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	<title>Staudämme &#8211; GegenStrömung</title>
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	<title>Staudämme &#8211; GegenStrömung</title>
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	<item>
		<title>Brasilien: Oberster Justizgerichtshof STF verurteilt Staudammbetreiber von Jirau und Santo Antônio zur Entschädigung der Kleinfischerinnen und -fischer</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/brasilien-oberster-justizgerichtshof-stf-verurteilt-staudammbetreiber-von-jirau-und-santo-antonio-zur-entschaedigung-der-kleinfischerinnen-und-fischer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Mar 2026 07:47:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Proteste]]></category>
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		<category><![CDATA[Wasserkraft und Menschenrechte]]></category>
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					<description><![CDATA[In erster Instanz war die Klage noch abgewiesen worden, da ein Gutachten keinen kausalen Zusammenhang zwischen den Staudammprojekten und möglichen Schäden für die Fischerei sehen wollte. Die 3. Kammer des Obersten Justizgerichtshofs STJ hat jedoch am Dienstag (03.03.2026) entschieden, dass das Recht auf Entschädigung auf der Grundlage der Vermutung eines Umweltschadens bestehe und somit dass&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>In erster Instanz war die Klage noch abgewiesen worden, da ein Gutachten keinen kausalen Zusammenhang zwischen den Staudammprojekten und möglichen Schäden für die Fischerei sehen wollte. Die 3. Kammer des Obersten Justizgerichtshofs STJ hat jedoch am Dienstag (03.03.2026) entschieden, dass das Recht auf Entschädigung auf der Grundlage der Vermutung eines Umweltschadens bestehe und somit dass die Auswirkungen der Wasserkraftwerke die Zahlung einer Entschädigung auch ohne konkrete individuelle Kausalbeweise rechtfertigen würde.</strong></em></p>
<p>Von <a href="https://www.outro-mundo.org" target="_blank" rel="noopener">Christian Russau</a></p>
<p>Die Geschichte der Staudämme in Brasilien wird oft gelesen als eine Geschichte des Fortschritts. Doch so wie Walter Benjamin das Motiv von Paul Klees Aquarell-Zeichnung &#8222;Angelus Novus&#8220; als einen Engel der Geschichte interpretierte, dessen &#8222;Antlitz [er] der Vergangenheit zugewendet. Wo eine Kette von Begebenheiten vor uns erscheint, da sieht er eine einzige Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft und sie ihm vor die Füße schleudert&#8220; &#8211; so kann in Brasilien (und auch anderswo&#8230;) die Geschichte der Staudämme eben auch anders gelesen werden.</p>
<p>Jirau und Santo Antonio &#8211; das sind zwei Monster am Rio Madeira. Am Rio Madeira produzieren die Staudämme Jirau (3,75 GW Nennleistung) und Santo Antonio (3,58 GW Nennleistung) Strom, der Nominalkapazität zufolge sind sie die Staudämme Nummer 4 und 5 auf der Liste der größten Staudämme Brasiliens.</p>
<p>Aber wird der Blick gerichtet auf die &#8222;Kette von Begebenheiten&#8220;, auf die &#8222;Trümmer&#8220; dieses &#8222;Fortschritts&#8220; der 2012 bzw. 2013 eröffneten Staudämme, so ist die Kette von Katastrophen nur schwer von der Hand zu weisen: Zuerst kam es 2011 zu den massiven Arbeiterprotesten während der Bauphase, ein Umstand der später sogar <a href="https://www.gegenstroemung.org/blog/hoffentlich-allianz-versichert-und-mit-privatem-schiedsgericht-doppelt-abgesichert/" target="_blank" rel="noopener">vor internationalen Schiedsgerichten der Versicherungswirtschaft</a> (Arias in London) verhandelt wurde, obwohl Brasilien nie ein einziges diesbezügliches bilaterales Investitionsschutzabkommen ratifiziert hatte; nach Inbetriebnahme der Wasserkraftwerke kam es lokal zu einer Häufung von Überschwemmungen; die Sedimente, die die Dämme zunehmend blockieren und die eigentlich alle paar Jahre ausgebaggert und flussabwärts hinter die Dämme verbracht werden müssten, was aber sehr teuer ist – da ist es praktischer, wenn die brasilianischen Staudammfirmen flussaufwärts die bolivianischen Akteur*innen aus Politik und Wirtschaft überzeugen, dort selbst Dämme zu errichten, so dass diese dort sich mit den Sedimentablagerungen zuerst auseinandersetzen müssen; die Verletzung der Rechte der von den Kraftwerken indirekt wie direkt betroffenen Indigenen Völker, die laut jüngsten Gerichtsurteilen angemessen der freien, vorherigen und informierten Konsultation angehört werden müssen; die Universitätsstudie, die im März 2020 nachweisen konnte, dass die Fischer:innen und <em>Ribeirinhos</em> Recht hatten mit ihrer vorherigen Angst und späteren Gewissheit, dass die Staudammbauten am Rio Madeira zu einem Rückgang der Fischbestände um 40 Prozent geführt haben. Und die ebenfalls wissenschaftlich belegte erschreckende Erkenntnis, dass etliche der Fischerinnen und Fischer, die nach der Inbetriebnahme von Jirau und Santo Antônio ihren Lebensunterhalt nicht mehr wie zuvor bestreiten konnten und sich illegalen Tätigkeiten, wie Holzfällen, Goldschürferei oder Landtitelbetrug zugewandt hätten, um dergestalt ihr finanzielles Überleben zu sichern.</p>
<p>Und nun hat die 3. Kammer des Obersten Justizgerichtshofs STJ übereinstimmenden Medienberichten zufolge (z.B. <a href="https://www.jota.info/justica/stj-mantem-condenacao-de-hidreletricas-por-reducao-de-peixes-no-rio-madeira" target="_blank" rel="noopener">hier</a> oder <a href="https://www.migalhas.com.br/quentes/446102/stj-analisa-se-usinas-no-rio-madeira-devem-indenizar-pescadores" target="_blank" rel="noopener">hier</a>) am Dienstag (03.03.2026) mit Stimmenmehrheit die Betreiberfirmen der Wasserkraftwerke Jirau und Santo Antônio am Madeira-Fluss in Rondônia dazu verurteilt, eine Entschädigung an die Fischer:innen für die Beeinträchtigung ihrer Tätigkeit zu zahlen. Denn diese hatten demnach zu Recht behauptet, aufgrund des Rückgangs der Fischbestände in der Region erhebliche Einkommensverluste erlitten zu haben, und fordern Entschädigung für entgangene Gewinne und erlittene materielle Schäden. In erster Instanz war die Klage abgewiesen worden, da ein Gutachten keinen kausalen Zusammenhang zwischen den Projekten und möglichen Schäden für die Fischerei feststellen wollte. Die 3. Kammer des Obersten Justizgerichtshofs STJ hob das erstinstanzliche sowie das zwischenzeitliche zweitinstanzliche Urteil nun jedoch auf und erkannte abschließend das Recht auf Entschädigung auf der Grundlage der Vermutung eines Umweltschadens an, wobei es feststellte, dass die Auswirkungen der Kraftwerke eine Entschädigung auch ohne konkrete individuelle Beweise rechtfertigen würden.</p>
<p>Das Urteil fiel mit 3 zu 2 Stimmen (siehe hierzu den gesamten Prozessvorgang unter <a href="https://processo.stj.jus.br/processo/pesquisa/?src=1.1.2&amp;aplicacao=processos.ea&amp;tipopesquisa=tipopesquisagenerica&amp;num_processo=resp2238459" target="_blank" rel="noopener">https://processo.stj.jus.br/processo/pesquisa/?src=1.1.2&amp;aplicacao=processos.ea&amp;tipopesquisa=tipopesquisagenerica&amp;num_processo=resp2238459</a>). Die Mehrheit der Richter:innen schloss sich der Position der Bericht erstattenden Richterin Daniela Teixeira an. Die Richterin war der Ansicht, dass die im Verfahren durchgeführte Begutachtung sehr wohl Schäden für die Fischereiaktivitäten nachgewiesen habe, trotz der erfolgten Maßnahmen zur Schadensminderung durch die Unternehmen. Richterin Teixeira hob auch hervor, dass in anderen Fällen die Auswirkungen der Staudämme sowie deren Ausmaß auf die Flussanrainer:innen bereits anerkannt worden seien. Nach Ansicht der Richterin ist die Haftung für Umweltschäden objektiv feststellbar und müsse den vollständigen Ersatz des Schadens umfassen. In seiner abweichenden Meinung sprach sich Richter Ricardo Villas Bôas Cueva für die Aufhebung des zweitinstanzlichen Urteils des TJ/RO und die Rückverweisung der Akten zur erneuten Verhandlung aus. Seiner Ansicht nach lag Mißachtung der Rechtspflege vor und vorgelegte Beweise seien nicht angemessen gewürdigt worden, insbesondere hinsichtlich des von den Unternehmen bezweifelten und mithin seiner Ansicht nach nicht schlüssig nachgewiesenen Kausalzusammenhangs zwischen dem Bau der Kraftwerke und dem Rückgang der Fischerei. Richter Humberto Martins schloss sich Medienberichten der abweichenden Meinung an. Doch dies waren nur zwei Stimmen &#8211; die Mehrheit der Richter:innen sah mit drei zu zwei Stimmen die Verpflichtung der Unternehmen zur Entschädigungszahlung.</p>
<p>Die genaue Höhe der Entschädigungszahlungen an die Fischer:innen müsse in der nun folgenden Phase der Urteilsvollstreckung ermittelt werden. Dabei sei den Medienberichten zufolge als Kriterium der Durchschnittsgewinn anzuwenden, den jede:r Fischer:in in den zwei Jahren vor Baubeginn für einen Zeitraum von 32 Monaten (von September 2008 bis April 2011) erzielt habe.</p>
<p>Es erscheint eine Kette von Begebenheiten, als eine einzige Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft und sie den Betroffenen vor die Füße schleudert.</p>
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			</item>
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		<title>Der Belo-Monte-Staudamm und seine anhaltenden Auswirkungen</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/der-belo-monte-staudamm-und-seine-anhaltenden-auswirkungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Heike Drillisch]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Feb 2026 14:11:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
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		<category><![CDATA[Belo Monte]]></category>
