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	<title>Frei Fließende Flüsse &#8211; GegenStrömung</title>
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	<title>Frei Fließende Flüsse &#8211; GegenStrömung</title>
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		<title>Quelle des Lebens? Flüsse, Wasserkraft und die Klimakrise</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/quelle-des-lebens-fluesse-wasserkraft-und-die-klimakrise/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Tanja Löbbecke]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Sep 2025 19:35:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Feature]]></category>
		<category><![CDATA[Frei Fließende Flüsse]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>
		<category><![CDATA[COP30]]></category>
		<category><![CDATA[Klamath River]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Staudammrückbau]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft]]></category>
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					<description><![CDATA[Online-Seminar von GegenStrömung, Stiftung Living Rivers und der FUE-AG Wasser in Kooperation mit RiosToRivers, dem Klimakollektiv &#38; weiteren Partnern Mittwoch, 15. Oktober 2025 I 17:00 – 18:45 Uhr (8.00 a.m.m to 9.45 a.m. Pacific time) &#160; Flüsse sind die Lebensadern unseres Planeten. Sie bieten mit ihren Auen vielfältige natürliche Lebensräume für Wanderfische, Kleintiere und viele&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Online-Seminar von <a href="https://www.gegenstroemung.org/">GegenStrömung</a>, <a href="https://www.living-rivers.eu/de/home/">Stiftung Living Rivers</a> und der FUE-AG Wasser in Kooperation mit <a href="https://www.riostorivers.org/">RiosToRivers</a>, dem <a href="https://klimakollektiv.org/">Klimakollektiv</a> &amp; weiteren Partnern<br />
</strong>Mittwoch, 15. Oktober 2025 I 17:00 – 18:45 Uhr (<strong>8.00 a.m.m to 9.45 a.m. Pacific time)</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Flüsse sind die Lebensadern unseres Planeten. Sie bieten mit ihren Auen vielfältige natürliche Lebensräume für Wanderfische, Kleintiere und viele semiaquatische Arten. Gleichzeitig stellen sie Kristallisationsräume für die menschliche Nutzung und Besiedlung bereit, werden eingedeicht, kanalisiert und mit Querbauwerken aufgestaut, um landwirtschaftliche Bewässerung zu ermöglichen, Wasserkraft zu erzeugen, vor Hochwasser zu schützen und auch um Trinkwasser bereitzustellen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Während Großstaudämme erhebliche Mengen an elektrischer Energie erzeugen, blockieren sie Fischwanderwege und stellen traditionelle Lebensweisen indigener Völker zur Disposition. Tausende von geplanten Staudammprojekten gefährden die letzten frei fließenden Flüsse der Welt. Während in Südamerika und an vielen anderen Orten weltweit neue Staudammprojekte vorangetrieben werden gibt es auch Bemühungen, besonders wertvolle Lachs- und Forellenflüsse durch Rückbau von Stauanlagen gezielt zu Restaurieren. Mit unserem Online-Seminar wollen wir einen Beitrag leisten, das Bewusstsein über die Bedeutung von Flüssen in den Klimaverhandlungen zu stärken.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wir lassen uns direkt von der Geschichte des erfolgreichen Rückbaus von 4 Staudämmen am Klamath River berichten. Mit dem <strong>Klamath River Accord</strong> richtet sich die staudammkritische Bewegung direkt an die Klima-COP 30 in Belem, Brasilien.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die brasilianische Anti-Staudammbewegung stellt auf dem Workshop ihre Situation dar und ihre alternativen Projekte vor. Mit den Aktivist*innen der brasilianischen Bewegung MAB planen wir die Beteiligung und Aktionen zur Klima COP 30. Wir stellen auch den Bezug zur Klimabewegung in Deutschland her. Das Klimakollektiv wird von den Aktionstagen an der Weser berichten, die sich der zerstörerischen Futtermittelindustrie widmen und ihre auch für 2026 geplanten Flusscamps vorstellen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das Onlineseminar soll als Kombination von Kurzvorträgen und Arbeitsgruppen stattfinden.- Wir streben Übersetzung in Deutsch, Englisch und Spanisch an.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Programm</strong><br />
17:00-17:10 Uhr Begrüßung und Einführung<br />
<strong>17:10-17:30 Uhr</strong> <strong>Klamath River – the Largest Dam Removal in US History</strong><br />
<strong>Klamath River – First Descent</strong>, Brook Thompson, Yurok &amp; Karuk Native<br />
<strong>Klamath River Accord</strong>, Hayley Stuart, Ríos to Rivers<br />
(Vorträge auf Englisch)<br />
<strong>17:30-17:45 Uhr Anti-Staudamm-Bewegung in Brasilien + lokale Projekte</strong><br />
Moises, MAB, Brasilien (Vortrag auf Spanisch)<br />
<strong>17:45-18:00 Uhr Futtermittelanbau und Klimaschutz – Aktionstage und Flusscamps</strong><br />
Alex Wernke, Klima*Kollektiv<br />
<strong>18:00-18:30 Uhr Arbeitsgruppen / Breakout – Rooms</strong><br />
<strong>A) Aktionen und Beiträge zur Kima-Cop30 in Belém/Brasilien</strong><br />
<strong>Moderatorin:</strong> Heike Drillisch, GegenStrömung<br />
<strong>B) Schutz und Renaturierung von Flüssen, Staudammrückbau. Internationale</strong><br />
<strong>Vernetzung und Unterstützung. Moderator:</strong> Michael Bender (Living Rivers)<br />
<strong>C) Deutsche Verantwortung. Geplante Aktionen und Kampagnen in</strong><br />
<strong>Deutschland</strong><br />
<strong>Moderator</strong>: Alex Wernke, Klima*Kollektiv<br />
<strong>18:30-18:40 Berichte aus den Diskussionsgruppen / Breakout-Rooms</strong><br />
<strong>18:40-18:45 Uhr Abschluss und Ausblick</strong><br />
<strong>Moderation:</strong> Michael Bender (Stiftung Living Rivers / GRÜNE LIGA)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Agenda finden Sie hier: <a href="https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2025/09/Online_Seminar_Dams_Climate_COP30_15Okt2025_Programm-1.pdf">Online_Seminar_Dams_Climate_COP30_15Okt2025_Programm</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Anmeldung</strong> bitte per Mail an <a href="mailto:hrkalovic@forumue.de">hrkalovic@forumue.de</a> (bis 13. Oktober möglich).</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Brasilien: Klage gegen IBAMA wegen Wasserkraftwerk Castanheira</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/brasilien-klage-gegen-ibama-wegen-wasserkraftwerk-castanheira/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Mar 2024 15:15:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Frei Fließende Flüsse]]></category>
		<category><![CDATA[Staudämme]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft und Biodiversität]]></category>
		<category><![CDATA[Arinos]]></category>
		<category><![CDATA[Castanheira]]></category>
		<category><![CDATA[Juruena]]></category>
