biodiversität massiv in leidenschaft ziehen würde und dass durch den Staudammbau 97 Wanderfischarten in ihrer Existenz bedroht würden. Da diese Fische eine der Hauptnahrungsquellen der in der Region lebenden Indigenen darstellen, sehen Forscher:innen die Gefährdung der Ernährungssouveränität der in der Region lebenden Indigenen und Flussanwohnenden.</p>
<p>// <a href="https://www.gegenstroemung.org" target="_blank" rel="noopener">Christian Russau</a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Geplantes Wasserkraftwerk Castanheira am Rio Arinos im Wassereinzugsgebiet des Rio Juruena bedroht Ernährungssouveränität Indigener</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/geplantes-wasserkraftwerk-castanheira-am-rio-arinos-im-wassereinzugsgebiet-des-rio-juruena-bedroht-ernaehrungssouveraenitaet-indigener/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Jun 2023 09:48:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Wasserkraft und Biodiversität]]></category>
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					<description><![CDATA[97 Wanderfischarten durch Stauwerk bedroht. Von Christian Russau Im Wassereinzugsgebiet des Juruena-Flusses im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso droht eine weitere Umweltkatastrophe, die schwerwiegende Beeinträchtigungen für die Ernährungssouveränität der dort lebenden Indigenen bedeuten würde. Die Planung des im Rahmen eines Bundesprogramms gestützten Wasserkraftwerks Castanheira am Fluss Arinos in der Region Juara, rund 690 km von Cuiabá&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>97 Wanderfischarten durch Stauwerk bedroht.</em></p>
<p>Von <a href="https://www.outro-mundo.org" target="_blank" rel="noopener">Christian Russau</a></p>
<p>Im Wassereinzugsgebiet des Juruena-Flusses im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso droht eine weitere Umweltkatastrophe, die schwerwiegende Beeinträchtigungen für die Ernährungssouveränität der dort lebenden Indigenen bedeuten würde. Die Planung des im Rahmen eines Bundesprogramms gestützten Wasserkraftwerks Castanheira am Fluss Arinos in der Region Juara, rund 690 km von Cuiabá entfernt gelegen, würde mit seinen 140 MW einen Stausee in der Größenordnung von 94,7 km² bedeuten, was einer gefluteten Fläche von fast 9.500 Fußballfeldern bedeuten würde. Auch die Biodiversität würde massiv leiden: Durch den Staudammbau würden 97 Wanderfischarten in ihrer Existenz bedroht. Da diese Fische eine der Hauptnahrungsquellen der in der Region lebenden Indigenen darstellen, sehen Forscherinnen die Gefährdung der Ernährungssouveränität der in der Region lebenden Indigenen und Flussanwohnenden. Dies erläuterte die Forscherin Simone Athayde der Florida International University (FIU) auf einem Treffen bei der Superintendência de Infraestrutura, Mineração, Indústria e Serviços da Secretaria de Estado de Meio Ambiente (Sema) des Bundesstaates Mato Grosso, an dem auch Vertreter:innen sozialer Bewegungen und der vom geplanten Bau des Wasserkraftwerkes direkt betroffenen Indigenen Apiaká, Munduruku, Rikbaktsa, Kayabi und Tapayuna anwesend waren. Dies berichtet die Bewegung der Staudammbetroffenen <a href="https://mab.org.br/2023/05/29/estudos-apontam-inviabilidade-da-usina-castanheira-no-mato-grosso/#" target="_blank" rel="noopener">MAB auf ihrer Webseite</a>. Auch das <a href="https://g1.globo.com/mt/mato-grosso/noticia/2023/06/05/construcao-de-usina-hidreletrica-em-mt-pode-extinguir-especies-de-peixes-e-afetar-alimentacao-indigena-diz-estudo.ghtml" target="_blank" rel="noopener">Nachrichtenportal G1 berichtet</a> über die Kritik am Staudamm Castanheira.</p>
<p>Die Forscherin Simone Athayde der Florida International University (FIU) hat zusammen mit ihrer Kollegin Renata Utsonomiya der Universidade de São Paulo (USP) eine mweltfolgenstudie zu den Auswirkungen des geplanten Staudammbaus Castanheira vorgenommen und dessen Ergebnisse anlässlich der Anhörung bei den Umweltbehörden von Mato Grosso vorgestellt. Castanheira sei, so die Forschein, das größte von derzeit mindestens 80 geplanten Wasserkraftprojekten in der Juruena-Region, einem der beiden Zuflüsse des Tapajós-Flusses. Für die Forscherinnen sei der Bau dieses Staudamms nicht vereinbar mit Umweltgesetzen, aber auch nicht vereinar mit sämtlichen sozialen oder kulturellen Rechten, die durch den Bau letztlich verletzt würden, so die Forscherin. &#8222;Der Arinos ist einer der letzten frei fließenden Flüsse im Juruena-Becken. Er ist ein besonderer Fluss, denn er beherbergt eine Reihe einzigartiger Ökosysteme, kleinen Stromschnellen, Wasserfälle und Umgebungen, die der Fischvermehrung förderlich sind. Ganz zu schweigen von den endemischen Arten, die nur in dieser Region vorkommen. Wenn alle für das Juruena-Becken geplanten Staudämme gebaut werden, einschließlich des Castanheira, ist der Tod des Arinos nahe&#8220;, so die Forscherin.</p>
