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	<title>Frei Fließende Flüsse &#8211; GegenStrömung</title>
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	<title>Frei Fließende Flüsse &#8211; GegenStrömung</title>
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	<item>
		<title>Menschenrecht auf Wasser und Sanitärversorgung geschlechtergerecht umsetzen</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/menschenrecht-auf-wasser-und-sanitaerversorgung-geschlechtergerecht-umsetzen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Löbbecke T.]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Mar 2026 13:59:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Frei Fließende Flüsse]]></category>
		<category><![CDATA[gender]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 19.03.2026 hat GegenStrömung im Bündnis aus Umwelt-, Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisationen anlässlich des Internationalen Weltwassertags am 22. März 2026, der unter dem Motto „Water and Gender“ steht, die Bundesregierung aufgefordert, Geschlechtergerechtigkeit systematisch und strukturell in der internationalen Wasser-, Klima- und Entwicklungspolitik zu verankern, Investitionen in Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung auszubauen und die Entstigmatisierung der Menstruation&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 19.03.2026 hat GegenStrömung im Bündnis aus Umwelt-, Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisationen anlässlich des Internationalen Weltwassertags am 22. März 2026, der unter dem Motto „Water and Gender“ steht, die Bundesregierung aufgefordert, Geschlechtergerechtigkeit systematisch und strukturell in der internationalen Wasser-, Klima- und Entwicklungspolitik zu verankern, Investitionen in Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung auszubauen und die Entstigmatisierung der Menstruation aktiv zu fördern. Nur wenn die Menschenrechte auf Wasser und sanitäre Grundversorgung umfassend verwirklicht werden, können Frauen und Mädchen weltweit gleichberechtigt teilhaben – und nachhaltige Entwicklung gelingen. Zur Pressemitteilung geht es <a href="https://forumue.de/menschenrecht-auf-wasser-und-sanitaerversorgung-geschlechtergerecht-umsetzen/">hier</a> sowie folgend:</p>
<p>&#8222;Die Dringlichkeit ist hoch: Fehlende Toiletten und Hygieneeinrichtungen führen in vielen Ländern dazu, dass Mädchen die Schule abbrechen, Frauen von Erwerbsarbeit ausgeschlossen bleiben und das Risiko sexualisierter Gewalt steigt. Ohne Wasser, Sanitäranlagen und sichere Hygiene endet Bildung für viele Mädchen mit Beginn der Menstruation. Zugleich verschärft die Klimakrise bestehende Ungleichheiten. Dürren und Überschwemmungen verstärken Wasserknappheit und Konflikte – mit gravierenden Folgen für Frauen. Hinzu kommt, dass Deutschland aufgrund seiner Lieferketten weiterhin stark von globalen Ressourcen abhängig ist und durch seinen hohen virtuellen Wasserverbrauch trägt es zudem vielfach zur Belastung lokaler Wasserressourcen in anderen Regionen bei.</p>
<p>Zugleich rückt das Thema international stärker in den Fokus: Die Vorbereitungskonferenz für die UN-Wasserkonferenz 2026 fand am 26. und 27. Januar 2026 in Dakar, Senegal, statt. Die UN-Wasserkonferenz selbst wird vom 2. bis 4. Dezember 2026 ausgerichtet. Fragen von „Water and Gender“ müssen dort eine zentrale Rolle spielen.</p>
<p>„Wasser ist ein Menschenrecht – aber ohne sichere Sanitärversorgung bleibt es unvollständig. Gerade für Frauen und Mädchen entscheidet der Zugang zu Toiletten, Hygiene und sauberem Wasser über Bildung, Gesundheit und Schutz vor Gewalt“, erklärt Johanna Erdmann vom Berliner Wassertisch/ Blue Community Berlin.</p>
<p>„Die Klimakrise verschärft Wasserknappheit – und trifft Frauen und Mädchen am härtesten. Wer ihre Rechte stärkt, stärkt nachhaltige Entwicklung und Frieden zugleich.“</p>
<p>Nina Rothermel vom Weltfriedensdienst e.V. Jutta Himmelsbach, Misereor, die jüngst aus dem Südsudan zurückkehrte, betont: „Ohne Wasser, Duschen und sichere Toiletten können Mädchen nicht zur Schule gehen. Das bedeutet nicht nur Bildungsabbruch, sondern häufig Frühverheiratung und ein Leben ohne Perspektive.“ Ähnliche Herausforderungen zeigen sich auch in Senegal, wo Geschlechtergerechtigkeit und gerechte Wasserpolitik aktuell intensiv diskutiert werden.</p>
<p>Ulrike Dieterle, Naturfreunde verweist auf die internationale Verantwortung: „Als global tätige Umweltorganisation erleben wir in Projekten etwa in Togo oder Senegal, wie eng Umweltbildung, Geschlechtergerechtigkeit und Wasserfragen zusammenhängen. Das Thema ist bei uns fest verankert.“</p>
<p>“Staaten sind verpflichtet, das Menschenrecht auf Wasser auch außerhalb ihrer Grenzen gegenüber Wirtschaftsinteressen zu schützen. Die Bundesregierung gibt aber entgegen ihren eigenen Aussagen der Versorgung der deutschen Industrie mit Rohstoffen aus anderen Ländern oft Vorrang – zum Beispiel in der Außenwirtschaftsförderung. Insbesondere der Bergbau in Ländern ohne wirksame Regulierung verursacht oft Zerstörung und Verschmutzung von lebenswichtigen Wasserquellen für die örtliche Bevölkerung.Vor allem Frauen sind von den Folgen betroffen, da sie in der Regel für die Versorgung ihrer Familien zuständig sind“, fordert Gertrud Falk von FIAN Deutschland.</p>
<p>„Staudamm- und Wasserkraftprojekte verschärfen bestehende Ungleichheiten: Frauen und insbesondere indigene Frauen verlieren oft nicht nur Zugang zu Wasser und Lebensgrundlagen, sondern werden auch systematisch von Entscheidungsprozessen ausgeschlossen. Eine gerechte Wasser- und Energiepolitik muss ihre Rechte, ihr Wissen und ihre Perspektiven ins Zentrum stellen.“ erklärte Dominique Eckstein von GegenStrömung.</p>
<p>Michael Bender, Grüne Liga/ Stiftung Living Rivers erklärte: Flüsse sind natürliche Lebensadern und Quellen kultureller Identität, doch weltweit oft verschmutzt, begradigt und aufgestaut. Viele weltweite Staudamm- und Infrastrukturprojekte drohen die letzten ursprünglichen Wildflüsse zu zerstören. Doch es gibt auch Restaurationsprojekte, wie den Rückbau von 4 Staudämmen am Klamath River, die wir in unseren mit dem FUE gemeinsam veranstalteten Online-Seminaren vorstellen. Wir sollten uns von indigenen Völkern dazu inspirieren lassen, unsere Verbindung zu lebendigen Flüssen wiederherzustellen.“</p>
<p>Roland Brunner vom Netzwerk Blue Community kündigte an: „Zum Weltwassertag 2026 starten wir als Blue Community Network eine weltweite Kampagne, um die Menschenrechte auf Wasser und Sanitärversorgung in den Verfassungen aller Staaten zu verankern. Eine verfassungsrechtliche Anerkennung schafft die Grundlage, Verletzungen gerichtlich anzufechten, und stärkt die Wasserpolitik dauerhaft über einfache Gesetzgebung hinaus. Wo diese Rechte bereits in der Verfassung stehen, setzen wir uns für verbindliche Ausführungsbestimmungen und wirksame Kontrollmechanismen ein. Die Kampagne läuft bis zur UN-Wasserkonferenz vom 2. bis 4. Dezember 2026 und zum Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember. Im Juni wird zudem unsere Botschafterin Erin O’Donnell, Professorin an der Melbourne Law School, in Europa für lebendige Flüsse und die Rechte indigener Gemeinschaften werben. Wir laden Institutionen und Organisationen ein, sich anzuschließen und diese Plattform zu nutzen.“</p>
<p>Durmuş Ünlü, Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft ergänzt mit Blick auf die Situation in Deutschland: „Die kommunale Daseinsvorsorge trägt hierzulande die Umsetzung der Menschenrechte auf Wasser und Sanitärversorgung. Sie verpflichtet zu einer flächendeckenden, bezahlbaren und diskriminierungsfreien Versorgung. Geschlechtergerechtigkeit ist dabei kein Zusatz, sondern Voraussetzung einer menschenrechtsbasierten Wasser- und Abwasserwirtschaft.“</p>
<p>Das Bündnis im Forum Umwelt und Entwicklung – AG Wasser unterstützt daher die Kampagne und Aktionen vom Netzwerk Blue Community und ruft zu vielfältigen Aktivitäten rund um den 22. März auf. Ziel ist es, die enge Verbindung von Umwelt-, Entwicklungs- und Menschenrechtspolitik deutlich zu machen: Der Schutz von Wasserressourcen, die Stärkung öffentlicher Daseinsvorsorge und die konsequente Umsetzung von Geschlechtergerechtigkeit gehören untrennbar zusammen.</p>
<p>Pressekontakte:</p>
<p>Durmuş Ünlü | Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft I Koordinator AG-Wasser Tel: +49 (0)30 39 74 36 06 uenlue@aoew.de</p>
<p>Johanna Erdmann, Berliner Wassertisch/ Blue Community Berlin, johanna.erdmann@gmx.de</p>
<p>Jutta Himmelsbach, Misereor, jutta.himmelsbach@misereor.de</p>
<p>Ulrike Dieterle, Naturfreunde, ulrike.dieterle@naturfreunde-baden.de Gertrud Falk, FIAN Deutschland, g.falk@fian.de</p>
<p>Dominique Eckstein, GegenStrömung, dominique.eckstein@gegenstroemung.org</p>
<p>Michael Bender, Grüne Liga/ Stiftung Living Rivers, wasser@grueneliga.de</p>
<p>Roland Brunner, Blue Community Network, rbr@blue-community.net</p>
<p>Nina Rothermel, Weltfriedendienst e.V., rothermel@wfd.de.net &#8222;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Tapajós-Fluss erneut im Fokus: Entwicklungsversprechen und Rechtsverletzungen</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/tapajos-fluss-erneut-im-fokus-entwicklungsversprechen-und-rechtsverletzungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Feb 2026 06:21:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Amazonas]]></category>
		<category><![CDATA[Frei Fließende Flüsse]]></category>
		<category><![CDATA[Tapajós]]></category>
		<category><![CDATA[Ẃasserstraßen]]></category>
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					<description><![CDATA[Baggern und Privatisieren für die Tapajós-Vertiefung löst massiven Protest von 14 Indigenen Völkern an Soja-Export-Terminal in Santarém aus. Protestcamp an der Zufahrt zum Soja-Terminal in Santarém. Aufnahme vom 23.01.2026. Foto (mit herzlicher Genehmigung): Comunicação CITA Von Christian Russau Einer der größten Flüsse Amazoniens – der Tapajós – steht wieder einmal im Mittelpunkt eines schweren Konflikts&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="content">
<article id="single-post" class="post post">
<div class="entry-content">
<p><em><strong>Baggern und Privatisieren für die Tapajós-Vertiefung löst massiven Protest von 14 Indigenen Völkern an Soja-Export-Terminal in Santarém aus.</strong></em></p>
<div id="attachment_13267" class="wp-caption alignnone">
