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	<title>Tailings &#8211; GegenStrömung</title>
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	<lastBuildDate>Mon, 19 May 2025 05:08:51 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Tailings &#8211; GegenStrömung</title>
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	<item>
		<title>Upstream darf doch noch länger</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/upstream-darf-doch-noch-laenger/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 May 2025 05:08:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Dammbruch]]></category>
		<category><![CDATA[Brumadinho]]></category>
		<category><![CDATA[Mariana]]></category>
		<category><![CDATA[Tailings]]></category>
		<category><![CDATA[Upstream-Dämme]]></category>
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					<description><![CDATA[Foto oben: Flussverseuchung durch Tailing-Dammbruch bei Mariana, hier in der Terra Indígena Krenak im Bundesstaat MInas Gerais. Foto: christian russau 2016 Viele der bruchanfälligeren Upstream-Tailings im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais werden erst 2035 zurückgebaut sein, obwohl nach dem Dammbruch von Brumadinho gesetzlich beschlossen worden war, den Rückbau dieser Tailing-Damm-Art bis 2022 zu bewerkstelligen. Von Christian&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Foto oben: Flussverseuchung durch Tailing-Dammbruch bei Mariana, hier in der Terra Indígena Krenak im Bundesstaat MInas Gerais. Foto: christian russau 2016</p>
<p><strong><em>Viele der bruchanfälligeren Upstream-Tailings im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais werden erst 2035 zurückgebaut sein, obwohl nach dem Dammbruch von Brumadinho gesetzlich beschlossen worden war, den Rückbau dieser Tailing-Damm-Art bis 2022 zu bewerkstelligen.</em></strong></p>
<p>Von <a href="https://www.outro-mundo.org" target="_blank" rel="noopener">Christian Russau</a></p>
<p>Es waren zwei der schwersten Umweltkatastrophen menschlichen Ursprungs, die sich am 5. November 2015 bei Mariana und am 25. Januar 2019 bei Brumadinho ereigneten: die jeweiligen Dämme der Tailig-Rückhaltebecken brachen und ein Schlammtsunami aus Bergwerkschürfresten begrub bergab alles, was sich der Wand aus Schlamm entgegenstellte. Bei Mariana starben 19 Menschen, bei Brumadinho 272 Menschen.</p>
<p>Beide Dämme waren mit der sogenannten Upstream-Methode gebaut worden: Die meisten Dämme (<em>tailings</em>) von Bergwerksdeponien werden gebaut nach dem Upstream-Verfahren, dann gibt es noch das Center-Verfahren und das Downstream-Verfahren. Beim Upstream-Damm kann der Damm eines Rückhaltebeckens im Laufe von Jahrzehnten bis zu 10 Mal aufgeschüttet werden und so Hunderte von Meter an Höhe gewinnen, sofern die unten abgelagerten Bergbaureste entsprechend ausgetrocknet sind. Upstream-Dämme sind deutlich billiger als Center- oder Downstream-Dämme, deswegen sind sie bei den Bergbaufirmen so beliebt. Sie brechen aber auch viel häufiger.</p>
<p>Groß war der Aufschrei nach dem Bruch des Dammes des Rückhaltebeckens der Vale-Eisenerzmine der Mine Córrego do Feijão in der Nähe des Dorfes Brumadinho im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais am 25. Januar 2019. So groß, dass selbst industrie-nahe, erzneoliberale Politiker*innen öffentlich erklärten, dass nun nach den zwei Brüchen von Mariana und Brumadinho die bruchanfälligsten unter den Dammkonstruktionen für Tailings (also Rückhaltebecken für meist verflüssigte Bergbauabfälle) die sogenannten &#8222;Upstream&#8220;-Dämme künftig nicht mehr zugelassen werden und, mehr noch, die bestehenden bis 2021 zu deaktivieren und <a href="https://www.kooperation-brasilien.org/de/themen/landkonflikte-umwelt/rueckbau-bruchgefaehrdeter-tailing-daemme-in-brasilien-verzoegert-sich" target="_blank" rel="noopener">zurückzubauen