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	<title>Rückbau &#8211; GegenStrömung</title>
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	<title>Rückbau &#8211; GegenStrömung</title>
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		<title>Trump stoppt Regierungsvereinbarung mit Indigenen zur Debatte um Rückbau der acht Staudämme am Snake River</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Jun 2025 06:21:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
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		<category><![CDATA[Staudämme]]></category>
		<category><![CDATA[Rückbau]]></category>
		<category><![CDATA[Snake River]]></category>
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					<description><![CDATA[US-Präsident Donald Trump verwirft das von der Joe-Biden-Regierung 2023 verhandelte Memorandum of Understanding mit den von den Snake Dams betroffenen Indigenen und stoppt so die notwendige Debatte und die Analysen über den Rückbau der acht Staudämme im Einflussgebiet des Snake River, die die regionale Biodiversität inklusive der wilden Lachspopulationen massiv bedrohen. Trumps Memorandum spricht von&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>US-Präsident Donald Trump verwirft das von der Joe-Biden-Regierung 2023 verhandelte Memorandum of Understanding mit den von den Snake Dams betroffenen Indigenen und stoppt so die notwendige Debatte und die Analysen über den Rückbau der acht Staudämme im Einflussgebiet des Snake River, die die regionale Biodiversität inklusive der wilden Lachspopulationen massiv bedrohen. Trumps Memorandum spricht von &#8222;Stopping Radical Environmentalism to Generate Power for the Columbia River Basin&#8220;, von &#8222;protecting the American people from radical green agenda policies&#8220; und behauptet, das 2023er Memorandum of Understanding &#8222;elevates &#8218;equitable treatment for fish&#8216; and misplaced concerns about climate change above the Nation’s interests in reliable energy resources and the needs of American citizens&#8220;.</em></strong></p>
<p>Im Flusseinzugsgebiet der drei US-amerikanischen Bundesstaaten Washington, Oregon und Idaho liegt ein Stein des Anstoßes für einen seit vielen Jahren schwelenden Konflikt: die insgesamt acht Energie produzierenden Staudämme am unteren Columbia-River und an dem Zufluss des Columbia-Rivers, dem Unteren Snake Fluss. Denn die seit 1975 bestehenden Dämme produzieren zwar nur fünf Prozent des Stroms der im Großraum liegenden Städte, dienen aber gleichzeitig wegen der Schleusen an den Dämmen der Verschiffung des Weizens aus der agrarwirtschaftlich geprägten Region Idahos. Die Dämme bilden Reservoirs, aus denen die Farmer:innen regelmäßig Wasser entnehmen, um damit ihre Landwirtschaft zu bewässern. Doch die Dämme behindern die natürliche Wanderung der dort angestammten Chinook-Lachse. Beherbergten der Columbia- und der Snake-River dereinst die mit 16 Millionen Lachsen größte Population, sind es heute nur noch 1,1 Millionen Fische. Und dieser Lachsschwund hat auch überegionale Auswirkungen, denn der (nun seit Jahrzehnten zurückgehende) Lachsbestand ist saisonale Grundlage für die Nahrung der Orcas am Mündungsgebiet.</p>
<p>2023 hatte die Biden-Regierung mit den indigenen <em>tribes</em> ein Memorandum of Understanding getroffen, um den anhängigen Gerichtsprozessen für die Dauer von zehn Jahren eine Atempause und der Analyse über die Rückbauoptionen und dessen Implikationen zu verschaffen. Die Biden-Rgierung stellte seit 2023 insgesamt 360 Millionen US-Dollar zur Verfügung an die Bundesstaaten Washington und Oregon sowie an die indigenen Organisationen zur Wiederansiedlung der Lachspopulationen, aber die Biden-Regierung vermied auch eine endgültige Entscheidung über den eigentlich schon in mehreren Gerichtsurteilen angemahnten Rückbau der Staudämme und verwies auf die Entscheidungsbefugnis des US-Kongresses.</p>
<p>Nun ließ US-Präsident Donald Trump in einer Erklärung zum Rückzug verlauten, die vorherige Vereinbarung und andere Maßnahmen der Regierung Biden seien als Türöffner für einen Bruch der Dämme zu verstehen, weswegen dieses nun von seiner Regierung gestoppt werde. Die Trump-Administration argumentierte, dass das Abkommen dazu führe, dass erhebliche Geldsummen ausgegeben würden, um die Staudämme letztendlich zu schließen &#8211; sowie andere negative Auswirkungen, die in Studien über den Vorschlag festgestellt worden wären, so berichtet es u.a. die <a href="https://www.nytimes.com/2025/06/12/us/politics/trump-withdraws-from-agreement-with-tribes-to-protect-salmon.html" target="_blank" rel="noopener">NYTimes</a>.</p>
<p>In dem <a href="https://www.whitehouse.gov/presidential-actions/2025/06/stopping-radical-environmentalism-to-generate-power-for-the-columbia-river-basin/" target="_blank" rel="noopener">am 12. Juni unterzeichneten Memorandum der Trump-Regierung</a> wird u.a. gesprochen von &#8222;Stopping Radical Environmentalism to Generate Power for the Columbia River Basin&#8220;, von &#8222;protecting the American people from radical green agenda policies&#8220; und es wird behauptet, das 2023er memorandum of Understanding &#8222;elevates &#8218;equitable treatment for fish&#8216; and misplaced concerns about climate change above the Nation’s interests in reliable energy resources and the needs of American citizens&#8220;.</p>
<p>Die Indigenen-Organisationen zeigten sich laut Medienberichten &#8222;zutiefst enttäuscht&#8220;, und &#8222;[d]ie Entscheidung der Regierung, diese Zusagen zu kündigen, spiegelt das historische Muster der gebrochenen Versprechen der Bundesregierung gegenüber den Indigenen wider&#8220;, so zitieren Medien die betroffenen Indigenenvertreter:innen.</p>
<p>// <a href="https://www.outro-mundo.org" target="_blank" rel="noopener">Christian Russau</a></p>
<p><strong>Weitere Infos bei GegenStrömung zum Streit über den Rückbau der Snake-River-Staudämme:</strong></p>
<p>24.07.2023: Neue Klage wegen zu hoher Wassertemperaturen des Snake Rivers gegen Wasserkraftdämme angekündigt</p>
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="44Km40sy6P"><p><a href="https://www.gegenstroemung.org/blog/neue-klage-wegen-zu-hoher-wassertemperaturen-des-snake-rivers-gegen-wasserkraftdaemme-angekuendigt/">Neue Klage wegen zu hoher Wassertemperaturen des Snake Rivers gegen Wasserkraftdämme angekündigt</a></p></blockquote>
