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	<title>Munduruku &#8211; GegenStrömung</title>
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	<title>Munduruku &#8211; GegenStrömung</title>
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		<title>Lehrstück politischen Protests der Basis: Indigene Munduruku blockieren den Eingang zur COP30 &#8211; und erhalten von der brasilianischen Regierung die Zusage auf FPIC</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/lehrstueck-politischen-protests-der-basis-indigene-munduruku-blockieren-den-eingang-zur-cop30-und-erhalten-von-der-brasilianischen-regierung-die-zusage-auf-fpic/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Nov 2025 15:22:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Belo Monte]]></category>
		<category><![CDATA[Staudämme]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft und Biodiversität]]></category>
		<category><![CDATA[FPIC]]></category>
		<category><![CDATA[Munduruku]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist ein Lehrstück politischen Protests der Basis: Dutzende Indigene Munduruku blockierten am vergangenen Freitag in den Morgenstunden für mehrere Stunden den Eingang zur COP30 &#8211; und erhalten nun von der brasilianischen Regierung die Zusage auf freie, vorherige und informierte Konsultation (FPIC) für alle sie am Tapajós-Fluss betreffenden Projekte. Ein wichtiger Erfolg für die Munduruku!&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Es ist ein Lehrstück politischen Protests der Basis: Dutzende Indigene Munduruku blockierten am vergangenen Freitag in den Morgenstunden für mehrere Stunden den Eingang zur COP30 &#8211; und erhalten nun von der brasilianischen Regierung die Zusage auf freie, vorherige und informierte Konsultation (FPIC) für alle sie am Tapajós-Fluss betreffenden Projekte. Ein wichtiger Erfolg für die Munduruku! Ein wichtiger Erfolg für Menschenrechte, für Indigene Territorialrechte, für frei fließende und saubere Flüsse!</em></p>
<p>Von <a href="https://www.outro-mundo.org" target="_blank" rel="noopener">Christian Russau</a></p>
<p>Am Freitag in der Frühe, ab 5 Uhr, blockierten Dutzende indigene Munduruku, die zuvor bis zu 7 Tage auf Booten vom Oberen und Mittleren Tapajós-Fluss bis nach Belém unterwegs gewesen waren, den Haupteingang zur sogenannten Blue Zone der COP30. Über mehrere Stunden kam &#8222;Niemand mehr raus, niemand rein!&#8220;, wie es auf Videos in den sog. sozialen Medien skandierend gezeigt wurde. Der Protest richtete sich gegen die Großprojekte, die Brasília an den Flüssen plant, an denen, von denen und mit denen die Munduruku leben: Jamanxim und Tapajós und Teles Pires und bis hin zum Juruena. Bedroht sind sie seit Jahren durch Staudammprojekte (gewonnen hatten sie 2016 gegen den Plan Brasílias, am Tapajós das Wasserkraftwerk São Luiz do Tapajós zu errichten), doch aktuell plant Brasília (wieder einmal) <a href="https://www.gegenstroemung.org/blog/alles-fliesst-in-amazonien-bald-nicht-mehr-so/" target="_blank" rel="noopener">den Ausbau u.a. der Flüsse Teles Pires und Tapajós zu einer gigantischen Wasserstraße</a>, so dass durch die Schiffbarmachung auch für Schüttguttanker mit noch mehr Tiefgang der Soja-Export noch weiter im Land reüssiere &#8211; und der Druck auf die indigenen Territorien weiter ansteigt. Bedroht fühlen sich die Munduruku auch durch den von Brasília geplanten Bau einer neuen Eisenbahnlinie, Ferrogrão, die ebenfalls zum Soja-Transport genutzt werden soll. Und die Munduruku leiden unter dem Druck durch das Agrobusiness, durch das Eindringen durch Holzfäller und Goldsucher:innen. Und der Demarkationsprozess ihrer Territorien wurde noch immer nicht vollends abgeschlossen. Also entschlossen sich die Munduruku, die weite Reise vom Tapajós und dessen Zuflüssen hin zur COP30 nach Belém zu machen, um ihren Anliegen Gehör zu verschaffen &#8211; und dies ist ihnen gelungen.</p>
<p>Zwei Tage nach dem Protest einiger Dutzend Munduruku vor der sogenannte Sicherheitszone, der Blue Zone der Weltklimakonferenz COP30 in Belém, bei dem über mehrere Stunden der Eingang zur COP30 für Tausende von Delegierte versperrt war und diese ersatzweise den eigentlich als Ausgang eingerichteten hinteren Torbereich nutzen mussten, was zu stundenlanger Verspätung geführt hatte, äußerte sich nun der erst vor wenigen Monaten ins Amt des Leiters des Generalsekretariats des Präsidenten ernannte, vormalige Anführer der Obdachlosenbegweung MTST und Abgeordnete Guilherme Boulos: &#8222;Wir haben uns verpflichtet, und die Bundesregierung wird in Bezug auf den Tapajós eine freie, vorherige und informierte Konsultation aller Völker der Region durchführen, bevor sie irgendwelche Projekte am Fluss umsetzt. Und wir vom Generalsekretariat der Präsidentschaft der Republik werden einen Dialog mit all diesen Völkern einrichten, um sie in Brasília zu empfangen und eine Lösung zu finden&#8220;, <a href="https://agenciabrasil.ebc.com.br/meio-ambiente/noticia/2025-11/governo-consultara-indigenas-sobre-hidrovia-no-tapajos-diz-boulos" target="_blank" rel="noopener">sagte Boulos laut Agência Brasil</a>.</p>
<p>Guilherme Boulos, dessen Leitungsposten des Generalsekretariat der Präsidentschaft der Republik einem Ministerrang entspricht, erklärte, er habe kurz vor Ende des COP30-Gipfels mit dem Präsidenten der Republik, Luiz Inácio Lula da Silva, und dem Minister für Inneres, Rui Costa, telefonisch über das Thema gesprochen. Neben dem expliziten Versprechen, eine freie, vorherige und informierte Konsultation (FPIC) der indigenen Völker am Tapajós durchzuführen, erklärte er zudem, dass die Regierung die Demarkation indigener Gebiete fortsetzen werde. &#8222;Es wird weitere Demarkationen geben, und das ist die Zusage von Präsident Lula, dass bis zum nächsten Jahr weitere Demarkationen vorgenommen werden, um das Engagement unserer Regierung für Amazonien, für unsere Völker und für die sozialen Bewegungen zu gewährleisten&#8220;, so Boulos.</p>
<p>Damit formalisiert und bekräftigt Minister Boulos die seitens der Regierung bereits am Freitag getätigten ersten Äußerungen der brasilianischen Bundesregierung in Reaktion auf den Blockadeprotest der Munduruku. Eine der Forderungen der die Blockade am Haupteingang durchführenden Munduruku war es gewesen, dass Präsident Lula vor Ort zu einem direkten Gespräch mit den Indigenen erscheinen solle. Dies tat er nicht. Wer aber zum Gespräch kam, waren der Präsident der diesjährigen COP30, André Correa do Lago, sowie die Geschäftsführerin der Cop30, Ana Toni. In mehreren, auch internationalen Medienberichten war André Correa do Lago zu sehen gewesen, wie er demonstrativ Hand in Hand mit einer der Anführereinnen der Blockade, Alessandra Korap Munduruku, zum gemeinsamen Gespräch schritt. Am Freitagabend hatte es erste Medienberichte darüber gegeben, dass die Regierung bereits sei für die Forderung der Indigenen nach freier, vorheriger und informierter Konsultation. Eine solche hat Guilherme Boulos nun formell zugesagt.</p>
<p>Dabei ist Brasilien als Unterzeichnerin der ILO-Konventon Nr 169 und durch die UN-Erklärung über die Rechte der Indigenen Völker (UNDRIP) eigentlich sowieso bei allen die Territorien Indigener betreffenden Projekten verpflichtet, eine freie, vorherige und informierte Konsultation durchzuführen. In der Vergangenheit kam es bei mehreren Großprojekten zu massiver Kritik seitens der Indigenen, wie beim Staudamm Belo Monte am Xingu-Fluss, dass sie trotz völkerrechtlicher Verpflichtung Brasiliens zur freien, vorherigen und informierten Konsultation eben nicht angemessen konsultiert wurden: So gab es damals, zur Zeit der PT-Reguerung Dilma Rousseffs, in einigen Städten zwar Anhörungen, die Orte dieser Anhörungen waren aber für einen Großteil der betroffenen Indigenen nur schwer zu erreichen, die Sprache der Anhörung war auf Portugiesisch und wurde zudem meist von Fachleuten in deren eigenem Fachjargon durchgeführt und es war oft auch bewaffnete Militärpolizei vor Ort zur Sicherung der Anhörung, was aber von etlichen Indigenen als Einschüchterungsmaßnahmen interpretiert worden waren. Zudem kritisieren Brasiliens Indigenenverbände seit Jahren, dass sie die FPIC-Verpflichtung dergestalt verstehen, dass sie nicht nur angehört, sondern um ihre Zustimmung gebeten werden müssten &#8211; was auch dem Recht auf ein Veto gleichkäme. Beim Staudammbau von Belo Monte hatten die Betroffenen Indigenen vom Xingu-Fluss keine Möglichkeit auf ein Veto. Was ihre Bedenken auf Wahrung der sozialen Gerechtigkeit und sauberer Umwelt betraf, sollten die <a href="https://app.xingumais.org.br/sites/default/files/ficha-tecnica//node/202/edit/2023-04/Quadro-s%C3%ADntese%20condicionantes%20Licen%C3%A7a%20de%20Opera%C3%A7%C3%A3o%20UHE%20Belo%20Monte%20%281%29.pdf" target="_blank" rel="noopener">über 40 Sozial- und Umweltauflagen</a> der Behörden diese entschärfen, &#8211; von denen allerdings noch immer nicht alle erfüllt wurden. Das Betroffenen- und Menschenrechtsnetzwerk Movimento Xingu Vivo hatte nach zehn Jahren Belo Monte <a href="https://www.kooperation-brasilien.org/de/themen/landkonflikte-umwelt/xingu-vivo-para-sempre-zieht-bilanz-von-einem-jahrzehnt-belo-monte" target="_blank" rel="noopener">eine vernichtende Bilanz des zweitgrößten Staudamms Brasiliens ziehen müssen</a>.</p>
<p>Um dem oben genannten Mißstand des &#8222;Anhörens, aber nicht angemessen Konsultierens&#8220; etwas entgegenzusetzen, haben in Brasilien in den vergangenen Jahren mehr und mehr indigene und weitere traditionelle Völker sich selbst sogenannte Konsultationsprotokolle erstellt und diese rechtskräftig bei den Behörden hinterlegt. So gibt es mittlerweile eine Vielzahl an von den traditionellen Völkern und Gemeinschaften selbst erstellten Konsultationsprotokollen: von Indigenen Völkern und Gemeinschaften, von Quilombola-Völkern und Gemeinschaften, von traditionellen Völkern und Gemeinschaften, von traditionellen Gemeinschaften zur Erhaltung der Sozio-Biodiversität sowie von Indigenen, Quilombolas und anderen traditionellen Gemeinschaften zusammen erstellten Konsultationsprotokollen.</p>
<p>Bisher am deutlichsten sichtbar wurde die Effektivität dieser selbsterstellten Konsultationsprotokolle im Falle der indigenen Juruna (traditionelle Bezeichnung Yudjá) im Indigenen Territorium Terra Indígena Paquiçamba in der Volta Grande do Xingu im Kampf gegen Brasilien künftig vielleicht größten Offenen Goldtagebau der Firma Belo Sun. Das Volk der Juruna hatte 2017 selbst ein Konsultationsprotokoll erstellt, das genau festlegt, auf welche Art und Weise jedweder von Außen sie betreffender Kontakt (einschließlich ökonomischer Aktivitäten oder auch journalistischer oder anthropologische Kontaktaufnahme) abzulaufen habe. Noch im selben Jahr wurde dieses Protokoll bei den kommunalen, bundesstaatlichen und föderalen Behörden hinterlegt. Und gleich im Dezember 2017 setzte das Justizgericht von Pará TRF1 die laufende Umweltgenehmigung für die Firma Belo Sun an der Volta Grande do Xingu aus. Das Gericht folgte darin der Einschätzung der Klage der Bundesstaatsanwaltschaft, dass die Firma aus Kanada sich in ihrem Vorgehen vor Ort nicht an die Richtlinien des bei den Behörden hinterlegten Konsultationsprotokoll der Juruna gehalten habe und somit eine Verletzung der ILO-Konvention 169 zum Schutze der Rechte der Indigenen Völker vorliege.</p>
<p>Und am Tapajós? Da gibt es z.B. das Konsultationsprotokoll der Munduruku aus dem Jahr 2016 (2015 wurde es erstellt), <a href="https://www.kooperation-brasilien.org/de/themen/menschenrechte-gesellschaft/traditionelle-voelker-gemeinschaften/wie-die-munduruku-das-protokollverfahren-zur-konsultation-wollen" target="_blank" rel="noopener">das KoBra im Mai 2017 ins Deutsche übersetzt hatte</a>. An dieses müsste sich die brasilianische Bundesregierung nun eigentlich halten. Zur Erinnerung, hier das Protokollverfahren der Munduruku noch einmal in voller Länge:</p>
<p class="sdfootnote-western"><em>Quelle: Movimento Munduruku Ipereg Ayu, Associações: Da’uk, Pusuru, Wixaximã, Kerepo und Pahyhyp: Protocolo de Consulta Munduruku, Jan. 2016</em></p>
<p align="justify">Im Entstehensprozess des Dokuments, das in den indigenen Dörfern mit allen Munduruku 2015 gemeinsam debattiert und im Konsens verabschiedet wurde, war den Munduruku immer wichtig zu betonen, dass sie für sich selbst selbst reden und dass niemand Einzelnes ohne Weiteres für die Gruppe sprechen darf. Daher hier die Erklärung der Munduruku zum Protokollverfahren der Konsultation im Wortlaut:</p>
<p align="justify">„<i><b>Wir, das Volk der Munduruku,</b></i></p>