seien</a>. Diese Entscheidung, die unter medialem Druck, aber gleichwohl geschickt öffentlichkeitswirksam von der erzneoliberalen Bolsonaro-Regierung in Form ihres damaligen Umweltministers Salles kurz nach dem Brumadinho-Bruch verkündet worden war, wurde bereits wenige Monate später, im August 2019, gekippt. Die Regierung lockerte die Rückbauverpflichtung für Rückhaltebeckendämme bei noch aktiven Minen auf August 2023. Bereits damals schon war offensichtlich: Ist die mediale Aufmerksamkeit gesunken, einige Zeit verstrichen, dann obsiegt wieder das industriefreundliche Interesse über den Schutz von Natur und Mensch. Und dies zeigt sich auf Bundes- wie auf Landesebene.</p>
<p>In neun brasilianischen Bundesstaaten <a href="https://www.folhapovoitatiaiucu.com/barragem-perigosa-prazo-para-desativacao-vai-ate-2035" target="_blank" rel="noopener">gibt es Medienberichten zufolge</a> noch Dämme bei Bergbaurückhaltenbecken, die mit der Upstream-Methode gebaut wurden. Die meisten davon: und zwar 62 Prozent der in Brasilien noch aktiven Upstream-Dämme befinden sich in einem Bundesstaat, in Minas Gerais. Und nur 21 der 54 bestehenden Uptream-Dämme in Minas Gerais sind stillgelegt worden. Zwei der 33 Dämme, der Serra-Azul-Damm in Itatiaiuçu und der Forquilha-III-Damm in Ouro Preto, die beide noch in Betrieb sind, werden dabei in die höchste Risikostufe 3 eingestuft. Das Bauwerk Forquilha III, das sich im Besitz von Vale in Ouro Preto befindet, wird erst 2035 außer Betrieb genommen werden. Dies war die längste Frist, die in den Abkommen zwischen der Firma und der Staatsanwaltschaft (in einem sogenannten TAC-Vertrag) festgelegt wurden. Dabei hatte der Bundesstaat Minas Gerais eigentlich im Gesetz „Mar de Lama Nunca Mais“ (in etwa: Ein Meer von Schlamm Nie Wieder-Gesetz) im Jahr 2019 nach dem Dammbruch von Brumadinho festgelegt, dass es eine Maximalfrist für die Stilllegung der bruchanfälligeren Upstream-Dämme von drei Jahren geben solle, d. h. diese würde 2022 ablaufen und bis dahon hätten auch im Bundesstaat Minas Gerais all diese Upstream-Dämme zurückgebaut worden sein. Hätte.</p>
<p>Neuesten Medienberichten zufolge wurde unlängst auf einer öffentlichen Anhörung in der Gesetzgebenden Versammlung von Minas Gerais (ALMG), die von der Kommission für Umwelt und nachhaltige Entwicklung am 5. Mai organisiert wurde, festgestellt, dass Minas Gerais mindestens 13 Jahre länger als erwartet brauchen wird, um die Upstream-Dämme zu demissionieren, sprich: gefahrlos zurückzubauen. Dies wäre also das 2035 statt wie eigentlch gesetzlich festgeschrieben 2022.</p>
<p>Wir baten zu der Frage des Rückbaus und des grundsätzlichen Ausphasierens dieser bruchanfälligeren Upstream-Dämme unlängst den großen Versicherer Allianz <a href="https://www.kritischeaktionaere.de/allianz/menschenrechte-und-intakte-umwelt-muessen-endlich-auch-in-kapitalanlage-und-versicherungsgeschaeft-praeventiv-beachtet-werden-rede-von-christian-russau/" target="_blank" rel="noopener">um Stellungnahme</a> (wie Jahre zuvor auch <a href="https://www.kritischeaktionaere.de/munich_re/wie-oft-haben-ihre-spezialisten-die-daemme-von-mariana-und-brumadinho-vor-den-jeweiligen-bruechen-geprueft-fragt-christian-russau-die-muenchener-rueck/" target="_blank" rel="noopener">schon bei der Münchener Rück</a>, zählte Allianz doch zu dem (Rück-)Versicherer-Pool bei Mariana und Brumadinho. Doch Allianz verweigerte aus Vertraulichkeitsgründen einerseits jeden Kommentar bezüglicher konkreter Vertragsbeziehungen, andererseits erklärte die Allianz auf unsere Frage nach Ausphasierung: Grundsätzlich ermutigten die Risikoingenieure von Allianz ihre kommerziellen Kunden, von Upstream-Baumethoden Abstand zu nehmen.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Rückbau bruchgefährdeter Tailing-Dämme in Brasilien verzögert sich</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/rueckbau-bruchgefaehrdeter-tailing-daemme-in-brasilien-verzoegert-sich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Sep 2022 09:48:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Dammbruch]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[Tailings]]></category>
