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	<title>Dürre &#8211; GegenStrömung</title>
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	<title>Dürre &#8211; GegenStrömung</title>
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		<title>Belo Monte: Wegen Dürre soll noch mehr Wasser der lokalen Bevölkerung an der Volta Grande do Xingu vorenthalten werden</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/belo-monte-wegen-duerre-soll-noch-mehr-wasser-der-lokalen-bevoelkerung-an-der-volta-grande-do-xingu-vorenthalten-werden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Oct 2024 15:02:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Jahr 2023 verzeichnete China im ersten Halbjahr wegen einer schweren Dürre einen Rückgang von 8,5% seiner Wasserkraft-Stromproduktion im Vergleich zum ersten Halbjahr 2022; die USA erlitten wegen der dortigen Dürre einen Rückgang von 6% im gleichen Vergleichzeitraum, während Brasilien leicht erhöhte Werte verzeichnete, &#8211; doch jetzt trifft es Brasilien mit voller Wucht: Seit Beginn&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Jahr 2023 verzeichnete China im ersten Halbjahr wegen einer schweren Dürre einen Rückgang von 8,5% seiner Wasserkraft-Stromproduktion im Vergleich zum ersten Halbjahr 2022; die USA erlitten wegen der dortigen Dürre einen Rückgang von 6% <a href="https://www.weforum.org/agenda/2023/11/hydroelectricity-generation-falls-droughts-climate-change/" target="_blank" rel="noopener">im gleichen Vergleichzeitraum</a>, während Brasilien leicht erhöhte Werte verzeichnete, &#8211; doch jetzt trifft es Brasilien mit voller Wucht: Seit Beginn der historischen Reihe der Wetteraufzeichnungen verzeichnet Brasilien &#8211; vor allem Amazonien und der Mittlere Westen &#8211; die seit 1950 schlimmste Dürre. Die sozialen, wirtschaftlichen und Umweltfolgen treffen alle in der Region sehr hart. Von der Außenwelt abgeschnittene Gemeinden, da die Flüsse ausgetrocknet sind und nicht einmal mehr mit kleinen Booten befahrbar sind; von ausgetrockneten Brunnen am Tapajós-Fluss berichten die indigenen Munduruku; die Landwirtschaft wartet dringend auf Regen; die Erde verkrustet auch dort, wo nomalerweise grüne Vegetation blüht. Und auch die Wasserkraft leidet. Im letzten Monat <a href="https://oantagonico.net.br/belo-monte-a-seca-a-baixa-disponibilidade-de-agua-os-3-de-geracao-de-energia/" target="_blank" rel="noopener">berichteten Medien</a>, dass der bekanneste &#8211; und meist kritisierte &#8211; Staudamm in Amazonien: Belo Monte derzeit nur 2,9 % seiner portentiellen 11-GW-Kapazität produziert. Eine von achtzehn Turbinen läuft nur überhaupt. Es fehlt an Wasser.</p>
<p>Doch statt die Fehler und falschen Versprechungen der Vergangenheit einzugestehen und deren Behebung anzugehen, statt sich wirklich Gedanken über Klimakrise zu machen und zu fragen, was Klimaveränderungen für Wasserkraft überhaupt bedeutet, <a href="https://oglobo.globo.com/economia/noticia/2024/10/23/belo-monte-abre-nova-frente-de-batalha-entre-ministerio-de-minas-e-energia-e-ibama.ghtml" target="_blank" rel="noopener">verlangt nun der Energie- und Bergbauminister, Alexandre Silveira, von der Bundesumweltbehörde IBAMA</a>, dass diese ab nächstem Jahr (wenn es dann in der Region wieder regnet) den gesetzlich erlaubten Maximalrahmen zur Ableitung des Flusswassers des Xingu bei der ersten Staustufe, Pimentel, in den Kanal hin zum Staureservoir von Belo Monte, deutlich erhöhen müsse: ansonsten wären wegen geringerer Stromproduktion höhere Energiepreise die Folge, da das Land dann fossile Kraftwerke zwischenschalten müsste, um die Lücke zu schließen. Zudem zitiert der Medienbericht bei GLOBO das Bergbau- und Energieministerium mit der Überlegung, den Staudamm Belo Monte als wichtig für die nationale Energiesicherheit einzustufen, wodurch die Diskussion um die Entscheidung über die Freigabe der Wasserfreigabe in den Nationalen Rat für Energiepolitik (CNPE, ein Gremium, das sich aus verschiedenen Ministerien zusammensetzt) getragen würde. So wäre es dann nicht mehr das Bundesumweltministerium IBAMA alleine, das darüber entscheidet. Wer sich hierbei an den gezielten Rück- und Kompetenzabbau beim IBAMA unter Bolsonaro erinnert fühlen mag, die/der liegt vielleicht so falsch nicht, zumindest wenn es nach den Vorstellungen des Energie- und Bergbauministers geht.</p>
<p>Das Problem einer weiter erhöhten Ableitung von Xingu-Wasser in den Kanal hin zum Staureservoir von Belo Monte: Die Volta Grande leidet schon jetzt auf 100 km Länge an Wassermangel, <a href="https://www.gegenstroemung.org/blog/neue-studie-belo-monte-staudamm-foerdert-ernaehrungsunsicherheit/" target="_blank" rel="noopener">teilweise führt die Volta Grande nur noch 20 % des eigentlichen Wassers</a>.</p>