		<category><![CDATA[Feature]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Anschluss an die Klimaverhandlungen (COP 30) in Belém in Brasilien hatte Heike Drillisch für GegenStrömung die Gelegenheit, an einer mehrtägigen Kanutour auf der Volta Grande des Xingu-Flusses teilzunehmen, die die dort lebenden und vom Belo-Monte-Staudamm betroffenen, indigenen Juruna organisierten. Der Belo-Monte-Staudamm ist der drittgrößte Staudamm der Welt und war gegen massiven Widerstand indigener Gemeinschaften&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Anschluss an die Klimaverhandlungen (COP 30) in Belém in Brasilien hatte Heike Drillisch für GegenStrömung die Gelegenheit, an einer mehrtägigen Kanutour auf der Volta Grande des Xingu-Flusses teilzunehmen, die die dort lebenden und vom Belo-Monte-Staudamm betroffenen, indigenen Juruna organisierten. Der Belo-Monte-Staudamm ist der drittgrößte Staudamm der Welt und war gegen massiven Widerstand indigener Gemeinschaften und lokaler Anwohner*innen durchgesetzt worden. 2016 wurden die ersten Turbinen offiziell eingeweiht, 2019 ging er vollständig in Betrieb.</p>
<p>Auch GegenStrömung hatte die Kampagne zum Belo-Monte-Staudamm unterstützt, da aus Deutschland u. a. der Turbinenlieferer Voith Hydro und die Versicherer Munich Re und Allianz an dem Projekt beteiligt waren. Die Kanutour bot nun die Gelegenheit, aus erster Hand zu erfahren, welche Auswirkungen das Projekt langfristig zeigt und wie die indigenen Gemeinschaften damit umgehen.</p>
<p>Am ersten Tag machte stundenlanges Paddeln die Dimensionen des Stausees bewusst. An vielen Stellen ragen kleine Wälder aus toten Bäumen aus dem Wasser und bei den heißen Temperaturen Amazoniens lässt es sich erahnen, wie viel Wasser verdunstet und wie viel Methan freigesetzt wird. Ein großer Unterschied dann hinter der Staumauer, wo Schwärme kleiner Fischchen um das Boot herumsprangen und der Fluss lebendig war. Es gab  immer wieder kleine oder größere Stromschnellen zu überwinden,  durch welche Sauerstoff in den Fluss gebracht wird, ein Prozess, der die Wasserqualität verbessert. An einem Ruhetag erhielten die Teilnehmer*innen der Kanutour Einblicke in die Geschichte der Juruna, ihr großes Wissen über die Pflanzen- und Tierwelt und ihre jetzigen Anbaumethoden. Die Tour endete nach vier Tagen an einem phantastischen Wasserfall, wo der Überlieferung nach die Welt der Juruna &#8211; bzw. Yudjá, wie sie sich selbst bezeichnen &#8211; erschaffen wurde.</p>
<p>Für die Yudjá selbst war die Kanutour ebenfalls etwas Besonderes, die erste nach der Pandemie und etwas Einendes, da alle umliegenden Gemeinden daran beteiligt waren. Sie diente auch dazu, sich und der Welt zu zeigen: „Xingu vivo!“ Denn die Folgen des Staudammbaus machen sich nach wie vor sehr bemerkbar. Es kommen nur noch 30 % des Flusswassers durch diesen Flussabschnitt, was den Fischfang drastisch reduziert und das Ökosystem völlig verändert hat. So fehlt jetzt z. B. die Überflutung der Igapó-Wälder, durch die die Fische von den Früchten der Bäume besonders fett wurden und es musste eine ganz neue Methode des Fischfangs entwickelt werden. Die nicht-indigenen Flussanwohner*innen (Ribeirinhos) hat es besonders hart getroffen, denn sie haben noch weniger Rechte als die Indigenen und zehn Jahre nach der Flutung gibt es immer noch ungelöste Landkonflikte. Gleichzeitig wurden Orte per Straße an die Stadt angeschlossen mit allen damit verbundenen Vor- und Nachteilen.</p>
<p>Für die Yudjá hat der Staudammbau das Leben daher komplett umgekrempelt. Weitere Probleme drohen durch eine Goldmine, die in direkter Nachbarschaft des Staudamms in Planung ist, was Landschaft und Fluss noch einmal extrem in Mitleidenschaft ziehen wird. Aber die Yudjá sind entschlossen, nicht aufzugeben, neue Einkommensmöglichkeiten im landwirtschaftlichen wie im touristischen Bereich zu entwickeln und ihre Forderung, dass sie an der Regulierung des Wasserabflusses beteiligt werden, durchzusetzen. Einen Teilerfolg haben sie immerhin erreicht: kürzlich wurde ihnen per Gerichtsurteil zusätzliches Land zugesprochen, was ihre Situation etwas verbessern wird.</p>
<p>Von Heike Drillisch</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Brasiliens CPT und CPP: Verteidigungsschrift für den Rio Tapajós</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/brasiliens-cpt-und-cpp-verteidigungsschrift-fuer-den-rio-tapajos/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Feb 2026 07:52:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Wasserstrassen]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 29. Januar dieses Jahres haben die Comissão Pastoral da Terra (CPT) und der Conselho Pastoral dos Pescadores e Pescadoras (CPP) des Erzbistum Santarém sich in einer Verteidigungsschrift für den Rio Tapajós ausgesprochen und das Dekret 12.600/25 vehement abgelehnt, da es &#8222;den Weg freimacht für private Konzessionen und Auktionen, was direkt die Territorien von Indigenen&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Am 29. Januar dieses Jahres haben die Comissão Pastoral da Terra (CPT) und der Conselho Pastoral dos Pescadores e Pescadoras (CPP) des Erzbistum Santarém sich in einer Verteidigungsschrift für den Rio Tapajós ausgesprochen und das Dekret 12.600/25 vehement abgelehnt, da es &#8222;den Weg freimacht für private Konzessionen und Auktionen, was direkt die Territorien von Indigenen und flussanwohnenden Ribeirinhos beeinträchtigen&#8220; werde. All dies geschehe zudem ohne irgendeine vorherige Konsultation der traditionellen Gemeinschaften.</em></p>
<p>Von <a href="https://www.outro-mundo.org" target="_blank" rel="noopener">Christian Russau</a></p>
<p>Brasílias <a href="https://www.planalto.gov.br/ccivil_03/_ato2023-2026/2025/decreto/D12600.htm" target="_blank" rel="noopener">Dekret 12.600/25 vom 28. August vergangenen Jahres</a> (siehe GegenStrömung <a href="https://www.gegenstroemung.org/blog/alles-fliesst-in-amazonien-bald-nicht-mehr-so/" target="_blank" rel="noopener">hier</a>) &#8222;[r]egelt die Aufnahme öffentlicher Bundesprojekte im Bereich der Wasserstraßen in das Nationale Entstaatlichungsprogramm.&#8220; Damit wird die Umsetzung der neuen Politik zur Vergabe von Konzessionen für die Flüsse des Landes an den Markt &#8211; also eine neoliberale Privatisierung der Flüsse, so Kritiker:innen &#8211; einen Schritt weiter vorangebracht, und, besonders brisant: den Anfang dabei macht wieder einmal: Amazonien. Denn der Text des Dekrets 12.600/25 bezieht explizit die Wasserstraßen der Flüsse Tapajós und Tocantins in Pará sowie den Rio Madeira in Amazonas und Rondônia in das Nationale Privatisierungsprogramm (kurz PND) mit ein.</p>
<p>Am Tapajós ist demnach vorgesehen, dass der Fluss auf etwa 250 Kilometer schiffbar gemacht werden soll. Für Brasília ist klar: das bringt Entwicklung und Wachstum, könnte doch dann das Soja aus dem Mittleren Westen kostengünstiger und schneller an den Weltmarkt geliefert werden. Sollten die Wasserstraßenprojekte wie beispielsweise im Tapajós-Becken wie geplant realisiert werden, so erklären die Soja-Farmer:innen und ihre <em>ruralista</em>-Lobby im Nationalkongress schon lange explizit, dann würde dem brasilianischen Agrobusiness eine Kostenersparnis von satten 41 Prozent beim Transport ihrer Produkte blühen. Denn: Bislang, so klagen Soja-Farmer:innen vor allem im zentral gelegenen Mato Grosso, hätten sie bis zu viermal höhere Logistikkosten pro Tonne Soja als ihre Konkurrenten im Mittleren Westen der USA. Die geplanten Infrastrukturprojekte am Tapajós würden die Logistikkosten enorm senken und den Anbau von Soja im großen Stil in Regionen lohnenswert machen, die bislang von der Expansion der Agrarindustrie verschont geblieben waren. Dies würde brasilianische Agrargüter (und Mineralien) noch mehr auf dem Weltmarkt reüssieren lassen.</p>
<p>Für Kritiker:innen ist jedoch klar &#8211; den Tapajós schiffbar zu machen, dies dient den Interessen der Agrarindustrie und anderer Wirtschaftssektoren. Nun haben sich die kirchliche Fachstelle für Landfragen CPT und der Pastoralrat der Fischer und Fischerinnen CPP des Erzbistums von Santarém geäußert. Und diese sehen Brasílias Versprechen von Entwicklung und Wachstum ganz anders: als Verletzung der Konsultations- und Zustimmungsrechte der indigenen und traditionellen Völker.</p>
<p>Am 29. Januar dieses Jahres veröffentlichten die CPT und CPP eine &#8222;Verteidigungsschrift für den Rio Tapajós&#8220;, die wir hier in deutschsprachiger Übersetzung dokumentieren:</p>
<blockquote><p><strong>Verteidigungsschrift für den Rio Tapajós, 29. Januar 2026</strong><br />
Originalquelle: <a href="https://cptnacional.org.br/2026/01/29/nota-defesa-rio-tapajos/" target="_blank" rel="noopener">https://cptnacional.org.br/2026/01/29/nota-defesa-rio-tapajos/</a></p>
<p>“30. Während die Qualität des verfügbaren Wassers ständig schlechter wird, nimmt an einigen Orten die Tendenz zu, diese knappe Ressource zu privatisieren; so wird sie in Ware verwandelt und den Gesetzen des Marktes unterworfen.” (ENZYKLIKA LAUDATO SI’ VON PAPST FRANZISKUS ÜBER DIE SORGE<br />
FÜR DAS GEMEINSAME HAUS) (Anm.d.Ü.: siehe unter <a href="https://www.vatican.va/content/dam/francesco/pdf/encyclicals/documents/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si_ge.pdf#page=30" target="_blank" rel="noopener">https://www.vatican.va/content/dam/francesco/pdf/encyclicals/documents/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si_ge.pdf#page=30</a> )</p>
<p>&#8222;Die Comissão Pastoral da Terra (CPT) und der Conselho Pastoral dos Pescadores e Pescadoras (CPP) des Erzbistums von Santarém stellen mit dieser öffentlichen Erklärung ihre tiefe Empörung und ihren entschiedenen Widerstand gegen die für den Tapajós-Fluss geplanten Privatisierungsprojekte mit Ausbaggerungsarbeiten dar, Arbeiten, die ausschließlich den privaten wirtschaftlichen Interessen multinationaler Getreideunternehmen weltweit dienen.<br />
Der Tapajós-Fluss ist nicht eine einfache Wasserstraße. Der Fluss war schon immer ein Lebenssystem, ein pulsierendes Lebewesen, das den Wald erhält, das das Klima reguliert, das eine unvergleichliche Artenvielfalt beherbergt und das vor allem die physische, kulturelle und spirituelle Existenz der Flussanrainer:innen und indigenen Völker sichert, die diesen seit Jahrhunderten schützen und aus ihm ihren Lebensunterhalt beziehen.<br />