<p>Der Generalstaatsanwalt Renan Sotto Mayor äußerte laut dem Bericht ebenfalls seine Besorgnis über die geplante Wasserkraftanlage und wartne explizit vor den Auswirkungen auf die indigene Bevölkerung. Er betonte auch die Bedeutung der öffentlichen Konsultation der Bevölkerung. Die Landesumweltbehörde Sema dürfe &#8222;ein Treffen nicht mit einer vorherigen Konsultation verwechseln. Jedes Konsultationsverfahren ist mehr wert als jedes andere Dokument, und der Staat ist derjenige, der es durchführen muss. Das Büro des Pflichtverteidigers der Union hat bereits ein Auge auf diesen Fall geworfen und wird mit den Völkern kämpfen&#8220;, schloss er.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Brasilianische Wasserkraft (auch) für deutsche Schnitzel. Film „Belo Monte – After the Flood“ und Diskussion</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/brasilianische-wasserkraft-auch-fuer-deutsche-schnitzel-film-belo-monte-after-the-flood-und-diskussion/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Sep 2017 16:00:06 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Filmvorführung mit Vortrag und Diskussion 5. Oktober, 19:00&#8211;20:30 Ort: Lateinamerika-Forum / Foro de las Américas Berlin e.V. c/o SEKIS Bismarckstraße 101 10625 Berlin Folgen der Staudämme am Xingú und Tapajós (Amazonien) für die lokalen Gemeinschaften und die Natur. Mit Christian Russau (GegenStrömung) Der Dokumentarfilm „Belo Monte – After the Flood“ des Regisseurs Todd Southgate (BRA&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Filmvorführung mit Vortrag und Diskussion</p>
<div class="tribe-events-schedule tribe-clearfix">
<h2><span class="tribe-event-date-start">5. Oktober, 19:00</span>&#8211;<span class="tribe-event-time">20:30</span></h2>
<p>Ort: Lateinamerika-Forum / Foro de las Américas Berlin e.V.<br />
c/o SEKIS<br />
Bismarckstraße 101<br />
10625 Berlin</p>
<h3>Folgen der Staudämme am Xingú und Tapajós (Amazonien) für die lokalen Gemeinschaften und die Natur. Mit Christian Russau (GegenStrömung)</h3>
<h3>Der Dokumentarfilm „Belo Monte – After the Flood“ des Regisseurs Todd Southgate (BRA 2017, 51 Min. OF Engl.) ist Ausgangspunkt unserer Veranstaltung.</h3>
<p>„Der Kampf gegen den Bau des weltweit drittgrößten Wasserkraftwerks im Herzen des brasilianischen Amazonas ist verloren. Der Damm wurde trotz allen Widerstands gebaut, ein Wald geflutet und die Stromproduktion beginnt. Die Anwohner*innen am Fluss und in der Stadt Altamira, die Kleinbauern und Indigenen stehen nun vor den Scherben zerstörter Umwelt und erodierender Sozialstruktur. Und deutsche Turbinenlieferanten wie Siemens/Voith und Rückversicherer wie die Münchener Rück weisen noch immer jede Kritik an ihren Staudammgeschäften zurück.“ Der Film beleuchtet die aktuelle Situation.</p>
<p>In der auf den Film folgenden Diskussion erweitern wir den Blick über Belo Monte hinaus auf die Staudammproblematik in Brasilien insgesamt – und fragen, was dieselbe mit dem <a href="https://www.gegenstroemung.org/web/blog/staudamm-schiene-schnitzel/">Schnitzel</a> auf unserem Tisch zu tun hat. Eine Antwort weiß der Journalist Christian Russau.</p>
<div id="attachment_1526" style="width: 310px" class="wp-caption alignnone"><a href="https://www.gegenstroemung.org/web/wp-content/uploads/2017/07/DSCN7177.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1526" class="size-medium wp-image-1526" src="https://www.gegenstroemung.org/web/wp-content/uploads/2017/07/DSCN7177-300x225.jpg" alt="Staudamm Belo Monte. Foto: Christian Russau" width="300" height="225" srcset="https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2017/07/DSCN7177-300x225.jpg 300w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2017/07/DSCN7177-1024x768.jpg 1024w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2017/07/DSCN7177-768x576.jpg 768w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2017/07/DSCN7177-1536x1152.jpg 1536w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2017/07/DSCN7177-scaled.jpg 2048w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2017/07/DSCN7177-100x75.jpg 100w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2017/07/DSCN7177-150x113.jpg 150w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2017/07/DSCN7177-200x150.jpg 200w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2017/07/DSCN7177-450x338.jpg 450w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2017/07/DSCN7177-600x450.jpg 600w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2017/07/DSCN7177-900x675.jpg 900w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-1526" class="wp-caption-text">Staudamm Belo Monte. Foto: Christian Russau</p></div>