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					<description><![CDATA[Der brasilianische Bergbaukonzern Vale braucht wohl noch 13 Jahre zum Rückbau der gefährlichen Upstream-Tailings. Die beiden Dammbrüche der Rückhaltebecken der Eisenerzminen von Mariana im Jahre 2015 und Brumadinho im Jahr 2019 schockten die Welt und warfen eindringliche Blicke auf den umweltzerstörerischen und sozialunverträglichen Bergbau in Brasilien. Nach dem Bruch von Brumdainho mit 270 Toten erließen&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Der brasilianische Bergbaukonzern Vale braucht wohl noch 13 Jahre zum Rückbau der gefährlichen Upstream-Tailings.</em></p>
<div id="parent-fieldname-text" class="">
<p>Die beiden Dammbrüche der Rückhaltebecken der Eisenerzminen von Mariana im Jahre 2015 und Brumadinho im Jahr 2019 schockten die Welt und warfen eindringliche Blicke auf den umweltzerstörerischen und sozialunverträglichen Bergbau in Brasilien. Nach dem Bruch von Brumdainho mit 270 Toten erließen die Behörden Gesetze, die den Rückbau der bruchgefährdetsten Bauart dieser Tailings, die nach dem sogenannten Upstream-Verfahren gebaut wurden, bis August 2021 für inaktive Bauwerke und August 2023 für solche, die noch in Betrieb sind, umzusetzen. Doch die Bergbaukonzerne halten diese Frist nicht ein. Die Regierungen auf Bundes- und Landesebene verlängerten die Fristen, doch neuesten Zahlen zufolge geht selbst Brasiliens größter Bergbaukonzern Vale davon aus, dass der Rückbau bis mindestens 2035 dauern werde. Dies berichtet die <a href="https://agenciabrasil.ebc.com.br/geral/noticia/2022-08/vale-preve-mais-13-anos-para-eliminar-barragens-como-brumadinho" target="_blank" rel="noopener">staatliche Medienagentur Agencia Brasil</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Rückblicke</strong></p>
<p>Es war der 25. Januar 2019. Ein Damm eines Rückhaltebeckens für die Erzschlammreste der Mine Córrego do Feijão brach. Die Betreiber- und Eigentümerfirma von Mine und Rückhaltebecken, die brasilianische Bergbaufirma Vale, erklärte, in dem gebrochenen Becken hätten sich 11,7 Millionen Kubikmeter Erzschlammreste befunden. Nachdem der Damm des ersten Rückhaltebeckens gebrochen war, flutete der Erzschlamm den zweiten Damm des nächstgelegenen Rückhaltebeckens und überflutete auch dieses. Danach frass sich der Schlamm wie ein Tsunami weiter bergabwärts, zerstörte alles, was ihr in den Weg kam. Die Erzschlammwelle hatte unter anderem ein Betriebskantine mit sich gerissen, in der gerade viele Arbeiter:innen zu Mittag aßen, Busse, in denen Arbeiter:innen saßen, die von oder zur Betriebsschicht fuhren, wurden unter den Schlammmassen begraben. Mindestens ein Dorf wurde zerstört, auch kleine indigene und Quilombola-Territorien litten hinterher monatelang unter der schlechten Wasserqualität der in Mitleidenschaft gezogenen Flüsse.</p>
<p>Die Mine und das Rückhaltebecken gehören dem brasilianischen Bergbaukonzern Vale S.A. Die Mine Córrego do Feijão samt Rückhaltebecken wurde 1956 von der Companhia de Mineração Ferro e Carvão in Betrieb genommen, 1973 wurde sie in die Thyssen-Tochterfirma Ferteco Mineração integriert, bevor sie 2003 von Vale S.A. übernommen wurde. Den 2019 gebrochenen Damm gebaut hat im Jahr 1976 die Thyssentochter Ferteco Mineração.</p>
