Protestcamp in Hasankeyf


15. Oktober 2010. Noch bis Sonntag findet an den Ufern des Tigris in Hasankeyf das Protestcamp „Rettet Hasankeyf“ statt. Täglich kommen hier rund 150 Leute, vor allem aus der umliegenden Umgebung, zusammen. Hier sind aber auch Menschen aus Neuseeland, Frankreich, Deutschland und Österreich, um gegen den Bau des Ilisu-Staudamms zu protestieren. Auf dieser Veranstaltung wir über das Projekt informiert, weitere Aktionen werden geplant und Rechtsanwälte geben den Menschen Auskunft über ihre Rechte. Auch die Unterhaltung kommt nicht zu kurz: Neben zahlreichen künstlerischen Auftritten gibt es jeden Abend Konzerte. 

„Das Camp ist ein wichtiges Zeichen des Widerstandes in der Region. Obwohl nach wie vor gebaut wird, gibt es Hoffnung auf Rettung für Hasankeyf“, so Ulrich Eichelmann von ECA Watch Österreich der zur Zeit vor Ort ist. Erst kürzlich hatte „Aksiyon“, eines der populärsten Magazine der Türkei, dazu aufgerufen, statt Ilisu mehrere kleinere Staudämme zu bauen und Hasankeyf damit zu erhalten.

Wird der Ilisu-Damm in seiner jetzigen Form gebaut, werden über 400 km des Tigris und seiner Zuflüsse – ein einzigartiges Ökosystem und Habitat für weltweit gefährdete Arten und zum Teil noch unentdeckte Flora und Fauna – für immer zerstört. Die antike Stadt Hasankeyf und über 200 weitere archäologische Stätten würden in den Fluten eines riesigen Stausees untergehen. Zehntausende Menschen würden ihre Heimat verlieren. 

 

Fotos: Aydin Cetinbosanoglu

Weitere Informationen:
Ulrich Eichelmann – ECA Watch Österreich +43 676 662 1512
Thomas Wenidoppler – ECA Watch Österreich +43 650 822 5200


Der Artikel ist auch in English verfügbar.