<p>Beim Bau und bei der Erteilung der Betriebsgenehmigung wurden hunderte von richterlich festgehaltenen Vereinbarungen getroffen zum Schutze der 25 flussabwärts von Pimentel in der Volta Grande do Xingu befindlichen Fischer:innengemeinschaften und der dort sich ebenfalls befindlichen 3 indigenen Gemeinschaften, denn diese sind auf einen Mindestpegel des Xingu zu ihrem Überleben angewiesen. Nun spielt der Minister Alexandre Silveira die Rechte der lokalen Bevölkerung gegen die Interessen der Wirtschaftslobby mit dem eiskalten Argument der Stromnotlage und steigenden Preisen aus &#8211; und die damaligen Versprechen zum Schutz der Rechte der lokalen Bevölkerung wären dann &#8211; wieder einmal &#8211; nichts mehr wert. All dies &#8211; und noch viel mehr dessen, was dann auch eingetreten ist, hatten die Kritiker:innen den Befürworter:innen von Belo Monte aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft entgegen gehalten, niemand wollte sie damals anhören. Und nun zahlen einmal mehr die lokalen Anwohner:innen, die Kleinfischer:innen und Indigenen den Preis für diese Ignoranz.</p>
<p>// <a href="https://www.outro-mundo.org" target="_blank" rel="noopener">Christian Russau</a></p>
<div id="attachment_2849" style="width: 2570px" class="wp-caption alignnone"><a class="dt-pswp-item" href="https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2023/04/Belo_Monte_foto_christian_russau_2016-scaled.jpg" data-dt-img-description="Der Staudamm Belo Monte am Xingu-Fluss in Pará. Krasses Beispiel, wie Infrastrukturvorhaben in den politischen Zentralen des Landes über die Köpfe der lokal Betroffenen vor Ort hinweg entschieden wurde. Foto: Christian Russau [2016]" data-large_image_width="2560" data-large_image_height="1920"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2849" class="size-medium wp-image-2849" src="https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2023/04/Belo_Monte_foto_christian_russau_2016-300x225.jpg" alt="Der Staudamm Belo Monte am Xingu-Fluss in Pará. Krasses Beispiel, wie Infrastrukturvorhaben in den politischen Zentralen des Landes über die Köpfe der lokal Betroffenen vor Ort hinweg entschieden wurde. Foto: Christian Russau [2016]" width="300" height="225" srcset="https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2023/04/Belo_Monte_foto_christian_russau_2016-300x225.jpg 300w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2023/04/Belo_Monte_foto_christian_russau_2016-1024x768.jpg 1024w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2023/04/Belo_Monte_foto_christian_russau_2016-768x576.jpg 768w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2023/04/Belo_Monte_foto_christian_russau_2016-1536x1152.jpg 1536w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2023/04/Belo_Monte_foto_christian_russau_2016-2048x1536.jpg 2048w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-2849" class="wp-caption-text">Der Staudamm Belo Monte am Xingu-Fluss in Pará. Krasses Beispiel, wie Infrastrukturvorhaben in den politischen Zentralen des Landes über die Köpfe der lokal Betroffenen vor Ort hinweg entschieden wurde. Foto: Christian Russau [2016]</p></div>
<div id="attachment_1672" style="width: 2058px" class="wp-caption alignnone"><a class="dt-pswp-item" href="https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2018/02/DSCN7141-scaled.jpg" data-dt-img-description="Der Kanal, der das Xingu-Wasser von der ersten Staustufe Pimentel zum Staureservoir von Belo Monte - unter Umgehung der Volta Grande do Xingu - umleitet. Foto: christian russau [2026]" data-large_image_width="2048" data-large_image_height="1536"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-1672" class="size-medium wp-image-1672" src="https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2018/02/DSCN7141-300x225.jpg" alt="Der Kanal, der das Xingu-Wasser von der ersten Staustufe Pimentel zum Staureservoir von Belo Monte - unter Umgehung der Volta Grande do Xingu - umleitet. Foto: christian russau [2026]" width="300" height="225" srcset="https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2018/02/DSCN7141-300x225.jpg 300w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2018/02/DSCN7141-1024x768.jpg 1024w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2018/02/DSCN7141-768x576.jpg 768w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2018/02/DSCN7141-1536x1152.jpg 1536w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2018/02/DSCN7141-scaled.jpg 2048w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2018/02/DSCN7141-100x75.jpg 