<p>Groß war der Aufschrei nach dem Bruch des Dammes des Rückhaltebeckens der Vale-Eisenerzmine der Mine Córrego do Feijão in der Nähe des Dorfes Brumadinho im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais am 25. Januar 2019. So groß, dass selbst industrie-nahe, erzneoliberale Politiker*innen öffentlich erklärten, dass nun nach den zwei Brüchen von Mariana (5. November 2015) und Brumadinho (25. Januar 2019) die bruchanfälligsten unter den Dammkonstruktionen für Tailings (also Rückhaltebecken für meist verflüssigte Bergbauabfälle) die sogenannten &#8222;Upstream&#8220;-Dämme künftig nicht mehr zugelassen werden und, mehr noch, die bestehenden <a href="https://www.kooperation-brasilien.org/de/themen/landkonflikte-umwelt/viel-pompoeses-getoese-nach-dem-bruch-dann-industriefreundliches-zurueckrudern-und-aufweichen-der-angekuendigten-massnahmen" target="_blank" rel="noopener">bis 2021 zu deaktivieren und zurückzubauen seien</a>. Diese Entscheidung, die unter medialem Druck, aber gleichwohl geschickt öffentlichkeitswirksam von der erzneoliberalen Bolsonaro-Regierung in Form ihres damaligen Umweltministers Salles kurz nach dem Brumadinho-Bruch verkündet worden war, wurde bereits wenige Monate später, im August 2019, gekippt. Die Regierung lockerte die Rückbauverpflichtung für Rückhaltebeckendämme bei noch aktiven Minen auf August 2023. Bereits damals schon war offensichtlich: Ist die mediale Aufmerksamkeit gesunken, einige Zeit verstrichen, dann obsiegt wieder das industriefreundliche Interesse über den Schutz von Natur und Mensch.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Verschleppung des Rückbaus und gezieltes Landgrabbing</strong></p>
<p>Vor einigen Monaten unterzeichnete nun das Bergbauunternehmen Vale eine Vereinbarung mit der Landesstaatsanwaltschaft von Minas Gerais (MPMG), in der es sich bereit erklärte, eine Entschädigung in Höhe von 236 Millionen R$ (derzeit umgerecnet 45 Millionen Euro) für die Nichteinhaltung der im Staatsgesetz 23.291/2019, dem sogenannten Mar de Lama Nunca Mais-Gesetz (in etwa &#8222;Meer aus Schlamm Nie Wieder-Gesetz&#8220;), festgelegten Fristen zu zahlen. Der aktuelle Zeitplan der Firma Vale, den Agência Brasil diese Woche einsehen konnte, zeigt, dass 40 % der Strukturen noch in diesem Jahr beseitigt werden, aber in einigen Fällen werden die Prozesse deutlich mehr Zeit erfordern. Der neue Rückbauplan von Vale zur Abschaffung aller Dämme, die nach der Methode des stromaufwärts gerichteten Upstream-Verfahrens gebaut wurden, sieht den Abschluss dieses Prozesses bis 2035 vor.</p>
<p>Die Liste der Tailing-Dämme im Land, die sich in einer kritischen Notsituation &#8211; also bruchgefährdet sind &#8211; befinden, ist nach einer Durchsicht durch die Nationale Bergbaubehörde (ANM) und andere Kontrollbehörden derweil angewachsen. Mehrere Tailingdämme haben ihr Stabilitätszertifikat verloren, was die Abschaltung und automatische Aktivierung der Notfallstufe 1 erfordert. In Fällen, die als Stufe 2 oder 3 eingestuft wurden, waren die Bergbauunternehmen verpflichtet, die Evakuierung des gesamten Geländes, das bei einer eventuellen Tragödie überflutet würde, zu organisieren und die Bevölkerung wiederherzustellen. Vielerorts kämpfen die betroffenen Anwohner noch immer vor Gericht um Entschädigung. Nicht selten werfen die Betroffenen der Firma vor, die Situation auszunutzen und durch gezieltes Schüren von Panik unter der Bevölkerung <a href="https://www.kooperation-brasilien.org/de/themen/landkonflikte-umwelt/dammbrueche-und-sirenengeheul-landgrabbing-durch-terror-nach-den-desastern-von-mariana-und-brumadinho" target="_blank" rel="noopener">geschicktes Landgrabbing zu betreiben</a>.</p>
<p>// <a href="https://www.outro-mundo.org" target="_blank" rel="noopener">Christian Russau</a></p>