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		<title>Staudamm, Schiene, Schnitzel</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/staudamm-schiene-schnitzel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Jul 2017 12:42:13 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wie Staudämme und Wasserstraßen am Tapajós mit Bergbau und Soja in Mato Grosso und dem billigen deutschen Schnitzel zusammenhängen Von Christian Russau Lateinamerika Nachrichten, Juli/August 2017 Dossier &#8222;Wasserkraft in Lateinamerika&#8220;, Lateinamerika Nachrichten/GegenStrömung Die von Politik und Unternehmen geplanten Staudämme am Tapajós-Fluss in Amazonien sollen Strom erzeugen, aber auch die Wasserstände der dortigen Flüsse regulieren, so&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie Staudämme und Wasserstraßen am Tapajós mit Bergbau und Soja in Mato Grosso und dem billigen deutschen Schnitzel zusammenhängen</p>
<p>Von Christian Russau<br />
Lateinamerika Nachrichten, Juli/August 2017<br />
<a href="http://lateinamerika-nachrichten.de/?aaartikel=wasserkraft-fluch-oder-segen">Dossier &#8222;Wasserkraft in Lateinamerika&#8220;</a>, Lateinamerika Nachrichten/GegenStrömung</p>
<p><em>Die von Politik und Unternehmen geplanten Staudämme am Tapajós-Fluss in Amazonien sollen Strom erzeugen, aber auch die Wasserstände der dortigen Flüsse regulieren, so dass diese durchgehend schiffbar werden. Diese Vorhaben bedrohen das Überleben der Wälder und Flüsse Amazoniens. Doch auch das hiesige Konsumverhalten und deutsche Schweinemastanlagen stehen mit der drohenden Zerstörung im Zusammenhang.</em></p>
<p>Den indigenen Munduruku ist schon früh klar geworden, dass der Politik nicht zu trauen ist. Zu oft hatten Regierungsbeamte ihr Wort gebrochen. So nahmen sie stattdessen die Dinge lieber selbst in die Hand. Die Munduruku begannen im Oktober 2014, Fakten zu schaffen: Sie fingen an, die Sawré Muybu – so bezeichnen sie das Gebiet, das sie bewohnen – selbst als indigenes Territorium zu demarkieren, um es zu schützen.<br />
Die Gefahr, die dem Sawré Muybu droht, ist die Zerstörung durch Staudämme. Wie schon so viele andere indigene Territorien in Amazonien soll es für ein Wasserkraftwerk überflutet werden. Denn Amazonien stand und steht im Fokus des Interesses, Staudämme zu errichten. Staatlichen Berechnungen zufolge hat Brasilien ein Gesamtpotenzial für Wasserkraft in Höhe von 260.000 MW Kapazität, von denen 40,5 Prozent allein in Amazonien liegen. Im Mai 2016 sind die ersten Turbinen des größten Wasserkraftwerks in Amazoniens, Belo Monte am Xingu-Fluss, in Betrieb genommen worden, bis 2019 soll es fertiggestellt werden. Nun will Brasília die weiter westlich gelegene Region von Pará in Angriff nehmen.<br />
Im Visier der Wasserkraft steht dabei das Flussbecken des Tapajós. An den beiden Quellflüssen, Teles Pires und Juruena, aus deren Zusammenfluss sich der Tapajós bildet, sowie an all deren kleineren Zuflüssen, sollen Wasserkraftwerke entstehen. Für das Tapajós-Becken sind insgesamt 43 große Staudämme sowie über 70 kleine Wasserkraftwerke (unter 30 MW) geplant.<br />
Der größte der geplanten Staudämme im Tapajós-Becken ist der São Luiz do Tapajós-Damm mit über 8 GW Kapazität. Mit geplanten Kosten von etwa zehn Milliarden Euro wäre der Damm am Tapajós fast ebenso teuer wie der Belo-Monte-Staudamm. Zwischen 2011 und 2016 wurde die Planung des São Luiz do Tapajós-Damm von der Regierung in Brasília massiv vorangetrieben. Doch es gab Widerstand, insbesondere von den Indigenen der Munduruku.<br />
„Die Regierung und die FUNAI sind nie hierhergekommen, um über die Demarkation unseres Territoriums, über Gesundheit oder Bildung zu reden. Sie kommen hier nur her, um über Staudämme zu reden“, erklärte 2011 Floriano Munduruku, in seiner Aussage gegenüber der Bundesstaatsanwaltschaft in Pará. Das machte die indigenen Munduruku so wütend, dass sie mehrmals von Brasília entsandte Anthropolog*innen, Biolog*innen und Feldvermesser*innen festsetzten und nur gegen die Zusage, die Staudammpläne ad acta zu legen, wieder freiließen. Doch die Pläne gingen immer weiter. „Für uns Indigene Völker gibt es keine Kompensation, um uns für den Verlust unserer Kultur und unserer traditionell indigenen Lebensweise zu entschädigen. Die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder steht auf dem Spiel“, erklärten 2016 die indigenen Gruppen der Xerente, Apinajé, Krahô, Kayabi und Juruna in einer gemeinsam Erklärung.<br />