100w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2018/02/DSCN7141-150x113.jpg 150w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2018/02/DSCN7141-200x150.jpg 200w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2018/02/DSCN7141-450x338.jpg 450w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2018/02/DSCN7141-600x450.jpg 600w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2018/02/DSCN7141-900x675.jpg 900w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-1672" class="wp-caption-text">Der Kanal, der das Xingu-Wasser von der ersten Staustufe Pimentel zum Staureservoir von Belo Monte &#8211; unter Umgehung der Volta Grande do Xingu &#8211; umleitet. Foto: christian russau [2026]</p></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Neuer Bericht der Internationalen Energieagentur zeigt Unzuverlässigkeit der Wasserkraft</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/neuer-bericht-der-internationalen-energieagentur-zeigt-unzuverlaessigkeit-der-wasserkraft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lisa Kadel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Mar 2024 13:35:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein aktueller Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) hat alarmierende Erkenntnisse über den Einfluss der Wasserkraft auf die weltweiten Treibhausgasemissionen veröffentlicht. Während die Welt sich bemüht, ihre Emissionen zu senken und die Pariser Klimaziele zu erreichen, zeigt der Bericht, dass auf die Wasserkraft, die nach wie vor vielen als saubere Energiequelle galt, für die Erreichung dieser&#8230;]]></description>
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<p>Ein <a href="https://www.iea.org/reports/co2-emissions-in-2023">aktueller Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA)</a> hat alarmierende Erkenntnisse über den Einfluss der Wasserkraft auf die weltweiten Treibhausgasemissionen veröffentlicht. Während die Welt sich bemüht, ihre Emissionen zu senken und die Pariser Klimaziele zu erreichen, zeigt der Bericht, dass auf die Wasserkraft, die nach wie vor vielen als saubere Energiequelle galt, für die Erreichung dieser Ziele kein Verlass ist.</p>
<p>Laut dem Bericht stiegen die Emissionen aus der Energieerzeugung im Jahr 2023 um 1,1% im Vergleich zum Vorjahr und erreichten eine neue Rekordhöhe. Obwohl dieser Anstieg geringer ist als in den Jahren zuvor, ist er immer noch weit entfernt davon, mit den Zielen des Pariser Abkommens in Einklang zu stehen &#8211; denn dafür müssten die Emissionen rapide sinken. Besonders brisant ist, dass ein Großteil dieses Anstiegs auf den weltweiten Ausfall von Wasserkraft zurückzuführen ist, der durch Dürren verursacht wurde. Denn obwohl Wasserkraft im Umfang von 20GW Kapazität an Wasserkraftwerken zugebaut wurde (zum Vergleich: ein modernes Atomkraftwerk hat eine Leistung von ca. 1,4GW), stand weniger Strom aus Wasserkraft zur Verfügung als im Vorjahr. Dies ist vor allem auf anhaltende Dürren in Regionen China, Südostasien, Indien und Nordamerika zurückzuführen. Dieser Ausfall wurde mit Strom aus fossilen Energien ersetzt. Die IEA geht davon aus, dass die Emissionen 2023 ohne diesen Effekt zurückgegangen wären.</p>
<p>Es ist allgemein bekannt, dass Dürreperioden durch die fortschreitende Erderhitzung in Zukunft häufiger und länger sein werden. Es wäre daher naiv zu glauben, dass nur Zufall zu den Ausfällen im letzten Jahr geführt hat und diese Situation sich nicht wiederholen wird.</p>
<p>Ein weiterer Bericht der IEA, der <a href="https://www.iea.org/reports/clean-energy-market-monitor-march-2024">Clean Energy Market Monitor</a>, erläutert, wie der Ausbau der erneuerbaren Energien dafür sorgt, dass die Emissionen weniger stark ansteigen als zuvor. Die Technologie Wasserkraft findet darin nicht einmal Erwähnung. Offensichtlich gehen die Analyst*innen der IEA also nicht davon aus, dass Wasserkraft einen signifikanten Beitrag zur Emissionsreduktion leisten kann.</p>
<p>Die Auswirkungen des Wasserkraftausfalls sind nicht nur auf den Klimawandel beschränkt. Ein Blick auf die Situation in Ländern wie Sambia verdeutlicht, wie der Mangel an Wasserkraft die Lebensbedingungen der Menschen beeinträchtigen kann. Die aktuelle Dürre in Sambia führt zu einem <a href="https://africa.businessinsider.com/local/markets/zambia-to-import-and-ration-electricity-amidst-drought/gddwn29?utm_medium=social&amp;utm_source=twitter&amp;utm_campaign=share-button">erheblichen Ausfall der Stromproduktion</a>, die zu ca. <a href="https://ourworldindata.org/grapher/share-electricity-hydro?tab=chart&amp;country=~ZMB">90%</a> auf Wasserkraft basiert. Kurzfristig hat die sambianische Regierung also nur die Wahl entweder, Mittel für den Stromimport aufzubringen oder Stromausfälle zu erleiden. Das Land befindet sich bereits in einer Schuldenrkise und die Dürre führt auch zu Ernteausfällen, sodass die humanitäre Situation sowieso schon angespannt ist, was durch weitere Stromausfälle noch verstärkt würde. Beide Optionen werden also weitere negative Folgen haben.</p>