<p align="justify"><i>wir wollen hören, was die Regierung uns zu sagen hat. Aber wir wollen keine Ausreden. Damit das Volk der Munduruku entscheiden kann, müssen wir wissen, was tatsächlich geschehen wird. Und die Regierung muss uns anhören. Zuallererst fordern wir die Demarkation des Indigenen Territoriums Sawré Muybu. Auf gar keinen Fall akzeptieren wir eine Umsiedlung. Wir fordern von der Regierung zudem, dass unsere isoliert in unserem Land lebenden Verwandten geschützt werden und dass das Recht auf Konsultation der anderen Völker, wie der Apiaká und der Kayabi, die auch durch diese Projekte bedroht sind, garantiert werde. Außerdem fordern wir, dass den durch die Staudämme im Tapajós betroffenen Gemeinden der Flussanwohner von Montanha-Mangabal, Pimental und São Luiz ihr Recht auf Konsultation angemessen und ihrer besonderen Realität angepasst gewahrt werde. Genauso wie wir haben die Flussanwohner das Recht auf eigene Konsultation.</i></p>
<p align="justify"><i><b>Wer soll konsultiert werden?</b></i></p>
<p align="justify"><i>Die Munduruku aller Dörfer – des Oberen, Mittleren und Unteren Tapajós – müssen konsultiert werden, auch diejenigen aus indigenen Gebieten, die noch nicht demarkiert wurden.</i></p>
<p align="justify"><i><b>Soll die Regierung nicht denken, wir seien gespalten:</b></i></p>
<p align="justify">„<i><b>Es gibt nur ein Volk der Munduruku“</b></i></p>
<p align="justify"><i><b>Es sollen konsultiert werden:</b></i></p>
<ul>
<li>
<p align="justify"><i>die weisen Alten, die pajés, die Geschichtenerzähler, die Kenner traditioneller Medizin, die Kenner der Wurzeln und der Blätter, diejenigen, die die heiligen Orte kennen.</i></p>
</li>
<li>
<p align="justify"><i>die Kaziken und Anführer, die Krieger und Kriegerinnen. Die Kaziken sind miteinander vernetzt und teilen die Informationen mit allen Dörfern. Es sind sie, die alle zusammenrufen, damit wir debattieren, was wir machen werden. Die Krieger und Kriegerinnen unterstützen den Kaziken, gehen mit ihm und schützen unser Territorium.</i></p>
</li>
<li>
<p align="justify"><i>die Anführer, die Lehrer sind, und die, die für die Gesundheit zuständig sind, die also, die mit der ganzen Gemeinschaft arbeiten.</i></p>
</li>
<li>
<p align="justify"><i>die Frauen, damit sie ihre Erfahrungen und Informationen weitergeben. Es gibt Frauen, die sind pajés, Hebammen und Kunsthandwerkerinnen. Sie bearbeiten das Feld, geben Ideen und Rat, bereiten das Essen zu, stellen medizinische Produkte her und verfügen über ein großes und breites traditionelles Wissen.</i></p>
</li>
<li>
<p align="justify"><i>die Universitätsstudenten, die Erzieher der Munduruku, die Ibaorebu-Studenten, die Jugendlichen und Kinder müssen auch konsultiert werden, weil sie die zukünftige Generation sind. Viele Jugendliche haben Zugang zu Kommunikationsmedien, lesen Zeitungen, gehen ins Internet, sprechen portugiesisch und kennen unsere Realität und haben aktiven Anteil an dem Kampf unseres Volkes.</i></p>
</li>
<li>
<p align="justify"><i>unsere Organisationen (Conselho Indígena Munduruku Pusuru Kat Alto Tapajós – Cimpukat, Da’uk, Ipereg Ayu, Kerepo, Pahyhy, Pusuru und Wixaxim</i><i>ã</i><i>) müssen auch konsultiert werden, aber sie dürfen niemals alleine konsultiert werden. Die Stadtverordneten Munduruku sprechen nicht für unser Volk. Die Entscheidungen des Volks der Munduruku werden kollektiv getroffen.</i></p>
</li>
</ul>
<p align="justify"><i><b>Wie soll der Prozess der Konsultation ablaufen?</b></i></p>
<ul>
<li>
<p align="justify"><i>Die Regierung darf uns nicht erst dann konsultieren, wenn alle Entscheidungen schon getroffen sind. Die Konsultation muss vor allem anderen stattfinden. Alle Treffen müssen in unserem Territorium stattfinden – in dem Dorf, das wir auswählen –, und nicht in der Stadt, nicht einmal in Jacareacanga oder Itaituba.</i></p>
</li>
<li>
<p align="justify"><i>Die Treffen dürfen nicht zu Zeiten stattfinden, die die Aktivitäten unserer Gemeinschaft stören (also zum Beispiel nicht während der Feldarbeits-Saison des Feldfurchens oder des Pflanzens; nicht während der Zeit des Kastanien-Sammelns, nicht während der Zeit des Mehls, nicht während unserer Festtage; nicht am Tag des Indigenen). Wenn die Regierung in unser Dorf zur Konsultation kommt, dürfen sie nicht nur kurz einfliegen und am nächsten Tag wieder weggehen. Sie müssen in Ruhe mit uns Zeit verbringen.</i></p>
</li>
<li>
<p align="justify"><i>Die Treffen müssen in der Sprache Munduruku abgehalten werden und wir entscheiden, wer übersetzen wird. In diesen Treffen muss unser Wissen genauso anerkannt werden wie dies der pariwat (nicht-indigener). Weil es sind wir, die wir die Flüsse kennen, den Wald, die Fische und das Land. Es sind wir, die wir die Treffen koordinieren, nicht die Regierung.</i></p>
</li>
<li>
<p align="justify"><i>An den Treffen sollen die Partner unseres Volkes teilnehmen: Die Bundesstaatsanwaltschaft, die von uns ausgewählten Partnerorganisationen sowie Fachleute unseres Vertrauens, die wir auswählen. Die Unkosten unserer Anwesenheit und die unserer Partner während aller Treffen gehen auf Kosten der Regierung.</i></p>
</li>
<li>
<p align="justify"><i>Damit die Konsultation wirklich frei sein wird, werden wir auf den Treffen unter keinen Umständen bewaffnete pariwat (Militärpolizei, Bundespolizei, Bundesstraßenpolizei, Heer, Nationaler Sicherheitskräfte, Brasilianischen Geheimdienst oder jedwede anderen staatlichen oder privaten Sicherheitskräfte) akzeptieren.</i></p>
</li>
<li>
<p align="justify"><i>Wenn die Regierung mit Kameras ankommt, darf sie ohne unsere Autorisierung keine Aufnahmen machen. Zu unserer Sicherheit sollen die Treffen gefilmt werden und die Regierung muss uns die vollständigen Kopien der Aufnahmen übergeben.</i></p>
</li>
</ul>
<p align="justify"><i><b>Die von uns bisher angesprochenen Treffen teilen sich in folgende auf:</b></i></p>
<ul>
<li>
<p align="justify"><i><b>Treffen zum Beschluss über den Plan für die Konsultation: </b></i><i>Die Regierung muss sich mit dem Volk der Munduruku treffen, damit wir eine Übereinkunft treffen, welchen Plan wir für die Konsultation festlegen. Dieser Plan für die Konsultation muss dieses Dokument hier in Gänze respektieren, da es erklärt, wie wir uns organisieren und wie wir unsere Entscheidungen treffen.</i></p>
</li>
<li>
<p align="justify"><i><b>Informationstreffen: </b></i><i>Die Regierung muss sich mit unserem Volk treffen, in jedem Dorf einzeln, um uns über ihre Vorhaben zu informieren und unsere Zweifel und Nachfragen zu beantworten. Neben uns sollen die Partner unseres Volkes an diesem Treffen jeweils teilnehmen.</i></p>
</li>
<li>
<p align="justify"><i><b>Interne Treffen: </b></i><i>Nach diesen Informationstreffen brauchen wir Zeit zum Diskutieren unter uns über die Vorschläge der Regierung. Wir werden Zeit brauchen, um den Vorschlag den Verwandten, die nicht an den Informationstreffen teilnehmen konnten, zu erläutern. Des Weiteren wollen wir uns mit den Flussanwohnern (beispielsweise mit denen von Montanha-Mangabal) treffen und beratschlagen. Wir werden unsere Partner zu unseren internen Treffen hinzuladen. Aber die Regierung darf dabei nicht anwesend sein. Sollten Unklarheiten oder neue Informationen aufkommen, dann muss die Regierung weitere Informationstreffen mit uns und unseren Partnern abhalten. Danach dann würden wir weitere Treffen mit unseren Partner, ohne die Regierung, machen, um die Unklarheiten zu klären und um zu debattieren. Egal wie viele Treffen dafür notwendig wären, damit das Volk der Munduruku sich vollständig informiert</i></p>
</li>
<li>
<p align="justify"><i><b>Verhandlungstreffen:</b></i><i> Wenn wir hinreichende Informationen haben und mit unserem ganzen Volk debattiert haben, wenn wir also eine Antwort an die Regierung haben, dann muss die Regierung sich mit uns, in unserem Territorium treffen. An diesem Treffen sollen auch unsere Partner teilnehmen. Die Regierung muss zuhören und auf unseren Vorschlag antworten, selbst wenn unser Vorschlag anders als der von der Regierung sei. Und wir mahnen: Wir akzeptieren nicht, dass die Regierung Rechte so einsetzt, wie die, die uns eigentlich zustehen, aber nie respektiert werden, um uns letztlich reinzulegen.</i></p>
</li>
</ul>
<p align="justify"><i><b>Wie treffen wir Munduruku unsere Entscheidungen?</b></i></p>
<ul>
<li>
<p align="justify"><i>Wenn ein Vorhaben uns alle betrifft, dann ist unsere Entscheidung eine kollektive. Die Regierung darf nicht nur einen Teil des Volks der Munduruku konsultieren (sie darf zum Beispiel nicht nur die Munduruku des Mittleren Tapajós oder nur die des Oberen Tapajós konsultieren).</i></p>
</li>
<li>
<p align="justify"><i>Keine Vereinigung der Munduruku entscheidet für das Volk der Munduruku, keine Organisation redet für unser Volk. Die Entscheidungen unseres Volks werden auf der Vollversammlung getroffen, die durch unsere Kaziken einberufen wird. Es sind unsere Kaziken, die gemeinsam und zusammen Zeit und Ort der Generalversammlung festlegen und die Munduruku zur Teilnahme einladen. Auf diesen Versammlungen werden die Entscheidungen im Anschluss an die Debatte getroffen: Wir diskutieren und kommen zu einem Kosens. Wenn es nötig ist, diskutieren wir viel. Wir stimmen nicht ab. Wenn es keinen Konsens gibt, entscheidet die Mehrheit.</i></p>
</li>
</ul>
<p align="justify"><i><b>Was erwartet das Volk der Munduruku von dieser Konsultation?</b></i></p>
<p align="justify">„<i><b>Wir erwarten, dass die Regierung unsere Entscheidung respektiert. Wir haben Veto-Recht.</b></i></p>
<p align="justify"><i><b>Sawe!!“</b></i></p>
<p align="justify"><i>// Übersetzung und Text (oben): <a href="https://www.outro-mundo.org" target="_blank" rel="noopener">Christian Russau</a></i></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Indigene Munduruku protestieren gegen Gefährdungen durch das Wasserkraftwerk Colider am Teles-Pires-Fluss</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/indigene-munduruku-protestieren-gegen-gefaehrdungen-durch-das-wasserkraftwerk-colider-am-teles-pires-fluss/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Aug 2025 11:40:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Belo Monte]]></category>
		<category><![CDATA[Colider]]></category>
		<category><![CDATA[Munduruku]]></category>
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					<description><![CDATA[Foto oben: Staudamm Belo Monte. Foto: christian russau 306 MW-Wasserkraftwerk am Teles-Pires-Fluss weist laut Betreiberfirma gravierende Sicherheitsmängel an den Abflüssen des Staudamms auf. Auch um Belo Monte gibt es neuen Streit. Von Christian Russau Die Vereinigung Dace, die die Munduruku-Gemeinden am Unterlauf des Flusses Teles Pires vertritt, veröffentlichte am vergangenen Montag laut Medienberichten eine öffentliche&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Foto oben: Staudamm Belo Monte. Foto: christian russau</p>
<p><em><strong>306 MW-Wasserkraftwerk am Teles-Pires-Fluss weist laut Betreiberfirma gravierende Sicherheitsmängel an den Abflüssen des Staudamms auf. Auch um Belo Monte gibt es neuen Streit.</strong></em></p>
<p>Von <a href="https://www.outro-mundo.org" target="_blank" rel="noopener">Christian Russau</a></p>
<p>Die Vereinigung Dace, die die Munduruku-Gemeinden am Unterlauf des Flusses Teles Pires vertritt, veröffentlichte am vergangenen Montag <a href="https://primeirapagina.com.br/meio-ambiente/povo-munduruku-exige-informacao-e-inclusao-em-plano-emergencial-das-usinas/" target="_blank" rel="noopener">laut Medienberichten</a> eine öffentliche Erklärung, in der sie den Mangel an detaillierten Informationen über den Betrieb des Wasserkraftwerks Colider am Teles-Pires-Fluss anprangerte und eine direkte Beteiligung am Notfallplan für das Wasserkraftwerk Colíder forderte. Zuvor hatte die Betreiberfirma des 306-MW-Wasserkraftwerks, Eletrobras, gravierende Sicherheitsmängel an den Überläufen des Staudamms festgestellt und erklärt, einen Notfallplan aufzustellen.</p>
<p>Nach Angaben der Indigenen schwankte der Pegel des Flusses in den letzten Wochen stark, stieg zwischenzeitlich um mehr als zwei Meter an und sank dann wieder, ohne dass das für das Wasserkraftwerk verantwortliche Unternehmen klare und detaillierte Informationen dazu weitergegeben hätte. Der Sicherheitsalarm wurde demnach ausgelöst, nachdem Eletrobras die Sicherheitsstufe des Wasserkraftwerks Colíder aufgrund von Mängeln an den Abflüssen des Staudamms erhöhte und einen Notfallplan aktiviert hatte. Die am Unterlauf betroffenen Munduruku berichten laut ihrer Erklärung, dass die plötzlichen Veränderungen im Flusslauf bereits zum Tod von Fischen geführt haben und die Fortpflanzung der Tracajás bedrohen, einer für die Ernährung der Dörfer wichtigen Fischart. Das Wasser sei trüb und in einigen Gebieten für den Verzehr ungeeignet.</p>