</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Brasilien schließt 47 bruchgefährdete Rückhaltebecken</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/brasilien-schliesst-47-bruchgefaehrdete-rueckhaltebecken/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Apr 2020 10:18:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dammbruch]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[Tailings]]></category>
		<category><![CDATA[Vale]]></category>
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					<description><![CDATA[[Beitragsphoto: Fluss Rio Doce nach Dammbruch von Mariana. Photo: christian russau] Brasilien hat per Verfügung 47 Rückhaltebecken von Bergbaubetrieben mit sofortiger Wirkung geschlossen. Diese sogenannten Tailings hatten den Stichtag 31. März dieses Jahres zur Einreichung die Sicherheit und Stabilität der Dämme garantierender Audits nicht eingehalten. 31 der Dämme konnten die hinreichenden Belege zur Dammsicherheit nicht&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>[Beitragsphoto: Fluss Rio Doce nach Dammbruch von Mariana. Photo: christian russau]</p>



<p>Brasilien hat per Verfügung 47 Rückhaltebecken von Bergbaubetrieben mit sofortiger Wirkung geschlossen. Diese sogenannten Tailings hatten den Stichtag 31. März dieses Jahres zur Einreichung die Sicherheit und Stabilität der Dämme garantierender Audits nicht eingehalten.</p>



<p></p>



<p>31 der Dämme konnten die hinreichenden Belege zur Dammsicherheit nicht vollständig beibringen, bei 16 Dämmen waren gar keine Unterlagen eingereicht worden. <a rel="noreferrer noopener" href="http://www.industriall-union.org/brazil-closes-47-unsafe-mining-dams" target="_blank">Laut der Gewerkschaft IndustriAll</a> befinden sich unter den nun geschlossenen 47 Dämmen über die Hälfte im Besitz des brasilianischen Bergbaugiganten Vale.</p>



<p>Bei keinem der 47 Dämme darf von nun an mehr Material abgelagert werden, die Betreiber und Inhaber der 16 Dämme, die keine Unterlagen eingereicht hatten, müssen nun zudem mit einer behördlichen Strafzahlung rechnen. 37 der bruchgefährdeten Dämme befinden sich im Bundesstaat Minas Gerais.</p>



<p>Minas Gerais war 2015 und 2019 Schauplatz der zwei größten Bergwerksbrüche aller Zeiten: Mariana und Brumadinho.</p>



<p>Am 5. November 2015 brach bei der Kleinstadt Mariana das Rückhaltebecken Fundao, in der Mine Germano der Firma Samarco (im gleichanteiligen Besitz von Vale und BHP Billiton). Millionen Kubikmeter an Bergwerksschlamm aus der Eisenerz-Mine der Firma Samarco und ein Tsunami aus Schlamm zerstörte mehrere Dörfer, 349 Häuser, Schulen und Kirchen. Die Flüsse Rio Gualaxo do Norte, Rio do Carmo und Rio Doce wurden verseucht – Fischfang ist entlang der 680 Kilometer Flusslauf bis heute nicht möglich, ein Desaster für Tausende von KleinfischerInnen, die damit ihren Lebensunterhalt bestreiten. Insgesamt starben 19 Menschen. Laut Erhebung der US-amerikanischen Beraterfirma Bowker Associates stellte die Katastrophe von Mariana einen Dreifach-Negativ-Rekord in der Geschichte des Bergbaus dar: 1. Die Menge an ausgetretenem Schlamm: 32 bis 62 Millionen Kubikmeter, 2. Die Größe des betroffenen Gebiets: 680 Kilometern Flusslauf, 3. Die Schadenshöhe: 5 bis 55 Milliarden USD.</p>



<p>Am 25. Januar 2019 brach in der Nähe der Kleinstadt Brumadinho, rund 25 Kilometer südwestlich des Landeshauptstadt Belo Horizonte, ein Damm eines Rückhaltebeckens für die Erzschlammreste der Mine Corrego do Feijao. 370 Menschen starben, so genau weiß das niemand bis heute, denn noch immer werden Menschen vermisst. Die Betreiberfirma von Mine und Rückhaltebecken, die brasilianische Bergbaufirma Vale, erklärte, in dem gebrochenen Becken hätten sich 11,7 Millionen Kubikmeter Erzschlammreste befunden. Nachdem der Damm des ersten Rückhaltebeckens gebrochen war, flutete der Erzschlamm das nächstgelegene Rückhaltebecken und überflutete dieses. Der sich ins Tal ergießende Schlammtsunami hatte unter anderem eine Betriebskantine mit sich gerissen, in der gerade viele Arbeiter zu Mittag aßen, Busse, in denen Arbeiter saßen, die von oder zur Betriebsschicht fuhren, mindestens ein Dorf wurde zerstört und auf hunderten Kilometern ist der vom Schlamm geflutete Fluss Paraopeba biologisch tot.</p>