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					<description><![CDATA[Die brasilianische Bundesstaatsanwaltschaft MPF und das Büro der Pflichtverteidiger:in der Union DPU teilten laut einem Medienbericht bei Foco Cidade mit, dass sie &#8222;eine öffentliche Zivilklage gegen das Brasilianische Institut für Umwelt und natürliche Ressourcen (IBAMA), gegen den Bundesstaat Mato Grosso und gegen die [staatliche] Energieforschungsgesellschaft EPE eingereicht haben, um das Genehmigungsverfahren für das Wasserkraftwerk Castanheira&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die brasilianische Bundesstaatsanwaltschaft MPF und das Büro der Pflichtverteidiger:in der Union DPU teilten <a href="https://fococidade.com.br/materia/61735/mpf-e-dpu-tentam-suspender-licenciamento-de-usina-hidreletrica-em-mt" target="_blank" rel="noopener">laut einem Medienbericht bei Foco Cidade</a> mit, dass sie &#8222;eine öffentliche Zivilklage gegen das Brasilianische Institut für Umwelt und natürliche Ressourcen (IBAMA), gegen den Bundesstaat Mato Grosso und gegen die [staatliche] Energieforschungsgesellschaft EPE eingereicht haben, um das Genehmigungsverfahren für das Wasserkraftwerk Castanheira auszusetzen, das am Fluss Arinos im Tapajós-Becken im [Munizip] Juara im Bundesstaat Mato Grosso gebaut werden soll&#8220;.</p>
<p>Die Bundesstaatsanwaltschaft MPF wird zitiert, sie fordere, dass das Bundesgericht die sofortige Aussetzung der Genehmigung für das Kraftwerk Castanheira anordne, bis das endgültige Urteil in diesem Fall ergangen ist und die Zuständigkeit der IBAMA für die Genehmigung des Projekts festgestellt wurde. Der Klage zufolge werde die Umweltgenehmigung für das Kraftwerk vom Umweltsekretariat des Bundesstaates Mato Grosso Sema-MT erteilt, das nicht über die Zuständigkeit der IBAMA verfüge, die für die Analyse der nationalen oder regionalen Umweltauswirkungen des Projekts zuständig wäre. In der Klage wird auch darauf hingewiesen, dass die von EPE vorgelegte Umweltverträglichkeitsstudie (&#8222;EIA&#8220;) und der Umweltverträglichkeitsbericht (&#8222;Rima&#8220;) unzureichend und unvollständig seien, da sie weder die kumulativen und synergetischen Auswirkungen des Kraftwerks mit anderen Wasserkraftprojekten im gleichen Einzugsgebiet noch die Auswirkungen auf die betroffenen indigenen Gebiete und Völker berücksichtigten.</p>
<p>Obwohl das Castanheira-Kraftwerk für eine installierte Leistung von 140 Megawatt ausgelegt ist, wird es laut der Klage nur etwa 98 MW an gesicherter Leistung erzeugen können, so der medienbericht . Der Stausee wird eine Fläche von etwa 94 Quadratkilometern umfassen. Das Projekt ist Teil des Wasserkraftinfrastrukturplanes für das Juruena-Flussgebiet, das die Errichtung von Dutzenden von Wasserkraftprojekten in der Region vorsieht. Aus diesem Grund sollte es im Kontext des gesamten Flussbeckens betrachtet werden, zusammen mit Hunderten von anderen Wasserkraftprojekten, die sich größtenteils noch im Planungsstadium befinden, so die Kläger MPF und DPU.</p>
<p>Wie <a href="https://www.gegenstroemung.org/blog/geplantes-wasserkraftwerk-castanheira-am-rio-arinos-im-wassereinzugsgebiet-des-rio-juruena-bedroht-ernaehrungssouveraenitaet-indigener/" target="_blank" rel="noopener">von GegenStrömung bereits in der Vergangenheit berichtet</a>, sieht die Planung des im Rahmen eines Bundesprogramms gestützten Wasserkraftwerks Castanheira am Fluss Arinos in der Region Juara, rund 690 km von Cuiabá entfernt gelegen, vor, dass die Flutung des gebietes für den Stausee die Biodiversität massiv in leidenschaft ziehen würde und dass durch den Staudammbau 97 Wanderfischarten in ihrer Existenz bedroht würden. Da diese Fische eine der Hauptnahrungsquellen der in der Region lebenden Indigenen darstellen, sehen Forscher:innen die Gefährdung der Ernährungssouveränität der in der Region lebenden Indigenen und Flussanwohnenden.</p>
<p>// <a href="https://www.gegenstroemung.org" target="_blank" rel="noopener">Christian Russau</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Indigene wollen Sankt-Lorenz-Strom mit eigener Rechtsform</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/indigene-wollen-sankt-lorenz-strom-mit-eigener-rechtsform/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 May 2023 08:41:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Frei Fließende Flüsse]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtssubjekt Fluss]]></category>
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					<description><![CDATA[Indigene Kanadas fordern für den Sankt-Lorenz-Strom Sonderstatus als juristische Person mit eigenen Rechten Der Sankt-Lorenz-Strom könnte bald einen Sonderstatus als &#8222;Person&#8220; mit zusätzlichen Rechten und Schutzmaßnahmen erhalten, nachdem die Versammlung der First Nations Quebec-Labrador (AFNQL) kürzlich eine Resolution verabschiedet hat. Dies berichten kanadische Medien übereinstimmend. Die indigenen Vertreter:innen der Versammlung der First Nations Quebec-Labrador (AFNQL)&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Indigene Kanadas fordern für den Sankt-Lorenz-Strom Sonderstatus als juristische Person mit eigenen Rechten</em></p>
<p>Der Sankt-Lorenz-Strom könnte bald einen Sonderstatus als &#8222;Person&#8220; mit zusätzlichen Rechten und Schutzmaßnahmen erhalten, nachdem die Versammlung der First Nations Quebec-Labrador (AFNQL) kürzlich eine Resolution verabschiedet hat. Dies berichten <a href="https://montreal.ctvnews.ca/first-nations-chiefs-adopt-resolution-declaring-st-lawrence-river-a-legal-person-1.6369335" target="_blank" rel="noopener">kanadische Medien übereinstimmend</a>. Die indigenen Vertreter:innen der Versammlung der First Nations Quebec-Labrador (AFNQL) versammelten sich am 19. April und stimmten einstimmig für eine Resolution, die dem zweitgrößten Fluss Kanadas eine eigene Rechtspersönlichkeit verleiht. Der Vorsitzende Ghislain Picard war am Montag in New York, um die Resolution zusammen mit Jean-Charles Piétacho, Vorsitzender des Innu-Rates von Ekuanitshit, bei den Vereinten Nationen einzureichen. In der Resolution vom 19. April heißt es dem Medienbericht zufolge, dass der Sankt-Lorenz-Strom, ein 1.197 Kilometer langes Wassersystem, &#8222;mehreren unmittelbaren Bedrohungen ausgesetzt ist, die die Existenz und die Lebensweise derjenigen gefährden, die für ihr Wohlergehen von ihm abhängen&#8220;, und dass die First Nations verpflichtet seien, seine Unversehrtheit als &#8222;angestammte Wächter:innen des Territoriums und der Gewässer, einschließlich des Flusses und seiner Nebenflüsse&#8220;, zu verteidigen.</p>