<p>Indessen wurde bekannt, dass nun auch die Bundesstaatsanwaltschaft MPF ein Untersuchungsverfahren eingeleitet hat, &#8222;um die technischen, ökologischen und institutionellen Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Wasserkraftwerk Colíder am Fluss Teles Pires in Mato Grosso zu verfolgen&#8220;, <a href="https://www.mpf.mp.br/mt/sala-de-imprensa/noticias-mt/mpf-instaura-procedimento-para-acompanhar-riscos-no-reservatorio-da-usina-hidreletrica-colider-em-mato-grosso" target="_blank" rel="noopener">so das MPF</a>. Die Entscheidung der Bundesstaatsanwaltschaft MPF wurde ebenfalls am Montag bekannt, als der Bundesstaatsanwalt Guilherme Fernandes Ferreira Tavares eine entsprechende Entscheidung veröffentlichte. Der Bundesstaatsanwalt betonte dabei, dass die von Eletrobras getroffene Sicherheitsmaßnahme erhebliche soziale und ökologische Auswirkungen auf die Region hatte. Brisant ist zudem, dass die Umweltgenehmigung des Kraftwerks Colider in die Zuständigkeit des jeweiligen Bundesstaates Mato Grosso &#8211; und eigentlich nicht auf Bundesebene &#8211; fällt. Dennoch begründete die Bundesstaatsanwaltschaft ihre Zuständigkeit mit dem Ausmaß der Auswirkungen, die &#8222;kollektive Güter und Interessen von nationaler Bedeutung&#8220; beträfen. Die Behörde betonte auch, dass sie in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft des Bundesstaates (MPE) handeln werde, um Kompetenzüberschneidungen zu vermeiden.</p>
<p>Die Landesstaatsanwaltschaft hatte dem Bericht der Bundesstaatsanwaltschaft MPE bereits letzte Woche angeordnet, dass die Eletrobras den Notfallaktionsplan, den Damm-Sicherheitsplan, die Sicherheitsberichte und die Umweltstudien der letzten fünf Jahre umgehend vorlegen muss. Die behördliche Überwachung des Falls werde kontinuierlich und multidisziplinär erfolgen und die Sicherheit des Staudamms, der Schutz der Wasserfauna, die Situation der traditionellen und am Flussufer lebenden Gemeinschaften sowie die Einhaltung der im Genehmigungsverfahren vorgesehenen Umweltbedingungen mit Nachdruck seitens der Staatsanwaltschaften begleitet. Die Bundesstaatsanwaltschaft betonte zudem die Anwendung des Vorsorgeprinzips im Umweltbereich, um neue Schäden zu verhindern und die <a href="https://g1.globo.com/mt/mato-grosso/noticia/2025/08/26/mpf-abre-procedimento-para-acompanhar-impactos-socioambientais-da-usina-hidreletrica-de-colider-mt.ghtml" target="_blank" rel="noopener">Beseitigung der Auswirkungen sicherzustellen</a>.</p>
<p>Indessen wurde im Fall des jahrelangen Streits um den Wasserdurchfluss an der Volta Grande do Xingu beim Staudammkomplex Belo Monte <a href="https://apublica.org/2025/08/belo-monte-diretoria-do-ibama-admite-revisao-de-vazao-do-xingu/" target="_blank" rel="noopener">nun bekannt</a>, dass die Umweltbehörde IBAMA mit den Kritiker:innen dahingehend konform geht, dass der bis zu 80%ige Abfluss aus dem Xingu hin zum Reservoirbecken des Belo-Monte-Wasserkraftwerks zu viel sei: Denn dieses abgezweigte Wasser fehlt der Volta Grande do Xingu und den dort lebenden flussanrainenden Gemeinschaften von Indigenen, Kleinbäuerinnen und Ribeirinhos auf rund 100 km Flusslänge, es handelt sich dabei eben um bis zu 80% des Wassers, was dort vor Ort zu massiven Problemen bei den Fischbeständen, in Transport- und Navigationsfragen auch für kleine Boote sowie für eine Mückenplage wegen des vermehrt stehenden Gewässers (GegenStrömung berichtete <a href="https://www.gegenstroemung.org/blog/xingu-vivo-para-sempre-zieht-bilanz-von-einem-jahrzehnt-belo-monte/" target="_blank" rel="noopener">mehrmals</a>) führt. Staudammbefürworter:innen erklärten angesichts des ihnen nun drohenden Szenarios, dass mehr Wasser der Volta Grande zur Verfügung gestellt werden müsse und entsprechend weniger für den Staudamm Belo Monte abgezweigt werden könne, dass der Staudammkomplex <a href="https://www.gegenstroemung.org/blog/medienbericht-staudamm-belo-monte-soll-doch-noch-eine-weitere-staustufe-bekommen/" target="_blank" rel="noopener">nun doch in Zukunft mehrere Staustufen</a> zur Vorratshaltung des saisonal sehr variierenden Wasserpegels bräuchte &#8211; ein Punkt, vor dem im ursprünglichen Zulassungsverfahren von Belo Monte die Kritiker:innen immer wieder explizit gewarnt hatten &#8211; was von der Staudammfirma als auch von den zuständigen Behörden immer als alarmistisch abgekanzelt worden war.</p>
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		<title>Munduruku-Gebiet Sawré Muybu als Indigenes Territorium endlich demarkiert</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/munduruku-gebiet-sawre-muybu-als-indigenes-territorium-endlich-demarkiert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Oct 2024 09:35:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Amazonas]]></category>
		<category><![CDATA[Staudämme]]></category>
		<category><![CDATA[Indigene Territorien]]></category>
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		<category><![CDATA[Tapajós]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Munduruku-Gebiet Sawré Muybu liegt am Tapajós-Fluss im brasilianischen Bundesstaat Pará, im Herzen Amazoniens. Politik und Unternehmen ebenso wie Goldgräber:innen und Holzfäller:innen haben seit Langem ein Auge auf dieses Gebiet geworfen, die Regierung und Unternehmen wollten dort den São Luiz do Tapajós-Staudamm errichten, der Tapajós soll schiffbar für die Soja- und Bergbauerzkähne gemacht werden, die&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="parent-fieldname-text" class="">
<p><em>Das Munduruku-Gebiet Sawré Muybu liegt am Tapajós-Fluss im brasilianischen Bundesstaat Pará, im Herzen Amazoniens. Politik und Unternehmen ebenso wie Goldgräber:innen und Holzfäller:innen haben seit Langem ein <a href="https://www.gegenstroemung.org/blog/munduruku-sagen-nein-zu-bergbau-landwirtschaft-und-wasserkraftwerken-in-ihrem-territorium/" target="_blank" rel="noopener">Auge auf dieses Gebiet geworfen</a>, die Regierung und Unternehmen wollten dort den <a href="https://www.kooperation-brasilien.org/de/themen/landkonflikte-umwelt/umweltlizenzverfahren-fuer-staudamm-am-tapajos-gestoppt" target="_blank" rel="noopener">São Luiz do Tapajós-Staudamm</a> errichten, der <a href="https://www.kooperation-brasilien.org/de/themen/landkonflikte-umwelt/staudamm-schiene-schnitzel" target="_blank" rel="noopener">Tapajós soll schiffbar für die Soja- und Bergbauerzkähne</a> gemacht werden, die gleichen land- und bergbauwirtschaftlichen Produkte sollen über die <a href="https://www.gegenstroemung.org/blog/munduruku-wehren-sich-gegen-den-geplanten-bau-der-bahnlinie-ferrograo/" target="_blank" rel="noopener">Bahnlinie Ferrogrão</a> transportiert werden, ebenfalls in direkter Nähe des Munduruku-Gebietes und die garimpeiros ebenso wie die Holzfäller dringen in das Gebiet seit Jahren illegal ein, roden, verschmutzen und verseuchen Land und Wasser mit Quecksilber. Doch nach dem <a href="https://www.gegenstroemung.org/blog/brief-der-munduruku-vom-oberen-und-mittleren-tapajos-und-vom-unteren-teles-pires/" target="_blank" rel="noopener">jahrelangen Widerstand</a> und Kampf der Munduruku ist das Gebiet von Sawré Muybu endlich demarkiert worden<a href="https://www.gov.br/funai/pt-br/assuntos/noticias/2024/ministerio-justica-declara-posse-da-terra-indigena-sawre-muybu-pa-ao-povo-munduruku" target="_blank" rel="noopener">endlich demarkiert worden</a>. Ein großartiger Erfolg der Munduruku!</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Am 25. September dieses Jahres wurde in Brasília ein großer Sieg errungen. Denn an diesem Tag ordnete der Justizminister Ricardo Lewandowski die Demarkierung des indigenen Landes der Munduruku in Pará an. Justizminister Ricardo Lewandowski bestätigte die Demarkation des indigenen Landes Sawré Muybu im Einzugsgebiet des Flusses Tapajós in Pará. Mit dieser Entscheidung dürfte ein 17-jähriger Kampf des Munduruku-Volkes um die Demarkation beendet werden, der durch den Vormarsch von Soja, illegalen Bergbau und den Bau der Ferrogrão-Eisenbahn und stets durch neue Staudammprojekte bedroht ist.</p>
<p>Der Streit dauert seit 2007 an, als Fachleute mit der Durchführung von Studien zur Abgrenzung des Gebiets beauftragt wurden. Im Jahr 2016 wurde die Dokumentation zur Demarkation genehmigt. Seitdem warten die Munduruku auf die Demarkation, was in den letzten fünf Jahren zu Protesten geführt hat. Im vergangenen Jahr hatte die <a href="https://www.kooperation-brasilien.org/de/themen/landkonflikte-umwelt/bundesstaatsanwaltschaft-mpf-justizministerium-muss-sawre-muybu-als-terra-indigena-demarkieren" target="_blank" rel="noopener">Bundesstaatsanwaltschaft dem Justizministerium 60 Tage Zeit gegeben</a>, um den Ministerialerlass zur Demarkation endlich zu unterzeichnen. Es dauerte noch rund ein Jahr, doch nun ist es vollbracht: Sawré Muybu ist ein demarkiertes Indigenes Territorium. Mit Lewandowskis Entscheidung hängt die Fertigstellung nun davon ab, dass die Zivilkammer die Genehmigung formalisiert und das Gebiet per Präsidialunterschrift homologisiert wird.</p>
<p>Alessandra Korap Munduruku befand sich auf Einladung der <a href="https://www.aswnet.de/themen/brasilien/indigene-munduruku-von-goldabbau-und-duerre-betroffen" target="_blank" rel="noopener">Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt (ASW)</a> gerade in Genf, als die Botschaft der Demarkation von Sawré Muybu sie erreichte. Wir dokumentieren hier die deutschsprachige Übersetzung <a href="https://www.instagram.com/reel/DAWt_oHt7om/?igsh=aDIyeTdqZmhtaTRk" target="_blank" rel="noopener">ihrer Rede</a>:</p>
<p>„Der Ministerialerlass ist unterschrieben worden. Das ist eine gute Nachricht!. Ich bin hier gerade in Europa, in Genf, aber wenn ich in Kürze zurückfahre, dann werde ich dort bei den Meinen sein! Es war ein langer Kampf, so vieles, was wir in die Wege geleitet haben: Wir haben die <a href="https://www.gegenstroemung.org/blog/bedroht-durch-goldgraeber-und-grossprojekte-indigene-munduruku-nehmen-die-sache-selbst-in-die-hand/" target="_blank" rel="noopener">Auto-Demarkation vorangetrieben</a>, wir haben Druck auf das Justizministerium ausgeübt, auf die Indigenenbehörde FUNAI, da haben wir sehr viel Druck ausgeübt, viel Kampf, wir haben <a href="https://www.kooperation-brasilien.org/de/landkonflikte-umwelt/belo-monte/belo-monte-staudamm-indigene-wollen-sich-raeumung-widersetzen" target="_blank" rel="noopener">viele Besetzungen gemacht</a>, um zu sagen, dass dieses Territorium unseres ist! Als die Regierung damals entschied, den Staudamm São Luiz do Tapajós bauen zu wollen, da haben wir Munduruku mit der Bewegung Ipereg Ayu beschlossen, in den Kampf zu ziehen, um unser Territorium zu verteidigen und um zu zeigen, dass niemand, nicht einmal die [brasilianische] Bundesregierung dort einfach so ein Wasserkraftwerk auf unserem Gebiet errichten darf. Auch wenn die Regierung sagte, das sei nicht unser Land, so ist es doch unseres!</p>
<p>Deshalb haben wir die Auto-Demarkation gemacht, deshalb <a href="https://www.kooperation-brasilien.org/de/themen/traditionelle-voelker-gemeinschaften/wie-die-munduruku-das-protokollverfahren-zur-konsultation-wollen" target="_blank" rel="noopener">haben wir ein Konsultationsprotokoll erstellt</a>. In den Jahren 2013/2014 da kamen sehr viel Polizeieinheiten und sehr viele Forscher in unser Gebiet. Und unser Volk war sehr schlau, dass wir diesen den Eintritt verwehrten.</p>
<p>Ich bin sehr, sehr dankbar Allen, die an den Kampf des Volkes [der Munduruku] glauben. Ich bin sehr, sehr dankbar allen <em>Caciques</em>, allen <em>Pajés</em>, die mich immer gelehrt haben, dass wir dem Wald zuhören müssen, dass wir unseren Vorfahren zuhören müssen, die seit Tausenden von Jahren hier lebten. Ich habe sehr viel gelenrt von der Kraft dieser Frauen, die kämpfen, meine Kraft kommt von den Kämpferinnen, von den <em>Caciques</em>.</p>
<p>Ich bin auch sehr dankbar für unsere Jugend. Ich möchte allen gratulieren, aber auch sagen, obwohl wir jetzt die Demarkation haben, so wissen wir doch und wir werden es nie akzeptieren, wenn die Regierung etwas gegen uns macht. Heute leidet mein Volk unter den Waldbränden, unter der herrschenden Dürre, unsere Brunnen trocknen aus. So droht uns das Schiicksal, dass unsere Heimat doch irgendwann das Haus der Reichen, der weißen Männer mit viel Geld wird. Dagegen brauchen wir dringend Politiken der öffentlichen Hand in und für unser Territorium, wir brauchen Brunnen, Schulen, all dies ist unser Recht und unsere Rechte werden wir niemals veräußern.</p>