Die Umsetzung dieses von der Bundesregierung geplanten Projekts, das den Tod des Tapajós-Flusses bedeutet und den Interessen multinationaler Agrarkonzerne dient, wird irreversible Veränderungen im aquatischen Ökosystem verursachen und die Qualität des von den einheimischen Bevölkerungsgruppen genutzten Wassers beeinträchtigen. Der Fischfang, der die Nahrungsgrundlage dieser Bevölkerungsgruppen bildet, wird irreparablen Schaden nehmen. Die Erosion wird die Wohngebiete und die gesamte wunderschöne Landschaft beeinträchtigen, auf die angestammt dort Lebenden so stolz sind und die in unserer Region für touristische Aktivitäten genutzt wird.<br />
In diesem Sinne unterstützen wir die friedliche Demonstration, die von den indigenen Völkern des Baixo Tapajós vor dem multinationalen Unternehmen Cargill zur Verteidigung des Lebens und des Flusses Tapajós initiiert wurde, und schließen uns ihr an. Diese indigenen Völker verteidigen ein natürliches Recht, stützen sich aber auch auf die Verpflichtung zur Gewährleistung und Einhaltung der ILO-Konvention Nr. 169, die vorsieht, dass sie vor jedem Eingriff in ihre Gebiete angehört werden müssen.<br />
Die in dem von der Bundesregierung unterzeichneten Dekret Nr. 12.600/25 vorgesehene Privatisierung des Tapajós-Flusses ebnet den Weg für private Konzessionen und Auktionen, was sich direkt auf die Gebiete der indigenen Völker und Flussanrainer auswirkt. All dies geschieht ohne vorherige Konsultation der indigenen Bevölkerung. Die Demonstration ist daher legitim und hat nur ein einziges Ziel: die Aufhebung des Dekrets Nr. 12.600/25.<br />
Der Profit einiger Unternehmen darf nicht über das Leben ganzer Bevölkerungsgruppen und die Integrität eines für das globale Klimagleichgewicht wesentlichen Bioms gestellt werden. Der Tapajós-Fluss ist viel mehr wert als das Geld, das diese Unternehmen verdienen wollen. Seine Gewässer tragen Geschichte, Identität, Zukunft und Leben in sich.&#8220;</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wasserkraft-Vernetzung in Belém</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/wasserkraft-vernetzung-in-belem/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Heike Drillisch]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Dec 2025 13:46:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Frei Fließende Flüsse]]></category>
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					<description><![CDATA[Anlässlich der Klimaverhandlungen im November 2025 in Brasilien (COP30) haben Wasserkraft-Betroffene ein großes Vernetzungstreffen in Belém veranstaltet, an dem GegenStrömung teilnahm. Vor Ort tauschte sich GegenStrömung mit anderen Mitgliedern des Rivers-for-Climate-Netzwerks aus und beteiligte sich auf der COP an Side Events zum Thema Wasserkraft. Das „IV. Treffen der Betroffenen von Staudämmen, dem Energiemodell und der&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Anlässlich der Klimaverhandlungen im November 2025 in Brasilien (COP30) haben Wasserkraft-Betroffene ein großes Vernetzungstreffen in Belém veranstaltet, an dem GegenStrömung teilnahm. Vor Ort tauschte sich GegenStrömung mit anderen Mitgliedern des Rivers-for-Climate-Netzwerks aus und beteiligte sich auf der COP an Side Events zum Thema Wasserkraft.</p>
<p>Das „IV. Treffen der Betroffenen von Staudämmen, dem Energiemodell und der Klimakrise“ wurde von der brasilianischen Bewegung der Staudammbetroffenen, MAB, organisiert. Die Bewegung entstand 1991 und hat ihre Wurzeln in dem Widerstand gegen Großstaudämme schon in den 1970er Jahren. Nach einem Zusammenschluss zum lateinamerikanischen „Movimiento de Afectados por Represas (MAR) im Jahr 2016 gingen die Organisator*innen nun einen Schritt weiter, um die internationale Vernetzung und Zusammenarbeit zu stärken. Sie erweiterten ihren Fokus um Betroffene des herrschenden extraktivistischen Energiemodells und Betroffene der Klimakrise. Neben Staudammaktivist*innen vor allem aus Lateinamerika, Asien und Afrika waren denn auch Bewegungen vertreten, die sich z. B. gegen Windkraft auf indigenem Land und gegen Bergbau in Europa einsetzen. Aus Deutschland war &#8211; neben einer Vertreterin einer kurdischen ökologischen Organisation GegenStrömung dabei und nutzte die Gelegenheit vor allem dazu, Kontakte zu knüpfen oder zu erneuern und sich über die gegenwärtige Situation an verschiedenen Hotspots des Staudammbaus zu informieren. Ein Eindruck, der sich dabei u. a. aufdrängte, war, dass die Weltbank trotz aller bekannten Kritik an Großstaudämmen wieder massiv in das Geschäft einsteigt und das ganz nach altem Muster, z. B. ohne ernsthafte Konsultationen der betroffenen Bevölkerung, ungeachtet ihrer eigenen Standards, die anderes vorschreiben.</p>
<p>Abschluss und Highlight des Treffens war die Beteiligung am People’s Summit, dem großen Alternativkongress zu den offiziellen Klimaverhandlungen, und an den großen Demos in Belém. Beim Alternativkongress organisierte die Bewegung u. a. eine Veranstaltung, bei der sie ihr <a href="https://mab.org.br/2025/11/13/manifesto-publico-e-anuncio-da-construcao-do-movimento-internacional-de-populacoes-atingidas/">Manifest</a> für ihre stärkere internationale Ausrichtung vorstellte. Bei der Bootsdemo am 12.11. war die Staudammbewegung mit einem eigenen Boot dabei und bei der zentralen Demo durch die Stadt am 15.11.25 mit einem eigenen Block, der mit seiner Größe und einheitlichem – auf der Farbe weiß basierendem &#8211; Auftreten beeindruckte und zeigte, welche Bedeutung die Bewegung in der Zivilgesellschaft Brasiliens einzunehmen vermag. Gemeinsam mit den anderen farbigen Blöcken &#8211; der Organisation der Fischer*innen in blau, Landlose in grün, Frauen in lila usw -, den Indigenen, dem internationalen Block der NGOs und vielen weiteren Akteur*innen zeigten die vielen Fahnen, phantasievollen Artefakte und die Begeisterung der Brasilianer*innen für lautstarke Parolen mehr als deutlich, dass es nach wie vor eine starke Zivilgesellschaft gibt, die ernsthafte Fortschritte bei den Klimaverhandlungen fordert.</p>
<p>Bei der COP selbst war INFOE, der Rechtsträger von GegenStrömung, Mitorganisator eines offiziellen Side Events zum Thema „The Central Role of Indigenous Peoples and Local Communities in Just Energy Transitions“. Auf Anregung von GegenStrömung sprach Ruby Rain Williams von der Quartz Valley Indian Reservation über den Rückbau von Staudämmen am Klamath River in den USA und die Rolle, die die indigenen Gemeinschaften dabei gespielt haben. Mehr dazu <a href="https://www.ids.ac.uk/events/ids-at-cop30-centring-the-role-of-indigenous-peoples-in-just-energy-transitions/">hier.</a><a class="dt-pswp-item" href="https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2026/02/COP-30_17_Zanotti_50-scaled.jpg" data-dt-img-description="" data-large_image_width="2560" data-large_image_height="1707"><img fetchpriority="high" decoding="async" class=" wp-image-3596 alignright" src="https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2026/02/COP-30_17_Zanotti_50-300x200.jpg" alt="" width="333" height="222" srcset="https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2026/02/COP-30_17_Zanotti_50-300x200.jpg 300w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2026/02/COP-30_17_Zanotti_50-1024x683.jpg 1024w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2026/02/COP-30_17_Zanotti_50-768x512.jpg 768w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2026/02/COP-30_17_Zanotti_50-1536x1024.jpg 1536w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2026/02/COP-30_17_Zanotti_50-2048x1365.jpg 2048w" sizes="(max-width: 333px) 100vw, 333px" /></a></p>
<p>Darüber hinaus gab es ein Side Event des Rivers-for-Climate-Netzwerks zum Thema <a href="https://www.instagram.com/p/DRDZko7EgVt/">„Hydropower is a false climate solution that produces counterfeit carbon credits</a>“, bei dem eine große Bandbreite an Sprecher*innen – von Indigenen bis zu Wissenschaftler*innen – verschiedene schädliche Aspekte der Wasserkraft beleuchteten, darunter auch Methanemissionen.</p>
<p>Von Heike Drillisch</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Lehrstück politischen Protests der Basis: Indigene Munduruku blockieren den Eingang zur COP30 &#8211; und erhalten von der brasilianischen Regierung die Zusage auf FPIC</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/lehrstueck-politischen-protests-der-basis-indigene-munduruku-blockieren-den-eingang-zur-cop30-und-erhalten-von-der-brasilianischen-regierung-die-zusage-auf-fpic/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Nov 2025 15:22:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Belo Monte]]></category>
		<category><![CDATA[Staudämme]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft und Biodiversität]]></category>
		<category><![CDATA[FPIC]]></category>
		<category><![CDATA[Munduruku]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist ein Lehrstück politischen Protests der Basis: Dutzende Indigene Munduruku blockierten am vergangenen Freitag in den Morgenstunden für mehrere Stunden den Eingang zur COP30 &#8211; und erhalten nun von der brasilianischen Regierung die Zusage auf freie, vorherige und informierte Konsultation (FPIC) für alle sie am Tapajós-Fluss betreffenden Projekte. Ein wichtiger Erfolg für die Munduruku!&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Es ist ein Lehrstück politischen Protests der Basis: Dutzende Indigene Munduruku blockierten am vergangenen Freitag in den Morgenstunden für mehrere Stunden den Eingang zur COP30 &#8211; und erhalten nun von der brasilianischen Regierung die Zusage auf freie, vorherige und informierte Konsultation (FPIC) für alle sie am Tapajós-Fluss betreffenden Projekte. Ein wichtiger Erfolg für die Munduruku! Ein wichtiger Erfolg für Menschenrechte, für Indigene Territorialrechte, für frei fließende und saubere Flüsse!</em></p>
<p>Von <a href="https://www.outro-mundo.org" target="_blank" rel="noopener">Christian Russau</a></p>