<p>In Anbetracht dieser Entwicklungen stellt sich die Frage nach der Zuverlässigkeit der Wasserkraft als Energiequelle. Der Bericht der IEA zeigt, dass der Ausbau von Wasserkraftkapazitäten nicht zwangsläufig zu einer Steigerung der verfügbaren Strommenge führt. Gleichzeitig bleiben die ökologischen und sozialen Probleme, die mit der Wasserkraftnutzung verbunden sind, bestehen. Die Kosten-Nutzen-Rechnung verschiebt sich zunehmend zu Ungunsten der Wasserkraft.</p>
<p>Der Bau von Wasserkraftwerken von den ersten Planungen bis zur Inbetriebnahme dauert oft Jahrzehnte. Somit sind auch die Analysen der potentiellen Stromproduktion oft schon veraltet, bis es überhaupt zu Produktion kommt, da sie schon sichtbare und aufgrund neuester Daten vorhersehbare Auswirkungen des Klimawandels auf die Verfügbarkeit von Wasser nicht mit einbeziehen. Das Beispiel Sambia zeigt, zu welchen Dilematta eine Fehleinschätzung führen kann. Verantwortungsbewsusste Regierungen, Unternehmen und Finanziers sollten alle noch nicht abgeschlossenen Wasserkraftwerke vor diesem Hintergrund auf den Prüfstand stellen und abwägen, ob stattdessen nicht Investitionen in Solar- oder Windkraft oder in Energieeinsparungen sinnvoller wären.</p>
</div>
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<p>&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Klimakrise bedingte Dürre reduziert Anteil der Wasserkraft an Stromproduktion in Kalifornien von 19 auf nur noch 8 Prozent</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/klimakrise-bedingte-duerre-reduziert-anteil-der-wasserkraft-an-stromproduktion-in-kalifornien-von-19-auf-nur-noch-8-prozent/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Jun 2022 07:33:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Staudämme]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft und Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Dürre]]></category>
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		<category><![CDATA[Stromproduktion]]></category>
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					<description><![CDATA[Von Christian Russau Kalifornien durchlebt die seit 1.200 Jahren schlimmste Dürre: der Zeitraum von 2000 bis ins Jahr 2021 sei extrem aussergewöhnlich trocken und sehr heiss gewesen sei, sagen Forscher:innen. Dass dies der menschengemachten Klimakrise zuzuschreiben ist, bestreiten nur noch wenige. Die Dürre lässt die Reservoirs der Stauseen auf äußerst bedenkliches Niveau absinken, wodurch die&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Von <a href="https://www.outro-mundo.org" target="_blank" rel="noopener">Christian Russau</a></p>
<p>Kalifornien durchlebt die seit 1.200 Jahren schlimmste Dürre: der Zeitraum von 2000 bis ins Jahr 2021 sei extrem aussergewöhnlich trocken und sehr heiss gewesen sei, <a href="https://www.20min.ch/story/im-westen-der-usa-war-es-seit-1200-jahren-nicht-mehr-so-trocken-457494784795" target="_blank" rel="noopener">sagen Forscher:innen</a>. Dass dies der menschengemachten Klimakrise zuzuschreiben ist, bestreiten nur noch wenige. Die Dürre lässt die Reservoirs der Stauseen auf äußerst bedenkliches Niveau absinken, wodurch die Stromproduktion aus Wasserkraft in Kalifornien dieses Jahr weiter sinken wird. Lag deren Anteil an der Gesamtsromproduktion 2021 noch bei 19 Prozent, so gehen Prognosen für 2022 von einem <a href="https://sanjosespotlight.com/zimmerman-drought-and-heat-stress-californias-infrastructure/" target="_blank" rel="noopener">Anteil von nur noch 8 Prozent aus</a>.</p>
<p>Das Wetter in Kalifornien verändert sich aufgrund der Klimakrise. In Kalifornien ist es derzeit sowohl heißer als auch trockener. Die Monate Januar bis März dieses Jahres waren die trockensten seit Beginn der Aufzeichnungen, und derzeit herrschen in 95 Prozent des Staates schwere bis extreme Dürrebedingungen. Teile Kaliforniens erwärmen sich schneller als der globale Durchschnitt, und einige Teile haben bereits die 2-Grad-Celsius-Grenze erreicht, die von Wissenschaftlern als der Punkt ohne Wiederkehr bezeichnet wird. Dies führt zu weiterer Verdunstung und die Stauseen, an denen in den USA ein Großteil der Wasserkraft hängt, gerät durch sinkende Pegel der Stauseen zusehends in Gefahr.</p>