<p><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Neue Klage wegen zu hoher Wassertemperaturen des Snake Rivers gegen Wasserkraftdämme angekündigt&#8220; &#8212; GegenStrömung" src="https://www.gegenstroemung.org/blog/neue-klage-wegen-zu-hoher-wassertemperaturen-des-snake-rivers-gegen-wasserkraftdaemme-angekuendigt/embed/#?secret=e2AhoMyorJ#?secret=44Km40sy6P" data-secret="44Km40sy6P" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe></p>
<p>18.05.2021: Massiv gefährdete Lachspopulation: Streit um Rückbau der Staudämme am Snake River geht weiter</p>
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="hItDCkSzQi"><p><a href="https://www.gegenstroemung.org/blog/massiv-gefaehrdete-lachspopulation-streit-um-rueckbau-der-staudaemme-am-snake-river-geht-weiter/">Massiv gefährdete Lachspopulation: Streit um Rückbau der Staudämme am Snake River geht weiter</a></p></blockquote>
<p><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Massiv gefährdete Lachspopulation: Streit um Rückbau der Staudämme am Snake River geht weiter&#8220; &#8212; GegenStrömung" src="https://www.gegenstroemung.org/blog/massiv-gefaehrdete-lachspopulation-streit-um-rueckbau-der-staudaemme-am-snake-river-geht-weiter/embed/#?secret=7oczbNhW1g#?secret=hItDCkSzQi" data-secret="hItDCkSzQi" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe></p>
<p>26.10.2020: Klage gegen US-Behörden angekündigt, um Dämme am Snake-River doch zurückzubauen</p>
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="J73aCkB8HS"><p><a href="https://www.gegenstroemung.org/blog/klage-gegen-us-behoerden-angekuendigt-um-daemme-am-snale-river-doch-zurueckzubauen/">Klage gegen US-Behörden angekündigt, um Dämme am Snake-River doch zurückzubauen</a></p></blockquote>
<p><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Klage gegen US-Behörden angekündigt, um Dämme am Snake-River doch zurückzubauen&#8220; &#8212; GegenStrömung" src="https://www.gegenstroemung.org/blog/klage-gegen-us-behoerden-angekuendigt-um-daemme-am-snale-river-doch-zurueckzubauen/embed/#?secret=CiZKmCVyZ4#?secret=J73aCkB8HS" data-secret="J73aCkB8HS" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe></p>
<p>01.10.2020: US-amerikanische Bundesbehörden beschließen, den geplanten Rückbau der Staudämme am Snake River doch nicht umzusetzen</p>
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="M19tVHx0Z9"><p><a href="https://www.gegenstroemung.org/blog/us-amerikanische-bundesbehoerden-beschliessen-den-geplanten-rueckbau-den-staudaemme-am-snake-river-doch-nicht-umzusetzen/">US-amerikanische Bundesbehörden beschließen, den geplanten Rückbau der Staudämme am Snake River doch nicht umzusetzen</a></p></blockquote>
<p><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;US-amerikanische Bundesbehörden beschließen, den geplanten Rückbau der Staudämme am Snake River doch nicht umzusetzen&#8220; &#8212; GegenStrömung" src="https://www.gegenstroemung.org/blog/us-amerikanische-bundesbehoerden-beschliessen-den-geplanten-rueckbau-den-staudaemme-am-snake-river-doch-nicht-umzusetzen/embed/#?secret=DFedX2hQVz#?secret=M19tVHx0Z9" data-secret="M19tVHx0Z9" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe></p>
<p>25.09.2018: Von Dämmen und Weizenfarmer*innen, von Lachsen und verhungernden Orcas</p>
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="2odfBQ5bS0"><p><a href="https://www.gegenstroemung.org/blog/von-daemmen-und-weizenfarmerinnen-von-lachsen-und-verhungernden-orcas/">Von Dämmen und Weizenfarmer*innen, von Lachsen und verhungernden Orcas</a></p></blockquote>
<p><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Von Dämmen und Weizenfarmer*innen, von Lachsen und verhungernden Orcas&#8220; &#8212; GegenStrömung" src="https://www.gegenstroemung.org/blog/von-daemmen-und-weizenfarmerinnen-von-lachsen-und-verhungernden-orcas/embed/#?secret=8T7R64wNEv#?secret=2odfBQ5bS0" data-secret="2odfBQ5bS0" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe></p>
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		<title>Neue Klage wegen zu hoher Wassertemperaturen des Snake Rivers gegen Wasserkraftdämme angekündigt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Jul 2023 19:04:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Streit um die Dämme des Snake Rivers in den USA geht weiter. Dabei schien es 2021 nach vielen Jahren des politischen Streits endlich klar zu sein, allen schien die extreme Situation am Snake River klar geworden zu sein. Die seit Jahrzehnten am Snake River im Nordosten der USA befindlichen Staudämme müssen weg, da das&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Streit um die Dämme des Snake Rivers in den USA geht weiter. Dabei schien es 2021 nach vielen Jahren des politischen Streits endlich klar zu sein, allen schien die extreme Situation am Snake River klar geworden zu sein. Die seit Jahrzehnten am Snake River im Nordosten der USA befindlichen Staudämme müssen weg, da das biologische Gleichgewicht und vor allem das der Lachspopulationen kollabiert ist. Bereits mehrmals war ein solcher Rückbau gerichtlich angeordnet worden, letztlich, nach jahrzehntelangem Kampf schienen sich Indigene, Umweltschützer:innen, Anrainer:innen, die Wirtschaft und auch die Politik einig, den bisher vorläufigen Höhepunkt setzte ein republikanischer Abgeordneter aus Idaho, der Anfang 2021 einen 33,5 Milliarden US-Dollar schweren Dammrückbauplan vorgestellt hatte, gegen den sich dann demokratische Politker:innen stellten (<a href="https://www.gegenstroemung.org/blog/massiv-gefaehrdete-lachspopulation-streit-um-rueckbau-der-staudaemme-am-snake-river-geht-weiter/" target="_blank" rel="noopener">GegenStrömung berichtete</a>). Im Juli 2022 hatte sich US-Präsident Joe Biden in den Streit eingeschaltet und <a href="https://www.seattletimes.com/seattle-news/environment/white-house-weighs-in-on-lower-snake-river-dam-breaching-in-unusual-power-play/" target="_blank" rel="noopener">seinen politischen Willen zum Rückbau der Dämme erklärt</a>, um den bedrohten Lachspopulationen zu helfen. Doch noch immer setzen sich Stromerzeuger, Politiker:innen oder auch die <a href="https://www.dawsonassociates.com/post/understanding-the-impact-of-federal-regulation-on-offshore-wind-farms-7" target="_blank" rel="noopener">Army Corps of Engineers</a>, die die Dämme in den 1960er und 1970er Jahren erbaut hatten und diese seither betreiben, für den Erhalt der Dämme ein. Gegen letztere planen nun vier Naturschutz- und Fischereiverbände eine Klage wegen der hohen Wassertemperaturen im Snake River einzureichen und fordern Maßnahmen, zu denen auch der Rückbau der vier Staudämme des unteren Snake River im Osten des Bundesstaats Washington gehören könnte. Denn die Wassertemperaturen in frei fließenden Gewässern sind im Sommer deutlich niedriger als die bei stehenden Gewässern, die infolge von Dämmen gestaut wurden.</p>