<p>// <a href="http://www.outro-mundo.org" target="_blank" rel="noreferrer noopener">christian russau</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Neue UNEP-Studie fordert dringend mehr Sicherheit für Dammrückhaltebecken im Bergbau</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/neue-unep-studie-fordert-dringend-mehr-sicherheit-fuer-dammrueckhaltebecken-im-bergbau/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Dec 2017 13:22:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Staudämme]]></category>
		<category><![CDATA[Center]]></category>
		<category><![CDATA[Dammbruch]]></category>
		<category><![CDATA[Downstream]]></category>
		<category><![CDATA[Rückhaltebecken]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Tailings]]></category>
		<category><![CDATA[UNEP]]></category>
		<category><![CDATA[Upstream]]></category>
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					<description><![CDATA[Angesichts von verheerenden Dammbrüchen wie dem Dammbruch Mount Polley, Canada, oder dem Dammbruch der Samarco in Minas Gerais, Brasilien, und weiteren schweren Unfällen bei tailings, also Rückhaltebecken im Bergbau, fordert das Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNEP in dem neuen Bericht &#8222;Mine Tailings Storage: Safety Is No Accident. A UNEP Rapid Response Assessment&#8220;, dass Staaten und&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Angesichts von verheerenden Dammbrüchen wie dem Dammbruch Mount Polley, Canada, oder dem Dammbruch der Samarco in Minas Gerais, Brasilien, und weiteren schweren Unfällen bei tailings, also Rückhaltebecken im Bergbau, <a href="https://gridarendal-website.s3.amazonaws.com/production/documents/:s_document/371/original/RRA_MineTailings_lores.pdf?1510660693">fordert das Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNEP in dem neuen Bericht &#8222;Mine Tailings Storage: Safety Is No Accident. A UNEP Rapid Response Assessment&#8220;</a>, dass Staaten und Firmen dringend mehr für die Sicherheit der Tailings Sorge tragen müssten.</p>
<p>Von <a href="http://www.outro-mundo.org/">Christian Russau</a></p>
<p>Das Internetportal Mongabay berichtet am 19. Dezember in einem <a href="https://news.mongabay.com/2017/12/mine-tailings-dam-failures-major-cause-of-environmental-disasters-report/">Hintergrundbericht</a> über erschreckende Zahlen bei der (Un-)Sicherheit von tailings, also Rückhaltebecken im Bergbau.</p>
<p>Schätzungen zufolge starben zwischen 2008 und 2017 mehr als 340 Menschen, Gemeinden wurden verwüstet, Eigentum ruiniert, Flüsse kontaminiert, Fischgründe zerstört und Trinkwasser, das durch Bergbauabraumhalden verschmutzt wurde, wurde verseucht. Nach Schätzungen aus dem Jahr 2000 beläuft sich die Gesamtzahl der Tailing-Abraumhalden global auf 3.500, genaue Zahlen kennt aber niemand. Daher fordert das Umweltprogramm der Vereinten Nationen, dass endlich eine weltweite Database zu Abraumhalden und Rückhaltebecken im Bergbau erstellt werden müsse, nicht zuletzt angesichts der drohenden massiven Ausbauplänen des Bergbaus weltweit.</p>