<p>Doch die Klimakrisen bedingte Dürre hat noch eine weitere schwerwiegende Folge für die Stromversorgung im trockenen Kalifornien. Im extrem heißen und trockenen Sommer 2020 hatte das kalifornische Stromnetz massiv mit den Folgen der Klimakrise zu kämpfen. Starke Winde hatten Oberleitungen gekappt, deren Strom Waldbrände auslösten. Infolge dessen werden heute bei drohenden Starkwinden und Trockenheit nun mehr und mehr Stromabschaltungen aus Sicherheitsgründen erforderlich, um Waldbrände durch umgestürzte Stromleitungen zu verhindern. Diese Abschaltungen können dazu führen, dass Tausende tagelang ohne Strom sind. Und die Klimakrisen bedingte Dürre erhöht zusätzlich den Wasserverbrauch der unter der Hitze leidenden Menschen. Obwohl der Beginn dieses Jahres der trockenste seit Beginn der Aufzeichnungen war, haben die Kalifornier:innen ihren Wasserverbrauch weiter erhöht. Im April stieg der Wasserverbrauch im gesamten Bundesstaat um fast 18 Prozent im Vergleich zu 2020.</p>
<p>Jüngste wissenschaftliche Simulationen haben vorausgesagt, dass die derzeitige Dürre mit einer Wahrscheinlichkeit von über 90 Prozent bis zum Jahr 2023 und mit einer alarmierend hohen Wahrscheinlichkeit von 75 % bis zum Jahr 2030 andauern wird. Das bedeutet, dass das Wasserproblem nicht verschwindet und sich wahrscheinlich nur noch verschlimmern wird.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Staudamm Belo Monte: Wegen Dürre nur eine Turbine in Betrieb und Fische sterben wegen erhöhter Wassertemperatur</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/staudamm-belo-monte-wegen-duerre-nur-eine-turbine-in-betrieb-und-fische-sterben-wegen-erhoehter-wassertemperatur/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Oct 2021 11:33:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Belo Monte]]></category>
		<category><![CDATA[Dürre]]></category>
		<category><![CDATA[Fische]]></category>
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					<description><![CDATA[Die diesjährige Trockenzeit in Amazonien legt die Fehlkalkulationen beim Bau des 11-GW-Staudamms Belo Monte am Xingu-Fluss im amazonischen Bundesstaat Pará schonungslos bloß. Von Christian Russau Kritiker:innen des 11-GW-Staudamms Belo Monte am Xingu-Fluss im amazonischen Bundesstaat Pará hatten seit 2011 mit Nachdruck davor gewarnt, dass der Bau des Staudamms nicht nur zu massiven sozialen und ökologischen&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die diesjährige Trockenzeit in Amazonien legt die Fehlkalkulationen beim Bau des 11-GW-Staudamms Belo Monte am Xingu-Fluss im amazonischen Bundesstaat Pará schonungslos bloß.</em></p>
<p>Von <a href="https://www.outro-mundo.org" target="_blank" rel="noopener">Christian Russau</a></p>
<p>Kritiker:innen des 11-GW-Staudamms Belo Monte am Xingu-Fluss im amazonischen Bundesstaat Pará hatten seit 2011 mit Nachdruck <a href="https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2014/07/GegenStr%c3%b6mung_Belo-Monte-und-Europ-Konzerne_2014.pdf" target="_blank" rel="noopener">davor gewarnt</a>, dass der Bau des Staudamms nicht nur zu massiven sozialen und ökologischen Konsequenzen führen würde, sondern dass die von Regierung und Baukonsortien und Betreiberin zugrunde gelegten wirtschaftlichen Kalkulationen sich bald als Makulatur erweisen würden. Nun zeigt sich in schonungsloser Klarheit, dass die Befürworter:innen des damals drittgrößten Staudamms der Welt Unrecht und die Kritiker:innen Recht hatten. Nur leider ist dies für niemanden ein Grund zur Freude.</p>
<p>18 Turbinen sollten sich nun in den Wassermassen des Stauwerks Belo Monte, gelegen hinter dem Staureservoir, das 80 Prozent des Wasser des Fluss von der Volta Grande abzapft und ins Reservoir umleitet, drehen und Strom für Brasiliens expandierende Wirtschaft und Gesellschaft liefern. Im Moment dreht sich eine Turbine, und die dreht sich nur mit halber Kraft. Die aktuelle Ausnutzung des Stromgestehungspotentials von Belo Monte liegt wegen der derzeitigen Dürre im Xingu-Einzugsgebiet seit Anfang August bei nur 2,67 Prozent, <a href="https://www.cnnbrasil.com.br/business/sem-agua-belo-monte-opera-com-meia-turbina-desde-o-inicio-de-agosto/" target="_blank" rel="noopener">wie Medien berichten</a>. Genau dies hatten Kritiker:innen seit der Bauentscheidung im Jahr 2011 immer wieder betont, dass das 11-GW-Ziel der Vollast nur wenige Monate im Jahr erreichbar wäre, und das von daher die Wirtschaftlichkeitsberechnung des Wasserkraftwerks obsolet wäre. Und genau dies zeigt sich derzeit am Xingu-Fluss in aller Klarheit.</p>