<p>Ein Zusammenschluss aus Naturschutzorganisationen und Anglervereinen &#8211; Columbia Riverkeeper, Idaho Rivers United, Idaho Conservation League und die Northwest Sportfishing Industry Association &#8211; haben dem Army Corps of Engineers am Freitag offiziell mitgeteilt, dass sie die Klage innerhalb von 60 Tagen einreichen könnten, <a href="https://news.yahoo.com/hot-water-pollution-lawsuit-threat-120000595.html" target="_blank" rel="noopener">so Medienberichte</a>. Zu warmes Wasser im unteren Snake River töte und verletze Sockeye-Lachse (pazifischer Rotlachs oder Blaurückenlachs), die vom Aussterben bedroht sind, heißt es in der Mitteilung der vier Organisationen an das Army Corps of Engineers. Die vier Organisationen sehen es als erwiesen an, dass es vor allem die vier Staudämme des unteren Snake River hauptsächlich für die hohen Wassertemperaturen verantwortlich sind. Ohne die vier Dämme bliebe der untere Snake River künftig wieder kühl genug, um den meisten Sockeye-Lachsen eine sichere Wanderung zu ermöglichen, selbst in sehr heißen Jahren, so die Mitteilung der Naturschützer:innen. &#8222;Zu warmes Wasser im unteren Snake River ist seit Jahren ein Problem für den gefährdeten Lachs&#8220;, sagte Nic Nelson, Geschäftsführer von Idaho Rivers United. &#8222;Trotz überdurchschnittlicher Schneemengen und eines kälteren Frühlings haben wir immer noch eine erhebliche Verschmutzung durch heißes Wasser, die diese gefährdeten Fische bedroht&#8220;, sagte er. &#8222;Die einzige Möglichkeit, diese Fluss-Läufe zu retten, sind grundlegende Änderungen der Betriebsabläufe im Columbia-Snake River System&#8220;. Zu warmes Flusswasser begünstige das Wachstum von krankheitsverursachenden Bakterien und Pilzen, verzögere die Wanderung der Lachse und erschöpfe deren Energiereserven. Als Beispiel ziehen die Umweltschützer:innen vor allem den heißen Sommer 2015 an. Ausgewachsene Lachse haben Schwierigkeiten, stromaufwärts zu wandern, wenn die Wassertemperaturen sich 20 Grad Celsius nähern, und sie hören auf, stromaufwärts zu wandern, wenn die Wassertemperaturen rund 22 bis 23 Grad Celsius erreichen, heißt es in dem Bericht der Umweltschützer:innen. Das Wasser des unteren Snake River war im Sommer 2015 zwei Monate lang wärmer als 20 Grad Celsius. Die Umweltschutzbehörde kam zu dem Schluss, dass etwa 250.000 erwachsene Sockeye-Lachse, die in den Snake oder in die oberen Nebenflüsse des Columbia zurückkehrten, aufgrund des warmen Wassers starben, heißt es in dem Bericht der Umweltschützer:innen. In der rechtlichen Mitteilung der Umweltschützer:innen an das Army Corps of Engineers wird die Überlebensrate erwachsener Lachse im Snake River für das Jahr 2015 auf nur 4 Prozent beziffert.</p>
<p>// <a href="https://www.outro-mundo.org" target="_blank" rel="noopener">Christian Russau</a></p>
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		<title>Rückbau von vier Staudämmen am Klamath River im Norden Kaliforniens soll 2023 erfolgen</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/rueckbau-von-vier-staudaemmen-am-klamath-river-im-norden-kaliforniens-soll-2023-erfolgen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 May 2022 09:22:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
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					<description><![CDATA[Nach jahrzehntelangen Verhandlungen soll nächstes Jahr im hohen Norden Kaliforniens das größte Staudammprojekt in der Geschichte der Vereinigten Staaten beginnen. Der erste von vier veralteten Dämmen am Klamath River soll im Herbst 2023 fallen. GegenStrömung berichtet mehrfach hier. Zwei weitere in der Nähe und einer jenseits der Staatsgrenze, in Oregon, werden daraufhin folgen. Die Federal&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nach jahrzehntelangen Verhandlungen soll nächstes Jahr im hohen Norden Kaliforniens das größte Staudammprojekt in der Geschichte der Vereinigten Staaten beginnen. Der erste von vier veralteten Dämmen am Klamath River soll im Herbst 2023 fallen. GegenStrömung berichtet mehrfach <a href="https://www.gegenstroemung.org/tag/klamath-river/">hier</a>. Zwei weitere in der Nähe und einer jenseits der Staatsgrenze, in Oregon, werden daraufhin folgen. Die Federal Energy Regulatory Commission, die das letzte Wort über die Beseitigung der Dämme hat, veröffentlichte im Februar den Entwurf einer Umweltverträglichkeitserklärung, in der die Vorteile des Vorhabens die Bedenken überwiegen. Eine aktualisierte Umweltverträglichkeitsprüfung der Bundesbehörde wird für September erwartet, und eine definitive Entscheidung darüber, ob der Abbau fortgesetzt werden kann, wird kurz danach fallen.</p>
<p>Der Plan, die Dämme abzureißen, ist das Ergebnis einer mindestens 20 Jahre währenden Debatte darüber, was mit der alten und zunehmend problematischen Infrastruktur des Flusses geschehen soll. Die Dämme, die sich im Besitz des Stromversorgers PacifiCorp befinden, einer Tochtergesellschaft des Milliardärs Warren Buffett (Berkshire Hathaway), müssen seit langem umfassend modernisiert werden, u. a. durch Fischtreppen, die vermutlich mehr kosten, als die Dämme als Wasserkraftwerke wert sind. Deshalb ist der Rückbau letztlich auch vom Besitzer befürwortet worden. Der Rückbau der vier Dämme am Klamath River soll rund eine halbe Milliarde Dollar kosten, die für das gemeinsame Vorhaben von Staat, Stämmen und Unternehmen benötigt wird, ist gesichert. Die Abrisspläne sind ausgearbeitet. Das Bauunternehmen steht fest. Die endgültige Genehmigung könnte bis Dezember erteilt werden. Im Jahr 2020 wurde das diesbezügliche Abkommen zur Finanzierung des Rückbaus beschlossen. PacifiCorp erklärte sich damals bereit, die Lizenz für die vier Dämme an die Bundesstaaten Kalifornien und Oregon sowie an die Klamath River Renewal Corp. zu übertragen. Im Rahmen der Vereinbarung, die auch von den indigenen Völkern der Yurok und Karuk unterzeichnet wurde, verpflichtete sich PacificCorp, 200 Millionen Dollar für die Beseitigung der Dämme bereitzustellen, und würde sich im Wesentlichen von den Anlagen und jeglicher potenzieller Haftung trennen. Der Rest der Finanzierung für den Rückbau stammt aus von den Wählern in Kalifornien genehmigten Wasseranleihen.</p>
<p>Die Federal Energy Regulatory Commission hat die endgültige Entscheidungsbefugnis über den Erhalt oder Rückbau der vier Staudämme am Klamath River. Sie veröffentlichte im Februar den Entwurf einer Umweltverträglichkeitserklärung, in der die Vorteile des Vorhabens die Bedenken überwiegen. Eine aktualisierte Umweltverträglichkeitsprüfung der Bundesbehörde wird für September erwartet, und eine Entscheidung darüber, ob der Abbau fortgesetzt werden kann, wird kurz danach fallen.</p>