Um ihre Zukunft zu schützen, fingen die Munduruku an, selbst ihr Territorium zu demarkieren. Sie begannen, Daten darüber zu erheben, welche Gebiete in welcher Form von den Indigenen genutzt werden. Dies war keine einfache Aufgabe, denn die Population der über 10.000 Munduruku lebt zerstreut in zahlreichen kleinen Gruppen.<br />
Mit dieser Selbst-Demarkierung ihres Territoriums solidarisierten sich viele zivilgesellschaftliche Gruppen im In- und Ausland. Dieser massive öffentliche Druck bewog die brasilianischen Behörden, erst einmal einzulenken. Im April 2015 entschloss sich die Umweltbehörde Ibama dazu, die Umweltverträglichkeitsprüfungen für den Staudamm São Luiz do Tapajós neu zu überarbeiten: ein schwerer Schlag für die Staudammbefürworter*innen.<br />
Doch die weltweite Solidaritätsarbeit für die Menschen am Tapajós nahm nicht ab. Im Frühjahr 2016 unterstützte das deutsche Hilfswerk Misereror in ihrer Fastenaktion die Flussanwohner*innen, Kleinbäuer*innen und Munduruku am Tapajós zwischen den Orten Itaituba und Jacareacanga. Eine entsprechende Petition, die die Wahrung der Rechte der Bevölkerung am Tapajós einforderte, wurde von über 50.000 Menschen unterschrieben. Verschiedene internationale Nichtregierungsorganisationen wie Greenpeace gaben den Munduruku technische Unterstützung bei der Selbstdemarkation der Sawré Muybu als Indigenes Territorium. Mitte 2016 war der Prozess abgeschlossen: Die Munduruku bauten die offiziellen Schilder zur Außenkennzeichnung Indigener Territorien – wie sie normalerweise die Indigenenbehörde FUNAI produziert – einfach nach. Öffentlichkeitswirksam hängten sie diese an den Außengrenzen von Sawré Muybu auf. Die Bilder von der Aktion gingen um die Welt.<br />
Und dann kam es im August 2016 zur Überraschung vieler zu einem wichtigen Etappensieg für die Indigenen und die Flussanwohner*innen der Region: Die Umweltbehörde IBAMA stoppte das ganze Genehmigungsverfahren für den Staudamm São Luiz do Tapajós. Doch die Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte haben gezeigt, dass solche Pläne jederzeit wieder aus den Schubladen der Behörden hervorgeholt werden können.<br />
Zudem ging es Brasília in der Tapajós-Region nie nur um Energieproduktion. Mit den Staudämmen sollen auch Transportwege ausgebaut werden: Sie sollen dazu beitragen, den Flusslauf zu regulieren und ihn so schiffbar zu machen. Dadurch sollen Wasserstraßenrouten für den Transport von Rohstoffen aus dem Bundesstaat Mato Grosso geschaffen werden. Die Staumauern würden dafür sorgen, dass Stromschnellen überflutet werden. Vier Schleusen sollen am Tapajós entstehen, sechs am Teles Pires. Dann können auch größere Schiffe diese Regionen erreichen. Dazu sollen die Häfen in Santarém, Mirituba, Itaituba, Santana und Barcarena ausgebaut werden. So würden die Infrastrukturprojekte nicht nur Energie liefern, sondern auch den kostengünstigen Transport von Rohstoffen bis an den Atlantik ermöglichen. Dabei geht es um den Transport von mineralischen Bodenschätzen und Agrarrohstoffen wie Soja, Mais und Weizen. Die ganze Region soll an den Weltmarkt angeschlossen und für die expandierenden Bergbau- und Agrarindustrien massiv erschlossen werden.<br />
In Mato Grosso wurden erst Anfang der 2010er Jahre Vorkommen mit 450 Millionen Tonnen Phosphat sowie elf Milliarden Tonnen Eisenerz entdeckt. Brasília will diese Erze unter anderem über die schiffbar zu machenden Flüsse des Tapajós-Beckens transportieren lassen. Eine andere Möglichkeit wäre der Bau einer Eisenbahn.<br />
„Ferrogrão“ –„Eisengetreide“ heißt einer der geplanten Süd-Nord-Bahnkorridore von Sinop in Mato Grosso nach Miritituba in Pará am Tapajós. Von dem dortigen Hafen aus können die Rohstoffe dann über den Amazonas bis zum Atlantik gebracht werden. „Ferrogrão“ soll den Planer*innen zufolge dem Transport von Soja und Getreide aus Mato Grosso dienen, aber auch für Erzzüge nutzbar sein. Weitere Pläne sehen den Bau einer Ost-West-Bahntrasse vor: Zu diesen Plänen zählt auch die Idee der sogenannten bi-ozeanischen Eisenbahntrasse zwischen dem brasilianischen Hafen Santos in São Paulo und dem peruanischen Pazifikhafen Ilo. Dieses „Jahrhundertprojekt“, an dem sich auch Deutschland beteiligen will, soll Zentralbrasilien und Bolivien mit Häfen am Atlantik und Pazifik verbinden und dadurch an die Märkte in Europa und Asien anschließen.<br />