<p>Aber ich bin, als Alessandra, sehr glücklich, Teil dieses ganzen Kampfes zu sein, und ich höre immer unseren Anführern zu, so wie auch diese mich anhören, und im Gespräch fragen wir uns, ob dies oder das nun das Richtige ist, und dann sage ich manchmal, ich denke anders, dann sprechen sie und raus kommt dann eine noch bessere Meinung als nur die meine, meine bescheidene Meinung. Ich bin sehr glücklich, Teil dieser Munduruku-Regierung zu sein, dieses kriegerischen Volkes &#8211; und nicht Teil einer Regierung der Stadt zu sein, die sich umsonst verraten und verkaufen lässt. Kritik üben ist wichtig, und das tue ich viel und oft, und wenn meine <em>parentes</em> sprechen, dann höre ich zu, immer werde ich ihnen zuhören, ich werde nie auf andere hören, von der anderen Seite, weil die nicht unsere Realität kennen. Ich möchte mich bei Allen von ganzem Herzen bedanken.<br />
Sawé!“</p>
<p>// <a href="https://www.outro-mundo.org" target="_blank" rel="noopener">Christian Russau</a></p>
</div>
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		<title>Bedroht durch Goldgräber und Großprojekte: Indigene Munduruku nehmen die Sache selbst in die Hand</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/bedroht-durch-goldgraeber-und-grossprojekte-indigene-munduruku-nehmen-die-sache-selbst-in-die-hand/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Aug 2024 14:53:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Staudämme]]></category>
		<category><![CDATA[Demarkation]]></category>
		<category><![CDATA[Indigene]]></category>
		<category><![CDATA[Munduruku]]></category>
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					<description><![CDATA[Foto oben: Munduruku-Delegation mit der damaligen UN-Sonderberichterstatterin für indigene Rechte, Vicky Tauli-Corpuz. Foto: christian russau (2016) Vor fast einem Jahr gab die brasilianische Bundesstaatsanwaltschaft dem Justizministerium 60 Tage Zeit, um binnen dieser Frist endlich das Gebiet Sawré Muybu als Terra Indígena zu demarkieren und zu homologisieren. Da dies noch immer nicht umgesetzt wurde, machten sich&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Foto oben: Munduruku-Delegation mit der damaligen UN-Sonderberichterstatterin für indigene Rechte, Vicky Tauli-Corpuz. Foto: christian russau (2016)</p>
<p><em>Vor fast einem Jahr gab die brasilianische Bundesstaatsanwaltschaft dem Justizministerium 60 Tage Zeit, um binnen dieser Frist endlich das Gebiet Sawré Muybu als Terra Indígena zu demarkieren und zu homologisieren. Da dies noch immer nicht umgesetzt wurde, machten sich die Munduruku unlängst auf den Weg, um das Terrain selbst abzustecken. Derweil wird das Gebiet der Munduruku weiter durch Goldsucher und Holzfäller bedroht, auch Großprojekte wie Bahnlinien, Wasserstraßen und Staudämme stehen weiterhin auf der Agenda.<br />
</em></p>
<p>Von <a href="https://www.outro-mundo.org" target="_blank" rel="noopener">Christian Russau</a></p>
<p class="western" align="left">Das Gebiet Sawré Muybu umfasst 178.000 Hektar Land und liegt an den Flüssen Tapaj<span lang="de-DE" xml:lang="de-DE">ós und Jamanxim. </span><span lang="de-DE" xml:lang="de-DE">Dort lebt das <a href="https://eineweltstadt.berlin/themen/klima-und-ressourcen/ini-berlin-aktiv-im-klima-buendnis/" target="_blank" rel="noopener">indigene Volk der Munduruku</a> seit mindestens drei Jahrhunderten im Einzugsgebiet des Flusses Tapajós, einem der vielen Zuflüsse des Amazonas. Das indigene Volk der Munduruku zählt heute mehr als 13.000 Menschen, die in 142 Dörfer am Ober- und Mittellauf des Flusses Tapajós sowie am Jamanxim leben. Aber die Munduruku werden bedroht: durch Großprojekte wie Staudämme und Wasserstraßen, durch Bahnlinien zum vermehrten Transport von Erzen, Agrarrohstoffen und weiteren Gütern, durch den weiter massiv anhaltenden Ausbau des Sojaanbaus sowie durch die in der Region um Itaituba und Miritituba wie aus dem Boden sprießenden Sojaterminals der Multis um Cargill, Bunge, Maggi oder ADM. Nicht zuletzt und vielleicht am gewalttätigsten sind die Bedrohungen, denen die Munduruku durch den illegalen Goldbergbau in ihren Gebieten ausgesetzt sind. Bewaffnete Banden in Kumpanenschaft mit der organisierten Kriminalität (nicht selten gestützt durch Hintermänner in Politik, Wirtschaft und Justiz) beuten das Land der Munduruku illegal aus, roden Wälder, graben mit ihren hydraulischen Baggern das Erdreich um und gewinnen das Golderz durch die Mischung mit Quecksilber, das die Luft, das Erdreich und das Wasser vergiftet und so in die Nahrungskette gelangt und die Indigenen selbst und ihre Kinder schleichend vergiftet.</span></p>
<p class="western">Gegen all das gäbe es eine einfache Antwort, die den Kampf der Munduruku um ihr Land weit voranbringen würde: wenn die brasilianische Bundesregierung endlich das Gebiet der Munduruku &#8211; Sawré Muybu &#8211; als Terra Indígena demarkieren und homologisieren würde.</p>
<p class="western">Dies forderte die brasilianische Bundesstaatsanwaltschaft MPF bereits im vergangenen Jahr (<a href="https://www.kooperation-brasilien.org/de/themen/landkonflikte-umwelt/bundesstaatsanwaltschaft-mpf-justizministerium-muss-sawre-muybu-als-terra-indigena-demarkieren" target="_blank" rel="noopener">KoBra berichtete</a>) und übersandte dem Justizministerium <a href="https://www.mpf.mp.br/pa/sala-de-imprensa/documentos/2023/PRPARecomendacaoTIMunduruku.PDF" target="_blank" rel="noopener">eine Dringlichkeitsnote</a>, in der sie das Justizministerium auffordert, endlich den Demarkierungsprozess des Gebietes Sawré Muybu der Munduruku als Terra Indígena voranzutreiben. Die <a href="https://www.mpf.mp.br/pa/sala-de-imprensa/noticias-pa/mpf-recomenda-que-ministerio-da-justica-de-seguimento-a-demarcacao-da-terra-indigena-sawre-muybu-no-para" target="_blank" rel="noopener">Bundesbehörde setzte dem Justizministerium dafür eine Frist von 60 Tagen</a>. Bis heute wurde dies nicht umgesetzt.</p>
<p class="western">Brasilien neue Regierung unter Luiz Inácio Lula da Silva hatte versprochen, die elementaren Rückschritte der Vorgängerregierung, der explizit und erklärt indigenenfeindlichen Regierung von Jair Bolsonaro, rückgängig zu machen und wieder mehr indigene Territorien als solche zu demarkieren. Die Regierung Lula hat seit Anfang 2023 zehn neue Gebiete anerkannt. Es gibt derweil weitere 62 indigene Gebiete, die zur Unterzeichnung anstehen, und etwa 200 weitere, die derzeit untersucht werden oder deren Grenzen bereits festgelegt sind, die aber noch nicht von der Regierung geschützt wurden.</p>
<p class="western">Nun aber wollen die Munduruku nicht länger warten. Wie das <a href="https://www.terra.com.br/nos/na-amazonia-indigenas-demarcam-territorio-onde-governo-esta-ausente,5f0c83a251211c855f0c4053b9a98a0dm2j4rnfd.html" target="_blank" rel="noopener">Portal Terra gestern informiert</a>, nehmen die Munduruku die Sache nun selbst in die Hand, um die brasilianische Bundesregierung unter Druck zu setzen und um ihr Land zu schützen, gegen die illegalen Invasor:innen aller Art. Die Munduruku errichten, dem Bericht zufolge, entlang der Grenzen ihres Gebietes Warnschilder, die das Gebiet als Indigenes Territorium ausweisen: Jeden Kilometer an den Grenzen des Gebietes soll bald ein Schild an den Baumstämmen hängen, auf dem steht: &#8222;Bundesregierung, Sawré Muybu Territorium, geschütztes Land&#8220;, berichtet das Portal Terra. Die Indigenenbehörde FUNAI erklärte dazu laut dem Portal Terra, dass sie unter Personalmangel leide, aber daran arbeite, die Grenzen des angestammten Landes der Indigenen festzulegen, ein Prozess, der unter der letzten Regierung unterbrochen wurde.</p>
<p class="western" align="left"><b>Gier auf Mundurukuland</b></p>
<p class="western" align="left">Staudämme und Wasserstraßen, Bahnlinien und Bergbau, Sojafarmer und Goldsucher – all diese bedrohen das Gebiet der Munduruku. Indigene Angehörige der Volksgruppen Munduruku, Kayapó, Panará, Xavante und Tapajós hatten Anfang März dieses Jahres gemeinsam mit Flussanwohner:innen und Kleinbäuerinnen und -bauern vor dem Cargill-Soja-Terminal in Santarém im Bundesstat Pará gegen den Bau der Ferrogrão-Eisenbahn <u><a href="https://www.poder360.com.br/infraestrutura/indigenas-protestam-contra-construcao-da-ferrograo/" target="_blank" rel="noopener">protestiert</a></u>. „Bahn der Zerstörung: Ferrogrão NEIN!&#8220;, war auf den Protestplakaten der Indigenen zu sehen. Denn das Projekt wird durch Naturschutzgebiete und indigenes Land führen, in dem etwa 2.600 Menschen leben, so die Indigenen. „Die Indigenen prangern das Fehlen einer freien, vorherigen und informierten Konsultation, die Fragilität der Umweltverträglichkeitsstudien und die sozio-ökologischen Risiken der Eisenbahn an“, teilte die Koordination der indigenen Organisationen des brasilianischen Amazonasgebiets Coiab damals mit.</p>
<p class="western" align="left">Der von den großen Soja-Farmer:innen im Bundesstaat Mato Grosso seit langem geforderte Bau der künftig 933 km langen Eisenbahnlinie Ferrogrão wird Sinop in Mato Grosso mit dem Hafen von Miritituba in Pará verbinden, so dass das Soja schneller und billiger aus der Boomregion des Soja-Anbaus an die großen Häfen am Amazonas und von dort nach China, den Nahen Osten oder nach Europa exportiert werden kann. Im Jahr 2021 gab die damalige Bolsonaro-Regierung Schätzungen heraus, nach welchem durch die Fertigstellung der Bahnlinie Ferrogrão der brasilianischen Wirtschaft <u><a href="https://www.gov.br/transportes/pt-br/pt-br/assuntos/noticias/2021/5/ferrograo-pode-gerar-economia-de-r-19-bilhoes-no-custo-do-frete-diz-secretario-do-minfra" target="_blank" rel="noopener">Einsparungen bei der Logistik in Höhe von 19 Mrd. Reais (umgerechnet rund 3,6 Mrd Euro) jährlich möglich wären</a></u>. Dadurch würde das Soja des brasilianischen Agrobusiness auf dem Weltmarkt noch erfolgreicher werden, was auch der jeweiligen Regierung in Brasília angesichts verbesserter Handelsbilanz auch gefallen würde. Die Folgen für die Menschen aber wären: mehr Land für Soja mit noch mehr Pestiziden, weiterer Anstieg der Landkonflikte und der Rodung der Wälder und somit noch mehr Druck auf die Territorien der Indigenen und anderen traditionellen Völker Amazoniens.</p>
<p class="western" align="left">Ferrogrão wird umgerechnet 4,5 Milliarden Euro kosten und die Betreiberfirma würde eine Konzessionsdauer von 69 Jahren erhalten. Noch liegen Einsprüche bei Gericht vor und die neue Lula-Regierung nimmt die Rechte der Indigenen deutlich ernster als ihre Vorgängerregierung unter dem rechtsextremen Bolsonaro. Doch Lula steht in Wirtschaftsfragen unter Druck und mehr Deviseneinnahmen aus dem Cash Crop-Verkauf auf dem Weltmarkt käme seiner Regierung zupass. Ein Großteil des brasilianischen Sojas geht nach China, aber die EU ist der größte Abnehmer des Soja-Mehls, <u><a href="https://lateinamerika-nachrichten.de/wp-content/uploads/2017/07/PDF-Dossier-Wasserkraft-LN517_518_WEB.pdf#page=22" target="_blank" rel="noopener">das hier in der Tiermastindustrie für das billige Schnitzel auf unserem Teller eingesetzt wird</a></u>.</p>
<p class="western" align="left">Hinzu kommen weitere große Infrastrukturprojekte, die die Lebenswelten der indigenen und anderen traditionellen Völker und Gemeinschaften Amazoniens bedrohen. Die Flüsse Tapajós, Juruena und Teles Pires, Rio Madeira und Tocantins sollen streckenweise mit Schleusen zu Wasserstraßen ausgebaut werden und so schiffbar für Soja, Weizen, Mais oder Mineralien werden. Auch hier lockt wieder die vielbeschworene Kostenersparnis: Im Fall der geplanten Wasserstraßenprojekte im Tapajós-Becken erwarten die Soja-Farmer:innen eine Kostenersparnis von satten 41 Prozent beim Transport ihrer Produkte. Bislang, so klagen Soja-Farmer:innen in Mato Grosso, <u><a href="https://www.kooperation-brasilien.org/de/themen/landkonflikte-umwelt/staudamm-schiene-schnitzel">hätten sie viermal höhere Logistikkosten pro Tonne Soja als ihre Konkurrenten im Mittleren Westen der USA</a></u>.</p>