<p>Derzeit laufen die letzten Vorbereitungsarbeiten: Wissenschaftler:innen versuchen sicherzustellen, dass die Fische und Wildtiere, die von der Entstehung eines neuen wilden Flusses profitieren sollen, beste Bedingungen vorfinden. Die Entscheidung, die Staudämme zu entfernen, war nicht nur eine finanzielle Entscheidung, sondern wurde auch von denjenigen vorangetrieben, die auf eine Wiederbelebung der Pflanzen- und Tierwelt im Klamath-Becken hoffen. Die Hoffnung ist, dass die einheimische Flora und Fauna in der Region sich wieder erholen werde, wenn die im stehendem Gewässer sich bildenden Algen in den Stauseen an den Dämmen sich vermindern, die Strömung des Flusses schneller wird und sich die Wassertemperatur dadurch abkühlt und die Durchgängigkeit des Flusses weit offen ist. Denn vor allem geht es den Befürworter:innen des Rückbaus um die Fische. &#8222;Im Grunde ist dies ein Projekt zur Wiederherstellung der Fischbestände&#8220;, so Mike Belchik, leitender Fischereibiologe des Yurok-Volkes gegenüber <a href="https://www.sfchronicle.com/bayarea/article/California-dam-removal-17187703.php">dem San Francisco Chhronicle</a>, der seit langem den Rückgang der Lachse in seinem angestammten Gebiet im Einzugsgebiet beklagt.</p>
<p>In einem der jüngsten und bedeutendsten Tests, der zeigen soll, wie es den Fischen ergehen könnte, hat ein Team von Wissenschaftler:innen vor kurzem Tausende von Junglachsen in die Flüsse und Bäche flussaufwärts der Dämme entlassen, in Gebiete, in die Fische, die den Klamath hinaufwandern, nicht mehr gelangen konnten, seit die Dämme vor mehr als einem Jahrhundert den Zugang versperrten. Die Forscher verfolgen diese &#8222;experimentellen&#8220; Lachse mit dem Ziel, herauszufinden, ob die mehr als 300 Meilen Wasserwege im oberen Klamath-Becken für Fische noch geeignet sind. &#8222;Die Landschaft ist heute eine ganz andere als früher&#8220;, sagt Mark Hereford, Fischbiologe beim Oregon Department of Fish and Wildlife, der die Studie über die Fischpassage im Gebiet der Klamath Falls in Oregon leitet. &#8222;Wir sind uns nicht sicher, wie sich die Fische auf ihrer Wanderung durch das System verhalten werden.</p>
<p>Auf dem Spiel steht nicht weniger als die Zukunft des geschätzten Chinook-Lachses. Einst zählte der Klamath River Hunderttausende von Fischen und war damit die drittgrößte Lachswanderung an der Westküste. Nur die Populationen in den Flüssen Columbia und Sacramento waren noch größer.In den Vergangenheit hat das Yurok-Volk sogar aufgehört, bei seinem jährlichen Klamath-Lachsfest heimischen Lachs zu servieren.</p>
<p>Mit dem nun anstehenden Rückbau wird das Klamath River Flusssystem frei von Dämmen, wieder frei fließend und der Silberlachs (Coho Salmon), dessen Bestand im Fluss durch die unüberwindbaren Dämme um bis zu 95% zurückgegangen war, und der Königslachs (chinook salmon), dessen Bestand dort um bis zu 98% zurückgegangen war, können in Zukunft wieder frei und ungehindert ziehen. Eine der größten technischen Herausforderungen wird nicht der Rückbau des Betons sein, sondern die im Laufe der Jahrzehnte aufgelaufenden Sedimente im Flussbecken, im Reservoir und vor den Talsperren sein. Regen- und schneereiche Winter mit nachfolgenden Frühlingshochwassern würde wohl viele Sedimente von alleine wegtragen. Das Problem: Zuvor müssen die Sedimente auf Giftstoffe untersucht werden, denn niemand weiß, was sich in ihnen im Lauf der Jahre dort angesammelt haben könnte.</p>
<p>Der gleichzeitige Rückbau der vier Dämme am Klamath River wäre der bisher größte Rückbau von Dämmen in den USA auf einmal. Dabei folgt er einem Trend: Die US-amerikanische Nichtregierungsorganisation American Rivers führt ein umfangreiches Register über den Rückbau von Staudämmen in den USA. Laut der Erhebung von American Rivers wurden in den USA seit 1912 insgesamt an die 1.700 Dämme zurückgebaut. Durch den Rückbau entstanden tausende Kilometer frei fließender Flusslandschaften, mit allen Möglichkeiten von freiem Fischzug, Sedimentfracht und ungezügelter Biodiversität. So werden seit Jahren in den USA statistisch mehr Staudämme abgerissen als neue gebaut. American Rivers hat dazu auch eine interaktive Landkarte erstellt, die den Rückbau von Staudämmen in den USA dokumentiert: <a href="https://www.americanrivers.org/threats-solutions/restoring-damaged-rivers/dam-removal-map/">https://www.americanrivers.org/threats-solutions/restoring-damaged-rivers/dam-removal-map/</a></p>
<p>// <a href="https://www.outro-mundo.org" target="_blank" rel="noopener">christian russau</a></p>
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		<title>Massiv gefährdete Lachspopulation: Streit um Rückbau der Staudämme am Snake River geht weiter</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/massiv-gefaehrdete-lachspopulation-streit-um-rueckbau-der-staudaemme-am-snake-river-geht-weiter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 May 2021 06:56:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Frei Fließende Flüsse]]></category>
		<category><![CDATA[Proteste]]></category>
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		<category><![CDATA[Wasserkraft und Biodiversität]]></category>
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		<category><![CDATA[Rückbau]]></category>
		<category><![CDATA[Snake River]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.gegenstroemung.org/web/?p=2441</guid>

					<description><![CDATA[Rückbau der vier Staudämme am Snake River schien beschlossen, selbst ein einflussreicher republikanischer Bundes-Abgeordneter aus Idaho hatte Anfang des Jahres einen 33,5 Milliarden US-Dollar schweren Dammrückbauplan vorgestellt, die vom Lachsrückgang im Snake River betroffenen Indigenen und die Umweltschützer:innen waren zufrieden, doch nun schießen demokratische Politiker:innen - ein Gouverneur und Senator:innen - quer. Indigene Gruppen protestieren.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rückbau der vier Staudämme am Snake River schien beschlossen, selbst ein einflussreicher republikanischer Bundes-Abgeordneter aus Idaho hatte Anfang des Jahres einen 33,5 Milliarden US-Dollar schweren Dammrückbauplan vorgestellt, die vom Lachsrückgang im Snake River betroffenen Indigenen und die Umweltschützer:innen waren zufrieden, doch nun schießen demokratische Politiker:innen &#8211; ein Gouverneur und Senator:innen &#8211; quer. Indigene Gruppen protestieren.</em></p>