<p><a href="https://www.fdcl.org/wp-content/uploads/2026/02/Foto_Comunicacao-CITA-20260223-a-scaled.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-13267" src="https://www.fdcl.org/wp-content/uploads/2026/02/Foto_Comunicacao-CITA-20260223-a-300x169.jpg" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" srcset="https://www.fdcl.org/wp-content/uploads/2026/02/Foto_Comunicacao-CITA-20260223-a-300x169.jpg 300w, https://www.fdcl.org/wp-content/uploads/2026/02/Foto_Comunicacao-CITA-20260223-a-1024x577.jpg 1024w, https://www.fdcl.org/wp-content/uploads/2026/02/Foto_Comunicacao-CITA-20260223-a-768x432.jpg 768w, https://www.fdcl.org/wp-content/uploads/2026/02/Foto_Comunicacao-CITA-20260223-a-1536x865.jpg 1536w, https://www.fdcl.org/wp-content/uploads/2026/02/Foto_Comunicacao-CITA-20260223-a-2048x1153.jpg 2048w, https://www.fdcl.org/wp-content/uploads/2026/02/Foto_Comunicacao-CITA-20260223-a-107x60.jpg 107w, https://www.fdcl.org/wp-content/uploads/2026/02/Foto_Comunicacao-CITA-20260223-a-71x40.jpg 71w, https://www.fdcl.org/wp-content/uploads/2026/02/Foto_Comunicacao-CITA-20260223-a-200x113.jpg 200w" alt="Protestcamp an der Zufahrt zum Soja-Terminal in Santarém. Aufnahme vom 23.02.2026. Foto (mit herzlicher Genehmigung): Comunicação CITA" width="300" height="169" aria-describedby="caption-attachment-13267" /></a></p>
<p id="caption-attachment-13267" class="wp-caption-text">Protestcamp an der Zufahrt zum Soja-Terminal in Santarém. Aufnahme vom 23.01.2026. Foto (mit herzlicher Genehmigung): Comunicação CITA</p>
</div>
<p>Von <a href="https://www.outro-mundo.org" target="_blank" rel="noopener">Christian Russau</a></p>
<p>Einer der größten Flüsse Amazoniens – der Tapajós – steht wieder einmal im Mittelpunkt eines schweren Konflikts zwischen den Interessen auf der einen Seite von Politik und Wirtschaft, die Entwicklung und Wachstum durch Infrastrukturprojekte versprechen, und auf der anderen Seite von den dort am, von und mit dem Fluss lebenden Indigenen Völkern.</p>
<p>Die Landesregierung des brasilianischen Bundesstaates Pará und die Bundesregierung in Brasília wollen den Tapajós-Fluss auch für größere Transportschiffe und Schüttguttanker für den logistisch kostengünstigeren Transport von meist Soja für den Export schiffbarer machen, – wobei schon jetzt vor allem ab dem Hafen Mirituba – gegenüber von Itaituba gelegen – <a href="https://inesc.org.br/wp-content/uploads/2025/04/clua-soja_corredor_logistico_norte_epicc-v3.pdf" target="_blank" rel="noopener">Millionen Tonnen an Soja Richtung der Atlantikhäfen</a> transportiert werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_11195" class="wp-caption alignnone">
<p><a href="https://www.fdcl.org/wp-content/uploads/2023/04/Amazoniens-Fluesse-und-Menschen-sind-bedroht-foto-christian-russau.png"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-11195" src="https://www.fdcl.org/wp-content/uploads/2023/04/Amazoniens-Fluesse-und-Menschen-sind-bedroht-foto-christian-russau-300x149.png" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" srcset="https://www.fdcl.org/wp-content/uploads/2023/04/Amazoniens-Fluesse-und-Menschen-sind-bedroht-foto-christian-russau-300x149.png 300w, https://www.fdcl.org/wp-content/uploads/2023/04/Amazoniens-Fluesse-und-Menschen-sind-bedroht-foto-christian-russau-120x60.png 120w, https://www.fdcl.org/wp-content/uploads/2023/04/Amazoniens-Fluesse-und-Menschen-sind-bedroht-foto-christian-russau-80x40.png 80w, https://www.fdcl.org/wp-content/uploads/2023/04/Amazoniens-Fluesse-und-Menschen-sind-bedroht-foto-christian-russau-200x100.png 200w, https://www.fdcl.org/wp-content/uploads/2023/04/Amazoniens-Fluesse-und-Menschen-sind-bedroht-foto-christian-russau.png 741w" alt="[Symbolbild]: Amazoniens Flüsse sind bedroht. Foto: Christian Russau" width="300" height="149" aria-describedby="caption-attachment-11195" /></a></p>
<p id="caption-attachment-11195" class="wp-caption-text">[Symbolbild]: Amazoniens Flüsse sind bedroht. Foto: Christian Russau</p>
</div>
<p><strong>Aktuelle Ausbaggerungsarbeiten am Tapajós-Fluss lösen massive Proteste von Indigenen Völkern aus</strong><br />
Um den bereits bestehenden Schiffsverkehr des (vor allem Soja-)Transports fortzusetzen, werden aktuell im Flussbett des Tapajós Sedimentablagerungen abgebaggert. Diese Arbeiten sind laut den Landesbehörden zur Aufrechterhaltung des bereits bestehenden Schiffsverkehr angesichts der anhaltenden Dürre und den damit einhergehenden niedrigen Wasserpegeln notwendig. Die Fahrrinnen müssten von Sedimentablagerungen freigehalten werden. Eine entsprechende <a href="https://www.gov.br/portos-e-aeroportos/pt-br/assuntos/noticias/2026/01/edital-para-dragagem-no-rio-tapajos-pa-preve-r-74-8-milhoes-de-investimentos" target="_blank" rel="noopener">Ausschreibung des Bundesministeriums für Häfen und Flughäfen</a> (Bundesministerium MPor) sieht die Beauftragung eines Unternehmens im Wert von 74,8 Millionen Real (derzeit umgerechnet 12 Mio. Euro) für drei Jahre vor, um den Schifffahrtskanal der Wasserstraße Tapajós (HN-206) auf der Strecke zwischen Santarém und Itaituba freizuhalten. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Ausschreibung <a href="https://www.gov.br/portos-e-aeroportos/pt-br/assuntos/noticias/2026/01/edital-para-dragagem-no-rio-tapajos-pa-preve-r-74-8-milhoes-de-investimentos" target="_blank" rel="noopener">erklärte der MPor-Bundesminister für Häfen und Flughäfen, Silvio Costa Filho</a>, dass die Instandhaltung der Wasserstraße für das reibungslose Funktionieren der Logistik in der Region von grundlegender Bedeutung sei. Und die Landesumweltbehörde von Pará, <a href="https://infoamazonia.org/2026/01/30/indigenas-cobram-revogacao-de-decreto-da-hidrovia-do-tapajos-e-dizem-que-rio-nao-e-mercadoria/" target="_blank" rel="noopener">die Secretaria de Estado de Meio Ambiente, Clima e Sustentabilidade (Semas), ließ gegenüber dem Medienportal InfoAmazonia erklären</a>, dass diese von den zuständigen Behörden genehmigten Ausbaggerungsarbeiten „strikt punktuell erfolgen, und dies nur im Flussbett“.</p>
<p>Indigene Völker vom Unteren, Mittleren und Oberen Tapajós kritisieren diese aktuell laufenden Ausbaggerungsarbeiten scharf. Um ihrem Protest Nachdruck zu verleihen, haben am 22. Januar dieses Jahres in Santarém zunächst 150 Indigene vor der Zufahrt zu einem der größten Soja-Terminals am Tapajós – der Firma Cargill – protestiert. Seit nunmehr fast zwei Wochen blockieren die Indigenen vom Unteren und Mittleren Tapajós von insgesamt 14 Indigenen Völker und Gemeinschaften die Zufahrt zum Terminal, in dem sie auf der direkt davor gelegenen Zufahrtstraße ein Protestcamp errichtet haben. Jüngsten Medienberichten zufolge ist die protestierende Menge auf mittlerweile 700 Personen angestiegen, nachdem gestern (03.02.2026) auch eine größere Gruppe von Munduruku vom Mittleren und Oberen Tapajós hinzugestoßen ist. Laut Aussagen der vom Protest direkt betroffenen Firma, <a href="https://infoamazonia.org/2026/01/30/indigenas-cobram-revogacao-de-decreto-da-hidrovia-do-tapajos-e-dizem-que-rio-nao-e-mercadoria/" target="_blank" rel="noopener">Cargill, die diese gegenüber Medien verbreiten ließ</a>, gäbe es „keine Besetzung innerhalb des Betriebsgeländes, aber eine Anwesenheit von Personengruppen vor der LkW-Zufahrt, was die Zu- und Abfahrt der Lastkraftwagen verhindert“.</p>
<p>Die Indigenen fordern, dass Regierungsvertreter:innen „höchster Ebene“ umgehend vor Ort zu Verhandlungen zu erscheinen hätten. Regierungsvertreter:innen der „zweiten Ebene“ hätten sich vor wenigen Tagen online gemeldet, die Indigenen verlangen aber „ein Gespräch mit direktem Augenkontakt vor Ort“, so die Protestnoten und Forderungen, die in sozialen Medien geteilt wurden. Bis zum Redaktionsschluss dieses Textes waren noch keine Meldungen über eine Umsetzung der Forderung der Indigenen für ein Vorort-Gespräch mit Regierungsvertreter:innen „höchster Ebene“ eingegangen.</p>
<p><a href="https://www.mpf.mp.br/o-mpf/unidades/pr-pa/noticias/mpf-e-indigenas-cobram-presenca-de-autoridades-em-dialogos-sobre-ilegalidades-da-dragagem-do-rio-tapajos-pa" target="_blank" rel="noopener">Die Bundesstaatsanwaltschaft unterstützt die Forderung der protestierenden Indigenen</a>, dass Regierungsvertreter:innen zu einem dringenden Vorort-Gespräch mit den Protestierenden zu erscheinen hätten. Der zuständige Bundesstaatsanwalt Vinícius Schlickmann Barcelos bekräftigte die Rechtmäßigkeit dieser Forderung unter Berufung auf die Resolution Nr. 454/2022 des Nationalen Justizrats CNJ. Die Norm schreibe vor, so <a href="https://www.mpf.mp.br/o-mpf/unidades/pr-pa/noticias/mpf-e-indigenas-cobram-presenca-de-autoridades-em-dialogos-sobre-ilegalidades-da-dragagem-do-rio-tapajos-pa" target="_blank" rel="noopener">die MPF auf ihrer Internetseite</a>, dass „Verfahrenshandlungen, die indigene Völker betreffen, vorzugsweise persönlich und auf deren eigenem Territorium durchgeführt werden müssen, um die ethnisch-kulturelle Vielfalt zu respektieren“. Zudem warte die MPF noch immer auf die Entscheidung des Bundesberufungsgerichts der 1. Region TRF1 in Brasília über einen Rechtsbehelf, in dem sie eine dringende Entscheidung beantragt, „um den Bundesstaat Pará daran zu hindern, Arbeiten an der Wasserstraße des Tapajós-Flusses – insbesondere Baggerarbeiten – ohne Durchführung vollständiger Umweltstudien und freier, vorheriger und informierter Konsultation für indigene Völker und traditionelle Gemeinschaften zu genehmigen oder zuzulassen“. Die Bundesstaatsanwatschaft sieht in den aktuellen Ausbaggerungsarbeiten im Tapajós die Gefahr, dass die Behörden „die irreversiblen Risiken ignorieren, die mit der Fortsetzung der Baggerarbeiten am Tapajós-Fluss ohne angemessene ökologische und soziale Schutzmaßnahmen verbunden sind“, so die MPF. Nach Ansicht der MPF ignoriere die Entscheidung auch technische Dokumente der ICMBio und des IBAMA, die auf schwerwiegende Umweltrisiken durch die Ausbaggerung des Tapajós-Flusses hinweisen.</p>