<p class="western" align="left">Werden Schleusen gebaut, braucht es Dämme, die den Wasserpegel stauen und da bietet sich dann wieder gleich der Bau von Wasserkraftwerken an, so wie der eigentlich <u><a href="https://www.kooperation-brasilien.org/de/themen/landkonflikte-umwelt/tapajos-staudamm-ibama-und-funai-stoppen-die-staudammplanungen-vorerst">2016 wegen Umwelteinsprüchen ad acta gelegte Staudammbau von São Luiz do Tapajós</a></u>. Dieser würde das Gebiet der indigenen Munduruku – Sawré Muybu – bedrohen. Das Gebiet Sawré Muybu müsste von Brasília eigentlich <u><a href="https://www.kooperation-brasilien.org/de/themen/landkonflikte-umwelt/bundesstaatsanwaltschaft-mpf-justizministerium-muss-sawre-muybu-als-terra-indigena-demarkieren">schon längst als Indigenes Territorium ausgewiesen worden sein</a></u>, doch die wirtschaftlichen Inwertsetzungsinteressen sowie eine langsame und in Teilen Interessen geleitete Justiz haben dies bislang verhindert. So droht den 13.000 Munduruku in der Region neben den bereits jetzt erlittenen Konsequenzen aus dem illegalen Goldbergbau in ihren Territorien wie Quecksilbervergiftungen und dem jahrelangen Rechtsstreit um ihre Territorien weiteres Ungemach von Seiten der Infrastrukturgroßprojekte. Dagegen setzen sie sich zur Wehr – und schlagen entlang ihrer Grenzen sichtbare Pfähle ein und stellen Schilder auf, um zu zeigen, dass Sawré Muybu ihr Land ist und dass die brasilianische Bundesregierung endlich handeln muss.</p>
<p class="western" align="left">Im kommenden September wird eine Delegation der Munduruku in Berlin für öffentliche Veranstaltungen und Gespräche sein &#8211; am Besten einfach auf den Webseiten von <a href="https://www.fdcl.org/" target="_blank" rel="noopener">FDCL</a>, <a href="https://www.aswnet.de/" target="_blank" rel="noopener">ASW</a> und <a href="https://www.kooperation-brasilien.org/" target="_blank" rel="noopener">KoBra</a> die Termine checken.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Alessandra Korap Munduruku eine der diesjährigen mit dem Goldman-Preis Ausgezeichneten</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/alessandra-korap-munduruku-eine-der-diesjaehrigen-mit-dem-goldman-preis-ausgezeichneten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Apr 2023 05:30:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Amazonas]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft und Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Goldman-Preis]]></category>
		<category><![CDATA[Munduruku]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.gegenstroemung.org/?p=2860</guid>

					<description><![CDATA[GegenStrömung gratuliert! Von Christian Russau Alessandra Korap Munduruku ist eine der diesjährigen mit dem Goldman-Preis Ausgezeichneten. Der Goldman-Preis für Umwelt wird jedes Jahr an sechs Aktivisten aus verschiedenen Weltregionen verliehen. Alessandra wurde am Montagabend in San Francisco ausgezeichnet für ihren Kampf gegen die Schürflizenzen des britischen Bergbaukonzerns AngloAmerican in indigenen Territorien in Brasilien. Alessandra organisierte&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>GegenStrömung gratuliert!</em></p>
<p>Von <a href="https://www.outro-mundo.org" target="_blank" rel="noopener">Christian Russau</a></p>
<p><a href="https://www.goldmanprize.org/recipient/alessandra-korap-munduruku/#recipient-bio" target="_blank" rel="noopener">Alessandra Korap Munduruku ist eine der diesjährigen mit dem Goldman-Preis Ausgezeichneten</a>. Der Goldman-Preis für Umwelt wird jedes Jahr an sechs Aktivisten aus verschiedenen Weltregionen verliehen. Alessandra wurde am Montagabend in San Francisco ausgezeichnet für ihren Kampf gegen die Schürflizenzen des britischen Bergbaukonzerns AngloAmerican in indigenen Territorien in Brasilien. Alessandra organisierte den Widerstand der indigenen Gemeinden &#8211; vor allem der Frauen &#8211; in ihrem Kampf zum Schutz der indigenen Gebiete in Brasilien, gegen die Ausweitung des Bergbaus durch das britische Bergbauunternehmen Anglo American im brasilianischen Amazonas-Regenwald. Im Mai 2021 verpflichtete sich das Unternehmen, 27 genehmigte Forschungs- und Schüflizenzanträge für den Abbau in indigenen Gebieten zurückzuziehen, darunter das indigene Gebiet Sawré Muybu, das mehr als 400.000 Hektar Regenwald umfasst, in dem Alessandra aufwuchs. Dadurch wird ein &#8222;stark bedrohtes Gebiet Amazoniens &#8211; den größten Regenwald der Welt und eine weltweit bedeutende Kohlenstoffsenke &#8211; vor weiterem Abbau und Abholzung&#8220;, so die Goldman-Preis-Verleiher:innen auf ihrer Webseite.</p>
<p>Alessandra Korap Munduruku, 38, ist Mitglied der indigenen Munduruku-Gruppe von Sawré Muybu. Sie ist die Präsidentin der indigenen Vereinigung Pariri, die Gemeinden in der Region des Tapajós-Flusses unterstützt. Alessandra arbeitete früher als Lehrerin und engagierte sich in den letzten zehn Jahren im Kampf gegen die Abholzung der Wälder, den Ausbau der Wasserkraft mittels Staudämmen, gegen die Verschmutzung der Amazonas-Zuflüsse und den geplanten Ausbau des Tapajós-Flusses zur Wasserstarße zum vermehrten Transport von Soja und Mineralien. Dabei stieß ihr Engagement gegen Wasserkraft wie den <em>São Luiz do Tapajós</em>-Staudamm sowie ihr Einsatz für Menschenrechte auf heftigen Widerstand, auch &#8222;gegen die Beteiligung einer Frau an der Bewegung zum Schutz des Territoriums, aber sie blieb hartnäckig und änderte allmählich das vorherrschende Paradigma&#8220;, wie es in der Begründung für die Auszeichnung mit dem Goldman-Preis heisst. Schließlich wurde sie die erste weibliche Koordinatorin der Vereinigung der Indigenen von Pariri. Im Jahr 2018 beschloss Alessandra, Jura zu studieren, um die Munduruku-Gemeinschaften und den Amazonas-Regenwald besser zu vertreten und vor weiterer illegaler Ausbeutung durch Bergbau-, Holzfäller- und Bohrinteressen sowie anderen Bedrohungen ihrer Gebiete zu schützen.</p>
<p>Ein Bericht aus dem Jahr 2020 hatte enthüllt, dass Anglo American, eines der größten Bergbauunternehmen der Welt, 13 Forschungsanträge für Schürflizenzen im Munduruku-Gebiet gestellt hatte. Auf einer Versammlung im Dezember 2020 veröffentlichten 45 Kazik:innen und 200 Teilnehmer:innen eine offizielle Erklärung gegen weitere Bergbauaktivitäten und die Abholzung des Amazonas. Alessandra Korap Munduruku arbeitete mit dem Dachverband der indigenen Völker Brasiliens APIB und Amazon Watch zusammen, um einen offenen Brief an Anglo American zu verfassen, in dem die Erklärung der Versammlung zitiert und die Rücknahme der Genehmigungen im Amazonas-Gebiet gefordert wurde. In der erste Antwort bestritt Anglo American die genannte Anzahl der genehmigten Anträge und behauptete, keine Erkundungsgenehmigungen in indigenen Gebieten zu haben, schloss aber zukünftige Bergbauaktivitäten auf diesen Gebieten nicht aus. Gemeinsam mit Verbündeten schickte Alessandra daraufhin einen neuen Protestbrief, in dem sie eine Klarstellung und sofortige Maßnahmen von Anglo American zur Rücknahme der Genehmigungen forderte.</p>
<p>Infolgedessen wurde die Medienkampagne erweitert um gefilmte Aussagen von Gemeindemitgliedern und Fotos von Dörfern, die Schilder mit der Aufschrift &#8222;Anglo American raus aus Sawré Muybu&#8220; zeigen. Sie ging eine Partnerschaft mit Amazon Watch und Greenpeace ein, um zusätzliche Aufmerksamkeit zu erregen, und verbreitete als Sprecherin die Botschaft an allen möglichen Orten, einschließlich Konferenzen und internationalen Foren.</p>
<p>Im Mai 2021 erklärte Anglo American infolge des medialen Drucks, den die Proteste der Munduruku auslösten, seinen formalen Rückzug aus 27 Schürflizenzen in indigenen Territorien in Amazonien, darunter 13 Schürflizenzen im Territorium Sawré Muybu. Das Unternehmen informierte die brasilianische Regierung offiziell über den Rückzug und begründete dies mit Bedenken von Organisationen und indigenen Gemeinschaften.</p>
<p>GegenStrömung gratuliert unserer Freundin Alessandra Korap Munduruku!</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Brief der Munduruku vom Oberen und Mittleren Tapajós und vom Unteren Teles Pires</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/brief-der-munduruku-vom-oberen-und-mittleren-tapajos-und-vom-unteren-teles-pires/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 Sep 2022 16:46:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Munduruku]]></category>
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					<description><![CDATA[GegenStrömung dokumentiert hier die deutschsprachige Übersetzung des &#8222;Brief der Munduruku vom Oberen und Mittleren Tapajós und vom Unteren Teles Pires&#8220; vom 16. September 2022 aus der aldeia Sawre Muybu. Das Original kann hier eingesehen werden. Wie die Munduruku selbst ihre Konsultation mit dem von ihnen festegelten Protokoll definieren, können Sie hier lesen. Brief der Munduruku&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>GegenStrömung dokumentiert hier die deutschsprachige Übersetzung des &#8222;Brief der Munduruku vom Oberen und Mittleren Tapajós und vom Unteren Teles Pires&#8220; vom 16. September 2022 aus der aldeia Sawre Muybu.</p>
<div id="parent-fieldname-text" class="">
<p>Das Original kann <a href="https://midianinja.org/news/povo-munduruku-publica-carta-contra-entrada-de-empresas-em-seu-territorio-no-para/" target="_blank" rel="noopener">hier</a> eingesehen werden. Wie die Munduruku selbst ihre Konsultation mit dem von ihnen festegelten Protokoll definieren, können Sie <a href="https://www.kooperation-brasilien.org/de/themen/traditionelle-voelker-gemeinschaften/wie-die-munduruku-das-protokollverfahren-zur-konsultation-wollen" target="_blank" rel="noopener">hier</a> lesen.</p>
<p><strong>Brief der Munduruku vom Oberen und Mittleren Tapajós und vom Unteren Teles Pires</strong></p>
<p class="western" align="justify">Wir, Kaziken, Kazikinnen, Krieger, Kriegerinnen, Lehrer, Lehrerinnen, Frauen sowie die Vereinigungen Pariri, Wakoborũn, Aro, Arikico, Da’uk, Movimento Ipereg Ayũ und CIMAT, haben uns am 14. September 2022 in der aldeia Sawre Muybu versammelt, wo wir eine Anhörung organisierten, um die Forschungsergebnisse der Oswaldo-Cruz-Stiftung über den hohen Quecksilbergehalt in unserem Körper und in dem Fisch, den wir täglich essen, zu besprechen. Alles, was wir schon geahnt hatten, die Symptome, haben wir hier gesehen, wir sehen nun das Ergebnis. Wir sind auf der Suche nach einer Lösung. Erstens wollen wir, dass die Garimpo-Bergbauaktivitäten in unserem Gebiet dringend eingestellt werden. Wir beschuldigen die derzeitige Regierung für ihr Versäumnis und die Tatsache, dass sie uns durch die Quecksilberkontamination krank macht.</p>
<p class="western" align="justify">Garimpo-Bergbau macht nur krank. Neben Quecksilber gibt es in unserer Region auch einen Ausbruch von Malaria, sowie Durchfall, Hunger und juckende Haut. Unsere Flüsse werden zerstört, unsere Bäche sterben ab und unsere Fische sterben aus. Heute trinken wir schmutziges Wasser, unsere Kinder baden in Flüssen, die mit Schlamm verschmutzt sind, und wir fischen in Wasser, das wie Milch aussieht. Wir waren sehr traurig, als wir die Ergebnisse sahen &#8211; wer will schon, dass seine Kinder krank sind? Zusätzlich zu den Krankheiten werden unsere Anführer bedroht und haben bereits unter schwerer Gewalt gelitten, ihre Häuser wurden niedergebrannt und der Sitz der Verbände und Widerstandsorganisationen in Jacareacanga wurde zerstört.</p>
<p class="western" align="justify">   Während wir hier versammelt waren, um über die Vergiftungen zu sprechen und um eine Lösung für die Gesundheit unseres Volkes zu finden, erreichten uns Nachrichten, Fotos und Videos eines Treffens, organisiert durch die Associação Pusuru und das in der aldeia Karapanatuba unter Anwesenheit munizipaler Behördenvertreter stattfand, über CO2-Gutschriften. Auf diesem Treffen bot eine Firma der Associação Geld an, Geld, das unsere Verwandten nur täuscht und Spaltung hervorruft. Der Geldkoffer wird angeboten, um in das Territorium zu gelangen. Woher kommt dieses Geld? Wir wissen bereits seit Januar 2022, dass die Firma Carbonext und die Firma Mapel Marochi Agricultura e Pecuária LTDA versuchen, Projekte für CO2-Gutschriften in der Floresta Nacional do Crepori einzuführen.  Dieser Ort, den die Regierung als Schutzgebiet bezeichnet hat, ist ein eigentlich traditionell durch das Volk der Munduruku besetztes Gebiet, vor allem durch die 25 Dörfer am Rio das Tropas, wo beide Flussufer benutzt werden. Wir haben die Bundesstaatsanwaltschaft bereits darüber in Kenntnis gesetzt, dass wir via Email von diesen Firmen kontaktiert wurden.</p>
<p class="western" align="justify">   In dem gleichen Gebiet, in der Flona do Crepori, wollen der Serviço Florestal Brasileiro und die ICMBio Flächen an Firmen versteigern, um dort Holz zu entnehmen im Rahmen von Projekten mit Waldnutzungskonzessionen. Wir haben ein Dokument an die Bundestaatsanwaltschaft geschickt, um die zuständigen öffentlichen Stellen und die Gesellschaft davon in Kenntnis zu setzen, dass wir erklären, dass wir gegen diese Projekte sind.</p>