<p>Der neue Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) besagt, dass die Bergbauproduktion weltweit ansteigt, um die für eine Vielzahl industrieller Bedürfnisse erforderlichen Mineralien und Metalle zu liefern, einschließlich sogenannter &#8222;grüner&#8220; Technologien, sei es für Windräder oder für die Energiewende im Allgemeinen. Der UNEP-Bericht empfiehlt explizit, dass die Bergbauunternehmen ein &#8222;Zero-Failure-Ziel&#8220; in Bezug auf Tailings-Staudämme anstreben sollten. Die UNEP empfiehlt zudem auch die Einrichtung eines UN-Umwelt-Stakeholder-Forums zur Unterstützung strengerer internationaler Regelungen für Abraumhalden und die Schaffung einer globalen Datenbank von Minenstandorten und Abraumlagern, um dergestalt endlich überhaupt eine Datenbasis zur Verfolgung von potentiellen und erfolgten Dammbrüchen zu haben.</p>
<p>Mongabay interviewt unterschiedliche Fachleute, Experten und Stakeholder und verweist auf das hohe Risiko bei Dammbrüchen, die bei nass gelagertem Abraum entstehe. Laut den von Mongabay zitierten Experten wäre eine Idee, diejenigen Absetzdämme zu verbieten und abzuschaffen, die durch ihr höheres Bruchrisiko einfach zu gefährlich sind, um toleriert zu werden, wie zum Beispiel diejenigen, die ihren Bergwerksabraum nass lagern. So sagen Bergbauexperten, dass es keine Möglichkeit gibt, sich gegen das Scheitern von &#8222;nassen Abraumhalden&#8220; zu schützen, wie der 2015 gescheiterte Samarco-Damm &#8211; Brasiliens schlimmste Umweltkatastrophe &#8211; auf tragische Weise gezeigt hat. Daher empfehlen sie, alle zukünftigen Müllberge über sogenannte &#8222;Trockenlager&#8220; zu lagern, also vor der Abraumlagerung das Material zu trocknen, ein Prozess, den viele Bergbaufirmen aber aus Kosten- (und natürlich Profit!-)gründen scheuen wie der Teufel das Weihwasser.</p>
<p>Alan Septoff von Earthworks erklärte telefonisch gegenüber Mongabay: &#8222;Die Industrie versucht den Eindruck zu vermitteln, dass die Wahrnehmung dieses Problem zu vernachlässigen sei. Deshalb sollten die Menschen einfach weiter [in diese Firmen und deren umweltriskante Produktionsform] investieren, aber wenn die wahren Kosten dieser Art der Entsorgung bekannt werden, dann würden die Zahlen verantwortungsbewusster Anleger, die in solche Firmen investieren, deutlich sinken.&#8220;</p>
<p>Eine Möglichkeit, bereits <i>mittelfristig</i> das Risiko der Dammbrüche zu mindern, ist der Hebel über die Versicherungsgesellschaften. Wenn diese extrem risikobelasteten Nassabraumhalden eh nicht versichert werden können, da den Versicherungen das Risiko dazu zu hoch sei, dann sollten die Staaten die Versicherung grundsätzlich zur Pflicht machen. Wenn dann die Prämien dem Risiko angemessen exorbitant steigen, dann würde sich die Frage nach den Nassabraumhalden bald nicht mehr stellen, weil sie dann schlicht nicht mehr gebaut werden würden. Ein weiterer Schritt hin auf dem Weg zu mehr Sicherheit könnte das Verbot (<a href="https://www.kritischeaktionaere.de/fileadmin/Dokumente/Reden_2016/Rede_Christian_Russau_GegenStroemung-und-Kritische_Aktionaere_Allianz-Mai-2016.pdf#page=6">oder in einem ersten Schritt: die Weigerung der Versicherungskonzerne, solche „Upstram“-Dämme überhaupt zu versichern</a>) von sogenannten &#8222;Upstream&#8220;-Dämmen sein, die suksessive aufeinander aufbauend Tailing-Damm-Sicherheit vorgaukeln, aber in Wahrheit ein erheblich höheres Bruchrisiko als sogenannte &#8222;Center&#8220;- oder &#8222;Downstream&#8220;-Dämme aufweisen, die eben teurer, aber deutlich sicherer sind. Dies wäre sogar ein <i>kurzfristiger</i> Schritt, der auf gesetzlicher Basis schnell Wirkung bei Neubauten und Genehmigungen erzielen könnte.</p>
<p>Den ganzen Hintergrundbericht bei Mongabay lesen: <a href="https://news.mongabay.com/2017/12/mine-tailings-dam-failures-major-cause-of-environmental-disasters-report/">https://news.mongabay.com/2017/12/mine-tailings-dam-failures-major-cause-of-environmental-disasters-report/</a></p>
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