<p>Die Bundesstaatsanwaltschaft sieht durch die Ausbaggerungsarbeiten die Gefahr einer Freisetzung von Schwermetallen wie Quecksilber und von Sedimenten, wodurch die Wasserqualität und das Leben im Wasser beeinträchtigt werden und dass eine direkte Gefahr für die Gesundheit der Menschen entstehe, die dieses Wasser und seine Fische konsumieren. Des Weiteren sieht die MPF die Gefahr einer Schädigung der Fischbestände und anderer Wasserorganismen, die die Grundlage der Nahrungskette bilden, aufgrund der Trübung des Wassers und Veränderungen im Ökosystem, was sich direkt auf die Fischerei und die Ernährungssicherheit der Flussufer- und indigenen Gemeinschaften auswirkt, die von diesen Ressourcen abhängig sind. Die MPF sieht auch die Gefahr der Zerstörung und Störung von Lebensräumen, die für die Fortpflanzung, Ernährung und Migration bedrohter Arten wie Delfine, Amazonas-Manatis, Schildkröten und Wasservögel von entscheidender Bedeutung sind. Weitere Argumente der MPF in der Berufung sind die Tatsache, dass die Entscheidung des Bundesgerichts in Santarém die Berichte der indigenen Führungskräfte der potenziell betroffenen traditionellen Völker und Gemeinschaften, die in der Anhörung angehört wurden, nicht berücksichtigt hat, und dass sich das Bundesgericht in Santarém nicht zu der Verletzung des Rechts der traditionellen Völker und Gemeinschaften auf freie, vorherige und iformierte Konsultation geäußert hat, das durch das Übereinkommen Nr. 169 der ILO garantiert ist, und dass die Entscheidung die Logik des Vorsorgeprinzips in Umweltfragen umkehrte, indem sie von der MPF den Nachweis des konkreten Schadens durch die Baggerarbeiten verlangte, obwohl es Aufgabe des Unternehmens gewesen wäre, das Fehlen signifikanter Auswirkungen nachzuweisen. Darüber hinaus bestehe ein Widerspruch in der Entscheidung, wenn das Bundesgericht in Santarém feststellte, dass keine Gefahr durch die Verzögerung bestehe, aber gleichzeitig das Vorliegen einer laufenden Genehmigung für jährliche Baggerarbeiten, den Jahresplan für Wartungsbaggerarbeiten, anerkennt. Die Bundesstaatsanwaltschaft sieht zudem das Risiko einer Wiederaufnahme der Baggerarbeiten ohne entsprechende Studien und Konsultationen. Die Bundesstaatsanwaltschaft bestreitet die Begründung einer „Notlage“ für die Baggerarbeiten und erklärt, dass die Arbeiten bereits während der Hochwasserperiode durchgeführt wurden und dass das Argument der Notlage dazu diene, gesetzliche Verpflichtungen zu umgehen. Die MPF hält es auch für inakzeptabel, dass die Behörden jahrelang bewusst die Notwendigkeit einer angemessenen Planung der Instandhaltung der Wasserstraße des Tapajós-Flusses ignoriert haben, um dann das Argument eines „Notfall“ als Rechtfertigung dafür anzuführen, die Grundrechte traditioneller Völker und Gemeinschaften sowie die verfassungsmäßig vorgesehenen Umweltschutzmaßnahmen zu missachten. Darüber hinaus ermöglichte die Ausbaggerung den Transport von Agrarprodukten und integriert einen Logistikkorridor, der zur Entwaldung und zur Klimakrise beitrage. Die Entscheidung ignoriere zudem die synergistischen und kumulativen Auswirkungen, d. h. Auswirkungen, die sich mit der Zeit summieren und verstärken und immer größer werden.</p>
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<p><a href="https://www.fdcl.org/wp-content/uploads/2026/02/Foto_Comunicacao-CITA-20260223-b-scaled.jpg"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-13268" src="https://www.fdcl.org/wp-content/uploads/2026/02/Foto_Comunicacao-CITA-20260223-b-300x200.jpg" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" srcset="https://www.fdcl.org/wp-content/uploads/2026/02/Foto_Comunicacao-CITA-20260223-b-300x200.jpg 300w, https://www.fdcl.org/wp-content/uploads/2026/02/Foto_Comunicacao-CITA-20260223-b-1024x683.jpg 1024w, https://www.fdcl.org/wp-content/uploads/2026/02/Foto_Comunicacao-CITA-20260223-b-768x512.jpg 768w, https://www.fdcl.org/wp-content/uploads/2026/02/Foto_Comunicacao-CITA-20260223-b-1536x1024.jpg 1536w, https://www.fdcl.org/wp-content/uploads/2026/02/Foto_Comunicacao-CITA-20260223-b-2048x1366.jpg 2048w, https://www.fdcl.org/wp-content/uploads/2026/02/Foto_Comunicacao-CITA-20260223-b-90x60.jpg 90w, https://www.fdcl.org/wp-content/uploads/2026/02/Foto_Comunicacao-CITA-20260223-b-60x40.jpg 60w, https://www.fdcl.org/wp-content/uploads/2026/02/Foto_Comunicacao-CITA-20260223-b-195x130.jpg 195w, https://www.fdcl.org/wp-content/uploads/2026/02/Foto_Comunicacao-CITA-20260223-b-200x133.jpg 200w" alt="Protestcamp an der Zufahrt zum Soja-Terminal in Santarém. Aufnahme vom 23.02.2026. Foto (mit herzlicher Genehmigung): Comunicação CITA" width="300" height="200" aria-describedby="caption-attachment-13268" /></a></p>
<p id="caption-attachment-13268" class="wp-caption-text">Protestcamp an der Zufahrt zum Soja-Terminal in Santarém. Aufnahme vom 23.01.2026. Foto (mit herzlicher Genehmigung): Comunicação CITA</p>
</div>
<p>Die in Santarém protestierenden Indigenen betonen ihrerseits, dass „ihr Kampf nicht nur gegen ein bestimmtes Unternehmen gerichtet ist, sondern gegen ein Projekt, das den Tapajós in eine Exportroute, einen Korridor für den Transport von Soja, verwandeln will und dabei diejenigen ignoriert, die seit Generationen in diesem Gebiet leben, es pflegen und dort existieren. Der Tapajós ist nicht nur ein Fluss, er ist die Heimat von Fischen, Tieren, Pflanzen, Menschen und den Verzauberten, er ist ein lebendiges, uraltes und heiliges Gebiet.“ Die Indigenen vom Tapajós argumentieren, dass „Eingriffe in den Tapajós das Leben, das in seinen sichtbaren und unsichtbaren Gewässern existiert, zutiefst verletzen und Körper, Geist und ihre Art, in der Welt zu existieren, erschüttern“, und dass sie sich deshalb zur Wehr setzen.</p>
<p>Zur Unterstützung dazu argumentieren auch die kirchliche Fachstelle für Landfragen CPT und der Pastoralrat der Fischer und Fischerinnen CPP des Erzbistums von Santarém: Diese veröffentlichten am 29. Januar dieses Jahres eine <a href="https://www.kooperation-brasilien.org/de/themen/landkonflikte-umwelt/cpt-und-cpp-verteidigungsschrift-fuer-den-rio-tapajos" target="_blank" rel="noopener">„Verteidigungsschrift für den Rio Tapajós“</a>.</p>
<p><strong>Privatisierung der Flüsse als Bedrohung indigener Rechte</strong><br />
Doch bei dem aktuellen Protest in Santarém geht es um mehr. Im Zentrum des indigenen Proteststurmes steht ein Bundesdekret zur künftigen Aufnahme mehrere amazonischer Flüsse in das Nationale Entstaatlichungsprogramm, was laut Kritiker:innen letztlich die Privatisierung der Flüsse dahingehend bewirke, dass es öffentliche Ausschreibungen und Auktionen ermöglichen soll, die künftige Schiffbarmachung und den Betrieb der Privatwirtschaft zu überlassen.</p>
<p>Es ist fast genau fünf Monate her, dass Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva das Dekret 12.600/25 unterzeichnete. Es war am 28. August vergangenen Jahres, als die Regierung in Brasília wieder einmal ganz groß die Karte des Entwicklungsversprechens zog. Schon der Titel dieses Dekrets spricht Bände: Das Dekret „[r]egelt die Aufnahme öffentlicher Bundesprojekte im Bereich der Wasserstraßen in das Nationale Entstaatlichungsprogramm.“ Damit wird die Umsetzung der neuen Politik zur Vergabe von Konzessionen für die Flüsse des Landes an den Markt – also eine neoliberale Privatisierung der Flüsse, so Kritiker:innen – einen Schritt weiter vorangebracht, und, besonders brisant: den Anfang dabei macht wieder einmal: Amazonien. Denn der Text des Dekrets 12.600/25 bezieht explizit die Wasserstraßen der Flüsse Tapajós und Tocantins in Pará sowie den Rio Madeira in Amazonas und Rondônia in das Nationale Privatisierungsprogramm (kurz PND) mit ein. Das Projekt umfasst zusammengerechnet mehr als 3.000 Kilometer schiffbare Abschnitte der Amazonasflüsse. Allein für Amazonien soll das Projekt der Wasserstraße des Tapajós-Flusses etwa 250 Kilometer geplante schiffbare Strecke zwischen den Gemeinden Itaituba und Santarém im Bundesstaat Pará umfassen; auf dem Tocantins-Fluss soll die Strecke sich über 1.731 Kilometer zwischen Belém (PA) und der Gemeinde Peixe (TO) erstrecken; die Wasserstraße des Madeira sieht die Schifffahrt zwischen Porto Velho (Rondônia) und Itacoatiara (Amazonas) vor und verbindet sich mit dem Amazonas auf einer geschätzten Strecke von 1.075 Kilometern. Die Abschnitte durchqueren dabei Quilombola-, Flussufer- und Indigenengebiete sowie Naturschutzgebiete.</p>
<p>Am Tapajós ist demnach vorgesehen, dass der Fluss auf etwa 250 Kilometer für noch weit größere, mit mehr Tiefgang das Soja an den Weltmarkt transportierende Schüttguttanker schiffbar gemacht werden soll. Für Brasília ist klar: Das bringt Entwicklung und Wachstum, könnte doch dann das Soja aus dem Mittleren Westen kostengünstiger und schneller an den Weltmarkt geliefert werden. Sollten die Wasserstraßenprojekte wie beispielsweise im Tapajós-Becken insgesamt (Das Tapajós-Becken umfasst dabei als potentiell schiffbar ausbaubare Flüsse den Tapajós sowie dessen zwei hauptsächlichen Zuflüsse Juruena und Teles Pires) wie geplant realisiert werden, so erklären die Soja-Farmer:innen und ihre <em>ruralista</em>-Lobby im Nationalkongress schon lange explizit, dann würde dem brasilianischen Agrobusiness eine Kostenersparnis von satten 41 Prozent beim Transport ihrer Produkte blühen. Denn: Bislang, so klagen Soja-Farmer:innen vor allem im zentral gelegenen Mato Grosso, hätten sie bis zu viermal höhere Logistikkosten pro Tonne Soja als ihre Konkurrenten im Mittleren Westen der USA. Die geplanten Infrastrukturprojekte am Tapajós würden die Logistikkosten enorm senken und den Anbau von Soja im großen Stil in Regionen lohnenswert machen, die bislang von der Expansion der Agrarindustrie verschont geblieben waren. Dies würde brasilianische Agrargüter (und Mineralien) noch mehr auf dem Weltmarkt reüssieren lassen. Die gleiche Absicht – verbesserten Zugang zum Weltmarkt – verfolgt Brasília mit den nach wie vor geplanten Bahnlinien wie Ferrogrão (EF-170) oder der Asphaltierung der Bundesstraße BR-163.</p>
<p><strong>Konsultationsrechte und Konsultationsprotokolle achten!</strong><br />
Für Kritiker:innen ist klar: Den Tapajós schiffbar zu machen, dies dient den Interessen der Agrarindustrie und anderer Wirtschaftssektoren – aber all dies erhöht bereits bestehende Landkonflikte im Land, lässt die Waldrodung ansteigen und birgt enormen sozialen Sprengstoff vor allem für die traditionellen Völker und Gemeinschaften. Denn es schadet den dort <em>vom</em>, <em>mit</em> und <em>am</em> Fluss lebenden indigenen und weiteren traditionellen Völkern sowie den <em>Ribeirinhos</em>, so die Kritiker:innen. Und es verletzt die gesetzlich garantierten Konsultationsrechte traditioneller Gemeinschaften.</p>
<p>Nun hat Brasilien die ILO-Konvention Nr. 169 zum Schutze der Rechte der Indigenen und weiteren traditionellen Völker und Gemeinschaften unterzeichnet, ratifiziert und entsprechende Gesetzesgebungen, die das Recht auf Konsultation der betroffenen traditionellen Gemeinschaften garantieren sollen, seit Jahren inkraftgesetzt. Doch die Praxis der vergangenen Jahrzehnte lehrte die indigenen und weiteren traditionellen Völker und Gemeinschaften, dass die formale Ausgestaltung dieses gesetzlich verbürgten Konsultationsrechts indigener Gemeinschaften oft einiges zu wünschen offen lässt, um es noch diplomatisch auszudrücken.</p>
<p>Wer darüber ein jahrelanges Klagelied singen kann, sind beispielsweise die Munduruku vom Tapajós-Fluss. Diese beklagen die mangelnde Konsultation und fehlerhaften Respekt seitens der in Brasília oder in Belém sitzenden Bundes- und Landesregierungseit in einer ganzen Reihe von Großprojekten, die ihr Territorium betrafen und/oder noch immer betreffen und/oder betreffen werden: Seien es Staudammprojekte wie der erst 2016 infolge des massiven Munduruku-Protestes gestoppte Plan zum Bau des 8 GW-Staudamms São Luiz do Tapajós, seien es Bahnlinien wie die nach wie vor geplante Soja-Linie Ferrogrão (EF-170), seien es zu asphaltierende Straßen wie die BR-163, seien es mangelnde Kontrolle von legalem wie illegalem Goldbergbau und Holzabbaus oder sei es das weitere Voranschreiten der legalen wie illegalen Grenzen des Agrobusiness in Amazonien – oder seien es eben auch der Ausbau der amazonischen Flüsse zu Wasserstraßen wie am Tapajós (und seinen beiden Zuflüssen Teles Pires und Juruena).</p>