<p>Der Versammlungsrat der AFNQL folgt damit den vorherigen Beschlüssen der indigenen Gruppen im Norden Quebecs. Dort hatten sich die örtlichen indigenen Innu-Räte in Bezug auf den Magpie River (in der Innu-Sprache auch Muteshekau-shipu genannt) in Quebecs Cote-Nord den Status einer Rechtspersönlichkeit verliehen. Auch andernorts gewinnt die Idee, Flüssen einen eigenen juristischen Rechtsstatus zuzusprechen, an Bedeutung. 2011 wurde der Vilcabamba-Fluss in Ecuador als erster Fluss weltweit anerkannt, der zu seinem Recht kam. Ecuador hatte zuvor im Jahre 2008 &#8222;Mutter Erde&#8220; in der Verfassung als juristische Person eingeschrieben, so dass lokale Initiativen daraufhin argumentativ drängen konnten, dem Vilcamba einen eigenen Rechtsstatur zuzuweisen. 2017 verabschiedete das neuseeländische Parlament ein Gesetz, mit dem der Whanganui-Fluss zu einer juristischen Person erklärt wurde. Gleiches geschah 2017 in <a href="https://www.gegenstroemung.org/blog/nach-whanganui-fluss-in-neuseeland-nun-auch-der-ganges-in-uttarakhand-in-indien-als-juristische-person-anerkannt/" target="_blank" rel="noopener">Uttarakhand in Indien</a>. Durch diese neue Rechtssetzung erhoffen sich Fluss- und Wasserverteidiger:innen unter anderem, im Falle von Verschmutzung des Flusses dies nicht mehr nur Vergehen, sondern juristisch als Straftat bis hin zu Körperverletzung werten und ahnden zu können. Der Theorie nach könnte solch ein juristischer Rechtsanspruch auch Infrastrukturprojekte wie Wasserkraftwerke und Staudämme verhinden helfen. Dies wäre schon ein weiterer wichtiger Schritt hin zu sauberen und frei fliessenden Flüssen.</p>
<p>// <a href="https://www.outro-mundo.org" target="_blank" rel="noopener">Christian Russau</a></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Drei neue Studien weisen auf die Biodiversitätsverluste durch Staudämme und Staureservoirs in Amazonien hin</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/drei-neue-studien-weisen-auf-die-biodiversitaetsverluste-durch-staudaemme-und-staureservoirs-in-amazonien-hin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Jan 2023 09:34:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Amazonas]]></category>
		<category><![CDATA[Belo Monte]]></category>
		<category><![CDATA[Frei Fließende Flüsse]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft und Biodiversität]]></category>
		<category><![CDATA[Amazonien]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Dezember vergangenen Jahres sind unabhängig voneinander drei neue Studien zu den Folgen von Staudämme und Staureservoirs in Brasiliens Amazonien erschienen, die auf die Biodiversitätsverluste durch Staudämme hinweisen. Von Christian Russau Eine in der Zeitschrift Conservation Science and Practice veröffentlichte Studie warnt davor, dass auf temporäre Migrationen angewiesene Tierarten gegenwärtig durch fast 900 Wasserkraftwerke im&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Im Dezember vergangenen Jahres sind unabhängig voneinander drei neue Studien zu den Folgen von Staudämme und Staureservoirs in Brasiliens Amazonien erschienen, die auf die Biodiversitätsverluste durch Staudämme hinweisen.</em></p>
<p>Von <a href="https://www.outro-mundo.org" target="_blank" rel="noopener">Christian Russau</a></p>
<p>Eine in der Zeitschrift <a href="https://conbio.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/csp2.12853" target="_blank" rel="noopener">Conservation Science and Practice veröffentlichte Studie</a> warnt davor, dass auf temporäre Migrationen angewiesene Tierarten gegenwärtig durch fast 900 Wasserkraftwerke im Amazonasbecken bedroht sind. Davon seien 434 fertig oder befänden im Bau, weitere 463 seien geplant. Die überwiegende Mehrheit der von den Wissenschaftler*innen untersuchten Projekte befinden sich in Brasilien, insbesondere in den Einzugsgebieten der Flüsse Tapajós, Araguaia und Tocantins. Die Wissenschaftler*innen errechneten, sollten alle diese Staudämme umgesetzt werden, so würden 18 von 93 Flüssen mit mehr als 500 km Länge unterbrochen sein &#8211; und somit die Wanderrouten vieler Wanderfische in Gefahr geraten. Von den 26 Flüssen über 1.000 km lang würden demnach nur neun ungestaut verbleiben.</p>
<p>Eine weitere Studie widmetet sich der Folgen der durch menschliche Eingriffe verursachten Waldfragmente im Amazonasgebiet und deren ökologischen Wechselwirkungen. Die in der <a href="https://www.cell.com/current-biology/fulltext/S0960-9822(22)01896-6" target="_blank" rel="noopener">Zeitschrift Current Biology veröffentlichte Studie</a>, an der Forscher*innen der staatlichen Universitäten von Campinas und Santa Cruz sowie weitere brasilianische Forscher*innen in Einrichtungen in den Vereinigten Staaten und im Vereinigten Königreich beteiligt waren, zeigt, wie Gebiete mit kontinuierlicher Vegetation ihre biologische Vielfalt zu bewahren vermögen im Gegensatz zu den durch Staureservoirs zu isolierten Gebieten gewordenen Gegenden, wo der Erhalt der biologischen Vielfalt nicht mehr gegeben ist wie in einem zusammenhängenden Wald. Die Umwandlung natürlicher Ökosysteme in vom Menschen veränderte Landschaften ist den Forscher*innen zufolge die Hauptursache für den Verlust der biologischen Vielfalt in terrestrischen Ökosystemen. Denn selbst wenn Arten in den verbliebenen Lebensräumen überleben, könnten die Populationen so klein werden, dass ökologische Interaktionen funktionell verloren gehen und lokale Interaktionsnetzwerke gestört werden, so die Studie. Dazu untersuchten die Forscher*innen Daten aus Erhebungen über Waldwirbeltiere und kombinierten dabei Modellierungen und Netzwerkanalysen, um zu untersuchen, wie die Struktur von Räuber-Beute-Netzwerken durch die Insellösung von Lebensräumen beeinflusst wurde, die durch ein Wasserkraftwerk im brasilianischen Amazonasgebiet verursacht wurden. Die Forscher*innen fanden heraus, dass die Netzwerkkomplexität, gemessen an der Interaktionsvielfalt, mit abnehmender Waldfläche nichtlinear abnahm. Während auf großen Waldinseln (&gt;100 ha) Beutetierarten mit 3-4 potenziellen Räubern verbunden waren, waren sie auf kleinen Inseln nur mit einem oder gar keinem Räuber mehr verbunden. Anhand von Aussterbesimulationen zeigen die Forscher*innen, dass die Unterschiede in der Netzwerkstruktur nicht durch das abundanzbedingte Aussterberisiko oder die Verfügbarkeit von Beutetieren erklärt werden können. Ihre Ergebnisse zeigten, so die Forscher*innen, dass der Verlust von Lebensraum zu einer abrupten Unterbrechung der terrestrischen Räuber-Beute-Netzwerke führen kann, wodurch Ökosysteme mit geringer Komplexität entstehen, die möglicherweise ihre Funktionalität nicht beibehalten. Die Freisetzung von Raubtieren auf einigen kleinen Inseln könne zu Kaskadeneffekten bei Pflanzen führen, die die Walddegradation beschleunigen, während Raubtier-Spillover auf anderen Inseln zu übermäßig ausgebeuteten Beutetierpopulationen führen könne. Die Analysen der Forscher*innen zeigten, dass der Schutz großer zusammenhängender Wälder neben der Erhaltung der Vielfalt für den Fortbestand von Interaktionsnetzwerken und damit verbundenen Ökosystemfunktionen erforderlich sei.</p>