Für die Bergbaukonzerne gibt es zur Schiffbarmachung von Flüssen oder zum Bau von Bahntrassen keine Alternativen: Erze und deren Derivate lassen sich nicht kostengünstig auf LKW über hunderte von Kilometer transportieren. Aber auch aus Sicht der Soja-Farmer*innen aus Mato Grosso spricht vieles für den Bau des „Ferrogrão“ und der Wasserstraßen.<br />
Bislang ist die Boomregion für Sojaanbau im Bundesstaat Mato Grosso nur über LKW an den Weltmarkt angeschlossen. Über die insgesamt 3.467 Kilometer lange Bundesstraße BR 163 konnten die Sojafarmer*innen ihre Produkte entweder in Richtung Norden nach Miritituba und Santarém oder in Richtung Süden zum Hafen von Santos verschicken. Die Farmer*innen in Mato Grosso beklagen immer wieder die hohen Kosten der mehrtägigen LKW-Fahrten auf der BR-163 gen Südosten. Zudem komme es oft zu Staus bei der Entladung des Sojas in den Häfen von Santos oder Paranaguá: Die Atlantikhäfen sind häufig völlig ausgelastet, denn dort wird auch das Soja aus Südbrasilien und Paraguay ausgeschifft. Manchmal stehen die LKW und Fahrer*innen mehrere Wochen still.<br />
Auch die BR-163 nach Norden sei immer viel befahren, klagen die Farmer*innen aus Mato Grosso. Die derzeitigen Kapazitäten des Hafens Mirituba seien nahezu ausgeschöpft. Deshalb befürworten sie auch die Pläne, die Soja-Terminals an den Häfen am Amazonas massiv auszubauen: Die Kapazität des Hafens von Santarém bei der Tapajós-Mündung in den Amazonas soll im kommenden Jahrzehnt von derzeit 1,8 auf 8 Millionen Tonnen Soja pro Jahr ausgebaut werden. Im Hafen Porto Velho am Rio Madeira sind Ausbauten von 4 auf 7 Millionen Tonnen pro Jahr und in Miritituba am Tapajós von derzeit 3,5 auf 32 Millionen Tonnen pro Jahr geplant.<br />
Sollten die Wasserstraßenprojekte im Tapajós-Becken in dieser Form realisiert werden, erwarten die Soja-Farmer*innen eine Kostenersparnis von satten 41 Prozent beim Transport ihrer Produkte. Bislang, so klagen Soja-Farmer*innen in Mato Grosso, hätten sie viermal höhere Logistikkosten pro Tonne Soja als ihre Konkurrenten im Mittleren Westen der USA. Die geplanten Infrastrukturprojekte am Tapajós würden die Logistikkosten enorm senken und den Anbau von Soja im großen Stil in Regionen lohnenswert machen, die bislang von der Expansion der Agrarindustrie verschont geblieben waren.<br />
Die sozialen und ökologischen Folgen dieser Infrastrukturprojekte wären enorm. Márcio Santilli vom Instituto Socioambiental (ISA) spricht angesichts dieses Amazonien durchziehenden Netzes von Straßen vom „zerhackten Amazonien“. Die Verkehrswege würden große zusammenhängende Teile Amazoniens, die noch bewaldet sind, zerteilen. Dabei gibt es einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Entwaldung und Verkehrswegen: 80 Prozent aller Rodungen in Amazonien erfolgen innerhalb eines 30 Kilometer breiten Streifens entlang asphaltierter Straßen.<br />
Brasilien ist schon heute Soja-Exportweltmeister – mit allen sozialen und ökologischen Folgen, die dieses Modell vor Ort erzeugt. So ist Brasilien auch Weltmeister im Pestizidverbrauch und in der Auslaugung der Böden; die Landpreise steigen, Konflikte um Land nehmen zu. Die kleinbäuerliche Bevölkerung wird dagegen immer mehr marginalisiert. Doch die brasilianische Politik fördert weiter die Expansion der Agrarindustrie, denn sie ist der größte Devisenbringer. Soja brachte im Jahr 2015 einen Exporterlös von 28 Milliarden US-Dollar, Produkte aus Soja stehen allein für 14,6 Prozent der brasilianischen Exporte. In der Erntesaison 2015-2016 wurden in Brasilien insgesamt 95 Millionen Tonnen Soja auf 33,9 Millionen Hektar geerntet.<br />
Das brasilianische Landwirtschaftsministerium will diesen Trend noch mehr befeuern. Landwirtschaftsminister ist derzeit Blairo Maggi, der selbst Farmer aus Mato Grosso ist und eine zeitlang als der größte individuelle Sojaproduzent der Welt galt. Nach Plänen aus seinem Ministerium soll die Produktion von Soja, Weizen und Mais von 185 Millionen Tonnen auf bis zu 274,8 Millionen Tonnen im Jahr 2022 ansteigen. Dabei soll der Heimatstaat von Maggi, Mato Grosso, die Hauptrolle spielen. Geplant ist, den Anteil Mato Grossos an der brasilianischen Jahresproduktion von Soja von 29,2 Prozent im Jahr 2012 auf 40 Prozent bis 2022 zu erhöhen.<br />
