Neuer Bericht: Hasankeyf und Tigris weltweit einzigartig

UNESCO-Antrag an türkischen Kulturminister überreicht

Wien/Berlin/Zürich 17.4.09 Hasankeyf und das benachbarte Tigristal sind eine der wertvollsten Kultur- und Naturlandschaften der Welt. Das ergab jetzt eine Überprüfung von Wissenschaftlern anhand der UNESCO-Welterbekriterien.

Danach erfüllt das Gebiet, das vom Ilisu Staudamm bedroht ist, neun von zehn möglichen Kriterien der Vereinten Nationen. Zum Vergleich: Venedig mit seinen Lagunen erfüllt sechs, die Pyramiden in Ägypten vier, die Salzburger Innenstadt drei, das Dresdner Elbetal vier Kriterien und die Altstadt von Bern ein Kriterium. Der türkische Popstar Tarkan überreichte gestern in Ankara dem türkischen Kulturminister Ertrugul Günay einen entsprechenden Antrag.

„Diese Bewertung zeigt einmal mehr, wie einzigartig Hasankeyf und das Tigristal sind und wie verheerend die Folgen des Ilisu-Projektes wären. Es geht um den Erhalt eines der bedeutendsten Gebiete der Erde. Nur wenn Deutschland, Österreich und die Schweiz sich aus dem Projekt zurückziehen, kann dieses Welterbe gerettet werden“, so Ulrich Eichelmann von ECA Watch Österreich.

Am 6. Juli läuft das Ultimatum der Europäer an die Türkei aus. Dann müssen sich Deutschland, Österreich und die Schweiz endgültig entscheiden, ob sie aus dem Projekt aussteigen oder ob sie es mit Staatsgarantien unterstützen.

Das Ziel der internationalen „Stop Ilisu Kampagne“ ist der Schutz des Gebietes als UNESCO Weltkultur- und – naturerbe. Deshalb überreichten gestern Nachmittag der türkische Popstar Tarkan zusammen mit Vertretern der Naturschutzorganisation Doga Dernegi einen entsprechenden Antrag an den zuständigen türkischen Kulturminister Ertugrul Günay. Der Antrag wurde von Wissenschaftlern unter der Leitung von Frau Professor Zeynep Ahunbay, Universität Istanbul, ausgearbeitet.

Minister Günay sagte seine Unterstützung zu, das Gebiet zu erhalten. Rechtlich kann nur die türkische Regierung die Unterschutzstellung bei der UNESCO beantragen. „Die positive Reaktion des Kulturministers lässt hoffen, dass bei einem Ausstieg der Europäer aus „Ilisu“ ein Umdenken der türkischen Regierung einsetzt. Ein Welterbestatus statt dem Staudammprojekt würde der Region endlich neue Chancen für die wirtschaftliche Entwicklung eröffnen“, so Heike Drillisch von dem deutschen Netzwerk GegenStrömung.

Weitere Informationen:
Ulrich Eichelmann – ECA Watch Österreich, +43 676 662 1512,
ulrich.eichelmann@eca-watch.at
Heike Drillisch – GegenStrömung, +49 177 345 2611,
heike.drillisch@gegenstroemung.org
Christine Eberlein – Erklärung von Bern. +41 794 263 056,
ceberlein@evb.ch