<p>Am Freitag in der Frühe, ab 5 Uhr, blockierten Dutzende indigene Munduruku, die zuvor bis zu 7 Tage auf Booten vom Oberen und Mittleren Tapajós-Fluss bis nach Belém unterwegs gewesen waren, den Haupteingang zur sogenannten Blue Zone der COP30. Über mehrere Stunden kam &#8222;Niemand mehr raus, niemand rein!&#8220;, wie es auf Videos in den sog. sozialen Medien skandierend gezeigt wurde. Der Protest richtete sich gegen die Großprojekte, die Brasília an den Flüssen plant, an denen, von denen und mit denen die Munduruku leben: Jamanxim und Tapajós und Teles Pires und bis hin zum Juruena. Bedroht sind sie seit Jahren durch Staudammprojekte (gewonnen hatten sie 2016 gegen den Plan Brasílias, am Tapajós das Wasserkraftwerk São Luiz do Tapajós zu errichten), doch aktuell plant Brasília (wieder einmal) <a href="https://www.gegenstroemung.org/blog/alles-fliesst-in-amazonien-bald-nicht-mehr-so/" target="_blank" rel="noopener">den Ausbau u.a. der Flüsse Teles Pires und Tapajós zu einer gigantischen Wasserstraße</a>, so dass durch die Schiffbarmachung auch für Schüttguttanker mit noch mehr Tiefgang der Soja-Export noch weiter im Land reüssiere &#8211; und der Druck auf die indigenen Territorien weiter ansteigt. Bedroht fühlen sich die Munduruku auch durch den von Brasília geplanten Bau einer neuen Eisenbahnlinie, Ferrogrão, die ebenfalls zum Soja-Transport genutzt werden soll. Und die Munduruku leiden unter dem Druck durch das Agrobusiness, durch das Eindringen durch Holzfäller und Goldsucher:innen. Und der Demarkationsprozess ihrer Territorien wurde noch immer nicht vollends abgeschlossen. Also entschlossen sich die Munduruku, die weite Reise vom Tapajós und dessen Zuflüssen hin zur COP30 nach Belém zu machen, um ihren Anliegen Gehör zu verschaffen &#8211; und dies ist ihnen gelungen.</p>
<p>Zwei Tage nach dem Protest einiger Dutzend Munduruku vor der sogenannte Sicherheitszone, der Blue Zone der Weltklimakonferenz COP30 in Belém, bei dem über mehrere Stunden der Eingang zur COP30 für Tausende von Delegierte versperrt war und diese ersatzweise den eigentlich als Ausgang eingerichteten hinteren Torbereich nutzen mussten, was zu stundenlanger Verspätung geführt hatte, äußerte sich nun der erst vor wenigen Monaten ins Amt des Leiters des Generalsekretariats des Präsidenten ernannte, vormalige Anführer der Obdachlosenbegweung MTST und Abgeordnete Guilherme Boulos: &#8222;Wir haben uns verpflichtet, und die Bundesregierung wird in Bezug auf den Tapajós eine freie, vorherige und informierte Konsultation aller Völker der Region durchführen, bevor sie irgendwelche Projekte am Fluss umsetzt. Und wir vom Generalsekretariat der Präsidentschaft der Republik werden einen Dialog mit all diesen Völkern einrichten, um sie in Brasília zu empfangen und eine Lösung zu finden&#8220;, <a href="https://agenciabrasil.ebc.com.br/meio-ambiente/noticia/2025-11/governo-consultara-indigenas-sobre-hidrovia-no-tapajos-diz-boulos" target="_blank" rel="noopener">sagte Boulos laut Agência Brasil</a>.</p>
<p>Guilherme Boulos, dessen Leitungsposten des Generalsekretariat der Präsidentschaft der Republik einem Ministerrang entspricht, erklärte, er habe kurz vor Ende des COP30-Gipfels mit dem Präsidenten der Republik, Luiz Inácio Lula da Silva, und dem Minister für Inneres, Rui Costa, telefonisch über das Thema gesprochen. Neben dem expliziten Versprechen, eine freie, vorherige und informierte Konsultation (FPIC) der indigenen Völker am Tapajós durchzuführen, erklärte er zudem, dass die Regierung die Demarkation indigener Gebiete fortsetzen werde. &#8222;Es wird weitere Demarkationen geben, und das ist die Zusage von Präsident Lula, dass bis zum nächsten Jahr weitere Demarkationen vorgenommen werden, um das Engagement unserer Regierung für Amazonien, für unsere Völker und für die sozialen Bewegungen zu gewährleisten&#8220;, so Boulos.</p>
<p>Damit formalisiert und bekräftigt Minister Boulos die seitens der Regierung bereits am Freitag getätigten ersten Äußerungen der brasilianischen Bundesregierung in Reaktion auf den Blockadeprotest der Munduruku. Eine der Forderungen der die Blockade am Haupteingang durchführenden Munduruku war es gewesen, dass Präsident Lula vor Ort zu einem direkten Gespräch mit den Indigenen erscheinen solle. Dies tat er nicht. Wer aber zum Gespräch kam, waren der Präsident der diesjährigen COP30, André Correa do Lago, sowie die Geschäftsführerin der Cop30, Ana Toni. In mehreren, auch internationalen Medienberichten war André Correa do Lago zu sehen gewesen, wie er demonstrativ Hand in Hand mit einer der Anführereinnen der Blockade, Alessandra Korap Munduruku, zum gemeinsamen Gespräch schritt. Am Freitagabend hatte es erste Medienberichte darüber gegeben, dass die Regierung bereits sei für die Forderung der Indigenen nach freier, vorheriger und informierter Konsultation. Eine solche hat Guilherme Boulos nun formell zugesagt.</p>
<p>Dabei ist Brasilien als Unterzeichnerin der ILO-Konventon Nr 169 und durch die UN-Erklärung über die Rechte der Indigenen Völker (UNDRIP) eigentlich sowieso bei allen die Territorien Indigener betreffenden Projekten verpflichtet, eine freie, vorherige und informierte Konsultation durchzuführen. In der Vergangenheit kam es bei mehreren Großprojekten zu massiver Kritik seitens der Indigenen, wie beim Staudamm Belo Monte am Xingu-Fluss, dass sie trotz völkerrechtlicher Verpflichtung Brasiliens zur freien, vorherigen und informierten Konsultation eben nicht angemessen konsultiert wurden: So gab es damals, zur Zeit der PT-Reguerung Dilma Rousseffs, in einigen Städten zwar Anhörungen, die Orte dieser Anhörungen waren aber für einen Großteil der betroffenen Indigenen nur schwer zu erreichen, die Sprache der Anhörung war auf Portugiesisch und wurde zudem meist von Fachleuten in deren eigenem Fachjargon durchgeführt und es war oft auch bewaffnete Militärpolizei vor Ort zur Sicherung der Anhörung, was aber von etlichen Indigenen als Einschüchterungsmaßnahmen interpretiert worden waren. Zudem kritisieren Brasiliens Indigenenverbände seit Jahren, dass sie die FPIC-Verpflichtung dergestalt verstehen, dass sie nicht nur angehört, sondern um ihre Zustimmung gebeten werden müssten &#8211; was auch dem Recht auf ein Veto gleichkäme. Beim Staudammbau von Belo Monte hatten die Betroffenen Indigenen vom Xingu-Fluss keine Möglichkeit auf ein Veto. Was ihre Bedenken auf Wahrung der sozialen Gerechtigkeit und sauberer Umwelt betraf, sollten die <a href="https://app.xingumais.org.br/sites/default/files/ficha-tecnica//node/202/edit/2023-04/Quadro-s%C3%ADntese%20condicionantes%20Licen%C3%A7a%20de%20Opera%C3%A7%C3%A3o%20UHE%20Belo%20Monte%20%281%29.pdf" target="_blank" rel="noopener">über 40 Sozial- und Umweltauflagen</a> der Behörden diese entschärfen, &#8211; von denen allerdings noch immer nicht alle erfüllt wurden. Das Betroffenen- und Menschenrechtsnetzwerk Movimento Xingu Vivo hatte nach zehn Jahren Belo Monte <a href="https://www.kooperation-brasilien.org/de/themen/landkonflikte-umwelt/xingu-vivo-para-sempre-zieht-bilanz-von-einem-jahrzehnt-belo-monte" target="_blank" rel="noopener">eine vernichtende Bilanz des zweitgrößten Staudamms Brasiliens ziehen müssen</a>.</p>
<p>Um dem oben genannten Mißstand des &#8222;Anhörens, aber nicht angemessen Konsultierens&#8220; etwas entgegenzusetzen, haben in Brasilien in den vergangenen Jahren mehr und mehr indigene und weitere traditionelle Völker sich selbst sogenannte Konsultationsprotokolle erstellt und diese rechtskräftig bei den Behörden hinterlegt. So gibt es mittlerweile eine Vielzahl an von den traditionellen Völkern und Gemeinschaften selbst erstellten Konsultationsprotokollen: von Indigenen Völkern und Gemeinschaften, von Quilombola-Völkern und Gemeinschaften, von traditionellen Völkern und Gemeinschaften, von traditionellen Gemeinschaften zur Erhaltung der Sozio-Biodiversität sowie von Indigenen, Quilombolas und anderen traditionellen Gemeinschaften zusammen erstellten Konsultationsprotokollen.</p>
<p>Bisher am deutlichsten sichtbar wurde die Effektivität dieser selbsterstellten Konsultationsprotokolle im Falle der indigenen Juruna (traditionelle Bezeichnung Yudjá) im Indigenen Territorium Terra Indígena Paquiçamba in der Volta Grande do Xingu im Kampf gegen Brasilien künftig vielleicht größten Offenen Goldtagebau der Firma Belo Sun. Das Volk der Juruna hatte 2017 selbst ein Konsultationsprotokoll erstellt, das genau festlegt, auf welche Art und Weise jedweder von Außen sie betreffender Kontakt (einschließlich ökonomischer Aktivitäten oder auch journalistischer oder anthropologische Kontaktaufnahme) abzulaufen habe. Noch im selben Jahr wurde dieses Protokoll bei den kommunalen, bundesstaatlichen und föderalen Behörden hinterlegt. Und gleich im Dezember 2017 setzte das Justizgericht von Pará TRF1 die laufende Umweltgenehmigung für die Firma Belo Sun an der Volta Grande do Xingu aus. Das Gericht folgte darin der Einschätzung der Klage der Bundesstaatsanwaltschaft, dass die Firma aus Kanada sich in ihrem Vorgehen vor Ort nicht an die Richtlinien des bei den Behörden hinterlegten Konsultationsprotokoll der Juruna gehalten habe und somit eine Verletzung der ILO-Konvention 169 zum Schutze der Rechte der Indigenen Völker vorliege.</p>
<p>Und am Tapajós? Da gibt es z.B. das Konsultationsprotokoll der Munduruku aus dem Jahr 2016 (2015 wurde es erstellt), <a href="https://www.kooperation-brasilien.org/de/themen/menschenrechte-gesellschaft/traditionelle-voelker-gemeinschaften/wie-die-munduruku-das-protokollverfahren-zur-konsultation-wollen" target="_blank" rel="noopener">das KoBra im Mai 2017 ins Deutsche übersetzt hatte</a>. An dieses müsste sich die brasilianische Bundesregierung nun eigentlich halten. Zur Erinnerung, hier das Protokollverfahren der Munduruku noch einmal in voller Länge:</p>
<p class="sdfootnote-western"><em>Quelle: Movimento Munduruku Ipereg Ayu, Associações: Da’uk, Pusuru, Wixaximã, Kerepo und Pahyhyp: Protocolo de Consulta Munduruku, Jan. 2016</em></p>
<p align="justify">Im Entstehensprozess des Dokuments, das in den indigenen Dörfern mit allen Munduruku 2015 gemeinsam debattiert und im Konsens verabschiedet wurde, war den Munduruku immer wichtig zu betonen, dass sie für sich selbst selbst reden und dass niemand Einzelnes ohne Weiteres für die Gruppe sprechen darf. Daher hier die Erklärung der Munduruku zum Protokollverfahren der Konsultation im Wortlaut:</p>