<p class="western" align="justify">    Zunächst sollte jeder wissen, dass die Flona zum Gebiet der Munduruku gehört. Zweitens wissen wir, dass all diese Projekte mit verlogenen Begründungen präsentiert werden. Sie sagen, dass sie für den Schutz des Waldes sind, um illegale Aktivitäten zu stoppen, aber wir wissen, dass diese &#8222;Lösungen&#8220;, die von außen kommen, unsere Lebensweise und unsere Autonomie, zu denken und das Gebiet zu pflegen, nicht respektieren. Wir brauchen kein Unternehmen, das kommt und die Nutzung unseres Territoriums kontrolliert und uns sagt, wie wir den Wald erhalten sollen. Wir wissen, dass die Unternehmen, die diese &#8222;Entschädigungen&#8220; leisten, damit fortfahren wollen, andere Orte zu zerstören, und mit dem Geld machen wollen, was wir seit Tausenden von Jahren immer auf unserem Land gemacht haben.</p>
<p class="western" align="justify">    Diese Firma Mapel Marochi wird repräsentiert durch Leonel B. Marochi. Er ist auch Besitzer der Firma Indussolo, die das Land unserer am Fluss lebenden Alliierten von Montanha und Mangabal stehlen wollte. Jetzt sagen sie, dass ein großes Gebiet der Flona ihnen ebenfalls gehöre. Unsere traditionellen Territorien müssen respektiert werden, genauso wie die der Flussanwohnenden. Warum fragen die Firmen nicht, welche Lösungen wir uns vorstellen, welche wir haben? Wir reden das ganz Jahr darüber, was notwendig ist, um die von uns immer geschützten Länder zu bewahren und die der <i>pariwat</i> [Weiße, nicht-Indigene, Anm.d.Ü.] zu zerstören anfing und selbst die Verwandten zu täuschen vermochte.</p>
<p class="western" align="justify">    Wir haben unsere eigenen Organisatonen und wir machen unseren eignene Austausch mit indigenen Organisationen des ganzen Landes. Unsere Anführenden und Kaziken haben schon von anderen indigenen Völkerb gehört, wie diese Projekte der CO2-Gutschriften Spaltung unter sie gebracht hat. Alles wegen dieses Geldversprechens durch Firmen von außerhalb.</p>
<p class="western" align="justify">    Wir haben bereits unseren Lebensplan, unsere Widerstandsorganisationen und Einkommensalternativen mit traditionellen Produkten, die gestärkt werden müssen. Und all dies durch die Stärkung unserer Autonomie und der Verwaltung des Territoriums und nicht andersherum.</p>
<p class="western" align="justify">    Wir kennen sehr gut unser Recht auf freie, vorherige und informierte Konsultation, we sie in der Konvention 169 der ILO niedergelegt ist. Dieses von der Vereinigung Pusuru durchgeführte Treffen hat keine Grundlage. Genau aus diesem Grund haben wir unser Konsoltationsprotokoll erstellt. Dort steht geschrieben, dass die Konsultation nur mit dem gesamten Volk erfolgen kann, sowohl des Oberen wie des Mittleren Tapajós. Wir bestätigen hiermit, dass Pusuru bereits durch unsere Kaziken angezeigt wurde, da sie <i>pariwat</i> in unser Territorium hineingelassen haben. Purusu ist Daydu, das bedeutet Verräter des Volks. Pusuru kann einen Verein haben, aber sie repräsentieren nicht das Volk der Munduruku. Außerdem hat es keinen Sinn, dass Unternehmen mit einer Führungskraft über soziale Medien sprechen wollen. Sie müssen sich vor der Bundesstaatsanwaltschaft verantworten, weil sie unser Konsultationsprotokoll übergehen. Es wurden bereits zwei Briefe gegen das Carbon Credit-Projekt veröffentlicht: einer von den Verantwortlichen des Cururu-Flusses und ein weiterer von der Associação Dace. Jetzt haben wir uns hier als sieben weitere Munduruku-Organisationen zusammengeschlossen, um zu wiederholen, dass das Volk der Munduruku bereits über ein Konsultationsprotokoll verfügt und in Übereinstimmung mit diesem zu jedem Projekt konsultiert werden muss, das an unser Land angrenzt und Auswirkungen auf uns hat. Wir werden das so lange wiederholen und anprangern, bis Sie endlich lernen, unsere Rechte zu respektieren.</p>
<p class="western" align="justify">    Wir verhandeln nicht über unser Territorium und das Leben unserer Kinder. Das Leben unserer Kinder ist unbezahlbar. Es gibt kein Geld, das dies kaufen kann. Wir werden weiter kämpfen, unseren Kindern beibringen ohne Gewinn und ohne Krankheit zu leben und dies mit eigener Regierung durch Karodaybi und Wakoborũn.</p>
<p class="western" align="justify">Wir fordern:</p>
<p class="western" align="justify">&#8211; dass die Firmen Carbonext und Mapel ihre Verhandlungen mit der Associação Pusuru über unser Territorium sofort einstellen.</p>
<p class="western" align="justify">&#8211; dass der Verkauf von Quecksilber in den Läden und Geschäften zum Goldaufkauf in den Munizipien Jacareacanga und Itaituba verboten wird.</p>
<p class="western" align="justify">&#8211; dass die Vergabe von Schürflizenen PLGs in indigenen Ländereien und im Umfeld unseres Territoriums im Munizip von Jacareacanga /Itaituba sofort eingestellt wird.</p>
<p class="western" align="justify">&#8211; dass die Sicherheit und Begleitung der in ihren Dörfern bedrohten Menschenrechtsverteidiger:innen durch die Indigenenbehörde FUNAI garantiert werde.</p>
<p class="western" align="justify">&#8211; dass es Kontrolle der Landpisten von Itaituba und Jacareacanga in den indigenen Territorien geben muss, wohin das Quecksilber und von wo das Gold transportiert wird.</p>
<p class="western" align="justify">&#8211; dass die strafrechtlichen Untersuchungen des Angriffs auf die aldeia Fazenda Tapajós fortgesetzt und die Verantwortlichen bestraft werden.</p>
<p class="western" align="justify">&#8211; dass die Terras Indígenas Sawre Muybu und Sawre Bapim demarkiert werden. Je länger diese Demarkation dauert, umso mehr nehmen die Invasionen in unser Territorium zu, umso mehr wird es durch Quecksilber vergiftet, umso mehr wachsen all die Übel des Garimpo-Bergbaus, des Holzklaus und des Diebstahls der Palmenherzen sowie illegale Fischerei und Jagd.</p>
<p class="western" align="justify">Wir fordern auch:</p>
<p class="western" align="justify">&#8211; dass die Bundesstaatsanwaltschaft die Annulierung sämtlicher unterschriebener Verträge oder Dokumente fordert, wenn diese nicht unserem Konsultationsprotokoll gefolgt sind.</p>
<p class="western" align="justify">&#8211; dass das Bundespflichtverteidigungsbüro der Defensoria Pública da União (DPU) vom Bundesstaat und der Bundesregierung Entschädigungszahlungen veranlasst, da diese die Invasion unseres Territoriums befördert hat. Sie sind schuld, dass wir wegen des Quecksilbers krank sind.</p>
<p class="western" align="justify">&#8211; dass die Fiocruz und andere Organisationen und Ärzt:innen die Studien zur Quecksilbervergiftung fortführen.</p>
<p class="western" align="justify">&#8211; dass eine Anhörung mit dem Bundespflichtverteidigungsbüro DPU, der Bundesstaatsanwaltschaft MPF sowie den zuständigen Sozial- und Umweltbehörden wie Funai, Ibama, ICMBio stattfinde, um den Schutze des Waldes, der Flüsse und der indigenen Gebiete zu garantieren und damit die von uns bereits eingereichten Beschwerden endlich weiterverfolgt werden und die Stellen zusammenarbeiten, um uns bei den Lösungen, die wir bereits erarbeiten, zu unterstützen.</p>
<p>// Übersetzung: <a href="https://www.outro-mundo.org" target="_blank" rel="noopener">christian russau</a></p>
</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Solidaritätserklärung für Alessandra Munduruku</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/solidaritaetserklaerung-fuer-alessandra-munduruku/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 May 2022 06:49:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Amazonas]]></category>
		<category><![CDATA[Munduruku]]></category>
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					<description><![CDATA[Deutschsprachige Übersetzung der Solidaritätserklärung für Alessandra Munduruku. Die indigene Aktivistin Alessandra Korap Munduruku wird seit längerem bedroht, durch Goldgräber:innen aber auch durch Staudammbefürworter:innen auf indigenem Territorium. Damit soll eine der starken und laut vernehmbaren Stimmen gegen Übergriffe auf die indigene Bevölkerung der Munduruku und gegen die (politischen, wirtschaftlichen und mit bloßer Gewalt erfolgenden) Angriffe auf&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Deutschsprachige Übersetzung der Solidaritätserklärung für Alessandra Munduruku.</em></p>
<div id="parent-fieldname-text" class="">
<p>Die indigene Aktivistin Alessandra Korap Munduruku wird seit längerem bedroht, durch Goldgräber:innen aber auch durch Staudammbefürworter:innen auf indigenem Territorium. Damit soll eine der starken und laut vernehmbaren Stimmen gegen Übergriffe auf die indigene Bevölkerung der Munduruku und gegen die (politischen, wirtschaftlichen und mit bloßer Gewalt erfolgenden) Angriffe auf indigenes Territorium unterdrückt werden. Wir berichteten bereits wiederholt u.a. <a href="https://www.gegenstroemung.org/tag/munduruku/">hier</a>. Vergangene Woche wurden Alessandras soziale Netzwerke nacheinander gehackt und ihr WhatsApp-Konto geklont. In beiden Fällen wurden die Profile Alessandras benutzt, um Hass- und Verleumdungsnachrichten zu verschicken, sowie Drohungen und Versuche, ihre Freunde und Familie einzuschüchtern und Alessandra zu demütigen und zu demoralisieren. &#8222;Ich werde nicht aufhören&#8220;, sagte Alessandra kürzlich in einem Interview. 217 Organisationen haben eine Note zur Unterstützung der Führung unterzeichnet. Wir <a href="https://www.cptnacional.org.br/publicacoes/noticias/conflitos-no-campo/6042-nota-de-solidariedade-a-alessandra-munduruku" target="_blank" rel="noopener">dokumentieren die Solidaritätserklärung mit Alessandra Munduruku in voller Länge, die Originalquelle findet sich hier</a>.</p>
<p><strong>Solidaritätserklärung mit Alessandra Munduruku</strong></p>
<p>Die indigene Anführerin Alessandra Korap Munduruku durchlebt eine Welle systematischer Angriffe auf ihre Person als offensichtliche Vergeltung für ihre Arbeit zum Schutz indigener Gebiete und der Wälder und Flüsse des Amazonas. In der vergangenen Woche wurden Alessandras soziale Netzwerke nacheinander angegriffen und ihr WhatsApp-Konto geklont. In beiden Fällen wurden Alessandras Profile benutzt, um Hass- und verleumdende Nachrichten zu verschicken, zusätzlich zu Drohungen und Versuchen, ihre Freunde und Familie einzuschüchtern und Alessandra zu demütigen und zu demoralisieren.</p>
<p>Alessandra Korap Munduruku ist Vorsitzende der Vereinigung Associação Indígena Pariri, die elf indigene Dörfe des Mittleren Tapajós-Flusses repräsentiert. Zudem ist sie stellvertretende Vorsitzende der Indigenen-Föderation des Bundesstaates von Pará Federação dos Povos Indígenas do Pará (FEPIPA). In den letzten zehn Jahren war sie eine der Stimmen ihres Volkes im hartnäckigen Kampf für die Abgrenzung und den Schutz indigener Gebiete und im Widerstand gegen den fortschreitenden Raubbau in diesen Territorien und gegen Infrastruktur-, Logistik- und Energieerzeugungsprojekte, die die Bevölkerung des gesamten Tapajós-Beckens bedrohen. Aufgrund ihres unermüdlichen Kampfes für die Rechte indigener Völker &#8211; und der Geschichte von Drohungen und Gewalt, die sie erlitten hat (wie die beiden Überfälle auf ihr Haus in den Jahren 2019 und 2021) &#8211; ist Alessandra nun eine bedrohte Anführerin, die in das Programm zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern des Bundesstaates Pará aufgenommen wurde.</p>
<p>Alessandra Korap Munduruku ist Frau, Mutter, Kämpferin für indigene Rechte, bewundert und verdient des Respekts den sie übt für den Schutz des Lebens, der Natur und der Waldbewohner:innen. Ihr Kampf ist von grundlegender Bedeutung für die Gesundheit des gesamten Planeten, und daher geht ihre Sicherheit und Integrität uns alle an.</p>
<p>Wir lehnen daher jede Form von Angriff und Demoralisierung ihrer Person ab und fordern die Behörden auf, geeignete Maßnahmen zu ergreifen.</p>
<p>17. Mai 2022</p>
<p><strong>Unterzeichnet:</strong></p>
<p>CPT Regional Pará</p>
<p>Associação Indígena Pariri</p>
<p>Teia documenta audiovisual</p>
<p>Associação Floresta Protegida &#8211; Mebengokre/ Kayapó</p>
<p>Instituto Paiakan</p>
<p>Fórum da Amazônia Oriental &#8211; FAOR</p>
<p>Conselho Nacional de Igrejas Cristãs do Brasil</p>
<p>INESC Instituto de estudos socioeconômicos</p>
<p>Movimento Nacional de Direitos Humanos &#8211; MNDH Brasil</p>
<p>Central de Movimentos Populares</p>
<p>Instituto Kabu</p>
<p>Instituto Raoni</p>
<p>Mandato da Deputada Federal Vivi Reis (PSOL/PA)</p>
<p>Greenpeace Brasil</p>
<p>Terra de Direitos</p>
<p>Grupo Carta de Belém</p>
<p>CPT ANAPU</p>
<p>Coletivo de Mulheres Negras Zélias-MTA</p>
<p>Amazon Watch</p>
<p>Conselho Indigenista Missionário Regional Goiás Tocantins</p>
<p>Sociedade para a Antropologia das Terras Baixas da América do Sul (SALSA)</p>
<p>Iepé &#8211; Instituto de Pesquisa e Formação Indigena</p>
<p>RCA &#8211; Rede de Cooperação Amazônica</p>