<p>Von <a href="https://www.outro-mundo.org" target="_blank" rel="noopener">Christian Russau</a></p>
<p>Es schien endlich klar zu sein, allen schien die extreme Situation am Snake River klar geworden zu sein. Die seit Jahrzehnten am Snake River im Nordosten der USA befindlichen Staudämme müssen weg, da das biologische Gleichgewicht und vor allem das der Lachspopulationen kollabiert ist. Bereits mehrmals war ein solcher Rückbau gerichtlich angeordnet worden, letztlich, nach jahrzehntelangem Kampf schienen sich Indigene, Umweltschützer:innen, Anrainer:innen, die Wirtschaft und auch die Politik einig, den bisher vorläufigen Höhepunkt setzte ein republikanischer Abgeordneter aus Idaho, der Anfang des Jahres einen 33,5 Milliarden US-Dollar schweren Dammrückbauplan vorgestellt hatte. Alles paletti?</p>
<p>Nein, denn nun schiessen der demokratische Gouverneur vom Staate Washington, Gov. Jay Inslee, und die ebenfalls demokratische Senatorin für Washington, U.S. Sen. Patty Murray, D-Wash., quer. &#8222;Während wir die Bemühungen vom Mitglied des Repräsentantenhauses [Mike] Simpson [aus Idaho] und die Gespräche, die wir bisher mit Stämmen und Interessenvertretern geführt haben, schätzen, ist es klar, dass mehr Arbeit innerhalb des pazifischen Nordwestens notwendig ist, um eine dauerhafte, umfassende Lösung zu schaffen, und wir glauben nicht, dass der Vorschlag von Simpson in das vorgeschlagene Bundesinfrastrukturpaket aufgenommen werden kann&#8220;, sagten US-Senatorin Patty Murray und Gouverneur Jay Inslee in einer <a href="https://www.seattletimes.com/seattle-news/environment/gov-inslee-washington-states-u-s-senators-reject-gop-congressmans-pitch-on-lower-snake-river-dam-removal/">gemeinsamen Erklärung, die der Seattle Times vorliegt</a>.</p>
<p>Dies bringt die indigenen Gruppen, die seit Jahrzehnten für den Rückbau der Staudämme am Snake River kämpfen, in Rage. &#8222;Nach einem Tag, an dem Repräsentant Simpson zusammen mit Repräsentant Blumenauer (D-OR) auf einer regionalen Konferenz, die sich dem Thema widmete, das Aussterben der Lachse im Snake River zu verhindern und dazu in Infrastruktur, Technologie zu investieren und wirtschaftliche Anreize im Nordwesten [der USA] zu schaffen, somit einen brauchbaren Rahmen und eine gesetzgeberische Möglichkeit diskutiert hat, haben Governeur Inslee und die Senatoren Murray und Cantwell erklärt, wogegen sie sind, und keine Substanz in Bezug auf das geliefert, wofür sie denn nun eigentlich sind&#8220;, <a href="https://www.bigcountrynewsconnection.com/idaho/tribe-leaders-speak-out-after-inslee-and-democrat-senators-come-out-against-dam-removal-proposal/article_d3cb5e18-b597-11eb-b411-234007378f07.html">sagte Samuel N. Penney, Vorsitzender der Nez Perce-Indigenen</a>.</p>
<p>&#8222;Wir sind uns einig, dass wir zur Lösung dieser Krise eine regionale Lösung brauchen, wir müssen uns bemühen, alle Gemeinden, die auf die Flüsse Columbia und Snake angewiesen sind, ganz zu erhalten, und wir sollten der Wissenschaft folgen. Dies sind genau die Elemente, die Repräsentant. Simpsons Vorschlag vor drei Monaten dargelegt hat, und warum der Nez Perce Tribe seinen Vorschlag unterstützt&#8220;, ergänzte Penny. Zudem zeige die &#8222;eigene biologische Analyse, die letzte Woche veröffentlicht wurde, dass die Lachspopulationen auf das Aussterben hinzusteuern. Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie die Bestände aussterben. Unser Klima verändert sich, und der beste und kühlste verbleibende Lebensraum für die Sommer-Steelheadlachse und Frühlings-Kleinlachse des Columbia liegt im Snake River-Becken. Wir müssen den sichersten Weg zu und von diesem Lebensraum bieten, den wir können. Gleichzeitig haben wir einen einzigartigen gesetzgeberischen Moment &#8211; einen, der wahrscheinlich zu unseren Lebzeiten nicht mehr kommen wird &#8211; um diese biologische Krise anzugehen und den jahrzehntelangen Lachskrieg im Becken zu lösen. Wir haben die richtige Regierung, die richtige Führung im Senat und die Unterstützung des Abgeordneten Mike Simpson. Dies ist ein Moment zum Handeln, nicht für weitere Prozesse.&#8220;</p>
<p>Der Streit geht also weiter, und dies einen Monat, nachdem die US-amerikanische Nichtregierungsorganisation American Rivers den Snake-River zum gefährdetsten Fluss der USA gekürt hatte.</p>
<p>Dies sind die laut American River zehn am meisten gefährdeten Flüsse der USA:</p>
<p>American Rivers: America’s Most Endangered Rivers of 2021:<br />
01: Snake River<br />
02: Lower Missouri River<br />
03: Boundary Waters<br />
04: South River<br />
05: Pecos River<br />
06: Tar Creek<br />
07: McCloud River<br />
08: Ipswich River<br />
09: Raccoon River<br />
10: Turkey Creek</p>
<p>Beim Snake-River im Nordwesten der USA identifizierte <a href="https://endangeredrivers.americanrivers.org/snake-river/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">die Umweltschutzorganisation American Rivers</a> als zentrales Problem den Rückgang und die Gefährdung genau der erwähnten Lachsbestände durch Staudämme, was den Lebensunterhalt und die kulturellen Rechte der dortigen indigenen Völker bedrohe. Die seit Jahren heftige in Politik und Medien, aber <a href="https://www.gegenstroemung.org/web/archiv/www.gegenstroemung.org/web/blog/klage-gegen-us-behoerden-angekuendigt-um-daemme-am-snale-river-doch-zurueckzubauen/index.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">auch vor Gericht ausgetragene Kontroverse</a>, um den eigentlich bereits gerichtlich mehrfach beschlossenen Rückbau der vier Staudämme am Snake River endlich umzusetzen, aber mächtige Lobbygruppen und Politiker:innen setzen sich nach wie vor mit allen Tricks <a href="https://www.gegenstroemung.org/web/archiv/www.gegenstroemung.org/web/blog/us-amerikanische-bundesbehoerden-beschliessen-den-geplanten-rueckbau-den-staudaemme-am-snake-river-doch-nicht-umzusetzen/index.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">dagegen zur Wehr</a>.</p>
<p>Der Snake-River liegt in den US-Bundesstaaten Wyoming, Idaho, Oregon und Washington und ist ein Nebenfluss des Columbia River. Im Columbia-Snake-Wassereinzugsgebiet sind es insgesamt acht Staudämme, am Snake River direkt geht es konkret um vier Dämme, die der Stein des Anstosses sind und über die eine breite Koalition aus Umweltaktivist:innen, Indigenen und lokalen Anwohner:innen fordern, dass sie zurückgebaut werden.</p>