<p>Seit ihrer Fertigstellung hat die Anlage von Belo Monte weniger produziert als von den Expert:innen für die Trockenzeit berechnet wurde. Zum Zeitpunkt des Baus ging man davon aus, dass das Kraftwerk in den Monaten der Trockenzeit täglich durchschnittliche 690 MW erzeugen würde. Derzeit liegt die Leistung bei 300 MW. Für das gesamte Jahr wurde eine durchschnittliche Leistung von 4.000 MW erwartet. Im vergangenen Jahr lag sie bei 3.293 durchschnittlichen MW und 2019 bei 3.027 durchschnittlichen MW, wie aus den Daten des Nationalen Stromnetzbetreibers (ONS) hervorgeht. Belo Monte hat also nie die wirtschaftlichen Erwartungen erfüllt, und derzeit ist die Leistung so niedrig wie nie.</p>
<p>Hinzu kommt, dass durch die Dürre das wenige verbliebene Wasser sich aufheizt, und es dadurch zu vermehrtem Fischsterben kommt, <a href="https://g1.globo.com/pa/para/noticia/2021/10/06/peixes-morrem-presos-na-lama-durante-seca-no-rio-xingu-em-reservatorio-da-usina-de-belo-monte-no-para.ghtml" target="_blank" rel="noopener">wie nun Medien berichten</a>. &#8222;Das ist absurd, denn es handelt sich um Fische, die der Bevölkerung als Nahrung dienen könnten, und einige sind Zierfische, die in großen Städten einen Marktwert haben, wie die Acará-Bandeira. Hier haben wir Pacu, die als Nahrung dienen könnten, aber im Moment nur noch Futter für Geier sind&#8220;, so der Biologieprofessor Rodolfo Salm von der Universidade Federal do Pará (UFPA) <a href="https://g1.globo.com/pa/para/noticia/2021/10/06/peixes-morrem-presos-na-lama-durante-seca-no-rio-xingu-em-reservatorio-da-usina-de-belo-monte-no-para.ghtml" target="_blank" rel="noopener">gegenüber Medien</a>. Dies wiegt in einer grassierenden Pandemie wie der von Corona um so schwerer, wenn Menschen sich finanziell kaum am Leben erhalten können und ihre Ernährungssicherheit bedroht ist.</p>
<p>So zeigt sich, <a href="https://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/sonst_publikationen/VSA_Russau_Abstauben_in_Brasilien.pdf#page=170" target="_blank" rel="noopener">Belo Monte war und ist und bleibt ein Fiasko</a>: Anwohner:innen wie Fischer:innen, Zierfischfänger:innen und Kleinbäuer:innen wurden ihrer Lebensgrundlage beraubt, die Umsiedlungen waren ungenügend, die Entschädigungszahlungen unzureichend, die Volta Grande wurde auf 100 Kilometer Flusslänge nahezu trockengelegt, die dort anrainend lebenden Indigenen und Flussanwohner:innen konnten den Fluss nicht mehr als Fischfanggebiet, noch zum Transport der Boote benutzen, Moskitoplagen suchen die Gegend heim, die Rotoren der Turbinen zerhackten Fische, Fische gehen in erwärmten Wasser ein und nun zeigen die nackten Produktionszahlen zudem das ganze ökonomische Fiasko. Und all dies im Namen von &#8222;Entwicklung&#8220; und &#8222;grüner&#8220; Energie.</p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Nordostbrasilianischer Stausee Sobradinho bei nur 2,71 Prozent seiner Füllkapazität</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/nordostbrasilianischer-stausee-sobradinho-bei-nur-271-prozent-seiner-fuellkapazitaet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Dec 2017 15:57:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Staudämme]]></category>
		<category><![CDATA[Dürre]]></category>
		<category><![CDATA[Sobradinho]]></category>
		<category><![CDATA[Staureservoir]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Nordosten Brasilien leidet seit Jahren unter einer schweren Dürre. Das hat &#8211; neben den massiven, gravierenden Problemen, denen sich die Bevölkerung gegenübersieht &#8211; aber auch schwerwiegende Auswirkungen auf die Energieversorgung mit Strom, denn in Brasilien wird noch immer 79 Prozent der Elektrizität mittels Wasserkraft erzeugt. Neueste Daten aus Brasiliens Nordosten zeichnen ein düsteres Bild.&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Nordosten Brasilien leidet seit Jahren unter einer schweren Dürre. Das hat &#8211; neben den <a href="https://www.kooperation-brasilien.org/de/themen/landkonflikte-umwelt/201ewir-stehen-jetzt-im-vierten-jahr-in-folge-in-voller-duerre201c">massiven, gravierenden Problemen, denen sich die Bevölkerung gegenübersieht</a> &#8211; aber auch schwerwiegende Auswirkungen auf die Energieversorgung mit Strom, denn in Brasilien wird noch immer 79 Prozent der Elektrizität mittels Wasserkraft <a href="http://www2.aneel.gov.br/aplicacoes/atlas/aspectos_institucionais/2_2.htm">erzeugt</a>. Neueste Daten aus Brasiliens Nordosten zeichnen ein düsteres Bild. Die Staureservoirs sind <a href="https://www.canalenergia.com.br/noticias/53043504/reservatorios-do-nordeste-operam-com-55-da-capacidade">laut neuesten Zahlen</a> der staatlichen Behörde zur Überwachung der Elektrizitätsübertragung Operador Nacional do Sistema Elétrico im Nordosten des Landes derzeit nur zu 5,5 Prozent gefüllt. Im Mittleren Westen und Südosten des Landes, wo noch <a href="http://lateinamerika-nachrichten.de/?aaartikel=fliegende-fluesse-umgestuelpte-waelder-und-die-trockene-stadt">2014-2015 die schlimmste Dürrephase seit 80 Jahren herrschte</a>, sind nach den Regenfällen der vergangenen zwei Regenzeiten die Reservoirs immerhin zu 60 Prozent gefüllt. Im Süden Brasiliens hingegen liegen die Reservoirstände dem Bericht zufolge ebenfalls bei niedrigen 5,4 Prozent.</p>