<p align="justify">„<i><b>Wir, das Volk der Munduruku,</b></i></p>
<p align="justify"><i>wir wollen hören, was die Regierung uns zu sagen hat. Aber wir wollen keine Ausreden. Damit das Volk der Munduruku entscheiden kann, müssen wir wissen, was tatsächlich geschehen wird. Und die Regierung muss uns anhören. Zuallererst fordern wir die Demarkation des Indigenen Territoriums Sawré Muybu. Auf gar keinen Fall akzeptieren wir eine Umsiedlung. Wir fordern von der Regierung zudem, dass unsere isoliert in unserem Land lebenden Verwandten geschützt werden und dass das Recht auf Konsultation der anderen Völker, wie der Apiaká und der Kayabi, die auch durch diese Projekte bedroht sind, garantiert werde. Außerdem fordern wir, dass den durch die Staudämme im Tapajós betroffenen Gemeinden der Flussanwohner von Montanha-Mangabal, Pimental und São Luiz ihr Recht auf Konsultation angemessen und ihrer besonderen Realität angepasst gewahrt werde. Genauso wie wir haben die Flussanwohner das Recht auf eigene Konsultation.</i></p>
<p align="justify"><i><b>Wer soll konsultiert werden?</b></i></p>
<p align="justify"><i>Die Munduruku aller Dörfer – des Oberen, Mittleren und Unteren Tapajós – müssen konsultiert werden, auch diejenigen aus indigenen Gebieten, die noch nicht demarkiert wurden.</i></p>
<p align="justify"><i><b>Soll die Regierung nicht denken, wir seien gespalten:</b></i></p>
<p align="justify">„<i><b>Es gibt nur ein Volk der Munduruku“</b></i></p>
<p align="justify"><i><b>Es sollen konsultiert werden:</b></i></p>
<ul>
<li>
<p align="justify"><i>die weisen Alten, die pajés, die Geschichtenerzähler, die Kenner traditioneller Medizin, die Kenner der Wurzeln und der Blätter, diejenigen, die die heiligen Orte kennen.</i></p>
</li>
<li>
<p align="justify"><i>die Kaziken und Anführer, die Krieger und Kriegerinnen. Die Kaziken sind miteinander vernetzt und teilen die Informationen mit allen Dörfern. Es sind sie, die alle zusammenrufen, damit wir debattieren, was wir machen werden. Die Krieger und Kriegerinnen unterstützen den Kaziken, gehen mit ihm und schützen unser Territorium.</i></p>
</li>
<li>
<p align="justify"><i>die Anführer, die Lehrer sind, und die, die für die Gesundheit zuständig sind, die also, die mit der ganzen Gemeinschaft arbeiten.</i></p>
</li>
<li>
<p align="justify"><i>die Frauen, damit sie ihre Erfahrungen und Informationen weitergeben. Es gibt Frauen, die sind pajés, Hebammen und Kunsthandwerkerinnen. Sie bearbeiten das Feld, geben Ideen und Rat, bereiten das Essen zu, stellen medizinische Produkte her und verfügen über ein großes und breites traditionelles Wissen.</i></p>
</li>
<li>
<p align="justify"><i>die Universitätsstudenten, die Erzieher der Munduruku, die Ibaorebu-Studenten, die Jugendlichen und Kinder müssen auch konsultiert werden, weil sie die zukünftige Generation sind. Viele Jugendliche haben Zugang zu Kommunikationsmedien, lesen Zeitungen, gehen ins Internet, sprechen portugiesisch und kennen unsere Realität und haben aktiven Anteil an dem Kampf unseres Volkes.</i></p>
</li>
<li>
<p align="justify"><i>unsere Organisationen (Conselho Indígena Munduruku Pusuru Kat Alto Tapajós – Cimpukat, Da’uk, Ipereg Ayu, Kerepo, Pahyhy, Pusuru und Wixaxim</i><i>ã</i><i>) müssen auch konsultiert werden, aber sie dürfen niemals alleine konsultiert werden. Die Stadtverordneten Munduruku sprechen nicht für unser Volk. Die Entscheidungen des Volks der Munduruku werden kollektiv getroffen.</i></p>
</li>
</ul>
<p align="justify"><i><b>Wie soll der Prozess der Konsultation ablaufen?</b></i></p>
<ul>
<li>
<p align="justify"><i>Die Regierung darf uns nicht erst dann konsultieren, wenn alle Entscheidungen schon getroffen sind. Die Konsultation muss vor allem anderen stattfinden. Alle Treffen müssen in unserem Territorium stattfinden – in dem Dorf, das wir auswählen –, und nicht in der Stadt, nicht einmal in Jacareacanga oder Itaituba.</i></p>
</li>
<li>
<p align="justify"><i>Die Treffen dürfen nicht zu Zeiten stattfinden, die die Aktivitäten unserer Gemeinschaft stören (also zum Beispiel nicht während der Feldarbeits-Saison des Feldfurchens oder des Pflanzens; nicht während der Zeit des Kastanien-Sammelns, nicht während der Zeit des Mehls, nicht während unserer Festtage; nicht am Tag des Indigenen). Wenn die Regierung in unser Dorf zur Konsultation kommt, dürfen sie nicht nur kurz einfliegen und am nächsten Tag wieder weggehen. Sie müssen in Ruhe mit uns Zeit verbringen.</i></p>
</li>
<li>
<p align="justify"><i>Die Treffen müssen in der Sprache Munduruku abgehalten werden und wir entscheiden, wer übersetzen wird. In diesen Treffen muss unser Wissen genauso anerkannt werden wie dies der pariwat (nicht-indigener). Weil es sind wir, die wir die Flüsse kennen, den Wald, die Fische und das Land. Es sind wir, die wir die Treffen koordinieren, nicht die Regierung.</i></p>
</li>
<li>
<p align="justify"><i>An den Treffen sollen die Partner unseres Volkes teilnehmen: Die Bundesstaatsanwaltschaft, die von uns ausgewählten Partnerorganisationen sowie Fachleute unseres Vertrauens, die wir auswählen. Die Unkosten unserer Anwesenheit und die unserer Partner während aller Treffen gehen auf Kosten der Regierung.</i></p>
</li>
<li>
<p align="justify"><i>Damit die Konsultation wirklich frei sein wird, werden wir auf den Treffen unter keinen Umständen bewaffnete pariwat (Militärpolizei, Bundespolizei, Bundesstraßenpolizei, Heer, Nationaler Sicherheitskräfte, Brasilianischen Geheimdienst oder jedwede anderen staatlichen oder privaten Sicherheitskräfte) akzeptieren.</i></p>
</li>
<li>
<p align="justify"><i>Wenn die Regierung mit Kameras ankommt, darf sie ohne unsere Autorisierung keine Aufnahmen machen. Zu unserer Sicherheit sollen die Treffen gefilmt werden und die Regierung muss uns die vollständigen Kopien der Aufnahmen übergeben.</i></p>
</li>
</ul>
<p align="justify"><i><b>Die von uns bisher angesprochenen Treffen teilen sich in folgende auf:</b></i></p>
<ul>
<li>
<p align="justify"><i><b>Treffen zum Beschluss über den Plan für die Konsultation: </b></i><i>Die Regierung muss sich mit dem Volk der Munduruku treffen, damit wir eine Übereinkunft treffen, welchen Plan wir für die Konsultation festlegen. Dieser Plan für die Konsultation muss dieses Dokument hier in Gänze respektieren, da es erklärt, wie wir uns organisieren und wie wir unsere Entscheidungen treffen.</i></p>
</li>
<li>
<p align="justify"><i><b>Informationstreffen: </b></i><i>Die Regierung muss sich mit unserem Volk treffen, in jedem Dorf einzeln, um uns über ihre Vorhaben zu informieren und unsere Zweifel und Nachfragen zu beantworten. Neben uns sollen die Partner unseres Volkes an diesem Treffen jeweils teilnehmen.</i></p>
</li>
<li>
<p align="justify"><i><b>Interne Treffen: </b></i><i>Nach diesen Informationstreffen brauchen wir Zeit zum Diskutieren unter uns über die Vorschläge der Regierung. Wir werden Zeit brauchen, um den Vorschlag den Verwandten, die nicht an den Informationstreffen teilnehmen konnten, zu erläutern. Des Weiteren wollen wir uns mit den Flussanwohnern (beispielsweise mit denen von Montanha-Mangabal) treffen und beratschlagen. Wir werden unsere Partner zu unseren internen Treffen hinzuladen. Aber die Regierung darf dabei nicht anwesend sein. Sollten Unklarheiten oder neue Informationen aufkommen, dann muss die Regierung weitere Informationstreffen mit uns und unseren Partnern abhalten. Danach dann würden wir weitere Treffen mit unseren Partner, ohne die Regierung, machen, um die Unklarheiten zu klären und um zu debattieren. Egal wie viele Treffen dafür notwendig wären, damit das Volk der Munduruku sich vollständig informiert</i></p>
</li>
<li>
<p align="justify"><i><b>Verhandlungstreffen:</b></i><i> Wenn wir hinreichende Informationen haben und mit unserem ganzen Volk debattiert haben, wenn wir also eine Antwort an die Regierung haben, dann muss die Regierung sich mit uns, in unserem Territorium treffen. An diesem Treffen sollen auch unsere Partner teilnehmen. Die Regierung muss zuhören und auf unseren Vorschlag antworten, selbst wenn unser Vorschlag anders als der von der Regierung sei. Und wir mahnen: Wir akzeptieren nicht, dass die Regierung Rechte so einsetzt, wie die, die uns eigentlich zustehen, aber nie respektiert werden, um uns letztlich reinzulegen.</i></p>
</li>
</ul>
<p align="justify"><i><b>Wie treffen wir Munduruku unsere Entscheidungen?</b></i></p>
<ul>
<li>
<p align="justify"><i>Wenn ein Vorhaben uns alle betrifft, dann ist unsere Entscheidung eine kollektive. Die Regierung darf nicht nur einen Teil des Volks der Munduruku konsultieren (sie darf zum Beispiel nicht nur die Munduruku des Mittleren Tapajós oder nur die des Oberen Tapajós konsultieren).</i></p>
</li>
<li>
<p align="justify"><i>Keine Vereinigung der Munduruku entscheidet für das Volk der Munduruku, keine Organisation redet für unser Volk. Die Entscheidungen unseres Volks werden auf der Vollversammlung getroffen, die durch unsere Kaziken einberufen wird. Es sind unsere Kaziken, die gemeinsam und zusammen Zeit und Ort der Generalversammlung festlegen und die Munduruku zur Teilnahme einladen. Auf diesen Versammlungen werden die Entscheidungen im Anschluss an die Debatte getroffen: Wir diskutieren und kommen zu einem Kosens. Wenn es nötig ist, diskutieren wir viel. Wir stimmen nicht ab. Wenn es keinen Konsens gibt, entscheidet die Mehrheit.</i></p>
</li>
</ul>
<p align="justify"><i><b>Was erwartet das Volk der Munduruku von dieser Konsultation?</b></i></p>
<p align="justify">„<i><b>Wir erwarten, dass die Regierung unsere Entscheidung respektiert. Wir haben Veto-Recht.</b></i></p>
<p align="justify"><i><b>Sawe!!“</b></i></p>