<p>Eine dritte Studie &#8211; in der <a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1462901122002209?dgcid=raven_sd_via_email" target="_blank" rel="noopener">Fachzeitschrift Environmental Science &amp; Policy veröffentlicht</a> &#8211; kartiert die Dichte von Dämmen sogenannter kleiner Wasserkraftwerke mit einer Leistung von bis zu 30 Megawatt und Aquakulturfarmen im Bundesstaat Rondônia und in der Stadt Manaus im Bundesstaat Amazonas. Sie ermittelten 6.507 kleine Staudämme in diesen Regionen und stellten fest, dass deren kumulative Auswirkungen &#8222;in der Summe tiefgreifend sein können&#8220;, was zu einem Verlust der biologischen Vielfalt und einer erhöhten Entwaldungsrate führt sowie Fischwanderungen verhindert und die Lebensgrundlage der indigenen Bevölkerung beeinträchtigt.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Über 200 Staudämme in Europa abgebaut</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/ueber-200-staudaemme-in-europa-abgebaut/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thilo Papacek]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 May 2022 13:18:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Frei Fließende Flüsse]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft und Biodiversität]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft und Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft und Klimaanpassung]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft und Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[239 Staudäme in europäischen Flüssen in 17 verschiednen Ländern wurden im letzten Jahr abgebaut – eine Rekordzahl für ein Jahr. Dam Removal Europe &#8211; eine Koalition verschiedener Naturschutzorganisationen &#8211; begrüßte diese Entwicklung als enorm bedeutsam für den Schutz der bedrohten Biodiversität, wie der paneuropäische Sender euronews berichtet. Doch es bestehen weiterhing 150,000 Dämme und Wehre&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div dir="auto">239 Staudäme in europäischen Flüssen in 17 verschiednen Ländern wurden im letzten Jahr abgebaut – eine Rekordzahl für ein Jahr. Dam Removal Europe &#8211; eine Koalition verschiedener Naturschutzorganisationen &#8211; begrüßte diese Entwicklung als enorm bedeutsam für den Schutz der bedrohten Biodiversität, wie der <a href="https://www.euronews.com/green/2022/05/16/why-is-a-record-breaking-year-of-dam-removals-good-news-for-europe-s-wildlife?fbclid=IwAR1AThZEXEz1-fLkgppN1V6s7zc6SoTQx3Fe5b-cgnxmKHu7Nsi3vXWNSUE">paneuropäische Sender euronews berichtet</a>.</div>
<div dir="auto">Doch es bestehen weiterhing 150,000 Dämme und Wehre auf dem Kontinent, die keinen wirtschaftlichen oder anderen Nutzen mehr haben. Sie stellen lediglich Hindernisse für die Flussökologie dar. Dämme seien der Hauptgrund, weshalb der Bestand migrierender Fische in Europa in den letzten 50 Jahren um 93 Prozent zurückgegangen sei, <a href="https://www.theguardian.com/environment/2022/may/16/record-number-of-dams-removed-from-europe-rivers-in-2021-aoe?CMP=twt_a-environment_b-gdneco&amp;fbclid=IwAR37QExn848YXs-kFHO3xO3ujyTTAk1ic_AyyMs20eIJBJTLRpWWwWBQiqU">sagte Fernández Garrido von der World Fish Migration Foundation gegenüber der britischen Zeitung The Guardian</a>.  Er hofft, dass der Abbau alter Dämme noch zunehme, da Initiativen wie das <a href="https://openrivers.eu/">Open Rivers Programme</a> Mittel bereitstellt, um dies zu finanzieren.<br />
Gerade Angesichts der Bedrohung durch Flutkatastrophen – die sich nach Aussage des 6. Sachstandsberichts des Weltklimarats insbesondere in Europa massiv verstärken wird –, sollte vermehrt der Abbau von Staudämmen und Wehren gefördert werden, um die Flussläufe besser an den Klimawandel anzupassen.</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Staudamm zur Stromversorgung der Aluminiumschmelze von Rio Tinto Alcan in British Columbia verletzt indigene Fischrechte</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/staudamm-zur-stromversorgung-der-aluminiumschmelze-von-rio-tinto-alcan-in-british-columbia-verletzt-indigene-fischrechte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Jan 2022 18:42:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Frei Fließende Flüsse]]></category>
		<category><![CDATA[British Columbia]]></category>
		<category><![CDATA[Fischpopulation]]></category>
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					<description><![CDATA[[Symbolbild frei fliessende Flüsse. Foto: Verena Glass] Das Bundesgericht von British Columbia entschied Anfang Januar dieses Jahres, dass der Anfang der 1950er Jahre errichtete Kenney-Staudamm am Nechako River die traditionellen Fischrechte der indigenen Bevölkerung verletzt. Der Bundesrichter Nigel Kent urteilte, dass die angestammten, traditionellen Rechte der indigenen Saik&#8217;uz and Stellat&#8217;en auf ihren Fischfang &#8211; vornehmlich&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>[Symbolbild frei fliessende Flüsse. Foto: Verena Glass]</p>
<p>Das Bundesgericht von British Columbia entschied Anfang Januar dieses Jahres, dass der Anfang der 1950er Jahre errichtete Kenney-Staudamm am Nechako River die traditionellen Fischrechte der indigenen Bevölkerung verletzt. Der Bundesrichter Nigel Kent urteilte, dass die angestammten, traditionellen Rechte der indigenen Saik&#8217;uz and Stellat&#8217;en auf ihren Fischfang &#8211; vornehmlich Stör und Lachs &#8211; durch den Staudammbau verletzt würden, da der Damm den Flusslauf verändere und die Fischpopulationen dadurch in Gefahr gerieten, <a href="https://www.cbc.ca/news/canada/british-columbia/first-nations-nechako-rio-tinto-1.6308025" target="_blank" rel="noopener">so Medienberichte</a>. Der Richter wies aber in der von den Saik&#8217;uz and Stellat&#8217;en bereits im Jahr 2011 eingereichten Klage gegen die Staudammeigentümerin, die Rio Tinto Alcan, die Forderung der Saik&#8217;uz and Stellat&#8217;en zurück, den Flusslauf des Nechako dergestalt zu ändern, dass die Fischerei- und Wasserrechte der First Nations wieder hergestellt werden. Der Bundesrichter sah es als erwiesen an, dass Rio Tinto Alcan alle Auflagen seitens der Regierung entsprechend der Gesetzgebung erfüllt habe. Somit deutet der Urteilsspruch des Richters auf die besondere Verantwortung von Land und Bund, <a href="https://vancouversun.com/news/supreme-court-of-b-c-rules-nechako-dam-a-nuisance-to-indigenous-fishing-rights">so Medien</a>.</p>