<p>Im Flusseinzugsgebiet der drei US-amerikanischen Bundesstaaten Washington, Oregon und Idaho prallen die unterschiedlichen Interessen von Indigenen, Umweltschützer:innen auf der einen Seite und Weizenfarmer:innen und Transportschifferei auf der anderen Seite aufeinander. Während in Seattle und Portland Umweltschützer:innen auf Demonstrationen für den Schutz der Orcas demonstrieren und die traditionell am Snake River lebenden Indigenen wegen des seit Jahrzehnten mehr und mehr ausbleibenden Lachses protestieren, mobilisieren in Idaho die Weizenfarmer:innen und Transportschiffer:innen seit Jahren die Politik für ihre Interessen. Der Stein des Anstoßes: die insgesamt acht Energie produzierenden Staudämme am unteren Columbia-River und an dem Zufluss des Columbia-Rivers, dem Unteren Snake Fluss. Denn die seit 1975 bestehenden Dämme produzieren zwar nur fünf Prozent des Stroms der im weiteren Einzugsgebiet liegenden Städte, dienen aber gleichzeitig wegen der Schleusen an den Dämmen der Verschiffung des Weizens aus der agrarwirtschaftlich geprägten Region Idahos, hin zu größeren Binnenhäfen und von dort weiter, hin zum Weltmarkt. Und die Dämme bilden Reservoirs, aus denen die Farmer:innen regelmäßig Wasser entnehmen, um damit ihre Landwirtschaft zu bewässern.</p>
<p>Doch die Dämme behindern die natürliche Wanderung der dort angestammten Chinook-Lachse, auch Steelheadlachse sind hier urprünglich vorhanden. Beherbergten der Columbia- und der Snake-River dereinst die mit 16 Millionen Lachsen größte Population an Chinook, sind es heute nur noch 1,1 Millionen Fische. Das hat Folgen für das Ökosystem. Zwar gelangen durch neu angepasste Turbinen mehr Fische als früher flussabwärts, so belegten aber jüngere Studien der vergangenen Jahre, dass die Fische dennoch nahezu bei jedem Turbinengang mindestens einen Schlag erhalten. Dennoch überleben mittlerweile die meisten Lachse den Weg durch die Turbinen dank neuerer, angepassterer Technik flussabwärts, aber flussaufwärts sieht das anders aus. Denn die Barrieren der Dämme sind zu hoch, auch Fischtreppen helfen oftmals nicht weiter, so dass bereits 2016 zum fünften Mal die Staudammbetreiber richterlich dazu verurteilt wurden, mittels Hebekähnen die die Flüsse kurz vor der Laichzeit hochziehenden Lachspopulationen manuell über die Dämme hinwegzuheben, – dies gelingt aber nach wie vor nur in weniger als zwei Prozent der Fälle und verursacht – sehr zum Leidwesen der Staudammbetreiberfirma – Millionenkosten. Wären es zumindest zwei Prozent der Lachse, die es dergestalt über die Staudammbarrieren schafften, dann gelte dies unter Wissenschaftler:innen als die zu erreichende absolute Mindestzahl, um die vor Ort existierende Population des Chinook-Lachs zumindest vor dem Aussterben zu retten. Diese Zielzahl – zwei Prozent – wird aber nicht erreicht.</p>
<p>Um die Population der Chinook-Lachse aber hingegen gar dauerhaft zu sichern und einen Anstieg der Population zu erreichen, müsste das – regelmäßig in der Praxis unterschrittene – Zweiprozentziel deutlich übertroffen werden. Hinzu kommt: Das Reservoir in dem durch die Staudämme regulierten Flusslauf ist ein meist stehendes, wärmeres Gewässer – und kein lebendig fließendes und daher deutlich kühleres Gewässer. Dadurch breiten sich dort vermehrt natürliche Fressfeinde des Chinook-Lachses aus, was die Population weiter reduziert. 2018 wurde zudem bei den infolge des Klimawandels erhöhten Wassertemperaturen der stehenden Reservoirgewässer eine weitere deutliche Bedrohung des Chinook-Bestandes festgestellt. Wissenschaftler:innen fordern seit Langem, dass mehr Wasser durch die Überlaufkanäle der Dämme abgeleitet werden solle, um so die Gefahr für die Chinook durch Turbinenrotorschlag zu vermindern und um das Wasser der Flüsse wilder und damit auch kühler zu machen. Doch noch mehr Wasser über die Überlaufkanäle, das ist den Staudammbetreibern ein Dorn im Auge, wollen sie doch möglichst viel Wasser zur Stromproduktion durch ihre Turbinen jagen.</p>
<p>Niedrigwasser ist auch bei der Transportschifferei und den Weizenfarmer:innen nicht sonderlich beliebt. Der deutliche Rückgang des Chinook hat zudem aber auch flussabwärts, in einem ganz anderen Habitat, dramatische Folgen. Und zwar für die Meeresfauna im Pazifik. Dies wurde im Sommer 2018 auch den letzten die Medien verfolgenden Bürger:innen klar, als über mehrere Tage Livebilder in regionalen Fernsehen und international in sozialen Medien gezeigt wurden, auf denen eine Orca-Walmutter über mehrere Tage ihr junges, aber bereits totes Kalb im Wasser bewachte. Das Kalb war infolge des Fressmangels der Mutter verhungert. Denn eine der Hauptnahrungsquellen der Orcas vor der Mündung des Columbia-Rivers sind eben die Chinook-Lachse, denen die Orcas zu dieser Jahreszeit, kurz vor dem Flussaufwärtsschwarm der Lachse, folgen. Je weniger Chinook, desto weniger haben die Orcas in der Region eine Überlebenschance. Daher gibt es die deutliche Forderung von Indigenen und von Umweltschützer:innen, die Dämme zurückzubauen und den Columbia- und den Snake-River wieder zu einem frei fließenden Flusssystem zu machen. Damit sind aber die Weizenfarmer:innen und Transportschiffer:innen nicht einverstanden, wollen sie doch ungehindert aus dem als Seehafen geeigneten Verladenhafen Lewiston im Bundesstaat Idaho, 465 Meilen, also 748 Kilometer vom Pazifik entfernt, weiterhin ihren Weizen in alle Welt exportieren. Und die Staudammbetreiberfirma BPA will auch lieber weiterhin ihren Strom verkaufen. Dabei liefern mittlerweile neuesten Erhebungen zufolge Solaranlagen in Kalifornien, die gekoppelt sind mit Speicherbatterien, billigeren Strom als die Wasserkraft vom Columbia- und Snake-River. Doch die Energiefirma BPA kann derzeit ihren Strom an die Großabnehmer noch teurer verkaufen, weil die Alt-Verträge noch höhere Preise garantieren als die neuen billigeren Solaranlagen. Doch diese Alt-Verträge enden 2028. So kämpft seit Jahren im Dreiländereck eine neue Allianz aus Umweltschützer:innen, Wissenschaftler:innen, Indigenen und kritischer Öffentlichkeit, die fordern, jetzt endlich mit dem Plan für den Rückbau der Dämme zu beginnen. Die Wissenschaftler:innen wiesen in Bezug auf die Besorgnisse der Weizenfarmer:innen auf den ohnehin massiven Anstieg des Weizentransports per Bahn hin und die Bewässerung für die Farmer:innen reiche auch ein Abfluss in Richtung der agrarwirtschaftlich genutzten Zone an einer weiter oben gelegeneren Stelle des Snake-Rivers.</p>