<p>Am Schlimmsten sieht es aber derzeit im Nordosten, vor allem beim Staudamm Sobradinho aus: Dieser operiert laut den Behörden <a href="https://www.canalenergia.com.br/noticias/53043504/reservatorios-do-nordeste-operam-com-55-da-capacidade">derzeit</a> mit 2,71 Prozent seiner Füllkapazität. Der Staudamm Sobradinho, 1972 Jahre war der Bau des Staudamms begonnen worden, <a href="https://www.ila-web.de/ausgaben/359/der-kleine-gro%C3%9Fe-bischof">unter Beteiligung deutscher Firmen und durch Kredite der bundesdeutschen KfW</a>, rühmt sich, flächenmäßig der zwölftgrößte künstliche See der Erde zu sein. Eigentlich. Denn eigentlich ist der Stausee ungefähr 320 km lang, hat eine Oberfläche von 4.214 Quadratkilometern und einen Speicherraum von 34,1 Milliarden Kubikmetern, aber dies nur bei Vollstauhöhe. Nun operiert der See bei 2,71 Prozent seiner Füllkapazität.</p>
<p>Der See wird gespeist durch den Rio São Francisco. Die Quelle des Rio São Francisco, Lebensader des brasilianischen Nordostens, von den Anwohnern liebevoll <em>velho chico</em> genannt, war im September 2014 zum ersten Mal seit Menschengedenken ausgetrocknet. Ein Jahr später, im September 2015, traf es weitere Zuflüsse des Rio São Francisco, den Rio Jequitaí, Guavinipã, São Domingos, Juramento und den Córrego do Onça. Im November 2015 erreichte der vom Rio São Francisco gespeist Stausee Sobradinho im Bundesstaat Bahia seinen historischen Tiefststand: 3 Prozent des Fassungsvermögens von 34 Milliarden Kubikmetern bei Vollstauhöhe, die Stromproduktion im Wasserkraftwerk musste temporär eingestellt werden. Nun ist auch dieser Tiefststand nach unten durchbrochen worden.</p>
<p>Anfang dieses Jahres versuchten die Betreiber des Staudamm Sobradinhos verzweifelt, mehr und mehr des verbliebenen Wassers im Stausee zurückhalten. Dies <a href="https://www.kooperation-brasilien.org/de/themen/landkonflikte-umwelt/staudamm-sobradinho-speichert-wegen-anhaltender-duerre-mehr-wasser?searchterm=sobradinho">bedroht</a> aber zunehmend die Wasserversorgung der flussabwärts der Staumauern lebenden Flussanwohner. Wo wie in der Region um die Stadt Penedo, in der Nähe der Mündung des wichtigesten Flusses Nordostbrasiliens in den Atlantik, noch vor wenigen Jahren vier Meter Wasserstand gemessen wurden, erstreckt sich <a href="http://g1.globo.com/jornal-nacional/noticia/2017/01/hidreletrica-de-sobradinho-diminui-vazao-e-afeta-populacao-ribeirinha.html">laut Medienberichten</a> nur Schlamm. Hinzu kommt ein steigender Salzgehalt des Wassers, der die Grenze zum für Menschen noch Genießbaren überschreitet. Dies liegt auch daran, dass das Meerwasser wegen des niedrigen Flusswasserlaufs mittlerweile bis zu 15 Kilometer weiter ins Landesinnere vordringt. Ansteigender Meeresspiegel trägt auch seinen teil dazu bei. Der lokale Wasserversorger der Stadt Piaçabuçu musste deswegen <a href="https://www.kooperation-brasilien.org/de/themen/landkonflikte-umwelt/staudamm-sobradinho-speichert-wegen-anhaltender-duerre-mehr-wasser?searchterm=sobradinho">bereits tiefere Brunnen bohren</a>, um das Wasser hervorzufördern, doch trotzdem bleiben mehr und mehr Haushalte von der Wasserversorgung abgeschnitten, da nicht genug Wasser gefördert wird.</p>
<p>Hoffen auf Regen. Das bleibt in Brasiliens Nordosten derzeit die altbekannte Hoffnung. Was bei einem anhaltenden Ausbleiben des Regens droht, mag sich niemand ausmalen.</p>
<p>// <a href="http://www.outro-mundo.org">Christian Russau</a></p>
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		<title>Staudamm Sobradinho speichert wegen anhaltender Dürre mehr Wasser und bedroht so die Wasserversorgung der Flussanwohner</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/staudamm-sobradinho-speichert-wegen-anhaltender-duerre-mehr-wasser-und-bedroht-so-die-wasserversorgung-der-flussanwohner/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Jan 2017 08:12:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Staudämme]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[Dürre]]></category>
		<category><![CDATA[Rio São Francisco]]></category>
		<category><![CDATA[Sobradinho]]></category>