<p>Uma Gota No Oceano</p>
<p>OBIND-Observatório dos direitos e políticas Indigenistas</p>
<p>Grupo de Estudos Interculturais das Amazônias GEIA/CNPq</p>
<p>Organização dos professores indígenas do estado do Acre, OPIAC presta solidariedade em apoio à Alessandra munduruku</p>
<p>Indigenistas Associados (INA)</p>
<p>GT Ecología(s) Política(s) Desde El Sur/Abya Yala, CLACSO, Conselho Latino-Americano de Ciências Sociais</p>
<p>T/terra: Laboratório de Antropologias da terra/UNB</p>
<p>Laboratório de Antropologias Experimentais/Unilab-CE</p>
<p>Grupo de Trabajo Pueblos indígenas, autonomías y derechos colectivos/ Conselho Latino-americano de Ciências Sociais (CLACSO)</p>
<p>Associação Brasileira de Saúde Coletiva (Abrasco)</p>
<p>Operação Amazônia Nativa</p>
<p>Associação de Mulheres Indígenas em Multirão -AMIM</p>
<p>Climainfo</p>
<p>Núcleo de Assessoria Jurídica Universitária Popular da UFOPA &#8211; NAJUP Cabano</p>
<p>Grupo de Estudos Amazônicos e Ambientais &#8211; GEAM/ UFF</p>
<p>ARANDU &#8211; Grupo de estudos em filosofia do IEAA/UFAM</p>
<p>Articulação dos Povos Indígenas do Brasil</p>
<p>Movimento Tapajós Vivo de Santarem</p>
<p>Rede de noticias da Amazonia insitucipnal</p>
<p>Movimento Xingu Vivo para Sempre</p>
<p>Conselho Pastoral dos Pescadores &#8211; Regional Maranhão</p>
<p>INSTITUTO MADEIRA VIVO &#8211; IMV</p>
<p>Coletivo de mulheres do xingu</p>
<p>COLETIVO INDÍGENA MURA DE PORTO VELHO &#8211; COINMU</p>
<p>COMITÊ DE DEFESA DA VIDA AMAZÔNICA NA BACIA DO RIO MADEIRA &#8211; COMVIDA</p>
<p>FÓRUM MUDANÇAS CLIMÁTICAS E JUSTIÇA SOCIOAMBIENTAL- FMCJS</p>
<p>FÓRUM SOCIAL PANAMAZONICO &#8211; FOSPA BELÉM</p>
<p>Juventudes do Médio Xingu</p>
<p>Instituto Talanoa</p>
<p>Instituto de Referência Negra Peregum</p>
<p>Associação Alternativa Terrazul</p>
<p>Associação de Combate aos Poluentes (ACPO)</p>
<p>Grupo de Pesquisa Sociedades, Ambiente e Ação Pública &#8211; CNPq/UFPA</p>
<p>Grupo Ambiental Natureza Viva- GRANAV</p>
<p>5 Elementos &#8211; Instituto de Educação para a Sustentabilidade</p>
<p>Conselho Indigenista Missionario</p>
<p>Associaçao Rede Brasileira de Trilhas de Longo Curso</p>
<p>Comunema _coletivo de mulheres negras Maria Maria</p>
<p>Articulação Nacional de Mulheres Indígenas, guerreiras das ancestralidades &#8211; ANMIGA</p>
<p>Núcleo de Estudos Afro-Brasileiros e Indígenas &#8211; NEABI/UERN</p>
<p>Grupo de Estudos Culturais &#8211; GRUESC/UERN</p>
<p>Projeto Saúde e Alegria</p>
<p>Movimento de Mulheres Trabalhadoras de Altamira Campo e Cidade MMTACC</p>
<p>Assocuaçao Brasileira de Agroecologia/aba</p>
<p>Organização de Lideranças Indígenas Mura do Careiro da Várzea OLIMCV</p>
<p>Fundação Oswaldo Cruz (Fiocruz)</p>
<p>Rede de Apoio à Saúde Mental Indígena</p>
<p>Instituto Shirley Djukurnã krenak/MG</p>
<p>Coordenação de Mulheres Kokama do Conselho Indígena Kokama da Amazônia &#8211; ŸTKA</p>
<p>Geppherg &#8211; Grupo de Estudos e Pesquisa em Políticas Públicas, História,Educação das Relações Raciais e Gênero &#8211; Fe/UnB</p>
<p>Comitê de Desenvolvimento Sustentável de Porto de Moz</p>
<p>Conselho Indígena Tupinambá do baixo Tapajós- CITUPI</p>
<p>Associação de Moradores agroextrativistas e Indígenas do Tapajós &#8211; AMPRAVAT</p>
<p>Conectas Direitos Humanos</p>
<p>Associação indígena At&#8217;Axa</p>
<p>Centro Vida Orgânica</p>
<p>Núcleo de Estudos e Pesquisas Africanidades e brasilidades &#8211; Nafricab/Ufes</p>
<p>Movimento Amazônia na Rua Recife</p>
<p>Associação indígena Yakamim-Ruka</p>
<p>Laboratório Matula/ UnB</p>
<p>Articulação das CPTs da Amazônia</p>
<p>CPT equipe da Arquidiocese de Santarém</p>
<p>Comissão Pastoral da Terra-CPT/MG</p>
<p>Universidade da Antuérpia Bélgica</p>
<p>Comissão Pastoral da Terra &#8211; Campanha De Olho Aberto para não Virar Escravo</p>
<p>Núcleo de Direitos Humanos de Aragominas, Muricilândia e Santa Fé do Araguaia (TO)</p>
<p>MNDH-SC</p>
<p>Rede Sustentabilidade Goiás</p>
<p>Irmãs do Imaculado Coracai de Maria, ICM</p>
<p>Conselho Indígenas Tapajós Arapiun- cita</p>
<p>Marcha do Orgulho Crespo de Curitiba</p>
<p>FÓRUM DE EDUCAÇÃO ESCOLAR E SAÚDE INDÍGENA DO AMAZONAS (FOREEIA)</p>
<p>Ação Educativa</p>
<p>Projeto Xingu UNIFESP</p>
<p>Decolonialidade Mulheres em Pauta</p>
<p>Stop Bolsonaro Mundial</p>
<p>UNEGRO Costa da Mata Atlântica</p>
<p>Mulheres Negras no Front</p>
<p>Quilombo Dandara</p>
<p>VIVAT INTERNACIONAL/BRASIL</p>
<p>Associação Defesa dos Direitos Humanos e Meio Ambiente -ADHMA</p>
<p>Maparajuba Assessoria em Direitos Humanos na Amazônia</p>
<p>Adventinus nandus. Justiça e paz verbo divino</p>
<p>Paróquia Nossa Senhora do Rosário/Santarém</p>
<p>Comissão de direitos humanos da OAB &#8211; PA</p>
<p>JS Antropologia</p>
<p>International Rivers</p>
<p>CTI &#8211; Centro de Trabalho Indigenista</p>
<p>Coalizão para a Proteção Permanente dos Rios</p>
<p>Grupo de Pesquisa ReExisTerra NAEA UFPA</p>
<p>Kuñangue Aty Guasu (Grande Assembleia Das Mulheres Kaiowá e Guarani).</p>
<p>Iniciativa Inter-religiosa Pelas Florestas Tropicais &#8211; IRI Brasil</p>
<p>Revibra Europa</p>
<p>Marcha Mundial por Justiça Climática / Marcha Mundial do Clima</p>
<p>Marcha Mundial por Justiça Climática / Marcha Mundial do Clima</p>
<p>MNCCD &#8211; Movimento Nacional Contra Corrupção e pela Democracia</p>
<p>Girl Move Academy</p>
<p>Espaço Terapêutico Cura da alma</p>
<p>Faculdade UnB de Planaltina (FUP)</p>
<p>Coletivo Alvito &#8211; Portugal</p>
<p>Associação Abril &#8211; Portugal</p>
<p>Serviço Amazônico de Ação, Reflexão e Educação Socioambiental &#8211; Sares</p>
<p>CRB &#8211; Regional Norte 1 AM/RR.</p>
<p>Associação Indígena Tembé do Vale do Acará &#8211; AITVA</p>
<p>Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika (FDCL)</p>
<p>Brasilien Initiative Berlin (BIB)</p>
<p>Dachverband Kritische AktionärInnen</p>
<p>Abá e.V. &#8211; Arbeitskreis für Menschenrechte</p>
<p>INDURN/INDÍGENA URBANOS Em Retomada</p>
<p>ASW e.V. Alemanha</p>
<p>imuê &#8211; Instituto Mulheres e Economia</p>
<p>Brasilieninitiative Freiburg-Alemanha</p>
<p>SOCIEDADE FÉ E VIDA &#8211; CÁCERES (MT)</p>
<p>CESE- Coordenadoria Ecumênica de Serviço</p>
<p>Mmcc.pa</p>
<p>Centro de Estudos e Defesa do Negro do Pará &#8211; CEDENPA</p>
<p>Coordenadoria Ecumênica de Serviço (CESE)</p>
<p>WWF Brasil</p>
<p>Entidade Sócio Ambientalista Plano B</p>
<p>POEMA e.V. Stuttgart &#8211; Pobreza e meio ambiente na amazonia</p>
<p>Our Resources, Guinea -Bissau</p>
<p>Centro de Promoção da Cidadania e Defesa dos Direitos Humanos Pe. Josimo</p>
<p>Movimento de Mulheres do Campo e da Cidade do Pará.</p>
<p>Associação das Mulheres Indígenas do Médio Solimões e Afluentes -AMIMSA</p>
<p>Instituto Amazônico de Planejamento Gestão Urbana e Ambiental</p>
<p>Centro de direitos humanos Franco Pelegrinni</p>
<p>Grupo de Pesquisa Psicologia e Políticas Públicas &#8211; Universidade Catolica de Santos</p>
<p>Ökumenisches Büro für Frieden und Gerechtigkeit e.V. ( Oficina Ecumênica pela Paz e Justica em Munique)</p>
<p>Aruanas Initiative für Demokratie</p>
<p>AITETI GAVIÃO</p>
<p>Instituto Juma</p>
<p>Projeto Saúde, Cidadania e Direitos Humanos &#8211; IQ</p>
<p>Federação dos Povos Indígenas do Pará</p>
<p>Fórum de Mulheres da Amazônia Paraense- FMAP</p>
<p>Fórum de Mulheres do ES</p>
<p>Núcleo de Estudos Afrobrasileiros e Indígenas &#8211; Campus São Sebastião.</p>
<p>Movimento Cabano</p>
<p>Movimento Amazônia Independente</p>
<p>Frente Nacional Indígena do PCB</p>
<p>Instituto Idade Mídia Comunicação para Cidadania</p>
<p>Justiça Global</p>
<p>Mestrado Profissional em Sustentabilidade junto a Povos e Territórios Tradicionais (MESPT)</p>
<p>Instituto Sociedade, População e Natureza- ISPN</p>
<p>Comissão Pró Índio do Acre</p>
<p>Associação indígena karipuna Apoika Rondonia</p>
<p>Articulação dos Povos Indígenas da Região Sul ARPINSUL</p>
<p>Instituto Socioambiental</p>
<p>Grupo de Estudos em Ecologia Histórica e Política das Bacias dos rios Trombetas, Tapajós e Xingu</p>
<p>Observatório dos Direitos Humanos dos Povos Indígenas Isolados e de Recente Contato/Opi</p>
<p>Programa de Antropologia e Arqueologia &#8211; UFOPA</p>
<p>UNIVAJA- União dos Povos Indígenas do Vale do Javari</p>
<p>Associação das Mulheres Munduruku Wakoborun</p>
<p>Society for threatened Peoples</p>
<p>Articulação de Mulheres Brasileiras &#8211; AMB</p>
<p>Escola Municipal de Ensino Fundamental José Luiz Cláudio</p>
<p>Instituto Multiverso</p>
<p>GegenStroemung – Contra Corrente (Alemanha)</p>
<p>Institut fuer Oekologie und Aktion-Ethnologie INFOE e. V. (Alemanha)</p>
<p>Instituto Zé Claudio e Maria &#8211; IZM</p>
<p>Associação Grupo de Trabalhadoras Artesanais Extrativistas &#8211; GTAE</p>
<p>Instituto d&#8217;O Passo</p>
<p>Associação Brasileira de Agroecologia</p>
<p>Sapi -Sociedade Amigos por Itaunas</p>
<p>Associação Brasileira de Antropologia</p>
<p>OLMA- Observatório de Justiça Socioambiental Luciano Mendes de Almeida</p>
<p>Comitê Migrações e Deslocamentos, ABA</p>
<p>Not1More</p>
<p>MOVIMENTO DOS ATINGIDOS POR BARRAGENS &#8211; MAB</p>
<p>Instituto Brasileiro de Ecopsicologia</p>
<p>Bischöfliches Hilfswerk MISEREOR, Alemanha</p>
<p>Associação de mulheres trabalhadoras rurais do município de Itaituba Pará (Asmurita)</p>
<p>Agrofloresta Y&#8217;byrápitanga</p>
<p>Associação para os povos ameaçados Suíça</p>
<p>União Brasileira de Mulheres-UBM/Sergipe</p>
<p>Comissão de Direitos Humanos da OAB, Subseção Xinguara/PA</p>
<p>Tucum Brasil</p>
<p>Instituto DiverCidades</p>
<p>Aliança nacional Lgbti+</p>
<p>Énois Conteúdo</p>
<p>Federação dos Povos Indígenas do Pará</p>
<p>União Brasileira de Mulheres</p>
<p>Estudantes de ciências humanas da UFJF</p>
<p>Comissão Pastoral da Terra</p>
<p>Web Rádio Digital.</p>
<p>Winfried Kaendler</p>
<p>Intervozes &#8211; Coletivo Brasil de Comunicação Social</p>
<p>Movimento Munduruku Ipereg Ayu</p>
<p>Sociedade Paraense em Defesa dos Direitos Humanos</p>
<p>Processo de Articulação e Diálogo entre Agências Ecumênicas Europeias e Parceiros Brasileiros &#8211; PAD</p>
<p>Sala Tata Kinamboji- Universidade Federal do Para- Instituto de Ciências da Arte</p>
<p>GEZA- Grupo de estudos antirracistas e antisexista Zélia Amador de Deus- UFPA</p>
<p>Lab ampe arte e política das Amazônias.</p>
<p>// Übersetzung: <a href="https://www.outro-mundo.org" target="_blank" rel="noopener">christian russau</a></p>
</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Erneute Bedrohungen gegen Alessandra Munduruku und Einbruch in ihr Haus</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/erneute-bedrohungen-gegen-alessandra-munduruku-und-einbruch-in-ihr-haus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Nov 2021 15:14:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Amazonas]]></category>
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		<category><![CDATA[Wasserkraft und Menschenrechte]]></category>
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					<description><![CDATA[Die international renommierte indigene Menschenrechtsverteidigerin Alessandra Korap Munduruku, die gegen Bergbau und Staudämme in dem Munduruku-Territorium kämpft, wird erneut bedroht, und nun wurde vor wenigen Tagen in ihr Haus eingebrochen. Nur wenige Tage nach ihrer Rückkehr von der COP26 in Glasgow wurde das Haus von Alessandra Munduruku erneut überfallen. Die Kriminellen stahlen Dokumente, Speicherkarten von&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die international renommierte indigene Menschenrechtsverteidigerin Alessandra Korap Munduruku, die gegen Bergbau und Staudämme in dem Munduruku-Territorium kämpft, wird erneut bedroht, und nun wurde vor wenigen Tagen in ihr Haus eingebrochen.</em></p>
<div id="parent-fieldname-text" class="">
<p>Nur wenige Tage nach ihrer Rückkehr von der COP26 in Glasgow wurde das Haus von Alessandra Munduruku erneut überfallen. Die Kriminellen stahlen Dokumente, Speicherkarten von Überwachungskameras sowie Bargeld in Höhe von 4.000 Reais, Geld, das für die Durchführung des nächsten Treffens der Munduruku-Frauen vom Oberen und Mittleren Tapajós im Dezember dieses Jahres gedacht war. Während des Einbruchs waren Alessandra Munduruku und ihre Familie nicht zu Hause, <a href="https://www.dw.com/pt-br/casa-de-l%C3%ADder-ind%C3%ADgena-amea%C3%A7ada-sofre-nova-invas%C3%A3o-no-par%C3%A1/a-59811864" target="_blank" rel="noopener">wie Medien berichten</a>.</p>
<p>Alessandra hatte ihre Wohnung zwischenzeitlich verlassen, weil sie sich dort zunehmend unsicher fühlte. Am Tag vor der Tat waren angebliche Mitarbeiter:innen des örtlichen Stromversorgers bei ihr zu Hause und behaupteten, sie müssten die Stromzufuhr ihres Hauses unterbrechen. Daraufhin wurde Alessandra Munduruku misstrauisch und sie versuchte, sich die Informationen von dem Unternehmen bestätigen zu lassen, das ihr aber mitteilte, dass es zu diesem Zeitpunkt keine Mitarbeiter:innen im Außendienst in der Region hätte. Aus diesem Grund verließ Alessandra Munduruku ihr Haus und suchte Schutz bei Freund:innen.</p>