<p align="justify"><i>// Übersetzung und Text (oben): <a href="https://www.outro-mundo.org" target="_blank" rel="noopener">Christian Russau</a></i></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Weltbank finanziert umstrittenes Wasserkraftprojekt in der DR Kongo</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/weltbank-finanziert-umstrittenes-wasserkraftprojekt-in-der-dr-kongo/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Löbbecke T.]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Nov 2025 10:27:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Staudämme]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft und Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Inga 3]]></category>
		<category><![CDATA[Staudamm]]></category>
		<category><![CDATA[Weltbank]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.gegenstroemung.org/?p=3641</guid>

					<description><![CDATA[Neuigkeiten zum umstrittenen Wasserkraftprojekt in der DR Kongo: Die Weltbank hat kürzlich eine erste Finanzierung in Höhe von 250 Millionen US-Dollar für das Mega-Staudammprojekt Inga 3 in der Demokratischen Republik Kongo bewilligt. Dies ist ein Schritt, der zivilgesellschaftliche Organisationen beunruhigt. Wie bereits in unserem Beitrag &#8222;Wasserstoffproduktion beim Mega-Staudamm Inga 3 am Kongo-Fluss?&#8220; beschrieben wird von&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Neuigkeiten zum umstrittenen Wasserkraftprojekt in der DR Kongo: Die Weltbank hat kürzlich eine erste Finanzierung in Höhe von 250 Millionen US-Dollar für das Mega-Staudammprojekt Inga 3 in der Demokratischen Republik Kongo bewilligt. Dies ist ein Schritt, der zivilgesellschaftliche Organisationen beunruhigt. Wie bereits in unserem Beitrag <a href="https://www.gegenstroemung.org/blog/wasserstoffproduktion-dank-mega-staudamm-inga-3-am-kongo-fluss/">&#8222;Wasserstoffproduktion beim Mega-Staudamm Inga 3 am Kongo-Fluss?&#8220;</a> beschrieben wird von der NRO International Rivers befürchtet, dass durch den Bau der Wasserkraftwerke die reiche Biodiversität der Region gefährdet wird, dass die Rolle des Fluss Kongo als einem der weltgrößten natürlichen Mechanismen zur CO2-Versenkung durch Sedimentfracht in den Atlantik in Gefahr gerät und dass die vom Bau betroffenen lokalen Gemeinschaften in ihrem natürlichen Lebens- und Arbeitsumfeld bedroht werden. Zudem könnte Inga 3 mehr als 30.000 Menschen vertreiben, von denen viele bereits für den Bau von Inga 1 und 2 umgesiedelt wurden und immer noch auf Entschädigung warten.</p>
<p>Mehr Infos in Beiträgen zum Projekt sind <a href="https://www.gegenstroemung.org/blog/inga-3-wasserkraftwerk-am-kongo-fluss-rueckt-naeher/">hier</a> und <a href="https://www.gegenstroemung.org/blog/">hier</a> zu finden.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Online-Seminar Recording „Source of life? Rivers, hydropower and the climate crisis“</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/online-seminar-recording-source-of-life-rivers-hydropower-and-the-climate-crisis/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Löbbecke T.]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Oct 2025 11:55:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Feature]]></category>
		<category><![CDATA[Frei Fließende Flüsse]]></category>
		<category><![CDATA[Proteste]]></category>
		<category><![CDATA[Staudämme]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.gegenstroemung.org/?p=3555</guid>

					<description><![CDATA[On Wednesday, 15 October 2025, GegenStrömung, Stiftung Living Rivers and FUE-AG Wasser, in cooperation with RiosToRivers, the Klimakollektiv and other partners, hosted the online seminar ‘Source of Life? Rivers, Hydropower and the Climate Crisis’. The event was introduced and moderated by Heike Drillisch (GegenStrömung) and Michael Bender (Living Rivers Foundation / GRÜNE LIGA), and translated&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>On Wednesday, 15 October 2025,</strong> <a href="https://www.gegenstroemung.org/"><strong>GegenStrömung</strong></a><strong>, </strong><a href="https://www.living-rivers.eu/de/home/"><strong>Stiftung Living Rivers</strong></a> <strong>and FUE-AG Wasser, in cooperation with</strong> <a href="https://www.riostorivers.org/"><strong>RiosToRivers</strong></a><strong>, the </strong><a href="https://klimakollektiv.org/"><strong>Klimakollektiv</strong></a> <strong>and other partners, hosted the online seminar ‘Source of Life? Rivers, Hydropower and the Climate Crisis’.</strong></p>
<p>The event was introduced and moderated by Heike Drillisch (GegenStrömung) and Michael Bender (Living Rivers Foundation / GRÜNE LIGA), and translated into German, English and Spanish.</p>
<p>The first presentation was given by Hayley Stuart, global coordinator of Ríos to Rivers, a non-profit organisation that promotes the next generation of environmentalists by supporting indigenous and disadvantaged young people (more <strong>here</strong>). She told us about the successful dismantling of four dams on the Klamath River. Through the <strong>Paddle Tribal Waters programme</strong>, Ríos to Rivers organised the first dam-free river descent by indigenous youth, who had previously been trained in whitewater kayaking and leadership skills to become global advocates for the next steps in the river basin. Brook Thompson, also from Ríos to Rivers, was the second speaker and shared information about the Klamath River restoration process as well as her perspective as an indigenous representative (Yurok &amp; Karuk Native) and environmental engineer. She recounted the fish kill in 2002, when over 60,000 salmon died in the Klamath River, which was a wake-up call for many indigenous communities around the river and ultimately led to the demolition of the dams. With the <strong>Klamath River Accord</strong>, the dam-critical movement is addressing COP 30 in Belem, Brazil, directly.</p>
<p>The next contribution was given by Moisés Borges from MAB on the Brazilian anti-dam movement. The movement has been in existence since the 1980s. He also presented alternative projects. Moisés Borges spoke about a global campaign to regain the sovereignty of the population, reduce the power of corporations and end impunity, as well as intentional efforts for COP30 in Belem, such as the <strong>People&#8217;s Summit Towards COP30</strong>.</p>
<p>The last presenter was Alex Wernke, from Klima*Kollektiv, who established the connection to the climate movement in Germany. After starting out as a group against lignite, the organisation has reoriented itself and now focuses on water, water pollution and water use. Conflicts on this issue, particularly with various industries, are becoming increasingly prevalent in Germany. Alex Wernke talked about the collective&#8217;s days of action on the Weser River, which are dedicated to the destructive feed industry, and presented the river camps planned for 2026.</p>
<p>For the last half hour of the seminar, three working groups were formed for each contribution and exchanged ideas and networked on the respective topics in different breakout rooms.</p>
<p>Overall, it was a successful event, in which efforts to protect our waters and our ecosystem were presented from different perspectives, where people could exchange plans for COP30 in Belém and general information.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><iframe title="Quelle des Lebens? Flüsse, Wasserkraft und die Klimakrise I Online-Seminar" width="1200" height="675" src="https://www.youtube.com/embed/2dgqbjyLqc8?start=3058&#038;feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Online-Seminar Recording „Quelle des Lebens? Flüsse, Wasserkraft und die Klimakrise“</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/online-seminar-quelle-des-lebens-fluesse-wasserkraft-und-die-klimakrise/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Löbbecke T.]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Oct 2025 11:51:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Feature]]></category>
		<category><![CDATA[Frei Fließende Flüsse]]></category>
		<category><![CDATA[Proteste]]></category>
		<category><![CDATA[Staudämme]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>
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					<description><![CDATA[[english and recording below] Am Mittwoch, 15. Oktober 2025, hat GegenStrömung, Stiftung Living Rivers und die FUE-AG Wasser in Kooperation mit RiosToRivers, dem Klimakollektiv &#38; weiteren Partnern das Online-Seminar „Quelle des Lebens? Flüsse, Wasserkraft und die Klimakrise“ veranstaltet. Eingeführt und moderiert wurde die Veranstaltung von Heike Drillisch (GegenStrömung) und Michael Bender (Stiftung Living Rivers /&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>[english and recording below]</p>
<p><strong>Am Mittwoch, 15. Oktober 2025, hat </strong><a href="https://www.gegenstroemung.org/"><strong>GegenStrömung</strong></a><strong>, </strong><a href="https://www.living-rivers.eu/de/home/"><strong>Stiftung Living Rivers</strong></a><strong> und die FUE-AG Wasser in Kooperation mit </strong><a href="https://www.riostorivers.org/"><strong>RiosToRivers</strong></a><strong>, dem </strong><a href="https://klimakollektiv.org/"><strong>Klimakollektiv</strong></a><strong> &amp; weiteren Partnern das Online-Seminar „Quelle des Lebens? Flüsse, Wasserkraft und die Klimakrise“ veranstaltet.</strong></p>
<p>Eingeführt und moderiert wurde die Veranstaltung von Heike Drillisch (GegenStrömung) und Michael Bender (Stiftung Living Rivers / GRÜNE LIGA), sowie übersetzt ins Deutsche, Englische und Spanische.</p>