<p>Obwohl der Rückbau der Dämme wegen der offensichtlichen Chinook-Lachs-Gefährdung bereits ein halbes Dutzend Mal gerichtlich angeordnet wurde (siehe wiederholte <a href="https://www.gegenstroemung.org/web/archiv/www.gegenstroemung.org/web/blog/us-amerikanische-bundesbehoerden-beschliessen-den-geplanten-rueckbau-den-staudaemme-am-snake-river-doch-nicht-umzusetzen/index.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Berichterstattung von GegenStrömung</a>), entschied die zuständige Bundespolitik noch anders und will die Dämme noch halten. Dagegen laufen die Indigenen, Umweltschützer:innen und Teil der Anwohner:innen Sturm und zogen wiederholt vor Gericht. Derweil aber bewegte sich auch in der Politik etwas: der Abgeordnete Mike Simpson, ein republikanischer Bundes-Abgeordneter aus Idaho hat Anfang des Jahres einen 33,5 Milliarden US-Dollar schweren <a href="https://www.bizjournals.com/portland/news/2021/02/08/simpson-lower-snake-dam-plan.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Dammrückbauplan vorgestellt</a>.</p>
<p>Nun aber schießen demokratische Abgerodnete und Senator:innen quer, der Disput wird also weitergehen. Der Rückbau der Dämme am Snake River wird sich weiter verzögern. Dem Chinook-Lachs läuft die Zeit davon.</p>
<p>Die Nichtregierungsorganisation American Rivers führt seit Jahren in ihrem Kampf um freifließende Flüsse in den USA auch ein Register, das den wachsenden Rückbau von Staudämmen in den USA dokumentiert. Neuesten Zahlen der Umweltschützer:innen von American Rivers zufolge wurden im Jahr 2020 in den USA insgesamt 69 Staudämme in 23 US-Bundesstaaten zurückgebaut. Somit wurden – laut American Rivers – in den USA seit 1912 insgesamt 1797 Staudämme zurückgebaut. Die bei diesen Vorhaben erfolgreichsten US-Bundesstaaten im Jahr 2020 waren Ohio mit 11 Rückbauten, Massachusetts mit 6 und der Bundesstaat New York ebenfalls mit 6 Rückbauten.</p>
<p>Insgesamt befinden sich in den USA mehr als 90.000 Staudämme. Dabei sind viele der Dämme zwischen 1930 und 1970 gebaut worden, so dass sie nun an das Ende ihrer projizierten Lebensdauer gelangen und von daher eine wachsende Gefahr darstellen. Dies wurde jüngst in einem Bericht einer UN-Organisation bestätigt – und zwar für 59.000 Dämme weltweit. Bis zum Jahr 2050 werde mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung flussabwärts von zehntausenden großen Staudämmen leben, die ihre vorgesehene Lebensdauer erreicht oder überschritten haben werden, so der UN-Bericht. Die meisten der weltweit fast 59.000 großen Staudämme wurden zwischen 1930 und 1970 gebaut und waren damals ausgelegt für eine Betriebsdauer von 50 bis 100 Jahren. Diese strukturellen Bruchgefahren stellten ein erhebliches Risiko für Milliarden von Menschen dar, <a href="https://unu.edu/media-relations/releases/ageing-dams-pose-growing-threat.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">so die Studie des UNU Institute for Water, Environment and Health (UNU-INWEH)</a>.</p>
<p>Umso wichtiger ist es, sich weiter für den Rückbau von Dämmen einzusetzen. Durch den bisher erreichten Rückbau entstanden tausende Kilometer frei fließender Flusslandschaften, mit allen Möglichkeiten von freiem Fischzug, Sedimentfracht und ungezügelter Biodiversität. So werden seit Jahren in den USA statistisch mehr Staudämme abgerissen als neue gebaut. American Rivers hat dazu auch eine interaktive Landkarte erstellt, die den Rückbau von Staudämmen in den USA dokumentiert: <a href="https://www.americanrivers.org/threats-solutions/restoring-damaged-rivers/dam-removal-map/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.americanrivers.org/threats-solutions/restoring-damaged-rivers/dam-removal-map/</a></p>
<p>Der Rückbau vieler Dämme und somit die Schaffung freifließender Flüsse weltweit und der Erhalt der Fischpopulationen sind dringendste Aufgaben. Denn eine unlängst veröffentlichte Studie zeigte, wie seit 1970 die weltweiten Bestände der in Süßwasser migrierenden Fische um 76 Prozent zurückgingen.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Einigung über größten Staudamm-Rückbau in den USA erzielt</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/einigung-ueber-groessten-staudamm-rueckbau-in-den-usa-erzielt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Nov 2020 07:21:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Frei Fließende Flüsse]]></category>
		<category><![CDATA[Proteste]]></category>
		<category><![CDATA[Staudämme]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft und Biodiversität]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft und Emissionen]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft und Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Wasserkraft und Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Klamath River]]></category>
		<category><![CDATA[Rückbau]]></category>
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					<description><![CDATA[Nach jahrelangem Kampf um den Rückbau von vier Staudämmen am Klamath River in Oregon und Kalifornien wurde nun eine Einigung erzielt. Dem neuen Plan zufolge teilen sich die Bundesstaaten Oregon und Kalifornien sowie das Versorgungsunternehmen PacifiCorp, das die Wasserkraftdämme betreibt und sich im Besitz der Firma Berkshire Hathaway des Milliardärs Warren Buffett befindet, die neuesten&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Nach jahrelangem Kampf um den Rückbau von vier Staudämmen am Klamath River in Oregon und Kalifornien wurde nun eine Einigung erzielt. Dem neuen Plan zufolge teilen sich die Bundesstaaten Oregon und Kalifornien sowie das Versorgungsunternehmen PacifiCorp, das die Wasserkraftdämme betreibt und sich im Besitz der Firma Berkshire Hathaway des Milliardärs Warren Buffett befindet, die neuesten Berechnungen zufolge auf 45 Millionen US-Dollar zusätzlich auflaufenden Kosten zu gleichen Teilen. Die Gesamtsumme des Abriss wird somit 495 Millionen US-Dollar betragen. Diese Einigung muss nun noch von den zuständigen Bundesbehörden bestätigt werden.<br />Die vier Dämme am Klamath River sollen ab 2022 nach mehr als hundert Jahren Betrieb zurückgebaut werden. Damit wird das Klamath River Flusssystem frei von Dämmen, wieder frei fließend und der Silberlachs (Coho Salmon), dessen Bestand im Fluss durch die unüberwindbaren Dämme um bis zu 95% zurückgegangen war, und der Königslachs (chinook salmon), dessen Bestand dort um bis zu 98% zurückgegangen war, können in Zukunft wieder frei und ungehindert ziehen.<br />Eine der größten technischen Herausforderungen wird nicht der Rückbau des Betons sein, sondern die im Laufe der Jahrzehnte aufgelaufenden Sedimente im Flussbecken, im Reservoir und vor den Talsperren sein. Regen- und schneereiche Winter mit nachfolgenden Frühlingshochwassern würde wohl viele Sedimente von alleine wegtragen. Das Problem: Zuvor müssen die Sedimente auf Giftstoffe untersucht werden, denn niemand weiß, was sich in ihnen im Lauf der Jahre dort angesammelt haben könnte.