<p><a href="https://www.kooperation-brasilien.org/de/themen/landkonflikte-umwelt/morddrohungen-und-einschuechterungsversuche-indigener-menschenrechtsaktivistin-in-santarem" target="_blank" rel="noopener">Bereits in 2019 hatte es einen Einbruch in ihr Haus gegeben</a>, woraufhin Alessandra Munduruku mit ihrer Familie an einen sicheren Ort fliehen musste. Damals wurde Bolsonaro von einer Gruppe von deutschen Abgeordneten aufgefordert, Alessandra Munduruku von den brasilianischen Bundes-Sicherheitsbehörden schützen zu lassen, nachdem sie mehrere Morddrohungen bekam, was aber bisher nicht geschah.</p>
<p>&#8222;Dieser Einbruch, wie auch der vorangegangene, erfolgt nach einem Prozess, an dem sie teilnimmt und der aufgrund ihrer Anschuldigungen über die Geschehnisse in den indigenen Gebieten große Auswirkungen hat&#8220;, so Alessandra Mundurukus Rechtsanwältin, Luisa Câmara Rocha. Im November 2019 waren Eindringlinge bereits in das Haus von Alessandra eingebrochen. Bei dieser Gelegenheit nahmen sie einen Computer, USB-Sticks, Mobiltelefone, Speicherkarten und Berichte über die Aktivitäten und Forschungen des Volkes der Munduruku mit.</p>
<p>Kurz zuvor war sie in Begleitung anderer indigener Anführer:innen nach Brasília gereist, um die zunehmenden Übergriffe von Holzfällern und Bergleuten auf indigenes Land, das noch nicht abgegrenzt ist, anzuprangern. Während der COP26 in Glasgow prangerte Alessandra Munduruku die gleichen Probleme gegenüber der internationalen Öffentlichkeit an. Sie kritisierte dabei auch die Regierung des Bundesstaates Pará, die im Oktober ein Gesetz zur Einführung des Tages des Garimpeiro (Goldsuchers) erlassen hatte.</p>
<p>&#8222;Für uns ist es klar, dass versucht wurde, sie wegen ihrer politischen Tätigkeit einzuschüchtern. Im Haus befanden sich weitere Wertsachen, die hätten gestohlen werden können, aber es wurde nichts entwendet. Sie nahmen Dokumente mit Namen von Personen, Organisationen, Adressen und Speicherkarten mit, was die Ermittlungen erschwert&#8220;, so die Anwältin Rocha.</p>
<p>Alessandra war im September 2019 als Gast der ASW und des FDCL in Berlin, nahm an der Berliner Klimastreik-Demo von „Fridays for Future“ am 20.9.2019 Teil, sprach vor zigtausenden Schüler:innen am Brandenburger Tor.</p>
<p>// Christian Russau</p>
</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Notfallkommuniqué der Widerstandsorganisationen des Volkes der Munduruku</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/notfallkommunique-der-widerstandsorganisationen-des-volkes-der-munduruku/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 May 2021 08:23:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
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					<description><![CDATA[GegenStrömung dokumentiert in deutschsprachiger Übersetzung das gestrige Notfallkommuniqué der Widerstandsorganisationen des Volkes der Munduruku zum Überfall des Goldschürfermobs auf die Aldeia Fazenda Tapajós &#160; // Originalquelle: https://movimentomundurukuiperegayuii.wordpress.com/2021/05/26/comunicado-emergencial-das-organizacoes-de-resistencia-do-povo-munduruku/ // Übersetzung: Christian Russau Notfallkommuniqué der Widerstandsorganisationen des Volkes der Munduruku Wir Munduruku fordern von den staatlichen Sicherheitskräften die sofortige Übernahme von Verantwortung, um die Menschen, Anführer:innen und&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>GegenStrömung dokumentiert in deutschsprachiger Übersetzung das gestrige Notfallkommuniqué der Widerstandsorganisationen des Volkes der Munduruku zum Überfall des Goldschürfermobs auf die Aldeia Fazenda Tapajós</em></p>
<div id="attachment_2446" style="width: 1034px" class="wp-caption alignnone"><a class="dt-pswp-item" href="https://www.gegenstroemung.org/web/wp-content/uploads/2021/05/casa-queimada-foto-Munduruku-Ipereg-Ayu.jpg" data-dt-img-description="Haus von Maria Leusa Kaba von Mob in Brand gesetzt. Fotoquelle mit freundlicher Genehmigung: Movimento Munduruku Ipereg Ayu" data-large_image_width="1024" data-large_image_height="576"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-2446" class="size-medium wp-image-2446" src="https://www.gegenstroemung.org/web/wp-content/uploads/2021/05/casa-queimada-foto-Munduruku-Ipereg-Ayu-300x169.jpg" alt="Haus von Maria Leusa Kaba von Mob in Brand gesetzt." width="300" height="169" srcset="https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2021/05/casa-queimada-foto-Munduruku-Ipereg-Ayu-300x169.jpg 300w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2021/05/casa-queimada-foto-Munduruku-Ipereg-Ayu-768x432.jpg 768w, https://www.gegenstroemung.org/wp-content/uploads/2021/05/casa-queimada-foto-Munduruku-Ipereg-Ayu.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-2446" class="wp-caption-text">Haus von Maria Leusa Kaba von Mob in Brand gesetzt. Fotoquelle mit freundlicher Genehmigung: Movimento Munduruku Ipereg Ayu</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>// Originalquelle: <a href="https://movimentomundurukuiperegayuii.wordpress.com/2021/05/26/comunicado-emergencial-das-organizacoes-de-resistencia-do-povo-munduruku/" target="_blank" rel="noopener">https://movimentomundurukuiperegayuii.wordpress.com/2021/05/26/comunicado-emergencial-das-organizacoes-de-resistencia-do-povo-munduruku/</a></p>
<p>// Übersetzung: <a href="https://www.outro-mundo.org" target="_blank" rel="noopener">Christian Russau</a></p>
<p><strong>Notfallkommuniqué der Widerstandsorganisationen des Volkes der Munduruku</strong></p>
<p>Wir Munduruku fordern von den staatlichen Sicherheitskräften die sofortige Übernahme von Verantwortung, um die Menschen, Anführer:innen und Kazik:innen zu schützen, die gegen die Invasion des Bergbaus in der Region Widerstand leisten.</p>
<p>Heute Morgen (26.5., Anm.d.Üb.) griff ein vom Bürgermeister der Gemeinde Jacareacanga angestachelter Mob aus Goldschürfer:innen die vor Ort befindlichen Niederlassungen der nationalen Streitkräfte und der Bundespolizei an, die in der Region zugegen sind. Der Mob versuchte, deren Gerätschaften zu verbrennen, und die Beamten antworteten daraufhin mit Tränengasbomben. Da es dadurch dem Mob nicht gelang, Gelände und Gebäude der Polizei- und Nationalen Sicherheitskräfte zu stürmen, griffen der Mob aus Bergarbeiter:innen und deren Gruppen von kooptierten Indigenen die Häuser unserer indigenen Anführer:innen an.</p>
<p>Damit überschritt die Gewalt gegen unser Volk der Munduruku alle Grenzen. Am Nachmittag des 26. Mai, gegen 12:30 Uhr, wurde das indigene Dorf Fazenda Tapajós, in dem die Koordinatorin der Frauen-Vereinigung Wakoborun, Maria Leusa Kaba, lebt, vom Mob bewaffneter Bergleute überfallen und angegriffen. Zwei Häuser wurden in Brand gesetzt, das Haus der Koordinatorin selbst und das ihrer Mutter, der Kazikin des Dorfes. Den Informationen zufolge wurde niemand verletzt, aber alle stehen unter Schock.</p>
<p>Darauf folgte die Ansage, der Mob werde in das Dorf von Ademir Kaba und Ana Poxo, den Anführer:innen unseres Volkes, ziehen und dort das Gleiche zu tun. Wir brauchen dringend den Einsatz von Polizeikräften, um die Kriminellen zu verhaften, die uns angreifen, und um unsere Anführer in Sicherheit zu bringen, damit diese ihre Arbeit weiterführen und die Eindringlinge aus unserem Land vertreiben können, sonst wird das alles nie enden.</p>
<p>Es ist inakzeptabel, dass trotz der Präsenz der Nationalen Streitkräfte in der Region das Dorf eines unserer wichtigsten Anführer von bewaffneten Männern überfallen wurde, die Kanister mit Gallonen von Benzin mit sich führten, die den Hass gegen uns alle schüren. Wir fürchten um das Leben derer, die unermüdlich dafür kämpfen, das Leben des Volkes der Munduruku und die Zukunft aller Menschen auf diesem Planeten zu verteidigen.</p>
<p>Für die Verteidigung des sauberen Flusses und des lebendigen Waldes sind wir Opfer der Todespolitik dieser Regierung, die uns auf unserem eigenen Territorium bewaffneten Bergleuten ausliefert.</p>
<p>Wir bitten dringend um die Präsenz der Bundespolizei, um weitere Gewalt, Morde und Massaker zu verhindern, die aus der Förderung illegaler Bergbauaktivitäten und der Straflosigkeit von Kriminellen resultieren, wie wir sie bei den Yanomami und hier im Gebiet Mundurukania erleben.</p>
<p>Unser Volk will nur in FRIEDEN LEBEN und UNSERE RECHTE RESPEKTIERT HABEN. Wir sind nicht diejenigen, die nach Gewalt fragen. Wir bitten nur um den Schutz unseres Landes und des Lebens der Indigenen durch den Staat, wie es die Bundesverfassung vorschreibt. Wir schreien um Hilfe.</p>
<p>unterzeichnet von: Movimento Munduruku Ipereg Ayu, Associação das Mulheres Munduruku Wakoborun, Associação Da’uk, Associação Arikico, Conselho Indígena Munduruku do Alto Tapaós- CIMAT</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Munduruku sagen &#8222;Nein!&#8220; zu Bergbau, Landwirtschaft und Wasserkraftwerken in ihrem Territorium</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/munduruku-sagen-nein-zu-bergbau-landwirtschaft-und-wasserkraftwerken-in-ihrem-territorium/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 May 2021 06:01:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Amazonas]]></category>
		<category><![CDATA[Proteste]]></category>
		<category><![CDATA[Staudämme]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft und Menschenrechte]]></category>
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		<category><![CDATA[Indigene Territorien]]></category>
		<category><![CDATA[Munduruku]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.gegenstroemung.org/web/?p=2433</guid>

					<description><![CDATA[Munduruku-Vollversammlung erklärt klares &#8222;Nein!&#8220; zu Bolsonaro-Gesetzesprojekt PL 191, das Bergbau, Landwirtschaft und Wasserkraftwerke in indigenen Territorien erlauben würde. Ende April, vom 24 bis zum 27. April 2021, trafen sich am Oberen Tapajós-Fluss, in der Aldeia WaroApompu über 500 Munduruku, die 140 Munduruku-Gemeinschaften vom Oberen und Mittleren Tapajós sowie vom Unteren Teles Pires-Fluss repräsentieren, so berichtet&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Munduruku-Vollversammlung erklärt klares &#8222;Nein!&#8220; zu Bolsonaro-Gesetzesprojekt PL 191, das Bergbau, Landwirtschaft und Wasserkraftwerke in indigenen Territorien erlauben würde.</em></p>
<div id="parent-fieldname-text" class="">
<p>Ende April, vom 24 bis zum 27. April 2021, trafen sich am Oberen Tapajós-Fluss, in der Aldeia WaroApompu über 500 Munduruku, die 140 Munduruku-Gemeinschaften vom Oberen und Mittleren Tapajós sowie vom Unteren Teles Pires-Fluss repräsentieren, so berichtet es der Indigenenmissionsrat <a href="https://cimi.org.br/2021/05/caciques-munduruku-contra-projeto-mineracao-terras-indigenas-pl-191/" target="_blank" rel="noopener">CIMI auf seiner Webseite</a>. Die Anwesenden wandten sich in einer gemeinsam verabschiedeten Erklärung gegen die von der Regierung Bolsonaro geplante ökonomische Inwertsetzung indigener Territorien mittels Bergbau, industrieller Landwirtschaft und Wasserkraftwerken.</p>
<p>&#8222;Wir wollen das Gesetzesprojekt PL 191/2020 der Bundesregierung von Jair Bolsonaro nicht, das die Ausbeute unserer Territorien um jeden Preis will, ohne uns dazu zu konsultieren und ohne die Zustimmung des Volkes. Diese Projekt des Todes spaltet unser Volk, bringt Gewalt, führt dazu, dass unsere Frauen und Anführer angegriffen werden, die für die Verteidigung unseres Territoriums kämpfen&#8220;, so die Abschlusserklärung.</p>
<p>In den vergangenen Wochen hatten sich die Konflikte zwischen Goldgräber:innen und Munduruku im Munduruku-Territorium zugespitzt, der Sitz der Frauenvereinigung Wakoborun in Jacareacanga wurde von Goldgräber:innen <a href="https://www.kooperation-brasilien.org/de/themen/landkonflikte-umwelt/munduruku-frauenzentrum-wakoborun-in-jacareacanga-von-goldsuchern-angegriffen">gestürmt und verwüstet</a>. Das Gesetzesvorhaben <a href="https://www.camara.leg.br/proposicoesWeb/fichadetramitacao?idProposicao=2236765" target="_blank" rel="noopener">PL 191/2020 wird derweil in den verschiedenen zuständigen Kommissionen in Brasília verhandelt</a>.</p>
<p>// <a href="https://www.outro-mundo.org" target="_blank" rel="noopener">christian russau</a></p>
</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
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