Soja hat in den letzten Jahren Eisenerz und andere mineralische Rohstoffe als Brasiliens wichtigstes Exportprodukt abgelöst. Dies liegt auch daran, dass in Folge der Finanzkrise die Weltmarktpreise für Erze stärker gefallen waren, als die für Soja. Wichtigste Zielländer des brasilianischen Sojas sind China und Europa. China importiert vor allem ganze Sojabohnen. Im Jahr 2015 importierte China 41 Millionen Tonnen ganze Sojabohnen aus Brasilien, das sind 75 Prozent des Gesamtexports von ganzen Bohnen. Die Europäische Union dagegen ist Spitzenreiter beim Import von Sojamehl. Ebenfalls im Jahr 2015 importierte die EU 8,3 Millionen Tonnen oder 56,3 Prozent der gesamten brasilianischen Exporte von Sojamehl.<br />
Sojamehl wird vor allem in der Tierfütterung eingesetzt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes von 2015 gab es allein in Deutschland 39,6 Millionen Legehennen, 27,5 Millionen Schweine, 12,6 Millionen Rinder und 1,6 Millionen Schafe. Demnach wird in Europa jedes vierte Schwein in Deutschland geschlachtet. Und Deutschlands Nutztiere fressen jährlich insgesamt 82 Millionen Tonnen Futter, wie der Deutsche Verband Tiernahrung angibt. Die Nutztiere brauchen insbesondere verdauliches Rohprotein, so der Verband, 8,37 Millionen Tonnen pro Jahr. 22,2 Prozent dieses verdaulichem Rohprotein, das verfüttert wird, importieren die deutschen Futterproduzenten. Durchschnittlich 13 Prozent Soja wird in das deutsche Mischfutter eingemischt, damit deckt es aber rund 35 Prozent des Bedarfs an verdaulichem Rohprotein ab, erklärt der Deutsche Verband Tiernahrung. Der hohe Fleischverbrauch in Deutschland kurbelt also direkt die Expansion der Agrarindustrie in Brasilien an. Die fortschreitende Zerstörung des Amazonasregenwalds hat unmittelbar mit dem billigen Schnitzel in Deutschland zu tun.<br />
Die Kritik an den hohen sozialen und ökologischen Kosten in den Soja-Anbauländern, die auch hierzulande geäußert wird, ist an der deutschen Masttierwirtschaft nicht komplett vorbeigegangen. Aus Budapest kam ein Vorschlag wie die europäischen Eiweißimporte zu verringern wären. Dort kamen Vertreter*innen der Agrarressorts Ungarns, der Slowakei, Moldawiens, der Republika Srpska und Nordrhein-Westfalens im Rahmen des „Donau Soja“-Kongresses zusammen und verkündeten die Absicht, bis 2025 den europäischen Bedarf an Futtereiweiß zur Hälfte aus heimischen Sojabohnen und anderen Leguminosen zu decken.<br />
Ideal für diese geplante Expansion der Sojaproduktion in Europa seien die fruchtbaren Schwarzerdeböden Rumäniens, erklärten internationale Agrarinvestor*innen auf dem „Donau Soja“-Kongress. Dies aber lässt bei vielen Aktivist*innen die Alarmglocken schrillen: In Rumänien gibt es vier Millionen Kleinbäuer*innen. Über 70 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe in Rumänien bewirtschaften weniger als einen Hektar. Obwohl Rumänien nur 7,6 Prozent der in der EU landwirtschaftlich genutzten Fläche hat, befinden sich dort 31,5 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe der gesamten EU. Und die Agrarinvestor*innen stehen schon Schlange, um sich die Schwarzerdeböden anzueignen. Zwischen 2002 und 2012 sind die Bodenpreise für landwirtschaftliche Flächen in Rumänien im Durchschnitt um 38 Prozent jährlich gestiegen – der höchste Wert in ganz Europa. So droht die letzte Region Europas, in der es noch eine eigenständige, kleinbäuerliche Ernährungssouveränität gibt, unter die Räder der Agrarindustrie zu geraten. Der Proteinhunger der europäischen Masttieranstalten hat seinen gewichtigen Anteil daran, um das Schnitzel weiterhin so billig anbieten zu können.<br />
<a href="http://www.outro-mundo.org">// Christian Russau</a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ulm: &#8222;Grüne Energie &#8211; für wen? Großstaudämme in Brasilien&#8220;, am 26.04. um 19:30 Uhr</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/ulm-gruene-energie-fuer-wen-grossstaudaemme-in-brasilien-am-26-04-um-1930-uhr/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Apr 2017 09:35:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Belo Monte]]></category>
		<category><![CDATA[Proteste]]></category>
		<category><![CDATA[Juruena]]></category>
		<category><![CDATA[Tapajós]]></category>
		<category><![CDATA[Teles Pires]]></category>
		<category><![CDATA[Xingu]]></category>
		<category><![CDATA[Xingu Vivo para Sempre]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8222;GRÜNE ENERGIE &#8211; FÜR WEN? GROßSTAUDÄMME IN AMAZONIEN“ Informations- und Diskussionsveranstaltung mit Verena Glass und Christian Russau Zeit: Mittwoch, den 26.04.2017, um 19:30 Uhr Ort: Museum der Brotkultur, Salzstadelgasse 10, 89073 Ulm Im brasilianischen Amazonasgebiet wird zur Zeit der künftig drittgrößte Staudamm der Welt, Belo Monte am Fluss Xingu, bis 2019 fertiggestellt. Brasília plant darüber&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;GRÜNE ENERGIE &#8211; FÜR WEN? GROßSTAUDÄMME IN AMAZONIEN“</strong><br />