<p>Der erste Beitrag wurde von Hayley Stuart gegeben, der globalen Koordinatorin von Ríos to Rivers, einer Nonprofitorganisation, die die nächste Generation von Umweltschützern fördert, indem sie indigene und benachteiligte Jugendliche fördern (mehr <strong>hier</strong>). Sie erzählte uns von der Geschichte des erfolgreichen Rückbaus von vier Staudämmen am Klamath River. Mit dem Programm <strong>Paddle Tribal Waters</strong> organisierte Ríos to Rivers die erste Damm-freie Flussabfahrt von indigenen Jugendlichen, die vorher in Wildwasser-Kajakfahren und Führungsqualitäten geschult wurden, um globale Interessensvertreter für die nächsten Schritte im Flusseinzugsgebiet zu werden. Brook Thompson, auch von Ríos to Rivers, teilte als zweite Vortragende sowohl Informationen über den Wiederherstellungsprozess des Klamath River als auch ihrer Perspektive als indigene Vertreterin (Yurok &amp; Karuk Native) und Umweltingenieurin. Sie erzählte vom Fischsterben im Jahr 2002 bei dem über 60.000 Lachse im Klamath River starben, was ein Weckruf für viele indigene Gemeinschaften rund um den Fluss war und im Endeffekt zum Rückbau der Staudämme führte. Mit dem <strong>Klamath River Accord</strong> richtet sich die staudammkritische Bewegung direkt an die Klima-COP 30 in Belem, Brasilien.</p>
<p>Der nächste Beitrag wurde von Moisés Borges von MAB zur brasilianischen Anti-Staudammbewegung gegeben. Die Bewegung gibt es seit den 1980er Jahren.  Weiter stellte er alternative Projekte vor. Dazu erzählte er von einer globale Kampagne zur Wiedererlangung der Souveränität der Bevölkerung, zum Abbau der Macht der Konzerne und zur Beendigung der Straflosigkeit sowie von den intentionalen Bemühungen zur COP30 in Belem, wie den <strong>People´s Summit Towards COP30</strong>.</p>
<p>Zuletzt stellte Alex Wernke vom Klima*Kollektiv den Bezug zur Klimabewegung in Deutschland her. Die Organisation hat sich, nachdem sie als Gruppe gegen Braunkohle gestartet hat, neu ausgerichtet und widmet sich nun dem Wasser, Wasserverschmutzung und Wassernutzung. Konflikte dazu, gerade mit verschiedenen Industrien, sind immer präsenter in Deutschland. Alex Wernke erzählte von Aktionstagen des Kollektivs an der Weser, die sich der zerstörerischen Futtermittelindustrie widmen und stelle das für das Jahr 2026 geplanten Flusscamps vor.</p>
<p>Für die letzte halbe Stunde des Seminars wurden drei Arbeitsgruppen je Beitrag gebildet und sich in verschiedenen Breakout-Rooms zu den jeweiligen Themen ausgetauscht und vernetzt.</p>
<p>Insgesamt war es eine erfolgreiche Veranstaltung, in der aus verschiedenen Perspektiven die Bemühungen zum Schutz unserer Gewässer und unseres Ökosystems dargestellt wurden, sowie ein Austausch zu Plänen für COP30 in Belém und generelle Informationen zwischen Akteur*innen stattfand.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><iframe title="Quelle des Lebens? Flüsse, Wasserkraft und die Klimakrise I Online-Seminar" width="1200" height="675" src="https://www.youtube.com/embed/2dgqbjyLqc8?start=3058&#038;feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>On Wednesday, 15 October 2025,</strong> <a href="https://www.gegenstroemung.org/"><strong>GegenStrömung</strong></a><strong>, </strong><a href="https://www.living-rivers.eu/de/home/"><strong>Stiftung Living Rivers</strong></a>and <strong>FUE-AG Wasser, in cooperation with</strong> <a href="https://www.riostorivers.org/"><strong>RiosToRivers</strong></a><strong>, the </strong><a href="https://klimakollektiv.org/"><strong>Klimakollektiv</strong></a> <strong>and other partners, hosted the online seminar ‘Source of Life? Rivers, Hydropower and the Climate Crisis’.</strong></p>
<p>The event was introduced and moderated by Heike Drillisch (GegenStrömung) and Michael Bender (Living Rivers Foundation / GRÜNE LIGA), and translated into German, English and Spanish.</p>
<p>The first presentation was given by Hayley Stuart, global coordinator of Ríos to Rivers, a non-profit organisation that promotes the next generation of environmentalists by supporting indigenous and disadvantaged young people (more <strong>here</strong>). She told us about the successful dismantling of four dams on the Klamath River. Through the <strong>Paddle Tribal Waters programme</strong>, Ríos to Rivers organised the first dam-free river descent by indigenous youth, who had previously been trained in whitewater kayaking and leadership skills to become global advocates for the next steps in the river basin. Brook Thompson, also from Ríos to Rivers, was the second speaker and shared information about the Klamath River restoration process as well as her perspective as an indigenous representative (Yurok &amp; Karuk Native) and environmental engineer. She recounted the fish kill in 2002, when over 60,000 salmon died in the Klamath River, which was a wake-up call for many indigenous communities around the river and ultimately led to the demolition of the dams. With the <strong>Klamath River Accord</strong>, the dam-critical movement is addressing COP 30 in Belem, Brazil, directly.</p>
<p>The next contribution was given by Moisés Borges from MAB on the Brazilian anti-dam movement. The movement has been in existence since the 1980s. He also presented alternative projects. Moisés Borges spoke about a global campaign to regain the sovereignty of the population, reduce the power of corporations and end impunity, as well as intentional efforts for COP30 in Belem, such as the <strong>People&#8217;s Summit Towards COP30</strong>.</p>
<p>The last presenter was Alex Wernke, from Klima*Kollektiv, who established the connection to the climate movement in Germany. After starting out as a group against lignite, the organisation has reoriented itself and now focuses on water, water pollution and water use. Conflicts on this issue, particularly with various industries, are becoming increasingly prevalent in Germany. Alex Wernke talked about the collective&#8217;s days of action on the Weser River, which are dedicated to the destructive feed industry, and presented the river camps planned for 2026.</p>
<p>For the last half hour of the seminar, three working groups were formed for each contribution and exchanged ideas and networked on the respective topics in different breakout rooms.</p>
<p>Overall, it was a successful event, in which efforts to protect our waters and our ecosystem were presented from different perspectives, where people could exchange plans for COP30 in Belém and general information.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>New Publication: Rivers, Rights, Resistance &#8211; Hydropower and the Legacy of the World Commission on Dams</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/new-publication-rivers-rights-resistance-hydropower-and-the-legacy-of-the-world-commission-on-dams/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Löbbecke T.]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Oct 2025 11:02:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Feature]]></category>
		<category><![CDATA[Staudämme]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.gegenstroemung.org/?p=3543</guid>

					<description><![CDATA[The year 2025 marks the twenty-fifth anniversary of the publication of the final report of the World Commission on Dams. Rivers are lifelines for people and nature. But all too often they are only used as an economic resource, with little regard for the consequences. Numerous large hydropower projects around the world, which have catastrophic&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>The year 2025 marks the twenty-fifth anniversary of the publication of the final report of the World Commission on Dams.</p>
<p>Rivers are lifelines for people and nature. But all too often they are only used as an economic resource, with little regard for the consequences. Numerous large hydropower projects around the world, which have catastrophic effects, make this clear. Those affected who oppose the destruction are often silenced, threatened or even killed.</p>
<p>There have long been conflicts over the ecological, social and economic impact of dams. The escalating climate crisis is exacerbating these conflicts, as it is also a water crisis and has a significant impact on natural water cycles.</p>
<p>At the end of the 1990s, the International World Commission on Dams was established in response to the fierce controversies surrounding large dams, particularly in the Global South, in order to bring together different perspectives on hydropower and develop recommendations. It published its final report in 2000. We are taking the 25th anniversary as an opportunity to reflect on the Commission’s report and developments since then – but above all to look ahead. Because despite all the damage, numerous new dams are still being planned, which are touted as effective climate protection measures. Why should these plans be critically scrutinized? What does hydropower have to do with the climate crisis? What alternatives are there? We explore these questions in our anniversary publication.</p>
<p><a href="https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2025/06/FMW-English_WEB.pdf">Download publication in English</a></p>
<p><a href="https://www.gegenstroemung.org/wcd25/">Sources and further readings</a></p>
<p><a href="https://drive.google.com/file/d/1zlwNiEf83VXjDwUgYMNElRwj3Sdeiwec/view?usp=sharing">Access social media toolkit</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Alles fliesst &#8211; in Amazonien bald nicht mehr so</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/alles-fliesst-in-amazonien-bald-nicht-mehr-so/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Sep 2025 11:01:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Amazonas]]></category>
		<category><![CDATA[Staudämme]]></category>
		<category><![CDATA[Indigene]]></category>
		<category><![CDATA[Ẃasserstraßen]]></category>
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					<description><![CDATA[In Brasília wird der Ausbau von auch amazonischen Flüssen zu Wasserstraßen für den kostengünstigeren Transport von Soja, Weizen, Mais und Mineralstoffen nun doch schubartig vorangetrieben &#8211; lokale Gemeinschaften von Indigenen und Flussanwohner:innen sind entsetzt und kündigen heftigen Widerstand an. Von Christian Russau Das investigative Portal Amazônia Real veröffentlichte gestern eine umfangreiche Hintergrundrecherche zum von Brasília&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>In Brasília wird der Ausbau von auch amazonischen Flüssen zu Wasserstraßen für den kostengünstigeren Transport von Soja, Weizen, Mais und Mineralstoffen nun doch schubartig vorangetrieben &#8211; lokale Gemeinschaften von Indigenen und Flussanwohner:innen sind entsetzt und kündigen heftigen Widerstand an.</strong></em></p>
