Grand Ethiopian Renaissance Dam: Internationale Mediation des Konflikts gefordert

Nach Ägyptens Erklärung über den Stillstand, fordert das Land nun von Äthiopien und Sudan, eine internationale Mediation der Verhandlungen über den Grand Ethiopian Renaissance Dam am Blauen Nil

„Die Gespräche sind aufgrund der Unflexibilität der äthiopischen Seite in eine Sackgasse geraten“, erklärte das ägyptische Ministerium für Wasserressourcen und Bewässerung in einer Erklärung gegenüber Medien. Das Ministerium lies zudem verlauten, es habe „die Einbeziehung einer internationalen Partei in die Verhandlungen über den Renaissance-Staudamm gefordert, um zwischen den drei Ländern zu vermitteln und zu helfen und dergestalt zu einem fairen und ausgewogenen Abkommen zu gelangen“, hieß es nach bislang ergebnislosen Gesprächen in der sudanesischen Hauptstadt Khartum zwischen den Wasserministern der drei Länder. Als mögliche Mediatorin des Konflikts wurden seitens Ägypten die Vereinigten Staaten genannt, die „eine aktive Rolle in dieser Hinsicht“ spielen könnten. In Reaktion darauf ließ das Weiße Haus in Washington in einer Erklärung verlautbaren, dass die Vereinigten Staaten „die laufenden Verhandlungen unterstützen, um eine kooperative, nachhaltige und für beide Seiten vorteilhafte Vereinbarung über die Befüllung und den Betrieb des Damms zu erreichen“. Äthiopiens Minister für Wasserressourcen, Seleshi Bekele, hingegen lehnte den ägyptischen Antrag auf eine extermen Mediator ab. „Warum brauchen wir neue Partner? Willst du die Verhandlungen auf unbestimmte Zeit verlängern“, sagte er zu Reportern.

Der Grand Ethiopian Renaissance Dam am Blauen Nil wäre bei Fertigstellung mit seinen bis zu fünf Milliarden US-Dollar Kosten und mit einem Staureservoir von 1.630 Quadratkilometern Afrikas größter Staudamm. Sein Fassungsvermögen soll bei Vollstauung 63 Milliarden Kubikmeter Stauvermögen umfassen. Die Anrainerstaaten des Nils allerdings fürchten um ihre Wasserversorgung. Denn der blaue Nil ist die lebenswichtige Wasserader sowohl von Äthiopien als auch von Sudan und als Nil von ganz Ägypten. Ägypten zeigt sich extrem besorgt um die Wasserzufuhr des Nils, wenn Äthiopien anfängt, den Grand Ethiopian Renaissance Damm am Blauen Nil zu stauen. Denn die jährliche Wassermenge des Nils insgesamt oszilliert zwischen 55 und 88 Mrd. Kubikmetern. Wird Äthiopien das Reservoir schnell oder langsam füllen, welche Auswirkungen wird das für die Wasserversorgung in Ägypten haben, fragen sich die Ägypter seit Jahren. Eine Studie der Universität von Kairo sieht bei einer Fülldauer von drei Jahren einen Verlust von landwirtschaftlicher Fläche in Ägypten in Höhe von schockierenden 51 Prozent, eine sechsjährige Fülldauer würde auch noch erschreckende 17 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche Ägyptens in Mitleidenschaft ziehen.
// christian russau

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