<p>Denn wenn der Urteilsspruch einerseits die indigenen Fischrechte durch den Damm verletzt sähe, aber andererseits dem Unternehmen bestätigte, alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt zu haben, so deutet dies eine Kritik des Richters an der gesetzgeberischen Seite an, die eben gesetzliche Vorgaben hätte machen müssen, die in ihrer Konsequenz die indigenen Fischrechte nicht verletze. Da aber die Klage sich nicht gegen die Regierung richtete, entschied der Richter diesbezüglich nichts. Der Firma Rio Tinto Alcan wurde das Recht auf Fortführen des Dammes somit impliziert durch den Urteilsspruch erstmal gewährt, der Richter schloss es aber explizit nicht aus, dass es zu einer Verurteilung der Firma wegen Verletzung der indigenen Fischereirechte kommen könnte, wenn Gesetzesauflagen nicht eingehalten würden. Damit seien aber explizit nicht nur Strafzahlungen an den Staat, sondern auch die Möglichkeit der zivil- oder strafrechtlichen Klagen der betroffenen Indigenen gegen die verantwortliche Firma gemeint, also Entschädigungszahlungen. Sollte also die Gesetzgebung nun in Zukunft mehr auf das Grundrecht der Indigenen achten, so würde dies die Gesetzeslage und die damit zusammenhängenden Auflagen verschärfen.</p>
<p>Betroffene Indigene jedenfalls zeigten sich einerseits enttäuscht, dass ihrer Forderung nach Flusslaufänderung seitens des Gerichtes nicht nachgekommen wurde, aber begrüßten die gerichtlich erfolgte grundsätzliche Stärkung der indigenen Rechte. Das Urteil kann von den Parteien noch durch Berufung überprüft werden.</p>
<p>Der Nechako-Fluss wurde Anfang der 1950er Jahre nahe seiner Quelle am östlichen Rand der Kitimat Ranges aufgestaut, um die Alcan-Aluminiumschmelze in Kitimat mit Strom zu versorgen, die heute dem australischen Unternehmen Rio Tinto gehört. Infolgedessen wurden Gemeinden von dem 230 km langen Stauseesystem westlich des Damms umgesiedelt und das ursprüngliche Gebiet geflutet, der Fluss im Osten wurde erheblich verändert und mithin die Fischpopulationen in Mitleidenschaft gezogen.</p>
<p>// <a href="https://www.outro-mundo.org">Christian Russau</a></p>
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		<title>ONLINEVERANSTALTUNG: Die gefährdeten Quellflüsse des Amazonas – Wasserkraft auf der COP26</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/onlineveranstaltung-die-gefaehrdeten-quellfluesse-des-amazonas-wasserkraft-auf-der-cop26/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Nov 2021 13:05:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Amazonas]]></category>
		<category><![CDATA[Frei Fließende Flüsse]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft und Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft und Klima]]></category>
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					<description><![CDATA[Große Wasserkraftwerke gehören zu den größten Bedrohungen des Amazonas-Regenwaldes und der lokalen Bevölkerung – nicht nur überfluten sie große Gebiete und zerstören aquatische Ökosysteme, sondern sie bieten auch Infrastruktur für andere schädliche Wirtschaftsaktivitäten, insbesondere Bergbau. Zudem erhöhen sie massiv die Anfälligkeit für die Folgen des Klimawandels: Dürren führen dazu, dass Wasserkraftwerke in Amazonien weit weniger&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Große Wasserkraftwerke gehören zu den größten Bedrohungen des Amazonas-Regenwaldes und der lokalen Bevölkerung – nicht nur überfluten sie große Gebiete und zerstören aquatische Ökosysteme, sondern sie bieten auch Infrastruktur für andere schädliche Wirtschaftsaktivitäten, insbesondere Bergbau. Zudem erhöhen sie massiv die Anfälligkeit für die Folgen des Klimawandels: Dürren führen dazu, dass Wasserkraftwerke in Amazonien weit weniger effizient sind, als in den Projektplänen vorgesehen. Überflutungen wiederum können durch Staudämme in ihren Auswirkungen massiv verschlimmert werden.</p>
<p>Dennoch versucht die globale Staudammindustrie die Weltgemeinschaft zum massiven Ausbau der Wasserkraft zu drängen, mit Verweis auf die Notwendigkeit der Dekarbonisierung angesichts der Klimakrise. Sie lobbyiert dafür, dass Wasserkraftprojekte für Klimafinanzierungen in Frage kommen und als Nationale Beiträge anerkannt werden. Ein Bündnis von über 340 Menschenrechts- und Umweltorganisationen warnt genau davor.</p>
<p><em>Über die Hintergründe in Amazonien, aktuelle Entwicklungen auf der Klimakonferenz und warum Wasserkraft als eine „false Solution“ („schlechte Lösung“) für die Klimakrise gelten sollte, informiert Dr. Thilo F. Papacek von der Initiative GegenStrömung in einem Onlineseminar.</em></p>
<p style="text-align: center;"><strong>6. Dezember // 20:00-21:30</strong></p>
<p><em><strong>Zur Anmeldung schicken Sie bitte eine Email an:        gegenstroemung@gegenstroemung.org<br />
</strong>                                                                                             Betreff: &#8222;Onlineseminar Gefährdete Quellflüsse.“<br />
</em><em>                                                                                             (ein Teilnahmelink wird Ihnen dann versandt)</em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Massiv gefährdete Lachspopulation: Streit um Rückbau der Staudämme am Snake River geht weiter</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/massiv-gefaehrdete-lachspopulation-streit-um-rueckbau-der-staudaemme-am-snake-river-geht-weiter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 May 2021 06:56:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Frei Fließende Flüsse]]></category>
		<category><![CDATA[Proteste]]></category>
		<category><![CDATA[Staudämme]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft und Biodiversität]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft und Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft und Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Rückbau]]></category>
		<category><![CDATA[Snake River]]></category>
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					<description><![CDATA[Rückbau der vier Staudämme am Snake River schien beschlossen, selbst ein einflussreicher republikanischer Bundes-Abgeordneter aus Idaho hatte Anfang des Jahres einen 33,5 Milliarden US-Dollar schweren Dammrückbauplan vorgestellt, die vom Lachsrückgang im Snake River betroffenen Indigenen und die Umweltschützer:innen waren zufrieden, doch nun schießen demokratische Politiker:innen - ein Gouverneur und Senator:innen - quer. Indigene Gruppen protestieren.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rückbau der vier Staudämme am Snake River schien beschlossen, selbst ein einflussreicher republikanischer Bundes-Abgeordneter aus Idaho hatte Anfang des Jahres einen 33,5 Milliarden US-Dollar schweren Dammrückbauplan vorgestellt, die vom Lachsrückgang im Snake River betroffenen Indigenen und die Umweltschützer:innen waren zufrieden, doch nun schießen demokratische Politiker:innen &#8211; ein Gouverneur und Senator:innen &#8211; quer. Indigene Gruppen protestieren.</em></p>
<p>Von <a href="https://www.outro-mundo.org" target="_blank" rel="noopener">Christian Russau</a></p>