<strong> Informations- und Diskussionsveranstaltung mit Verena Glass und Christian Russau</strong><br />
<strong> Zeit: Mittwoch, den 26.04.2017, um 19:30 Uhr</strong><br />
<strong> Ort: Museum der Brotkultur, Salzstadelgasse 10, 89073 Ulm</strong></p>
<p>Im brasilianischen Amazonasgebiet wird zur Zeit der künftig drittgrößte Staudamm der Welt, Belo Monte am Fluss Xingu, bis 2019 fertiggestellt. Brasília plant darüber hinaus am Fluss Tapajós und seinen Zuflüssen eine Reihe von weiteren Großstaudämmen. Die Projekte werden trotz massiver nationaler und internationaler Kritik mit dem<br />
Verweis auf die Vorteile &#8222;grüner&#8220; und &#8222;sicherer&#8220; Stromproduktion in Zeiten des Klimawandels propagiert und gegen den Widerstand der Betroffenen durchgesetzt. Die Menschen vor Ort werfen den Baukonzernen und Regierungen Umweltzerstörung und Missachtung der Rechte der lokalen Bevölkerung vor. Überdies komme der dort produzierte Strom der exportorientierten Industrie sowie den Ballungszentren in den Ländern zugute – die Bevölkerung vor Ort habe nichts davon.</p>
<p>Verena Glass (brasilianische Journalistin, Projektkoordinatiorin bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung in São Paulo, Movimento Xingu Vivo para Sempre) und Christian Russau (Journalist, Autor, GegenStrömung, Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre) geben aktuelle und Hintergrund-Infos zu den Staudamm-Projekten sowie zu<br />
Verwicklungen deutscher und europäischer Konzerne in das brasilianische Staudamm-Business.</p>
<p>Veranstalter sind:<br />
GegenStrömung, INFOE, Ulmer Netz für eine andere Welt e. V., Museum der Brotkultur, Verein Ulmer Weltladen e. V., Lateinamerika-Komitee Ulm e. V. und die Eine Welt-Regionalpromotorin, die Rosa-Luxemburg-Stiftung São Paulo und der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre</p>
<p>DER EINTRITT IST FREI!</p>
<p>Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des</p>
<p><a class="fbx-link fbx-instance" href="https://www.gegenstroemung.org/web/wp-content/uploads/2017/03/bmz-logo_4c.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-1358" src="https://www.gegenstroemung.org/web/wp-content/uploads/2017/03/bmz-logo_4c-300x103.jpg" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" srcset="https://www.gegenstroemung.org/web/wp-content/uploads/2017/03/bmz-logo_4c-300x103.jpg 300w, https://www.gegenstroemung.org/web/wp-content/uploads/2017/03/bmz-logo_4c-768x263.jpg 768w, https://www.gegenstroemung.org/web/wp-content/uploads/2017/03/bmz-logo_4c-1024x350.jpg 1024w, https://www.gegenstroemung.org/web/wp-content/uploads/2017/03/bmz-logo_4c-100x34.jpg 100w, https://www.gegenstroemung.org/web/wp-content/uploads/2017/03/bmz-logo_4c-150x51.jpg 150w, https://www.gegenstroemung.org/web/wp-content/uploads/2017/03/bmz-logo_4c-200x68.jpg 200w, https://www.gegenstroemung.org/web/wp-content/uploads/2017/03/bmz-logo_4c-450x154.jpg 450w, https://www.gegenstroemung.org/web/wp-content/uploads/2017/03/bmz-logo_4c-600x205.jpg 600w, https://www.gegenstroemung.org/web/wp-content/uploads/2017/03/bmz-logo_4c-900x308.jpg 900w, https://www.gegenstroemung.org/web/wp-content/uploads/2017/03/bmz-logo_4c.jpg 1534w" alt="" width="300" height="103" /></a></p>
<p>Gefördert mit Mitteln von</p>
<p><a class="fbx-link fbx-instance" href="https://www.gegenstroemung.org/web/wp-content/uploads/2017/03/Misereor_Logo.svg_.png"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-1359" src="https://www.gegenstroemung.org/web/wp-content/uploads/2017/03/Misereor_Logo.svg_-300x92.png" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" srcset="https://www.gegenstroemung.org/web/wp-content/uploads/2017/03/Misereor_Logo.svg_-300x92.png 300w, https://www.gegenstroemung.org/web/wp-content/uploads/2017/03/Misereor_Logo.svg_-768x235.png 768w, https://www.gegenstroemung.org/web/wp-content/uploads/2017/03/Misereor_Logo.svg_-100x31.png 100w, https://www.gegenstroemung.org/web/wp-content/uploads/2017/03/Misereor_Logo.svg_-150x46.png 150w, https://www.gegenstroemung.org/web/wp-content/uploads/2017/03/Misereor_Logo.svg_-200x61.png 200w, https://www.gegenstroemung.org/web/wp-content/uploads/2017/03/Misereor_Logo.svg_-450x138.png 450w, https://www.gegenstroemung.org/web/wp-content/uploads/2017/03/Misereor_Logo.svg_-600x184.png 600w, https://www.gegenstroemung.org/web/wp-content/uploads/2017/03/Misereor_Logo.svg_.png 800w" alt="" width="300" height="92" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>München 25.4.2017: &#8222;Grüne Energie für wen? Großstaudämme in Amazonien&#8220;</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/muenchen-gruene-energie-fuer-wen-grossstaudaemme-in-amazonien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Mar 2017 10:21:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Belo Monte]]></category>