<p>Erst im November vergangenen Jahres hatten die Munduruku äußerst öffentlichkeitswirksam die Eingänge zur Blue Zone der COP30 in Belém derart blockiert, sodass sich die COP-Leitung ebenso wie die Regierungsvertreter:innen zu Verhandlungen und Eingeständnissen an die Munduruku gezwungen sahen: Der <a href="https://www.kooperation-brasilien.org/de/themen/landkonflikte-umwelt/munduruku-protest-zeigt-wirkung-regierung-sagt-freie-vorherige-und-informierte-konsultation-aller-von-grossprojekten-betroffenen-indigenen-voelkern-der-tapajos-region-zu" target="_blank" rel="noopener">neue Leiter des Generalsekretariats des Präsidenten, der vormalige Anführer der Obdachlosenbewegung MTST und ex-Abgeordnete Guilherme Boulos versprach</a>: „Wir haben uns verpflichtet, und die Bundesregierung wird in Bezug auf den Tapajós eine freie, vorherige und informierte Konsultation aller Völker der Region durchführen, bevor sie irgendwelche Projekte am Fluss umsetzt. Und wir vom Generalsekretariat der Präsidentschaft der Republik werden einen Dialog mit all diesen Völkern einrichten, um sie in Brasília zu empfangen und eine Lösung zu finden“, sagte <a href="https://agenciabrasil.ebc.com.br/meio-ambiente/noticia/2025-11/governo-consultara-indigenas-sobre-hidrovia-no-tapajos-diz-boulos" target="_blank" rel="noopener">Boulos damals laut Agência Brasil</a>.</p>
<p><a href="https://blogs.taz.de/latinorama/amazonien-wie-die-munduruku-das-protokollverfahren-zur-konsultation-wollen/" target="_blank" rel="noopener">Nun haben die Munduruku im Jahr 2015 ihr Konsultationsprotokoll erstellt</a>. An dieses müsste sich die Brasilianische Bundesregierung nun eigentlich halten, wenn Brasília plant, aus dem Tapajós eine Wasserstraße zu machen. Und genau dieses gegebene Versprechen wird nun von den Munduruku und weiteren Indigenen Völkern vom Tapajós öffentlich und mit Nachdruck eingefordert.</p>
<p>Dass die Einhaltung der ILO-Konvention Nr. 169 zum Schutze der Rechte der Indigenen Völker den Staat verpflichtet, eine angemessene freie, vorherige und informierte Konsultation der Indigenen Völker durchzuführen und dass dies auch konkret in dem Fall des Protestes gegen die Ausbaggerung des Tapajós-Fluss als in Zukunft noch schiffbarere Wasserstraße gilt, hat zumindest das Ministerium für Indigene Völker eingeräumt. Gestern (03.02.2026) <a href="https://www.gov.br/povosindigenas/pt-br/assuntos/noticias/2026/02/nota-sobre-mobilizacao-no-baixo-tapajos" target="_blank" rel="noopener">veröffentlichte das Ministerium für Indigene Völker MPI</a>:</p>
<blockquote><p>„Das Ministerium für indigene Völker bekräftigt, dass der Tapajós-Fluss Leben, Territorium, Erinnerung und Grundlage der physischen, kulturellen und spirituellen Existenz der indigenen Völker und traditionellen Gemeinschaften ist, die von ihm abhängig sind und ihn pflegen. Der Schutz des Lebens am Tapajós erfordert mehr als nur Verwaltungsmaßnahmen: Er erfordert Verständnis, Partnerschaft, er erfordert die Präsenz des Staates und wirksame Maßnahmen zum Schutz der Völker und der Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger. Seit Beginn der Mobilisierung im unteren Tapajós steht das MPI über seine Abteilung für Mediation und Schlichtung indigener Landkonflikte (Demed) und das Nationale Sekretariat für Umwelt- und Territorialmanagement (Segat) in direktem Dialog mit den Anführer:innen der Demonstrationen.<br />
Das Ministerium erkennt die Legitimität der vorgebrachten Bedenken an und bekräftigt, dass keine Initiative im Zusammenhang mit Baggerarbeiten, der Instandhaltung der Wasserstraßen oder anderen Projekten am Tapajós-Fluss ohne die freie, vorherige, informierte und in gutem Glauben erteilte Zustimmung der direkt betroffenen Völker vorangetrieben werden darf, gemäß der ILO-Konvention Nr. 169 und der Bundesverfassung. Zu diesem Zweck führt es institutionelle Gespräche mit den anderen zuständigen Stellen, um sicherzustellen, dass der Konsultationsprozess mit den betroffenen Völkern eingehalten wird. Derzeit werden bereits bestehende Konsultationsprotokolle zwischen den indigenen Völkern der Region identifiziert, um den umfassenderen Konsultationsprozess zu unterstützen, zu dem sich die Regierung während der COP30 verpflichtet hat.“</p></blockquote>
<p>Weitere brasilianische Ministerien oder gar Präsident Lula haben sich (zum Redaktionsschluss dieses Textes) noch nicht geäußert, wie dieser akute Konflikt zwischen Entwicklungsversprechen und Rechtsverletzungen gelöst werden kann.</p>
<p>// Christian Russau</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td>Die Munduruku werden u.a. unterstützt durch die <a href="https://eineweltstadt.berlin/themen/klima-und-ressourcen/ini-berlin-aktiv-im-klima-buendnis/" target="_blank" rel="noopener">Initiative „Berlin aktiv im Klimas-Bündnis“ des Landes Berlin (LEZ)</a>. 2024 konnte so ein neu errichtetes Bildungs- und Kulturzentrum eröffnet werden. Das Zentrum trägt den Namen „Centro de Formação Munduruku Akay Buray“. Das ist Munduruku und bedeutet auf Portugiesisch „Estou a disposição. É um prazer receber vocês“ – übersetzt: „Ich bin bereit und es ist mir ein Vergnügen dich zu empfangen!“</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
</div>
</article>
</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wasserkraft-Vernetzung in Belém</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/wasserkraft-vernetzung-in-belem/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Heike Drillisch]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Dec 2025 13:46:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Amazonas]]></category>
		<category><![CDATA[Feature]]></category>
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		<category><![CDATA[Klimagerechtigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Anlässlich der Klimaverhandlungen im November 2025 in Brasilien (COP30) haben Wasserkraft-Betroffene ein großes Vernetzungstreffen in Belém veranstaltet, an dem GegenStrömung teilnahm. Vor Ort tauschte sich GegenStrömung mit anderen Mitgliedern des Rivers-for-Climate-Netzwerks aus und beteiligte sich auf der COP an Side Events zum Thema Wasserkraft. Das „IV. Treffen der Betroffenen von Staudämmen, dem Energiemodell und der&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Anlässlich der Klimaverhandlungen im November 2025 in Brasilien (COP30) haben Wasserkraft-Betroffene ein großes Vernetzungstreffen in Belém veranstaltet, an dem GegenStrömung teilnahm. Vor Ort tauschte sich GegenStrömung mit anderen Mitgliedern des Rivers-for-Climate-Netzwerks aus und beteiligte sich auf der COP an Side Events zum Thema Wasserkraft.</p>
<p>Das „IV. Treffen der Betroffenen von Staudämmen, dem Energiemodell und der Klimakrise“ wurde von der brasilianischen Bewegung der Staudammbetroffenen, MAB, organisiert. Die Bewegung entstand 1991 und hat ihre Wurzeln in dem Widerstand gegen Großstaudämme schon in den 1970er Jahren. Nach einem Zusammenschluss zum lateinamerikanischen „Movimiento de Afectados por Represas (MAR) im Jahr 2016 gingen die Organisator*innen nun einen Schritt weiter, um die internationale Vernetzung und Zusammenarbeit zu stärken. Sie erweiterten ihren Fokus um Betroffene des herrschenden extraktivistischen Energiemodells und Betroffene der Klimakrise. Neben Staudammaktivist*innen vor allem aus Lateinamerika, Asien und Afrika waren denn auch Bewegungen vertreten, die sich z. B. gegen Windkraft auf indigenem Land und gegen Bergbau in Europa einsetzen. Aus Deutschland war &#8211; neben einer Vertreterin einer kurdischen ökologischen Organisation GegenStrömung dabei und nutzte die Gelegenheit vor allem dazu, Kontakte zu knüpfen oder zu erneuern und sich über die gegenwärtige Situation an verschiedenen Hotspots des Staudammbaus zu informieren. Ein Eindruck, der sich dabei u. a. aufdrängte, war, dass die Weltbank trotz aller bekannten Kritik an Großstaudämmen wieder massiv in das Geschäft einsteigt und das ganz nach altem Muster, z. B. ohne ernsthafte Konsultationen der betroffenen Bevölkerung, ungeachtet ihrer eigenen Standards, die anderes vorschreiben.</p>
<p>Abschluss und Highlight des Treffens war die Beteiligung am People’s Summit, dem großen Alternativkongress zu den offiziellen Klimaverhandlungen, und an den großen Demos in Belém. Beim Alternativkongress organisierte die Bewegung u. a. eine Veranstaltung, bei der sie ihr <a href="https://mab.org.br/2025/11/13/manifesto-publico-e-anuncio-da-construcao-do-movimento-internacional-de-populacoes-atingidas/">Manifest</a> für ihre stärkere internationale Ausrichtung vorstellte. Bei der Bootsdemo am 12.11. war die Staudammbewegung mit einem eigenen Boot dabei und bei der zentralen Demo durch die Stadt am 15.11.25 mit einem eigenen Block, der mit seiner Größe und einheitlichem – auf der Farbe weiß basierendem &#8211; Auftreten beeindruckte und zeigte, welche Bedeutung die Bewegung in der Zivilgesellschaft Brasiliens einzunehmen vermag. Gemeinsam mit den anderen farbigen Blöcken &#8211; der Organisation der Fischer*innen in blau, Landlose in grün, Frauen in lila usw -, den Indigenen, dem internationalen Block der NGOs und vielen weiteren Akteur*innen zeigten die vielen Fahnen, phantasievollen Artefakte und die Begeisterung der Brasilianer*innen für lautstarke Parolen mehr als deutlich, dass es nach wie vor eine starke Zivilgesellschaft gibt, die ernsthafte Fortschritte bei den Klimaverhandlungen fordert.</p>
<p>Bei der COP selbst war INFOE, der Rechtsträger von GegenStrömung, Mitorganisator eines offiziellen Side Events zum Thema „The Central Role of Indigenous Peoples and Local Communities in Just Energy Transitions“. Auf Anregung von GegenStrömung sprach Ruby Rain Williams von der Quartz Valley Indian Reservation über den Rückbau von Staudämmen am Klamath River in den USA und die Rolle, die die indigenen Gemeinschaften dabei gespielt haben. Mehr dazu <a href="https://www.ids.ac.uk/events/ids-at-cop30-centring-the-role-of-indigenous-peoples-in-just-energy-transitions/">hier.</a><a class="dt-pswp-item" href="https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2026/02/COP-30_17_Zanotti_50-scaled.jpg" data-dt-img-description="" data-large_image_width="2560" data-large_image_height="1707"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-3596 alignright" src="https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2026/02/COP-30_17_Zanotti_50-300x200.jpg" alt="" width="333" height="222" srcset="https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2026/02/COP-30_17_Zanotti_50-300x200.jpg 300w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2026/02/COP-30_17_Zanotti_50-1024x683.jpg 1024w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2026/02/COP-30_17_Zanotti_50-768x512.jpg 768w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2026/02/COP-30_17_Zanotti_50-1536x1024.jpg 1536w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2026/02/COP-30_17_Zanotti_50-2048x1365.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 333px) 100vw, 333px" /></a></p>