<p>Es schien endlich klar zu sein, allen schien die extreme Situation am Snake River klar geworden zu sein. Die seit Jahrzehnten am Snake River im Nordosten der USA befindlichen Staudämme müssen weg, da das biologische Gleichgewicht und vor allem das der Lachspopulationen kollabiert ist. Bereits mehrmals war ein solcher Rückbau gerichtlich angeordnet worden, letztlich, nach jahrzehntelangem Kampf schienen sich Indigene, Umweltschützer:innen, Anrainer:innen, die Wirtschaft und auch die Politik einig, den bisher vorläufigen Höhepunkt setzte ein republikanischer Abgeordneter aus Idaho, der Anfang des Jahres einen 33,5 Milliarden US-Dollar schweren Dammrückbauplan vorgestellt hatte. Alles paletti?</p>
<p>Nein, denn nun schiessen der demokratische Gouverneur vom Staate Washington, Gov. Jay Inslee, und die ebenfalls demokratische Senatorin für Washington, U.S. Sen. Patty Murray, D-Wash., quer. &#8222;Während wir die Bemühungen vom Mitglied des Repräsentantenhauses [Mike] Simpson [aus Idaho] und die Gespräche, die wir bisher mit Stämmen und Interessenvertretern geführt haben, schätzen, ist es klar, dass mehr Arbeit innerhalb des pazifischen Nordwestens notwendig ist, um eine dauerhafte, umfassende Lösung zu schaffen, und wir glauben nicht, dass der Vorschlag von Simpson in das vorgeschlagene Bundesinfrastrukturpaket aufgenommen werden kann&#8220;, sagten US-Senatorin Patty Murray und Gouverneur Jay Inslee in einer <a href="https://www.seattletimes.com/seattle-news/environment/gov-inslee-washington-states-u-s-senators-reject-gop-congressmans-pitch-on-lower-snake-river-dam-removal/">gemeinsamen Erklärung, die der Seattle Times vorliegt</a>.</p>
<p>Dies bringt die indigenen Gruppen, die seit Jahrzehnten für den Rückbau der Staudämme am Snake River kämpfen, in Rage. &#8222;Nach einem Tag, an dem Repräsentant Simpson zusammen mit Repräsentant Blumenauer (D-OR) auf einer regionalen Konferenz, die sich dem Thema widmete, das Aussterben der Lachse im Snake River zu verhindern und dazu in Infrastruktur, Technologie zu investieren und wirtschaftliche Anreize im Nordwesten [der USA] zu schaffen, somit einen brauchbaren Rahmen und eine gesetzgeberische Möglichkeit diskutiert hat, haben Governeur Inslee und die Senatoren Murray und Cantwell erklärt, wogegen sie sind, und keine Substanz in Bezug auf das geliefert, wofür sie denn nun eigentlich sind&#8220;, <a href="https://www.bigcountrynewsconnection.com/idaho/tribe-leaders-speak-out-after-inslee-and-democrat-senators-come-out-against-dam-removal-proposal/article_d3cb5e18-b597-11eb-b411-234007378f07.html">sagte Samuel N. Penney, Vorsitzender der Nez Perce-Indigenen</a>.</p>
<p>&#8222;Wir sind uns einig, dass wir zur Lösung dieser Krise eine regionale Lösung brauchen, wir müssen uns bemühen, alle Gemeinden, die auf die Flüsse Columbia und Snake angewiesen sind, ganz zu erhalten, und wir sollten der Wissenschaft folgen. Dies sind genau die Elemente, die Repräsentant. Simpsons Vorschlag vor drei Monaten dargelegt hat, und warum der Nez Perce Tribe seinen Vorschlag unterstützt&#8220;, ergänzte Penny. Zudem zeige die &#8222;eigene biologische Analyse, die letzte Woche veröffentlicht wurde, dass die Lachspopulationen auf das Aussterben hinzusteuern. Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie die Bestände aussterben. Unser Klima verändert sich, und der beste und kühlste verbleibende Lebensraum für die Sommer-Steelheadlachse und Frühlings-Kleinlachse des Columbia liegt im Snake River-Becken. Wir müssen den sichersten Weg zu und von diesem Lebensraum bieten, den wir können. Gleichzeitig haben wir einen einzigartigen gesetzgeberischen Moment &#8211; einen, der wahrscheinlich zu unseren Lebzeiten nicht mehr kommen wird &#8211; um diese biologische Krise anzugehen und den jahrzehntelangen Lachskrieg im Becken zu lösen. Wir haben die richtige Regierung, die richtige Führung im Senat und die Unterstützung des Abgeordneten Mike Simpson. Dies ist ein Moment zum Handeln, nicht für weitere Prozesse.&#8220;</p>
<p>Der Streit geht also weiter, und dies einen Monat, nachdem die US-amerikanische Nichtregierungsorganisation American Rivers den Snake-River zum gefährdetsten Fluss der USA gekürt hatte.</p>
<p>Dies sind die laut American River zehn am meisten gefährdeten Flüsse der USA:</p>
<p>American Rivers: America’s Most Endangered Rivers of 2021:<br />
01: Snake River<br />
02: Lower Missouri River<br />
03: Boundary Waters<br />
04: South River<br />
05: Pecos River<br />
06: Tar Creek<br />
07: McCloud River<br />
08: Ipswich River<br />
09: Raccoon River<br />
10: Turkey Creek</p>
<p>Beim Snake-River im Nordwesten der USA identifizierte <a href="https://endangeredrivers.americanrivers.org/snake-river/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">die Umweltschutzorganisation American Rivers</a> als zentrales Problem den Rückgang und die Gefährdung genau der erwähnten Lachsbestände durch Staudämme, was den Lebensunterhalt und die kulturellen Rechte der dortigen indigenen Völker bedrohe. Die seit Jahren heftige in Politik und Medien, aber <a href="https://www.gegenstroemung.org/web/archiv/www.gegenstroemung.org/web/blog/klage-gegen-us-behoerden-angekuendigt-um-daemme-am-snale-river-doch-zurueckzubauen/index.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">auch vor Gericht ausgetragene Kontroverse</a>, um den eigentlich bereits gerichtlich mehrfach beschlossenen Rückbau der vier Staudämme am Snake River endlich umzusetzen, aber mächtige Lobbygruppen und Politiker:innen setzen sich nach wie vor mit allen Tricks <a href="https://www.gegenstroemung.org/web/archiv/www.gegenstroemung.org/web/blog/us-amerikanische-bundesbehoerden-beschliessen-den-geplanten-rueckbau-den-staudaemme-am-snake-river-doch-nicht-umzusetzen/index.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">dagegen zur Wehr</a>.</p>
<p>Der Snake-River liegt in den US-Bundesstaaten Wyoming, Idaho, Oregon und Washington und ist ein Nebenfluss des Columbia River. Im Columbia-Snake-Wassereinzugsgebiet sind es insgesamt acht Staudämme, am Snake River direkt geht es konkret um vier Dämme, die der Stein des Anstosses sind und über die eine breite Koalition aus Umweltaktivist:innen, Indigenen und lokalen Anwohner:innen fordern, dass sie zurückgebaut werden.</p>
<p>Im Flusseinzugsgebiet der drei US-amerikanischen Bundesstaaten Washington, Oregon und Idaho prallen die unterschiedlichen Interessen von Indigenen, Umweltschützer:innen auf der einen Seite und Weizenfarmer:innen und Transportschifferei auf der anderen Seite aufeinander. Während in Seattle und Portland Umweltschützer:innen auf Demonstrationen für den Schutz der Orcas demonstrieren und die traditionell am Snake River lebenden Indigenen wegen des seit Jahrzehnten mehr und mehr ausbleibenden Lachses protestieren, mobilisieren in Idaho die Weizenfarmer:innen und Transportschiffer:innen seit Jahren die Politik für ihre Interessen. Der Stein des Anstoßes: die insgesamt acht Energie produzierenden Staudämme am unteren Columbia-River und an dem Zufluss des Columbia-Rivers, dem Unteren Snake Fluss. Denn die seit 1975 bestehenden Dämme produzieren zwar nur fünf Prozent des Stroms der im weiteren Einzugsgebiet liegenden Städte, dienen aber gleichzeitig wegen der Schleusen an den Dämmen der Verschiffung des Weizens aus der agrarwirtschaftlich geprägten Region Idahos, hin zu größeren Binnenhäfen und von dort weiter, hin zum Weltmarkt. Und die Dämme bilden Reservoirs, aus denen die Farmer:innen regelmäßig Wasser entnehmen, um damit ihre Landwirtschaft zu bewässern.</p>