		<category><![CDATA[Proteste]]></category>
		<category><![CDATA[Staudämme]]></category>
		<category><![CDATA[Juruena]]></category>
		<category><![CDATA[Tapajós]]></category>
		<category><![CDATA[Teles Pires]]></category>
		<category><![CDATA[Xingu]]></category>
		<category><![CDATA[Xingu Vivo para Sempre]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.gegenstroemung.org/web/?p=1357</guid>

					<description><![CDATA[Informations- und Diskussionsveranstaltung mit: Verena Glass (brasilianische Journalistin, Projektkoordinatorin bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung in São Paulo, Movimento Xingu Vivo para Sempre) Christian Russau (Journalist, Autor, GegenStrömung, Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre) Zeit &#38; Ort: 25.4.2017, ab 18.30 Uhr, Seidlvilla, Nikolaiplatz 1b, 80802 München (www.seidlvilla.de) Im brasilianischen Amazonasgebiet wird derzeit der drittgrößte Staudamm der Welt, Belo&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Informations- und Diskussionsveranstaltung mit:<br />
<strong>Verena Glass</strong> (brasilianische Journalistin, Projektkoordinatorin bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung in São Paulo, Movimento Xingu Vivo para Sempre)<br />
<strong>Christian Russau</strong> (Journalist, Autor, GegenStrömung, Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre)</p>
<p><strong>Zeit &amp; Ort: 25.4.2017, ab 18.30 Uhr, Seidlvilla</strong>, Nikolaiplatz 1b, 80802 München (www.seidlvilla.de)</p>
<p>Im brasilianischen Amazonasgebiet wird derzeit der drittgrößte Staudamm der Welt, Belo Monte am Fluss Xingu, bis 2019 fertiggestellt. Brasília plant zudem am Fluss Tapajós und seinen Zuflüssen eine Reihe von weiteren Großstaudämmen. Die Projekte werden trotz massiver nationaler und internationaler Kritik mit dem Verweis auf die Vorteile „grüner” und „sicherer” Stromproduktion in Zeiten des Klimawandels propagiert und gegen den Widerstand Betroffener durchgesetzt. Diese werfen den Baukonzernen und Regierungen Umweltzerstörung und Missachtung der Rechte der lokalen Bevölkerung vor. Überdies komme der dort produzierte Strom der exportorientierten Industrie sowie den Ballungszentren zugute – die Bevölkerung vor Ort habe nichts davon.</p>
<p>Verena Glass und Christian Russau werden aktuelle und Hintergrundinfos zu den Staudammprojekten sowie zu den Verwicklungen deutscher und europäischer Konzerne ins brasilianische Staudammbusiness geben.</p>
<p><em>Veranstaltet von:</em><br />
Pro REGENWALD<br />
GegenStrömung<br />
INFOE<br />
Rosa-Luxemburg-Stiftung São Paulo<br />
FDCL<br />
Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre<br />
urgewald</p>
<p>Gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des</p>
<p><a href="https://www.gegenstroemung.org/web/wp-content/uploads/2017/03/bmz-logo_4c.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-1358" src="https://www.gegenstroemung.org/web/wp-content/uploads/2017/03/bmz-logo_4c-300x103.jpg" alt="" width="300" height="103" srcset="https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2017/03/bmz-logo_4c-300x103.jpg 300w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2017/03/bmz-logo_4c-1024x350.jpg 1024w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2017/03/bmz-logo_4c-768x263.jpg 768w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2017/03/bmz-logo_4c-100x34.jpg 100w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2017/03/bmz-logo_4c-150x51.jpg 150w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2017/03/bmz-logo_4c-200x68.jpg 200w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2017/03/bmz-logo_4c-450x154.jpg 450w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2017/03/bmz-logo_4c-600x205.jpg 600w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2017/03/bmz-logo_4c-900x308.jpg 900w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2017/03/bmz-logo_4c.jpg 1534w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<p>Gefördert mit Mitteln von</p>
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