<p>Darüber hinaus gab es ein Side Event des Rivers-for-Climate-Netzwerks zum Thema <a href="https://www.instagram.com/p/DRDZko7EgVt/">„Hydropower is a false climate solution that produces counterfeit carbon credits</a>“, bei dem eine große Bandbreite an Sprecher*innen – von Indigenen bis zu Wissenschaftler*innen – verschiedene schädliche Aspekte der Wasserkraft beleuchteten, darunter auch Methanemissionen.</p>
<p>Von Heike Drillisch</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Online-Seminar Recording „Source of life? Rivers, hydropower and the climate crisis“</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/online-seminar-recording-source-of-life-rivers-hydropower-and-the-climate-crisis/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Löbbecke T.]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Oct 2025 11:55:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Feature]]></category>
		<category><![CDATA[Frei Fließende Flüsse]]></category>
		<category><![CDATA[Proteste]]></category>
		<category><![CDATA[Staudämme]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>
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					<description><![CDATA[On Wednesday, 15 October 2025, GegenStrömung, Stiftung Living Rivers and FUE-AG Wasser, in cooperation with RiosToRivers, the Klimakollektiv and other partners, hosted the online seminar ‘Source of Life? Rivers, Hydropower and the Climate Crisis’. The event was introduced and moderated by Heike Drillisch (GegenStrömung) and Michael Bender (Living Rivers Foundation / GRÜNE LIGA), and translated&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>On Wednesday, 15 October 2025,</strong> <a href="https://www.gegenstroemung.org/"><strong>GegenStrömung</strong></a><strong>, </strong><a href="https://www.living-rivers.eu/de/home/"><strong>Stiftung Living Rivers</strong></a> <strong>and FUE-AG Wasser, in cooperation with</strong> <a href="https://www.riostorivers.org/"><strong>RiosToRivers</strong></a><strong>, the </strong><a href="https://klimakollektiv.org/"><strong>Klimakollektiv</strong></a> <strong>and other partners, hosted the online seminar ‘Source of Life? Rivers, Hydropower and the Climate Crisis’.</strong></p>
<p>The event was introduced and moderated by Heike Drillisch (GegenStrömung) and Michael Bender (Living Rivers Foundation / GRÜNE LIGA), and translated into German, English and Spanish.</p>
<p>The first presentation was given by Hayley Stuart, global coordinator of Ríos to Rivers, a non-profit organisation that promotes the next generation of environmentalists by supporting indigenous and disadvantaged young people (more <strong>here</strong>). She told us about the successful dismantling of four dams on the Klamath River. Through the <strong>Paddle Tribal Waters programme</strong>, Ríos to Rivers organised the first dam-free river descent by indigenous youth, who had previously been trained in whitewater kayaking and leadership skills to become global advocates for the next steps in the river basin. Brook Thompson, also from Ríos to Rivers, was the second speaker and shared information about the Klamath River restoration process as well as her perspective as an indigenous representative (Yurok &amp; Karuk Native) and environmental engineer. She recounted the fish kill in 2002, when over 60,000 salmon died in the Klamath River, which was a wake-up call for many indigenous communities around the river and ultimately led to the demolition of the dams. With the <strong>Klamath River Accord</strong>, the dam-critical movement is addressing COP 30 in Belem, Brazil, directly.</p>
<p>The next contribution was given by Moisés Borges from MAB on the Brazilian anti-dam movement. The movement has been in existence since the 1980s. He also presented alternative projects. Moisés Borges spoke about a global campaign to regain the sovereignty of the population, reduce the power of corporations and end impunity, as well as intentional efforts for COP30 in Belem, such as the <strong>People&#8217;s Summit Towards COP30</strong>.</p>
<p>The last presenter was Alex Wernke, from Klima*Kollektiv, who established the connection to the climate movement in Germany. After starting out as a group against lignite, the organisation has reoriented itself and now focuses on water, water pollution and water use. Conflicts on this issue, particularly with various industries, are becoming increasingly prevalent in Germany. Alex Wernke talked about the collective&#8217;s days of action on the Weser River, which are dedicated to the destructive feed industry, and presented the river camps planned for 2026.</p>
<p>For the last half hour of the seminar, three working groups were formed for each contribution and exchanged ideas and networked on the respective topics in different breakout rooms.</p>
<p>Overall, it was a successful event, in which efforts to protect our waters and our ecosystem were presented from different perspectives, where people could exchange plans for COP30 in Belém and general information.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><iframe loading="lazy" title="Quelle des Lebens? Flüsse, Wasserkraft und die Klimakrise I Online-Seminar" width="1200" height="675" src="https://www.youtube.com/embed/2dgqbjyLqc8?start=3058&#038;feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Online-Seminar Recording „Quelle des Lebens? Flüsse, Wasserkraft und die Klimakrise“</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/online-seminar-quelle-des-lebens-fluesse-wasserkraft-und-die-klimakrise/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Löbbecke T.]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Oct 2025 11:51:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Feature]]></category>
		<category><![CDATA[Frei Fließende Flüsse]]></category>
		<category><![CDATA[Proteste]]></category>
		<category><![CDATA[Staudämme]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>
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					<description><![CDATA[[english and recording below] Am Mittwoch, 15. Oktober 2025, hat GegenStrömung, Stiftung Living Rivers und die FUE-AG Wasser in Kooperation mit RiosToRivers, dem Klimakollektiv &#38; weiteren Partnern das Online-Seminar „Quelle des Lebens? Flüsse, Wasserkraft und die Klimakrise“ veranstaltet. Eingeführt und moderiert wurde die Veranstaltung von Heike Drillisch (GegenStrömung) und Michael Bender (Stiftung Living Rivers /&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>[english and recording below]</p>
<p><strong>Am Mittwoch, 15. Oktober 2025, hat </strong><a href="https://www.gegenstroemung.org/"><strong>GegenStrömung</strong></a><strong>, </strong><a href="https://www.living-rivers.eu/de/home/"><strong>Stiftung Living Rivers</strong></a><strong> und die FUE-AG Wasser in Kooperation mit </strong><a href="https://www.riostorivers.org/"><strong>RiosToRivers</strong></a><strong>, dem </strong><a href="https://klimakollektiv.org/"><strong>Klimakollektiv</strong></a><strong> &amp; weiteren Partnern das Online-Seminar „Quelle des Lebens? Flüsse, Wasserkraft und die Klimakrise“ veranstaltet.</strong></p>
<p>Eingeführt und moderiert wurde die Veranstaltung von Heike Drillisch (GegenStrömung) und Michael Bender (Stiftung Living Rivers / GRÜNE LIGA), sowie übersetzt ins Deutsche, Englische und Spanische.</p>
<p>Der erste Beitrag wurde von Hayley Stuart gegeben, der globalen Koordinatorin von Ríos to Rivers, einer Nonprofitorganisation, die die nächste Generation von Umweltschützern fördert, indem sie indigene und benachteiligte Jugendliche fördern (mehr <strong>hier</strong>). Sie erzählte uns von der Geschichte des erfolgreichen Rückbaus von vier Staudämmen am Klamath River. Mit dem Programm <strong>Paddle Tribal Waters</strong> organisierte Ríos to Rivers die erste Damm-freie Flussabfahrt von indigenen Jugendlichen, die vorher in Wildwasser-Kajakfahren und Führungsqualitäten geschult wurden, um globale Interessensvertreter für die nächsten Schritte im Flusseinzugsgebiet zu werden. Brook Thompson, auch von Ríos to Rivers, teilte als zweite Vortragende sowohl Informationen über den Wiederherstellungsprozess des Klamath River als auch ihrer Perspektive als indigene Vertreterin (Yurok &amp; Karuk Native) und Umweltingenieurin. Sie erzählte vom Fischsterben im Jahr 2002 bei dem über 60.000 Lachse im Klamath River starben, was ein Weckruf für viele indigene Gemeinschaften rund um den Fluss war und im Endeffekt zum Rückbau der Staudämme führte. Mit dem <strong>Klamath River Accord</strong> richtet sich die staudammkritische Bewegung direkt an die Klima-COP 30 in Belem, Brasilien.</p>
<p>Der nächste Beitrag wurde von Moisés Borges von MAB zur brasilianischen Anti-Staudammbewegung gegeben. Die Bewegung gibt es seit den 1980er Jahren.  Weiter stellte er alternative Projekte vor. Dazu erzählte er von einer globale Kampagne zur Wiedererlangung der Souveränität der Bevölkerung, zum Abbau der Macht der Konzerne und zur Beendigung der Straflosigkeit sowie von den intentionalen Bemühungen zur COP30 in Belem, wie den <strong>People´s Summit Towards COP30</strong>.</p>
<p>Zuletzt stellte Alex Wernke vom Klima*Kollektiv den Bezug zur Klimabewegung in Deutschland her. Die Organisation hat sich, nachdem sie als Gruppe gegen Braunkohle gestartet hat, neu ausgerichtet und widmet sich nun dem Wasser, Wasserverschmutzung und Wassernutzung. Konflikte dazu, gerade mit verschiedenen Industrien, sind immer präsenter in Deutschland. Alex Wernke erzählte von Aktionstagen des Kollektivs an der Weser, die sich der zerstörerischen Futtermittelindustrie widmen und stelle das für das Jahr 2026 geplanten Flusscamps vor.</p>
<p>Für die letzte halbe Stunde des Seminars wurden drei Arbeitsgruppen je Beitrag gebildet und sich in verschiedenen Breakout-Rooms zu den jeweiligen Themen ausgetauscht und vernetzt.</p>
