Abendveranstaltung am 22.3.2018: Weltweite Staudammgeschäfte deutscher Konzerne: Repression und Widerstand

Eine gemeinsame Abendveranstaltung von: Galerie Olga Benario, FDCL und GegenStrömung

Weltweite Staudammgeschäfte deutscher Konzerne: Repression und Widerstand
Die Staudammprojekte Agua Zarca in Honduras und Belo Monte in Brasilien

Abendveranstaltung mit Thilo Papacek (GegenStrömung) und Christian Russau (FDCL).
Wann: Do, 22.03.2018 / 19:30 – 21:00
Wo: Galerie Olga Benario, Richardstraße 104, 12043 Berlin

Belo Monte am Xingu-Fluss im brasilianischen Amazonien soll der drittgrößte Staudamm der Welt werden. Derzeit werden die letzten Turbinen installiert, darunter auch Turbinen aus deutscher Provenienz: von VoithHydro, einem Joint-Venture der Firmen Voith und Siemens. Deutsche Firmen wie die Allianz und die Münchener Rückversicherungsgesellschaft hatten die Bauphase des 13 GW-Damms mit Versicherungsschutz ausgestattet. Auch beim honduranischen Wasserkraftwerk Agua Zarca war VoithHydro beteiligt, sie wollten dort ebenfalls die Turbinen liefern. Die niederländische Entwicklungsbank FMO und der finnischen Finnfund sorgten für die Bankenfinanzierung für Agua Zarca. Wie weit reicht (oder reicht nicht) die menschenrechtliche und umweltbezogene Sorgfaltspflicht von deutschen, europäischen Konzernen und Entwicklungsbanken, sowohl in dem Agieren ihrer eigenen Projektverantwortung, bei ihren Zulieferern oder bei den Abnehmern ihrer Produkte, bei der Finanzierung solcher Projekte?
Denn für Belo Monte wurden 40.000 Menschen zwangsumgesiedelt, die Flussanwohner*innen haben ihr Einkommen verloren, die nahebei liegende Stadt Altamira ist mittlerweile die gewalttätigste Stadt Brasiliens und die Bundesstaatsanwaltschaft in Altamira verklagt die Bhehörden und die Staudammfirma wegen vorsätzlichen Ethnozids der indigenen Bevölkerung. In Honduras wurde im Zuge des Baus des Wasserkraftwerks Agua Zarca Berta Cáceres ermordet. Sie war kurz vor Mitternacht am 2. März 2016 in ihrem Schlafzimmer erschossen worden. Zuvor hatte sie immer wieder auf die Morddrohungen gegen ihre Person sowie auf die Kriminalisierung und Repression gegen die indigene Bewegung der Staudammgegner*innen namens COPINH hingewiesen. Ein Jahr zuvor hatte Cáceres in den USA den Goldman-Preis, einen renommierten Preis für Umweltschützer*innen, für ihre Kampagne gegen den Agua-Zarca-Damm erhalten. Der Damm soll an dem von den indigenen Lenca als heilig betrachteten Gualcarque-Fluss gebaut werden.

Gemeinsam mit den beiden Referenten werden wir uns am Weltwassertag, dem 22. März, anhand der beiden Wasserkraftprojekte den Fragen nach der Verantwortung deutscher Konzerne widmen.

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