<p>Doch die Dämme behindern die natürliche Wanderung der dort angestammten Chinook-Lachse, auch Steelheadlachse sind hier urprünglich vorhanden. Beherbergten der Columbia- und der Snake-River dereinst die mit 16 Millionen Lachsen größte Population an Chinook, sind es heute nur noch 1,1 Millionen Fische. Das hat Folgen für das Ökosystem. Zwar gelangen durch neu angepasste Turbinen mehr Fische als früher flussabwärts, so belegten aber jüngere Studien der vergangenen Jahre, dass die Fische dennoch nahezu bei jedem Turbinengang mindestens einen Schlag erhalten. Dennoch überleben mittlerweile die meisten Lachse den Weg durch die Turbinen dank neuerer, angepassterer Technik flussabwärts, aber flussaufwärts sieht das anders aus. Denn die Barrieren der Dämme sind zu hoch, auch Fischtreppen helfen oftmals nicht weiter, so dass bereits 2016 zum fünften Mal die Staudammbetreiber richterlich dazu verurteilt wurden, mittels Hebekähnen die die Flüsse kurz vor der Laichzeit hochziehenden Lachspopulationen manuell über die Dämme hinwegzuheben, – dies gelingt aber nach wie vor nur in weniger als zwei Prozent der Fälle und verursacht – sehr zum Leidwesen der Staudammbetreiberfirma – Millionenkosten. Wären es zumindest zwei Prozent der Lachse, die es dergestalt über die Staudammbarrieren schafften, dann gelte dies unter Wissenschaftler:innen als die zu erreichende absolute Mindestzahl, um die vor Ort existierende Population des Chinook-Lachs zumindest vor dem Aussterben zu retten. Diese Zielzahl – zwei Prozent – wird aber nicht erreicht.</p>
<p>Um die Population der Chinook-Lachse aber hingegen gar dauerhaft zu sichern und einen Anstieg der Population zu erreichen, müsste das – regelmäßig in der Praxis unterschrittene – Zweiprozentziel deutlich übertroffen werden. Hinzu kommt: Das Reservoir in dem durch die Staudämme regulierten Flusslauf ist ein meist stehendes, wärmeres Gewässer – und kein lebendig fließendes und daher deutlich kühleres Gewässer. Dadurch breiten sich dort vermehrt natürliche Fressfeinde des Chinook-Lachses aus, was die Population weiter reduziert. 2018 wurde zudem bei den infolge des Klimawandels erhöhten Wassertemperaturen der stehenden Reservoirgewässer eine weitere deutliche Bedrohung des Chinook-Bestandes festgestellt. Wissenschaftler:innen fordern seit Langem, dass mehr Wasser durch die Überlaufkanäle der Dämme abgeleitet werden solle, um so die Gefahr für die Chinook durch Turbinenrotorschlag zu vermindern und um das Wasser der Flüsse wilder und damit auch kühler zu machen. Doch noch mehr Wasser über die Überlaufkanäle, das ist den Staudammbetreibern ein Dorn im Auge, wollen sie doch möglichst viel Wasser zur Stromproduktion durch ihre Turbinen jagen.</p>
<p>Niedrigwasser ist auch bei der Transportschifferei und den Weizenfarmer:innen nicht sonderlich beliebt. Der deutliche Rückgang des Chinook hat zudem aber auch flussabwärts, in einem ganz anderen Habitat, dramatische Folgen. Und zwar für die Meeresfauna im Pazifik. Dies wurde im Sommer 2018 auch den letzten die Medien verfolgenden Bürger:innen klar, als über mehrere Tage Livebilder in regionalen Fernsehen und international in sozialen Medien gezeigt wurden, auf denen eine Orca-Walmutter über mehrere Tage ihr junges, aber bereits totes Kalb im Wasser bewachte. Das Kalb war infolge des Fressmangels der Mutter verhungert. Denn eine der Hauptnahrungsquellen der Orcas vor der Mündung des Columbia-Rivers sind eben die Chinook-Lachse, denen die Orcas zu dieser Jahreszeit, kurz vor dem Flussaufwärtsschwarm der Lachse, folgen. Je weniger Chinook, desto weniger haben die Orcas in der Region eine Überlebenschance. Daher gibt es die deutliche Forderung von Indigenen und von Umweltschützer:innen, die Dämme zurückzubauen und den Columbia- und den Snake-River wieder zu einem frei fließenden Flusssystem zu machen. Damit sind aber die Weizenfarmer:innen und Transportschiffer:innen nicht einverstanden, wollen sie doch ungehindert aus dem als Seehafen geeigneten Verladenhafen Lewiston im Bundesstaat Idaho, 465 Meilen, also 748 Kilometer vom Pazifik entfernt, weiterhin ihren Weizen in alle Welt exportieren. Und die Staudammbetreiberfirma BPA will auch lieber weiterhin ihren Strom verkaufen. Dabei liefern mittlerweile neuesten Erhebungen zufolge Solaranlagen in Kalifornien, die gekoppelt sind mit Speicherbatterien, billigeren Strom als die Wasserkraft vom Columbia- und Snake-River. Doch die Energiefirma BPA kann derzeit ihren Strom an die Großabnehmer noch teurer verkaufen, weil die Alt-Verträge noch höhere Preise garantieren als die neuen billigeren Solaranlagen. Doch diese Alt-Verträge enden 2028. So kämpft seit Jahren im Dreiländereck eine neue Allianz aus Umweltschützer:innen, Wissenschaftler:innen, Indigenen und kritischer Öffentlichkeit, die fordern, jetzt endlich mit dem Plan für den Rückbau der Dämme zu beginnen. Die Wissenschaftler:innen wiesen in Bezug auf die Besorgnisse der Weizenfarmer:innen auf den ohnehin massiven Anstieg des Weizentransports per Bahn hin und die Bewässerung für die Farmer:innen reiche auch ein Abfluss in Richtung der agrarwirtschaftlich genutzten Zone an einer weiter oben gelegeneren Stelle des Snake-Rivers.</p>
<p>Obwohl der Rückbau der Dämme wegen der offensichtlichen Chinook-Lachs-Gefährdung bereits ein halbes Dutzend Mal gerichtlich angeordnet wurde (siehe wiederholte <a href="https://www.gegenstroemung.org/web/archiv/www.gegenstroemung.org/web/blog/us-amerikanische-bundesbehoerden-beschliessen-den-geplanten-rueckbau-den-staudaemme-am-snake-river-doch-nicht-umzusetzen/index.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Berichterstattung von GegenStrömung</a>), entschied die zuständige Bundespolitik noch anders und will die Dämme noch halten. Dagegen laufen die Indigenen, Umweltschützer:innen und Teil der Anwohner:innen Sturm und zogen wiederholt vor Gericht. Derweil aber bewegte sich auch in der Politik etwas: der Abgeordnete Mike Simpson, ein republikanischer Bundes-Abgeordneter aus Idaho hat Anfang des Jahres einen 33,5 Milliarden US-Dollar schweren <a href="https://www.bizjournals.com/portland/news/2021/02/08/simpson-lower-snake-dam-plan.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Dammrückbauplan vorgestellt</a>.</p>
<p>Nun aber schießen demokratische Abgerodnete und Senator:innen quer, der Disput wird also weitergehen. Der Rückbau der Dämme am Snake River wird sich weiter verzögern. Dem Chinook-Lachs läuft die Zeit davon.</p>