<p>Insgesamt war es eine erfolgreiche Veranstaltung, in der aus verschiedenen Perspektiven die Bemühungen zum Schutz unserer Gewässer und unseres Ökosystems dargestellt wurden, sowie ein Austausch zu Plänen für COP30 in Belém und generelle Informationen zwischen Akteur*innen stattfand.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><iframe loading="lazy" title="Quelle des Lebens? Flüsse, Wasserkraft und die Klimakrise I Online-Seminar" width="1200" height="675" src="https://www.youtube.com/embed/2dgqbjyLqc8?start=3058&#038;feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>On Wednesday, 15 October 2025,</strong> <a href="https://www.gegenstroemung.org/"><strong>GegenStrömung</strong></a><strong>, </strong><a href="https://www.living-rivers.eu/de/home/"><strong>Stiftung Living Rivers</strong></a>and <strong>FUE-AG Wasser, in cooperation with</strong> <a href="https://www.riostorivers.org/"><strong>RiosToRivers</strong></a><strong>, the </strong><a href="https://klimakollektiv.org/"><strong>Klimakollektiv</strong></a> <strong>and other partners, hosted the online seminar ‘Source of Life? Rivers, Hydropower and the Climate Crisis’.</strong></p>
<p>The event was introduced and moderated by Heike Drillisch (GegenStrömung) and Michael Bender (Living Rivers Foundation / GRÜNE LIGA), and translated into German, English and Spanish.</p>
<p>The first presentation was given by Hayley Stuart, global coordinator of Ríos to Rivers, a non-profit organisation that promotes the next generation of environmentalists by supporting indigenous and disadvantaged young people (more <strong>here</strong>). She told us about the successful dismantling of four dams on the Klamath River. Through the <strong>Paddle Tribal Waters programme</strong>, Ríos to Rivers organised the first dam-free river descent by indigenous youth, who had previously been trained in whitewater kayaking and leadership skills to become global advocates for the next steps in the river basin. Brook Thompson, also from Ríos to Rivers, was the second speaker and shared information about the Klamath River restoration process as well as her perspective as an indigenous representative (Yurok &amp; Karuk Native) and environmental engineer. She recounted the fish kill in 2002, when over 60,000 salmon died in the Klamath River, which was a wake-up call for many indigenous communities around the river and ultimately led to the demolition of the dams. With the <strong>Klamath River Accord</strong>, the dam-critical movement is addressing COP 30 in Belem, Brazil, directly.</p>
<p>The next contribution was given by Moisés Borges from MAB on the Brazilian anti-dam movement. The movement has been in existence since the 1980s. He also presented alternative projects. Moisés Borges spoke about a global campaign to regain the sovereignty of the population, reduce the power of corporations and end impunity, as well as intentional efforts for COP30 in Belem, such as the <strong>People&#8217;s Summit Towards COP30</strong>.</p>
<p>The last presenter was Alex Wernke, from Klima*Kollektiv, who established the connection to the climate movement in Germany. After starting out as a group against lignite, the organisation has reoriented itself and now focuses on water, water pollution and water use. Conflicts on this issue, particularly with various industries, are becoming increasingly prevalent in Germany. Alex Wernke talked about the collective&#8217;s days of action on the Weser River, which are dedicated to the destructive feed industry, and presented the river camps planned for 2026.</p>
<p>For the last half hour of the seminar, three working groups were formed for each contribution and exchanged ideas and networked on the respective topics in different breakout rooms.</p>
<p>Overall, it was a successful event, in which efforts to protect our waters and our ecosystem were presented from different perspectives, where people could exchange plans for COP30 in Belém and general information.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>¿Fuente de vida? Ríos, energía hidroeléctrica y crisis climática</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/fuente-de-vida-rios-energia-hidroelectrica-y-crisis-climatica/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Löbbecke T.]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Oct 2025 07:24:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Frei Fließende Flüsse]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>
		<category><![CDATA[COP30]]></category>
		<category><![CDATA[derechos humanos]]></category>
		<category><![CDATA[energía hidráulica]]></category>
		<category><![CDATA[Klamath River]]></category>
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					<description><![CDATA[Seminario en línea organizado por GegenStrömung, Living Rivers Foundation, Water Working Group of the Forum on Environment and Development , en colaboración con RíosToRivers, Klima*Kollektiv, Rivers for Climate y otros socios, en vísperas de la COP 30 en Belém (Brasil) (Conferencia de las Partes de la Convención Marco de las Naciones Unidas sobre el Cambio&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Seminario en línea organizado por <a href="https://www.gegenstroemung.org/">GegenStrömung</a>, <a href="https://www.living-rivers.eu/en/about-us">Living Rivers Foundation</a>, <a href="https://www.forumue.de/en/topics/water/">Water Working Group of the Forum on Environment and Development</a> , en colaboración con <a href="https://www.riostorivers.org/">RíosToRivers</a>, <a href="https://klimakollektiv.org/de/">Klima*Kollektiv</a>, Rivers for Climate y otros socios, en vísperas de la COP 30 en Belém (Brasil) (Conferencia de las Partes de la <a href="https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&amp;cs=0&amp;sca_esv=536c9b80d99fcfbe&amp;sxsrf=AE3TifPlNienCqNMlwHg1Q_hfYeg7lG_iA%3A1759239828785&amp;q=Convenci%C3%B3n+Marco+de+las+Naciones+Unidas+sobre+el+Cambio+Clim%C3%A1tico+%28CMNUCC%29&amp;sa=X&amp;ved=2ahUKEwjpwayIz4CQAxUKgf0HHUthHmgQxccNegQIBBAB&amp;mstk=AUtExfAXals9-Qr2LmzEf1VKFPYnyfXbTF5nD9ku95sojT2ui46Q6EAdcOjiysrPIiYIlYYi5pWLHW17O6C1Dr8OLLS0e-ol28SNV34awip3YU01Zt8-JBTlIVYpz2qOEQeZq0GmCIIrbcuuB06ib3itaVGj_9k_Ethg6PIXyXfGm49-ZEzQNnd8H-qHCr_E-JqoSJeu3WVmhwlBpb4zBt3uWlt5k74jl5p07j2QkukqWkzXV0SCecfxvaSLuvxDqr73_KIV6veF8xdOulmf6IqPhVesoHf-pY9F371VXs6w-vG0jA&amp;csui=3">Convención Marco de las Naciones Unidas sobre el Cambio Climático</a>).</p>
<p>Miércoles, <strong>15 de octubre de 2025,<br />
</strong>Berlin, Madrid: 17:00-18:45 hs<br />
Buenos Aires, Montevideo, Sao Paulo:12:00-13:45h<br />
Santiago de Chile, La Paz, Asuncion, Manaus, Caracas,: 11:00-12:45h<br />
Lima, Quito, Bogotá, Panama: 10:00-11:45h<br />
Costa-Rica a Ciudad de México: 9:00-10:45 h<br />
Hora del Pacifico: 8:00 &#8211; 9:45 h.</p>
<p>Los ríos son las arterias vitales de nuestro planeta. Con sus llanuras aluviales, ofrecen hábitats naturales diversos para peces migratorios, pequeños animales y muchas especies semiacuáticas. Al mismo tiempo, proporcionan espacios de cristalización para el uso y  asentamientos humanos, se embalsan, se canalizan y se represan con estructuras transversales para permitir el riego agrícola, generar energía hidroeléctrica, proteger contra las inundaciones y también para proporcionar agua potable.</p>
<p>Si bien las grandes presas generan cantidades considerables de energía eléctrica, bloquean las rutas migratorias de los peces, ponen en peligro los modos de vida tradicionales de los pueblos indígenas y liberan grandes cantidades de metano. Miles de proyectos de presas previstos ponen en peligro los últimos ríos de flujo libre del mundo. Mientras que en América de Sur y en muchos otros lugares del mundo se están impulsando nuevos proyectos de presas, también se están realizando esfuerzos para restaurar de forma específica ríos especialmente valiosos para el salmón y la trucha mediante el desmantelamiento de las presas. Con nuestro seminario en línea queremos contribuir a sensibilizar sobre la importancia de los ríos en las negociaciones sobre el clima.</p>
<p>Durante el seminario, nos informan sobre la historia del exitoso desmantelamiento de cuatro presas en el río Klamath. Con el Acuerdo del Río Klamath, el movimiento crítico con las presas se dirige directamente a la COP 30 sobre el clima, conferencia teniendo lugar en en Belém, Brasil en Noviembre.</p>
<p>El movimiento brasileño contra las presas presenta su situación y sus proyectos alternativos. Junto con los activistas del movimiento brasileño MAB, planificamos actividades y acciones para la COP 30 sobre el clima. También establecemos la conexión con el movimiento climático en Alemania. El Klima*Kollektiv informará sobre las jornadas de acción en el rio Weser, dedicadas a la destructiva industria de los piensos, y presentará sus campamentos fluviales previstos también para 2026.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Inscripción </strong></p>
<p>Puede inscribirse hasta el 13 de octubre de 2025 enviando un correo electrónico a Nina Hrkalovic: hrkalovic@forumue.de. El seminario en línea se llevará a cabo con la aplicación para conferencias Zoom. ¡El enlace de acceso se enviará un día antes del evento!</p>
<p>El seminario en línea consistirá en una combinación de breves ponencias y grupos de debate. La parte general del evento será grabada. Al inscribirse, usted da su consentimiento para la grabación y publicación en internet.</p>
<p>El evento se celebrará parcialmente en inglés y español. Nuestro objetivo es ofrecer traducción al alemán, inglés y español. Tenga en cuenta que la inscripción se cerrará dos días antes del inicio del evento.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Programa (orientado a la hora Berlin-Madrid)</strong></p>
<p>17:00-17:10 Bienvenida y presentación</p>
<p><strong>17:10-17:30 El río Klamath: la mayor eliminación de presas en la historia de EE.UU. </strong></p>
<p><strong>El río Klamath: primer descenso,</strong> Brook Thompson, nativo yurok y karuk</p>
<p><strong>Acuerdo del río Klamath</strong>, Hayley Stuart, Ríos to Rivers</p>
<p>(Ponencias en inglés)</p>
<p><strong>17:30-17:45 Movimiento contra las presas en Brasil + proyectos locales</strong></p>
<p>Moisés Borges, MAB, Brasil (ponencia en español)</p>
<p><strong>17:45-18:00 Cultivo de piensos y protección del clima: jornadas de acción y campamentos de rio</strong></p>
<p>Alex Wernke, Klima*kollektiv</p>
<p><strong>18:00-18:30 Grupos de trabajo / Salas de debate </strong></p>
<ol>
<li><strong>Acciones y contribuciones a la COP30 en Belém (Brasil) En/Esp</strong></li>
</ol>
<p><strong>Moderadora:</strong> Heike Drillisch, GegenStrömung</p>
<ol>
<li><strong>Protección y renaturalización de ríos, desmantelamiento de presas. Redes y apoyo internacionales. Solo EN<br />
Moderador:</strong> Michael Bender (Living Rivers)</li>
<li><strong>Responsabilidad alemana. Acciones y campañas previstas en Alemania.<br />
</strong><strong>Solo en Alemán</strong></li>
</ol>
<p><strong>Moderador:</strong> Alex Wernke, Klima*Kollektiv.</p>
<p><strong>18:30-18:40 Informes de los grupos de trabajos/ salas de debate.</strong></p>
<p><strong>18:40-18:45 perspectivas y cierre</strong></p>