<p>Von <a href="https://www.outro-mundo.org" target="_blank" rel="noopener">Christian Russau</a></p>
<p>Das investigative Portal <a href="https://amazoniareal.com.br/lula-planeja-privatizar-tres-hidrovias-da-amazonia/" target="_blank" rel="noopener">Amazônia Real veröffentlichte gestern eine umfangreiche Hintergrundrecherche</a> zum von Brasília geplanten massiven Ausbau von Wasserstraßen in Brasilien, darunter auch in Amazonien. Demnach unterzeichnete die Regierung Lula am 28. August dieses Jahres das <a href="https://www.planalto.gov.br/ccivil_03/_ato2023-2026/2025/decreto/D12600.htm" target="_blank" rel="noopener">Dekret Nr. 12.600</a>. Schon der Titel dieses Dekrets spricht Bände: Das Dekret &#8222;[r]egelt die Aufnahme öffentlicher Bundesprojekte im Bereich der Wasserstraßen in das Nationale Entstaatlichungsprogramm.&#8220; Damit wird die Umsetzung der neuen Politik zur Vergabe von Konzessionen für die Flüsse des Landes an den Markt &#8211; also eine neoliberale Privatisierung der Flüsse, so Kritiker:innen &#8211; einen Schritt weiter vorangebracht, und, besonders brisant: den Anfang dabei macht Amazonien.</p>
<p>Denn der Text des Dekrets bezieht explizit die Wasserstraßen der Flüsse Tapajós und Tocantins in Pará sowie den Rio Madeira in Amazonas und Rondônia in das Nationale Privatisierungsprogramm (kurz PND) mit ein. Das Projekt, mehr als 3.000 Kilometer schiffbare Abschnitte der Amazonasflüsse an die Privatwirtschaft zu übergeben, dient aber &#8211; so viel ist laut den Kritiker:innen eindeutig klar &#8211; den Interessen der Agrarindustrie und anderer Wirtschaftssektoren.</p>
<p><strong>Wo läge der wirtschaftliche Vorteil?</strong> Der Fall der geplanten Schiffbarmachung des amazonischen Tapajós-Fluss macht es klar (siehe hierzu auch: &#8222;<a href="https://www.gegenstroemung.org/blog/staudamm-schiene-schnitzel/" target="_blank" rel="noopener">Staudamm, Schiene, Schnitzel</a>&#8222;): Sollten die Wasserstraßenprojekte wie beispielsweise im Tapajós-Becken wie geplant realisiert werden, so erklären die Soja-Farmer:innen und ihre <em>ruralista</em>-Lobby im Nationalkongress schon lange explizit, dann würde dem brasilianischen Agrobusiness eine Kostenersparnis von satten 41 Prozent beim Transport ihrer Produkte blühen. Denn: Bislang, so klagen Soja-Farmer:innen vor allem im zentral gelegenen Mato Grosso, hätten sie bis zu viermal höhere Logistikkosten pro Tonne Soja als ihre Konkurrenten im Mittleren Westen der USA. Die geplanten Infrastrukturprojekte am Tapajós würden die Logistikkosten enorm senken und den Anbau von Soja im großen Stil in Regionen lohnenswert machen, die bislang von der Expansion der Agrarindustrie verschont geblieben waren. Dies würde brasilianische Agrargüter (und Mineralien) noch mehr auf dem Weltmarkt reüssieren lassen &#8211; zum Leidwesen der lokal von der Ausweitung der Agrargrenze und des Bergbaus in den An- und Abbaugebieten Betroffenen ebenso wie zum Leidwesen der lokal vom Wasserstraßenausbau Betroffenen.</p>
<p>Im Falle des Tapajós &#8211; so hatten bereits frühere Proteste um das Jahr 2016 gegen den damals noch geplanten Staudamm São Luiz do Tapajós (der Mitte 2016 am erbitterten Widerstand der Indigenen Munduruku scheiterte und von der Bundesumweltbehörde ad acta gelegt wurde) gezeigt &#8211; wurde klar, dass es beispielsweise am Tapajós nicht nur um Energieproduktion geht: Mit den Staudämmen sollten auch Transportwege ausgebaut werden: Sie sollten dazu beitragen, den Flusslauf zu regulieren und ihn so schiffbar zu machen. Dadurch sollen Wasserstraßenrouten für den Transport von Rohstoffen aus dem Bundesstaat Mato Grosso geschaffen werden. Die Staumauern würden dafür sorgen, dass Stromschnellen überflutet werden. Vier Schleusen sollten laut den damaligen Planungen am Tapajós entstehen, sechs am Teles Pires. Dann könnten dann auch größere Schiffe diese Regionen erreichen. Dazu sollen die Häfen in Santarém, Mirituba, Itaituba, Santana und Barcarena noch weiter ausgebaut werden. So würden die Infrastrukturprojekte nicht nur Energie liefern, sondern eben auch den kostengünstigen Transport von Rohstoffen bis an den Atlantik &#8211; und darüber hinaus &#8211; ermöglichen.</p>
<p>Am Vorabend der COP30 in Belém warnen nun Indigene und Umweltschützer:innen zum wiederholten Male &#8211; laut der Hintergrundrecherche von Amazônia Real &#8211; vor den sozialen Folgen und Umweltauswirkungen eines solchen Wasserstraßenbaus in Amazonien und prangerten die mangelnde Konsultation der betroffenen Indigenen Bevölkerung an, die ja eigentlich durch die ILO-Konvention Nr. 169 vorgeschrieben ist.</p>
<p><strong>Wie soll der Ausbau der Wasserstrassen in Amazonien vonstatten gehen und welche Ausmaße hätte dies?</strong> Das Projekt der Wasserstraße des Tapajós-Flusses umfasst etwa 250 Kilometer geplante schiffbare Strecke zwischen den Gemeinden Itaituba und Santarém im Bundesstaat Pará. Auf dem Tocantins-Fluss soll die Strecke sich über 1.731 Kilometer zwischen Belém (PA) und der Gemeinde Peixe (TO) erstrecken. Die Wasserstraße des Madeira sieht die Schifffahrt zwischen Porto Velho (Rondônia) und Itacoatiara (Amazonas) vor und verbindet sich mit dem Amazonas auf einer geschätzten Strecke von 1.075 Kilometern. Die Abschnitte durchqueren dabei Quilombola-, Flussufer- und Indigenengebiete sowie Naturschutzgebiete, so der gestrige Bericht von Amazônia Real.</p>
<p>Jedoch: Die spezifischen Studien für die Konzession der Wasserstraße Tapajós sind noch nicht abgeschlossen. Die Regierung behauptet jedoch, dass vorläufige Analysen der Bundesbehörde für Transport-Infrastruktur Dnit darauf hindeuteten, dass der Fluss das Potenzial sowohl für die Transportschifffahrt zwischen Häfen des eigenen Landes als auch für große Überseetanker als direkter Verbindung zu internationalen Häfen habe &#8211; sofern &#8211; so zitiert es Amazônia Real &#8211; &#8222;Korrekturbaggerarbeiten und Vertiefungsarbeiten&#8220; durchgeführt werden. Kein Wort von Schleusen, kein Wort davon, dass mit dem Bau von Schleusen dann auch wiederum die Gefahr des wohlfeilen Arguments des vermeintlich volkswirtschaftlich &#8222;sinnvollen&#8220; Baus von Staudämmen auch zur Energiegewinnung steigt, denn wenn man dann künftig schon Schleusen baut, dann käme mit der Schiffbarmachung des Tapajós wohl auch wieder der alte Plan des São Luiz do Tapajós wieder aufs politische Tapet. Nicht auszuschließen.</p>
<p>Jedenfalls, <strong>das Dekret 12.600 schreckt die Indigenen und Flussanwohnenden vor Ort auf</strong>. &#8222;Wir fühlen uns in unseren Rechten verletzt. Die indigenen Völker an den Ufern des Tapajós-Flusses wurden nicht angehört&#8220;, erklärte Lucas Tupinambá, stellvertretender Koordinator des Indigenenrats Tapajós und Arapiuns (Cita), der 14 indigene Völker des Unterlaufs des Tapajós-Flusses vertritt, gegenüber Amazônia Real. &#8222;Diese Wasserstraße ist nicht für uns, sie ist für Soja, sie ist für die großen internationalen Transportunternehmen. Was ist das für eine Entwicklung ohne die Beteiligung der Flussanrainer, der Fischer, der Indigenen? Was ist das für eine Entwicklung, die die Mutter der Fische tötet, die für uns Heiligste, nämlich die Flüsse, tötet?&#8220;, fragte Alessandra Korap Munduruku in ihren sozialen Netzwerken. &#8222;Die COP30 steht vor der Tür, aber wir sehen bereits jetzt, welche großen Vereinbarungen mit den großen Unternehmen getroffen werden.&#8220; Auricélia Arapiun, indigene Führerin des Volkes der Arapiun, Mitglied des Beratungsgremiums der Koordinierungsstelle der indigenen Organisationen des brasilianischen Amazonasgebiets (Coiab) und Koordinatorin des Verwaltungsausschusses der Nationalen Politik für die territoriale und ökologische Verwaltung indigener Gebiete (CG-PNGATI), betrachtet Präsident Lulas Dekret als direkten Angriff auf die Rechte traditioneller Völker, so wird sie von Amazônia Real zitiert: &#8222;Eine solche Nachricht von denen zu erhalten, die unsere Flüsse schützen sollten, die den gesamten Gesetzentwurf zur Zerstörung hätten ablehnen müssen, ist für uns indigene Völker, die vom Amazonasgebiet leben und davon abhängig sind, ein Schlag, dies ist ein Verrat. Es ist, als würde man uns in den Rücken fallen. Der Bau von Wasserstraßen passt nicht zu der Realität, in der wir leben. Es ist, als würde die brasilianische Regierung gegen den Kampf gegen die Klimakrise arbeiten.&#8220;</p>
<p>Hinzu kommt: Der Abschnitt des Tapajós-Flusses zwischen den Städten Itaituba und Santarém werde bereits jetzt schon durch den zunehmenden Transport von Agrarprodukten bedroht: &#8222;Die zunehmende Zahl großer Lastkähne, die auf dem Tapajós-Fluss an den Ufern unserer Gebiete vorbeifahren, hat direkte Auswirkungen auf unsere Lebensgrundlage, die Fischerei, und auch auf die Orte, an denen sich Fische und Schildkröten fortpflanzen&#8220;, beklagte Lucas Tupinambá gegenüber Amazônia Real. Und Auricélia Arapiun erklärte im Gespräch mit Amazônia Real, dass der Tapajós-Fluss vielfältigen Belastungen ausgesetzt sei, darunter Quecksilberverschmutzung, Staudamm- und Wasserkraftwerksprojekte, Häfen, die für den Transport von Agrarprodukten gebaut wurden, sowie die Auswirkungen von Pestiziden und schweren Dürren.</p>
<p><strong>Für die Indigenen verstärken die zusätzlichen künftigen Konzessionsprojekte eine Logik, die das Leben der Amazonasvölker missachtet</strong>: &#8222;Die Privatisierung des Flusses und der Bau von Wasserstraßen ist nicht für uns, sie ist nicht auf uns ausgerichtet, sie ist nicht auf unsere Bootsfahrten ausgerichtet, sie ist nicht darauf ausgerichtet, wie sehr wir für unseren Lebensunterhalt von diesem Fluss abhängig sind. Sie ist für die Agrarindustrie, für die großen Unternehmen, um deren Leben zu erleichtern, nicht unseres&#8220;, so zitiert Amazônia Real in ihrem Hintergrundbericht die Botschaft der Indigenen an die Welt.</p>
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