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					<description><![CDATA[Von Christian Russau Brasiliens Nordosten leidet unter der seit Jahrzehnten schärfsten Dürre. Der Rio São Francisco führt immer weniger Wasser, so dass die Betreiber des Staudamm Sobradinhos mehr und mehr des verbliebenen Wassers im Stausee zurückhalten. Dies bedroht aber zunehmend die Wasserversorgung der flussabwärts lebenden Flussanwohner, wie die Tageszeitung O Globo berichtet. Wo wie in&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Von Christian Russau</p>
<p>Brasiliens Nordosten leidet unter der seit Jahrzehnten schärfsten Dürre. Der Rio São Francisco führt immer weniger Wasser, so dass die Betreiber des Staudamm Sobradinhos mehr und mehr des verbliebenen Wassers im Stausee zurückhalten. Dies bedroht aber zunehmend die Wasserversorgung der flussabwärts lebenden Flussanwohner, wie die <span class="link-external"><a class="external-link" href="http://g1.globo.com/jornal-nacional/noticia/2017/01/hidreletrica-de-sobradinho-diminui-vazao-e-afeta-populacao-ribeirinha.html" target="_blank">Tageszeitung O Globo berichtet</a></span>. Wo wie in der Region um die Stadt Penedo, in der Nähe der Mündung des wichtigesten Flusses Nordostbrasiliens in den Atlantik, noch vor wenigen Jahren vier Meter Wasserstand gemessen wurden, erstreckt sich laut der Reportage von O Globo derzeit nur Schlamm. Hinzu kommt ein steigender Salzgehalt des Wassers, der die Grenze zu für Menschen noch Genießbaren derzeit am überschreiten ist. Dies liegt auch daran, dass das Meerwasser wegen des niedrigen Flusswasserlaufs mittlerweile bis zu 15 Kilometer ins Landesinnere vordringe. Der lokale Wasserversorger der Stadt Piaçabuçu musste deswegen bereits tiefere Brunnen bohren, um das Wasser hervorzufördern, doch trotzdem bleiben mehr und mehr Haushalte von der Wasserversorgung abgeschnitten, da nicht genug Wasser gefördert wird.<br />
Die Quelle des Rio São Francisco, Lebensader des brasilianischen Nordostens, von den Anwohner/innen liebevoll <i>velho chico</i> genannt, war im September 2014 zum ersten Mal seit Menschengedenken ausgetrocknet. Ein Jahr später, im September 2015, traf es weitere Zuflüsse des Rio São Francisco, den Rio Jequitaí, Guavinipã, São Domingos, Juramento und den Córrego do Onça. Im November 2015 erreichte der vom Rio São Francisco gespeist Stausee Sobradinho im Bundesstaat Bahia seinen historischen Tiefststand: 3 Prozent des Fassungsvermögens von 34 Milliarden Kubikmetern bei Vollstauhöhe, die Stromproduktion im Wasserkraftwerk musste temporär eingestellt werden. Im Bundesstaat Rio Grande do Norte tauchten 2015 im Stausee Armando Ribeiro Gonçalves die Reste der Kirche des vor über 30 Jahres für den Stausee gefluteten Ortes São Rafael zum ersten Mal sichtbar über der verbliebenen Wasseroberfläche auf – in den Medien als Atlantis des Sertão bezeichnet.<br />
<a class="internal-link" href="http://www.kooperation-brasilien.org/de/themen/landkonflikte-umwelt/brasiliens-suedosten-verlor-56-billionen-liter-wasser-jaehrlich">Einem brasilianischen Hydrologen der Nasa, Augusto Getirana</a>, zufolge hat der brasilianische Nordosten zwischen 2002 und 2015 jährlich 49 Billionen Liter Wasser verloren.<br />
Als Grundlage seiner Forschung nahm Getirana die Daten der Nasa-Satelliten des Systems Gravity Recovery and Climate Experiment (GRACE). Diese zwei parallel geschalteten Satelliten messen das Gravitationsfeld der Erde. Änderungen im Gravitationsfeld werden durch Bewegungen von großen Massen an Eis oder Wasser ausgelöst, inklusive der im Untergrund gespeicherten Wassermengen, so dass die Änderungen in der Gravitation rechnerische Rückschlüsse zu ließen über die lokalen Zu- oder Abnahmen der jeweiligen Wassermengen, wie die Nasa mitteilte. Die Studienergebnisse wurden im <span class="link-external"><a class="external-link" href="http://dx.doi.org/10.1175/JHM-D-15-0096.1" target="_blank">Journal of Hydrometeorology veröffentlicht</a></span>. Augusto Getirana erläuterte, dass der Ansatz seiner Studie nicht die Erforschung der Ursachen sei. Dazu gebe es bereits umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen und Theorien wie die <a class="internal-link" href="http://www.kooperation-brasilien.org/de/themen/landkonflikte-umwelt/von-fliegenden-fluessen-umgestuelpten-waeldern-und-der-trockenen-stadt">Fliegende Flüsse Amazoniens</a>, den Klimawandel  oder andere Phänomene, so dass in dieser Hinsicht noch weiter geforscht werden müsse. Sein Ziel sei es hingegen gewesen, erstmals belastbare Zahlen für Wasserschwund in der Region zu finden.</p>
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