<p><strong>Moderación</strong>: Michael Bender (Fundación Living Rivers / GRÜNE LIGA).</p>
<p>Puede encontrar la agenda aquí: <a href="https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2025/10/Span_Online_Seminar_Dams_Climate_COP30_15Okt2025.pdf">Span_Online_Seminar_Dams_Climate_COP30_15Okt2025</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Source of Life? Rivers, Hydropower and the Climate Crisis</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/source-of-life-rivers-hydropower-and-the-climate-crisis-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Löbbecke T.]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Oct 2025 14:40:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Frei Fließende Flüsse]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>
		<category><![CDATA[COP30]]></category>
		<category><![CDATA[human rights]]></category>
		<category><![CDATA[hydropower]]></category>
		<category><![CDATA[Klamath River]]></category>
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					<description><![CDATA[Online seminar by GegenStrömung, Living Rivers Foundation and the Water Working Group of the Forum on Environment and Development in cooperation with RíosToRivers, Klima*Kollektiv the Waterkeepers Alliance, Rivers for Climate and other partners with a view on the Climate COP 30 in Belém/Brasil. Wednesday, 15 October 2025 from 5:00  to 6:45 pm CEST, 8.00  to&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Online seminar by <a href="https://www.gegenstroemung.org/">GegenStrömung</a>, <a href="https://www.living-rivers.eu/en/about-us">Living Rivers Foundation</a> and the <a href="https://www.forumue.de/en/topics/water/">Water Working Group of the Forum on Environment and Development</a> in cooperation with <a href="https://www.riostorivers.org/">RíosToRivers</a>, <a href="https://klimakollektiv.org/de/">Klima*Kollektiv</a> the Waterkeepers Alliance, Rivers for Climate and other partners with a view on the Climate COP 30 in Belém/Brasil.</p>
<p><strong>Wednesday, 15 October 2025 from 5:00  to 6:45 pm </strong><strong>CEST, 8.00  to 9.45 a.m. Pacific time</strong><strong>.</strong></p>
<p>Rivers are the lifelines of our planet. With their floodplains, they provide diverse natural habitats for migratory fish, small animals and many semi-aquatic species. At the same time, they provide crystallisation spaces for human use and settlement, are diked, channelled and dammed with transverse structures to enable agricultural irrigation, generate hydroelectric power, protect against flooding and also provide drinking water.</p>
<p>While large dams generate significant amounts of electrical energy, they block fish migration routes, threaten the traditional ways of life of indigenous peoples and release large amounts of climate-damaging methane. Thousands of planned dam projects are threatening the world&#8217;s last free-flowing rivers. While new dam projects are pushed forward in South America and many other places around the world, there are also efforts to specifically restore particularly valuable salmon and trout rivers by dismantling dams. Awareness of the importance of rivers is growing in climate negotiations.</p>
<p>At our seminar, we will hear about the successful dismantling of four dams on the Klamath River. With the Klamath River Accord, the dam-critical movement is directly addressing COP 30 in Belém, Brazil. The Brazilian anti-dam movement will present its situation and its alternative projects. Together with activists from the Brazilian MAB movement, we are planning activities for the COP. We will also establish links to the climate movement in Germany. The Klima*Kollektiv will report on the days of action on the Weser River and present its river camps planned for 2026.</p>
<p>The online seminar will be a combination of short presentations and small discussion groups. We aim to provide translation into German, English and Spanish.</p>
<p><strong>Registration</strong> is possible until 13<sup>th</sup> October 2025 with email to: Nina Hrkalovic: <a href="mailto:hrkalovic@forumue.de">hrkalovic@forumue.de</a></p>
<p>The Online-Seminar will be conducted via Zoom. The link will be provided one day prior to the event. The main part of the seminar will be recorded. With your registration you agree to the recording and online-publishing in the internet as well as the collection of your data for proceeding your participation.</p>
<p><strong>Source of Life? Rivers, Hydropower and the Climate Crisis</strong> has been registered as our contribution for the Dam Removal Day.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Programme Time in CEST (Pacific Time a.m.)</strong></p>
<p>5:00 p.m. (8:00 a.m.) Welcome and Introduction</p>
<p>5:10 p.m. (8:10 a.m.) <strong>Klamath River – the Largest Dam Removal in US History </strong></p>
<p><strong>Klamath River – First Descent</strong>, <a href="https://www.brookmthompson.com/">Brook Thompson</a>, Yurok &amp; Karuk Native</p>
<p><strong>Klamath River Accord</strong>, Hayley Stuart, Ríos to Rivers</p>
<p>(Presentations in English)</p>
<p>5:30 p.m. (8:30 a.m.) <strong>Anti-dam Movement in Brasil + local projects </strong></p>
<p>Moisés Borges, MAB, Brasilien (Presentation in Spanish)</p>
<p>5:45 p.m. (8:45 a.m.) <strong>Feed Production and Climate Impacts</strong><strong>– Days of Action and Rivercamps </strong></p>
<p>Alex Wernke, Klima*Kollektiv (Presentation in German)</p>
<p>6:00 p.m. (9:00 a.m.)<strong>Discussion groups</strong> <strong>/ Breakout – Rooms</strong></p>
<ol>
<li><strong>Actions and Contributions to Climate COP 30 in Belém/Brasil (En/Esp)<br />
Moderator: </strong>Heike Drillisch, GegenStrömung/CounterCurrent</li>
<li><strong>Protection and Restoration of Rivers, Dam Removal, International Networks and Cooperation. (En only)<br />
Moderator: </strong>Michael Bender (Living Rivers Foundation)</li>
<li><strong>German Responcibility. Actions and Campaigns in Germany (in German)<br />
Moderator: </strong>Alex Wernke, Klima*Kollektiv</li>
</ol>
<p>6:30 p.m. (9:30 a.m.)<strong>Reporting back from the Discussion Groups / Breakout-Rooms</strong></p>
<p>6:40 p.m. (9:40 a.m.) <strong>Conclusion and Outlook</strong></p>
<p><strong>Moderator: </strong>Michael Bender (Living Rivers Foundation / GRÜNE LIGA)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>You can find the agenda here: <a href="https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2025/10/GgStr-LR-FUE_R4C_Workshop_Dams_Climate_COP30_15Okt2025_Programme_English.pdf">GgStr-LR-FUE_R4C_Workshop_Dams_Climate_COP30_15Okt2025_Programme_English</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Quelle des Lebens? Flüsse, Wasserkraft und die Klimakrise</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/quelle-des-lebens-fluesse-wasserkraft-und-die-klimakrise/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Löbbecke T.]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Sep 2025 19:35:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Frei Fließende Flüsse]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>
		<category><![CDATA[COP30]]></category>
		<category><![CDATA[Klamath River]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Staudammrückbau]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.gegenstroemung.org/?p=3504</guid>

					<description><![CDATA[Online-Seminar von GegenStrömung, Stiftung Living Rivers und der FUE-AG Wasser in Kooperation mit RiosToRivers, dem Klimakollektiv &#38; weiteren Partnern Mittwoch, 15. Oktober 2025 I 17:00 – 18:45 Uhr (8.00 a.m.m to 9.45 a.m. Pacific time) &#160; Flüsse sind die Lebensadern unseres Planeten. Sie bieten mit ihren Auen vielfältige natürliche Lebensräume für Wanderfische, Kleintiere und viele&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Online-Seminar von <a href="https://www.gegenstroemung.org/">GegenStrömung</a>, <a href="https://www.living-rivers.eu/de/home/">Stiftung Living Rivers</a> und der FUE-AG Wasser in Kooperation mit <a href="https://www.riostorivers.org/">RiosToRivers</a>, dem <a href="https://klimakollektiv.org/">Klimakollektiv</a> &amp; weiteren Partnern<br />
</strong>Mittwoch, 15. Oktober 2025 I 17:00 – 18:45 Uhr (<strong>8.00 a.m.m to 9.45 a.m. Pacific time)</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Flüsse sind die Lebensadern unseres Planeten. Sie bieten mit ihren Auen vielfältige natürliche Lebensräume für Wanderfische, Kleintiere und viele semiaquatische Arten. Gleichzeitig stellen sie Kristallisationsräume für die menschliche Nutzung und Besiedlung bereit, werden eingedeicht, kanalisiert und mit Querbauwerken aufgestaut, um landwirtschaftliche Bewässerung zu ermöglichen, Wasserkraft zu erzeugen, vor Hochwasser zu schützen und auch um Trinkwasser bereitzustellen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Während Großstaudämme erhebliche Mengen an elektrischer Energie erzeugen, blockieren sie Fischwanderwege und stellen traditionelle Lebensweisen indigener Völker zur Disposition. Tausende von geplanten Staudammprojekten gefährden die letzten frei fließenden Flüsse der Welt. Während in Südamerika und an vielen anderen Orten weltweit neue Staudammprojekte vorangetrieben werden gibt es auch Bemühungen, besonders wertvolle Lachs- und Forellenflüsse durch Rückbau von Stauanlagen gezielt zu Restaurieren. Mit unserem Online-Seminar wollen wir einen Beitrag leisten, das Bewusstsein über die Bedeutung von Flüssen in den Klimaverhandlungen zu stärken.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wir lassen uns direkt von der Geschichte des erfolgreichen Rückbaus von 4 Staudämmen am Klamath River berichten. Mit dem <strong>Klamath River Accord</strong> richtet sich die staudammkritische Bewegung direkt an die Klima-COP 30 in Belem, Brasilien.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die brasilianische Anti-Staudammbewegung stellt auf dem Workshop ihre Situation dar und ihre alternativen Projekte vor. Mit den Aktivist*innen der brasilianischen Bewegung MAB planen wir die Beteiligung und Aktionen zur Klima COP 30. Wir stellen auch den Bezug zur Klimabewegung in Deutschland her. Das Klimakollektiv wird von den Aktionstagen an der Weser berichten, die sich der zerstörerischen Futtermittelindustrie widmen und ihre auch für 2026 geplanten Flusscamps vorstellen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das Onlineseminar soll als Kombination von Kurzvorträgen und Arbeitsgruppen stattfinden.- Wir streben Übersetzung in Deutsch, Englisch und Spanisch an.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Programm</strong><br />
17:00-17:10 Uhr Begrüßung und Einführung<br />
<strong>17:10-17:30 Uhr</strong> <strong>Klamath River – the Largest Dam Removal in US History</strong><br />
<strong>Klamath River – First Descent</strong>, Brook Thompson, Yurok &amp; Karuk Native<br />