<p>Die Nichtregierungsorganisation American Rivers führt seit Jahren in ihrem Kampf um freifließende Flüsse in den USA auch ein Register, das den wachsenden Rückbau von Staudämmen in den USA dokumentiert. Neuesten Zahlen der Umweltschützer:innen von American Rivers zufolge wurden im Jahr 2020 in den USA insgesamt 69 Staudämme in 23 US-Bundesstaaten zurückgebaut. Somit wurden – laut American Rivers – in den USA seit 1912 insgesamt 1797 Staudämme zurückgebaut. Die bei diesen Vorhaben erfolgreichsten US-Bundesstaaten im Jahr 2020 waren Ohio mit 11 Rückbauten, Massachusetts mit 6 und der Bundesstaat New York ebenfalls mit 6 Rückbauten.</p>
<p>Insgesamt befinden sich in den USA mehr als 90.000 Staudämme. Dabei sind viele der Dämme zwischen 1930 und 1970 gebaut worden, so dass sie nun an das Ende ihrer projizierten Lebensdauer gelangen und von daher eine wachsende Gefahr darstellen. Dies wurde jüngst in einem Bericht einer UN-Organisation bestätigt – und zwar für 59.000 Dämme weltweit. Bis zum Jahr 2050 werde mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung flussabwärts von zehntausenden großen Staudämmen leben, die ihre vorgesehene Lebensdauer erreicht oder überschritten haben werden, so der UN-Bericht. Die meisten der weltweit fast 59.000 großen Staudämme wurden zwischen 1930 und 1970 gebaut und waren damals ausgelegt für eine Betriebsdauer von 50 bis 100 Jahren. Diese strukturellen Bruchgefahren stellten ein erhebliches Risiko für Milliarden von Menschen dar, <a href="https://unu.edu/media-relations/releases/ageing-dams-pose-growing-threat.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">so die Studie des UNU Institute for Water, Environment and Health (UNU-INWEH)</a>.</p>
<p>Umso wichtiger ist es, sich weiter für den Rückbau von Dämmen einzusetzen. Durch den bisher erreichten Rückbau entstanden tausende Kilometer frei fließender Flusslandschaften, mit allen Möglichkeiten von freiem Fischzug, Sedimentfracht und ungezügelter Biodiversität. So werden seit Jahren in den USA statistisch mehr Staudämme abgerissen als neue gebaut. American Rivers hat dazu auch eine interaktive Landkarte erstellt, die den Rückbau von Staudämmen in den USA dokumentiert: <a href="https://www.americanrivers.org/threats-solutions/restoring-damaged-rivers/dam-removal-map/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.americanrivers.org/threats-solutions/restoring-damaged-rivers/dam-removal-map/</a></p>
<p>Der Rückbau vieler Dämme und somit die Schaffung freifließender Flüsse weltweit und der Erhalt der Fischpopulationen sind dringendste Aufgaben. Denn eine unlängst veröffentlichte Studie zeigte, wie seit 1970 die weltweiten Bestände der in Süßwasser migrierenden Fische um 76 Prozent zurückgingen.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Auswirkungen des Klimawandels auf Wasserkraft: Fallbeispiel Südindien</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/auswirkungen-des-klimawandels-auf-wasserkraft-fallbeispiel-suedindien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thilo Papacek]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Feb 2021 12:35:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Frei Fließende Flüsse]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft und Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft und Klimaanpassung]]></category>
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					<description><![CDATA[Nicht nur die Auswirkungen des Klimawandels wie vermehrt auftretende Überflutungen, Starkregenvorfälle oder anhaltendere Dürreperioden setzen Wasserkraftanlagen unter Druck, sondern längst bekannte Phänomene wie die Sedimentation vor den Dämmen, die von den Planer:innen, Baufirmen und Betreiber:innen zu wenig beachtet wurden. Diese führen im Laufe der Jahre zu einer stark abnehmender Füllkapazität der Reservoirs und somit zu&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="page" title="Page 2">
<div class="section">
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<p>Nicht nur die Auswirkungen des Klimawandels wie vermehrt auftretende Überflutungen, Starkregenvorfälle oder anhaltendere Dürreperioden setzen Wasserkraftanlagen unter Druck, sondern längst bekannte Phänomene wie die Sedimentation vor den Dämmen, die von den Planer:innen, Baufirmen und Betreiber:innen zu wenig beachtet wurden. Diese führen im Laufe der Jahre zu einer stark abnehmender Füllkapazität der Reservoirs und somit zu deutlich geringerer Stromproduktion, wie das Beispiel Südindiens zeigt. Hier erreichen etliche der älteren Dämme nur noch 40 bis 60 Prozent ihrer ursprünglich geplanten Füllkapazität, wie dieser Artikel der indischen Zeitung Deccan Chronicle zeigt.</p>
</div>
</div>
</div>
</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Knappes Wasser im Himalaya: Risiken der Wasserkraft</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/knappes-wasser-im-himalaya-risiken-der-wasserkraft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thilo Papacek]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Feb 2021 10:01:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Frei Fließende Flüsse]]></category>
		<category><![CDATA[Himalaya]]></category>
		<category><![CDATA[Staudämme]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft und Biodiversität]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft und Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft und Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft und Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Wasserkraft ist von der Verfügbarkeit von Wasser abhängig, die aufgrund des Klimawandels zunehmend unsicherer wird. Die Klimarisiken betreffen sowohl die dort lebenden Menschen, die Umwelt, und dadurch indirekt auch die Volkswirtschaften der betroffenen Länder. Diese Risiken werden jedoch von Entwicklern und staatlichen Aufsichtsbehörden oft außer Acht gelassen, um kurzfristige Gewinne zu erzielen. Welche zahlreichen Auswirkungen&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="page" title="Page 1">
<div class="section">
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<p>Wasserkraft ist von der Verfügbarkeit von Wasser abhängig, die aufgrund des Klimawandels zunehmend unsicherer wird. Die Klimarisiken betreffen sowohl die dort lebenden Menschen, die Umwelt, und dadurch indirekt auch die Volkswirtschaften der betroffenen Länder. Diese Risiken werden jedoch von Entwicklern und staatlichen Aufsichtsbehörden oft außer Acht gelassen, um kurzfristige Gewinne zu erzielen. Welche zahlreichen Auswirkungen diese Nachlässigkeit beispielsweise in der sensiblen Himalaya-Region hat, kann <a href="https://www.thethirdpole.net/en/energy/himalayan-hydro-developers-wilfully-ignore-climate-risks/?fbclid=IwAR2OKV-8tFuT5KCgu1nUJrXfw0t6TXiD80P86iLLWuOQUa0PCxohRLlVSNY">in diesem Artikel von der Himalaya-informationsplattform The Third Pole auf englisch</a> nachgelesen werden.</p>
</div>
</div>
</div>
</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
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