<strong>Klamath River Accord</strong>, Hayley Stuart, Ríos to Rivers<br />
(Vorträge auf Englisch)<br />
<strong>17:30-17:45 Uhr Anti-Staudamm-Bewegung in Brasilien + lokale Projekte</strong><br />
Moises, MAB, Brasilien (Vortrag auf Spanisch)<br />
<strong>17:45-18:00 Uhr Futtermittelanbau und Klimaschutz – Aktionstage und Flusscamps</strong><br />
Alex Wernke, Klima*Kollektiv<br />
<strong>18:00-18:30 Uhr Arbeitsgruppen / Breakout – Rooms</strong><br />
<strong>A) Aktionen und Beiträge zur Kima-Cop30 in Belém/Brasilien</strong><br />
<strong>Moderatorin:</strong> Heike Drillisch, GegenStrömung<br />
<strong>B) Schutz und Renaturierung von Flüssen, Staudammrückbau. Internationale</strong><br />
<strong>Vernetzung und Unterstützung. Moderator:</strong> Michael Bender (Living Rivers)<br />
<strong>C) Deutsche Verantwortung. Geplante Aktionen und Kampagnen in</strong><br />
<strong>Deutschland</strong><br />
<strong>Moderator</strong>: Alex Wernke, Klima*Kollektiv<br />
<strong>18:30-18:40 Berichte aus den Diskussionsgruppen / Breakout-Rooms</strong><br />
<strong>18:40-18:45 Uhr Abschluss und Ausblick</strong><br />
<strong>Moderation:</strong> Michael Bender (Stiftung Living Rivers / GRÜNE LIGA)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Agenda finden Sie hier: <a href="https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2025/09/Online_Seminar_Dams_Climate_COP30_15Okt2025_Programm-1.pdf">Online_Seminar_Dams_Climate_COP30_15Okt2025_Programm</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Anmeldung</strong> bitte per Mail an <a href="mailto:hrkalovic@forumue.de">hrkalovic@forumue.de</a> (bis 13. Oktober möglich).</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Brasilien: Klage gegen IBAMA wegen Wasserkraftwerk Castanheira</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/brasilien-klage-gegen-ibama-wegen-wasserkraftwerk-castanheira/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Mar 2024 15:15:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Frei Fließende Flüsse]]></category>
		<category><![CDATA[Staudämme]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft und Biodiversität]]></category>
		<category><![CDATA[Arinos]]></category>
		<category><![CDATA[Castanheira]]></category>
		<category><![CDATA[Juruena]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.gegenstroemung.org/?p=3159</guid>

					<description><![CDATA[Die brasilianische Bundesstaatsanwaltschaft MPF und das Büro der Pflichtverteidiger:in der Union DPU teilten laut einem Medienbericht bei Foco Cidade mit, dass sie &#8222;eine öffentliche Zivilklage gegen das Brasilianische Institut für Umwelt und natürliche Ressourcen (IBAMA), gegen den Bundesstaat Mato Grosso und gegen die [staatliche] Energieforschungsgesellschaft EPE eingereicht haben, um das Genehmigungsverfahren für das Wasserkraftwerk Castanheira&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die brasilianische Bundesstaatsanwaltschaft MPF und das Büro der Pflichtverteidiger:in der Union DPU teilten <a href="https://fococidade.com.br/materia/61735/mpf-e-dpu-tentam-suspender-licenciamento-de-usina-hidreletrica-em-mt" target="_blank" rel="noopener">laut einem Medienbericht bei Foco Cidade</a> mit, dass sie &#8222;eine öffentliche Zivilklage gegen das Brasilianische Institut für Umwelt und natürliche Ressourcen (IBAMA), gegen den Bundesstaat Mato Grosso und gegen die [staatliche] Energieforschungsgesellschaft EPE eingereicht haben, um das Genehmigungsverfahren für das Wasserkraftwerk Castanheira auszusetzen, das am Fluss Arinos im Tapajós-Becken im [Munizip] Juara im Bundesstaat Mato Grosso gebaut werden soll&#8220;.</p>
<p>Die Bundesstaatsanwaltschaft MPF wird zitiert, sie fordere, dass das Bundesgericht die sofortige Aussetzung der Genehmigung für das Kraftwerk Castanheira anordne, bis das endgültige Urteil in diesem Fall ergangen ist und die Zuständigkeit der IBAMA für die Genehmigung des Projekts festgestellt wurde. Der Klage zufolge werde die Umweltgenehmigung für das Kraftwerk vom Umweltsekretariat des Bundesstaates Mato Grosso Sema-MT erteilt, das nicht über die Zuständigkeit der IBAMA verfüge, die für die Analyse der nationalen oder regionalen Umweltauswirkungen des Projekts zuständig wäre. In der Klage wird auch darauf hingewiesen, dass die von EPE vorgelegte Umweltverträglichkeitsstudie (&#8222;EIA&#8220;) und der Umweltverträglichkeitsbericht (&#8222;Rima&#8220;) unzureichend und unvollständig seien, da sie weder die kumulativen und synergetischen Auswirkungen des Kraftwerks mit anderen Wasserkraftprojekten im gleichen Einzugsgebiet noch die Auswirkungen auf die betroffenen indigenen Gebiete und Völker berücksichtigten.</p>
<p>Obwohl das Castanheira-Kraftwerk für eine installierte Leistung von 140 Megawatt ausgelegt ist, wird es laut der Klage nur etwa 98 MW an gesicherter Leistung erzeugen können, so der medienbericht . Der Stausee wird eine Fläche von etwa 94 Quadratkilometern umfassen. Das Projekt ist Teil des Wasserkraftinfrastrukturplanes für das Juruena-Flussgebiet, das die Errichtung von Dutzenden von Wasserkraftprojekten in der Region vorsieht. Aus diesem Grund sollte es im Kontext des gesamten Flussbeckens betrachtet werden, zusammen mit Hunderten von anderen Wasserkraftprojekten, die sich größtenteils noch im Planungsstadium befinden, so die Kläger MPF und DPU.</p>
<p>Wie <a href="https://www.gegenstroemung.org/blog/geplantes-wasserkraftwerk-castanheira-am-rio-arinos-im-wassereinzugsgebiet-des-rio-juruena-bedroht-ernaehrungssouveraenitaet-indigener/" target="_blank" rel="noopener">von GegenStrömung bereits in der Vergangenheit berichtet</a>, sieht die Planung des im Rahmen eines Bundesprogramms gestützten Wasserkraftwerks Castanheira am Fluss Arinos in der Region Juara, rund 690 km von Cuiabá entfernt gelegen, vor, dass die Flutung des gebietes für den Stausee die Biodiversität massiv in leidenschaft ziehen würde und dass durch den Staudammbau 97 Wanderfischarten in ihrer Existenz bedroht würden. Da diese Fische eine der Hauptnahrungsquellen der in der Region lebenden Indigenen darstellen, sehen Forscher:innen die Gefährdung der Ernährungssouveränität der in der Region lebenden Indigenen und Flussanwohnenden.</p>
<p>// <a href="https://www.gegenstroemung.org" target="_blank" rel="noopener">Christian Russau</a></p>
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		<title>Indigene wollen Sankt-Lorenz-Strom mit eigener Rechtsform</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/indigene-wollen-sankt-lorenz-strom-mit-eigener-rechtsform/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 May 2023 08:41:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Frei Fließende Flüsse]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtssubjekt Fluss]]></category>
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					<description><![CDATA[Indigene Kanadas fordern für den Sankt-Lorenz-Strom Sonderstatus als juristische Person mit eigenen Rechten Der Sankt-Lorenz-Strom könnte bald einen Sonderstatus als &#8222;Person&#8220; mit zusätzlichen Rechten und Schutzmaßnahmen erhalten, nachdem die Versammlung der First Nations Quebec-Labrador (AFNQL) kürzlich eine Resolution verabschiedet hat. Dies berichten kanadische Medien übereinstimmend. Die indigenen Vertreter:innen der Versammlung der First Nations Quebec-Labrador (AFNQL)&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Indigene Kanadas fordern für den Sankt-Lorenz-Strom Sonderstatus als juristische Person mit eigenen Rechten</em></p>
<p>Der Sankt-Lorenz-Strom könnte bald einen Sonderstatus als &#8222;Person&#8220; mit zusätzlichen Rechten und Schutzmaßnahmen erhalten, nachdem die Versammlung der First Nations Quebec-Labrador (AFNQL) kürzlich eine Resolution verabschiedet hat. Dies berichten <a href="https://montreal.ctvnews.ca/first-nations-chiefs-adopt-resolution-declaring-st-lawrence-river-a-legal-person-1.6369335" target="_blank" rel="noopener">kanadische Medien übereinstimmend</a>. Die indigenen Vertreter:innen der Versammlung der First Nations Quebec-Labrador (AFNQL) versammelten sich am 19. April und stimmten einstimmig für eine Resolution, die dem zweitgrößten Fluss Kanadas eine eigene Rechtspersönlichkeit verleiht. Der Vorsitzende Ghislain Picard war am Montag in New York, um die Resolution zusammen mit Jean-Charles Piétacho, Vorsitzender des Innu-Rates von Ekuanitshit, bei den Vereinten Nationen einzureichen. In der Resolution vom 19. April heißt es dem Medienbericht zufolge, dass der Sankt-Lorenz-Strom, ein 1.197 Kilometer langes Wassersystem, &#8222;mehreren unmittelbaren Bedrohungen ausgesetzt ist, die die Existenz und die Lebensweise derjenigen gefährden, die für ihr Wohlergehen von ihm abhängen&#8220;, und dass die First Nations verpflichtet seien, seine Unversehrtheit als &#8222;angestammte Wächter:innen des Territoriums und der Gewässer, einschließlich des Flusses und seiner Nebenflüsse&#8220;, zu verteidigen.</p>
<p>Der Versammlungsrat der AFNQL folgt damit den vorherigen Beschlüssen der indigenen Gruppen im Norden Quebecs. Dort hatten sich die örtlichen indigenen Innu-Räte in Bezug auf den Magpie River (in der Innu-Sprache auch Muteshekau-shipu genannt) in Quebecs Cote-Nord den Status einer Rechtspersönlichkeit verliehen. Auch andernorts gewinnt die Idee, Flüssen einen eigenen juristischen Rechtsstatus zuzusprechen, an Bedeutung. 2011 wurde der Vilcabamba-Fluss in Ecuador als erster Fluss weltweit anerkannt, der zu seinem Recht kam. Ecuador hatte zuvor im Jahre 2008 &#8222;Mutter Erde&#8220; in der Verfassung als juristische Person eingeschrieben, so dass lokale Initiativen daraufhin argumentativ drängen konnten, dem Vilcamba einen eigenen Rechtsstatur zuzuweisen. 2017 verabschiedete das neuseeländische Parlament ein Gesetz, mit dem der Whanganui-Fluss zu einer juristischen Person erklärt wurde. Gleiches geschah 2017 in <a href="https://www.gegenstroemung.org/blog/nach-whanganui-fluss-in-neuseeland-nun-auch-der-ganges-in-uttarakhand-in-indien-als-juristische-person-anerkannt/" target="_blank" rel="noopener">Uttarakhand in Indien</a>. Durch diese neue Rechtssetzung erhoffen sich Fluss- und Wasserverteidiger:innen unter anderem, im Falle von Verschmutzung des Flusses dies nicht mehr nur Vergehen, sondern juristisch als Straftat bis hin zu Körperverletzung werten und ahnden zu können. Der Theorie nach könnte solch ein juristischer Rechtsanspruch auch Infrastrukturprojekte wie Wasserkraftwerke und Staudämme verhinden helfen. Dies wäre schon ein weiterer wichtiger Schritt hin zu sauberen und frei fliessenden Flüssen.</p>
<p>// <a href="https://www.outro-mundo.org" target="_blank" rel="noopener">Christian Russau</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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