<br />Der gleichzeitige Rückbau der vier Dämme am Klamath River wäre der bisher größte Rückbau von Dämmen in den USA auf einmal. Dabei folgt er einem Trend: Die US-amerikanische Nichtregierungsorganisation American Rivers führt ein umfangreiches Register über den Rückbau von Staudämmen in den USA. Laut der Erhebung von American Rivers wurden in den USA seit 1912 insgesamt an die 1.700 Dämme zurückgebaut. Durch den Rückbau entstanden tausende Kilometer frei fließender Flusslandschaften, mit allen Möglichkeiten von freiem Fischzug, Sedimentfracht und ungezügelter Biodiversität. So werden seit Jahren in den USA statistisch mehr Staudämme abgerissen als neue gebaut. American Rivers hat dazu auch eine interaktive Landkarte erstellt, die den Rückbau von Staudämmen in den USA dokumentiert: <a href="https://www.americanrivers.org/threats-solutions/restoring-damaged-rivers/dam-removal-map/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.americanrivers.org/threats-solutions/restoring-damaged-rivers/dam-removal-map/</a><br />// <a href="https://www.outro-mundo.org">christian russau</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Anhaltender Streit um Rückbau der Staudämme am Klamath River in den USA</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/anhaltender-streit-um-rueckbau-der-staudaemme-am-klamath-river-in-den-usa/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Nov 2020 09:17:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Proteste]]></category>
		<category><![CDATA[Staudämme]]></category>
		<category><![CDATA[Klamath River]]></category>
		<category><![CDATA[Rückbau]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.gegenstroemung.org/web/?p=2148</guid>

					<description><![CDATA[Am Klamath River, einem Fluss im Süden Oregons und Norden Kaliforniens in den Vereinigten Staaten, sollen vier Dämme zurückgebaut werden. Die vier Dämme am Klamath River sollen ab 2021 nach mehr als hundert Jahren Betrieb zurückgebaut werden, damit der Lachs auf den zusammen rund 650 Kilometern des Klamath Rivers und seiner Zuflüsse wieder frei ziehen&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Am Klamath River, einem Fluss im Süden Oregons und Norden Kaliforniens in den Vereinigten Staaten, sollen vier Dämme zurückgebaut werden. Die vier Dämme am Klamath River sollen ab 2021 nach mehr als hundert Jahren Betrieb zurückgebaut werden, damit der Lachs auf den zusammen rund 650 Kilometern des Klamath Rivers und seiner Zuflüsse wieder frei ziehen kann. Diesen Sommer kam es zu <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.latimes.com/world-nation/story/2020-07-17/regulators-throws-wrench-klamath-river-dam-demolition-plan" target="_blank">neuen Unstimmigkeiten über den Rückbau</a> zwischen Behörden, Betroffenen und Eigentümer:innen der Dämme, wobei es größtenteils um Finanzierungs- und Haftungsfragen ging, was eine Verschiebung des Rückbaus <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.opb.org/article/2020/09/05/plan-to-remove-four-klamath-river-dams-may-stall-again/" target="_blank">auf frühestens 2022 bedeutet</a>. Doch noch ist immer nichts endgültig entschieden, <a href="https://www.bbc.com/future/article/20201110-the-largest-dam-removal-project-in-american-history?ocid=fbfut&amp;fbclid=IwAR2FY6t2SNPSDTw9XM8sdUAAogXC90nKxQozi6ziu7FRFL4z7nbI2l8p6CQ" target="_blank" rel="noreferrer noopener">noch immer wird zäh verhandelt</a>, dies liegt, so die Kritik der First Nations, die von den Dämmen besonders betroffen sind, auch am Eigentümer, dem Multimillardär Warren Buffett.</p>



<p>Mitglieder der Karuk, Yurok, Klamath und Hoopa-Tal haben gemeinsam mit Fischer:innen, Klamath-Flussnutzer:innen und Nichtregierungsorganisationen aus dem ganzen Land einen landesweiten Aktionstag zur Beseitigung der Klamath-Staudämme <a href="https://kymkemp.com/2020/10/21/warren-buffett-target-of-klamath-river-day-of-action/">am 23. Oktober veranstaltet</a>. Sie fordern, dass Warren Buffet, der Eigentümer von Pacific Power und der Klamath-Flussdämme, sein Versprechen einhält, die Dämme zu entfernen.<br />&#8222;Es ist uns klar, dass Pacificorp den Prozess der Staudammentfernung absichtlich hinauszögert, um an diesen Denkmälern des Kolonialismus und den Werkzeugen des Völkermords festzuhalten&#8220;, sagte Annelia Hillman, eine Yurok und Sprecherin der Klamath Justice Coalition. &#8222;Sie haben die Gelegenheit, ein Beispiel dafür zu geben, wie das korporative Amerika mit PoC-Gemeinschaften und Indigenen umgehen sollte. Stattdessen scheinen sie entschlossen zu sein, Lachs, Gemeinschaften und Volkswirtschaften auf Kosten ihrer eigenen Kunden zu zerstören. Wir weigern uns, dieses Schicksal zu akzeptieren. Die Dämme müssen fallen!&#8220;<br />Die Gruppen haben auf dem Aktionstag erneut dazu aufgerufen, sich für das Überleben des Pazifischen Lachses, die Rechte der amerikanischen Ureinwohner und sauberes Wasser einzusetzen und sich ihnen anzuschließen.<br />Die vier Dämme – Iron Gate, Copco 1, Copco 2 und J.C. Boyle – blockieren den freien Flusslauf und hindern so den pazifischen Lachs und die Stahlkopfforelle an ihrer natürlichen Wanderroute zum Laichen. So ist der Flusslauf des Klamath River vom Oberen Klamath Lake bis zum Pazifischen Ozean, wo er bei Requa, rund 250 Kilometer flussabwärts gelegen, ins Meer mündet, noch immer blockiert, durch die vier Dämme. 2018 hatte die Klamath River Renewal Corporation den 2.300 Seiten starken Rückbaubauplan vorgelegt, der festlegt, wie die vier Dämme zurückgebaut, die Staureservoirs nach und nach geleert, wo und das Abraummaterial gelagert bzw. genutzt werden soll und wie das vormals geflutete Land renaturiert werden soll.<br />Als im Jahr 2000 – anlässlich der Entscheidung über die Konzessionsverlängerung für die Dämme nach 50 Jahren Konzession – die Behörden die Eigentümer:innen und die interessierte Öffentlichkeit zu Gesprächen luden, da waren sie dann auch gleich da: die Gegner:innen der Dämme, die indigenen Karuk, die Umweltschützer:innen und Aktivist:innen. Diese protestierten sogar in Schottland, weil die Besitzerin der Dämme, PacifiCorp, damals noch Scottish Power gehörte. Im Jahr 2004 fuhren die Karuk und Umweltschützer :innen zur Jahreshauptversammlung von Scottish Power und forderten ihren Fluss zurück – frei fließend und endlich wieder voll mit Lachs und Forrellen. Aber noch immer ohne Erfolg. Wenige Jahre später verkaufte Scottish Power die Dämme an Berkshire Hathaway Energy, und so trugen die Aktivist:innen den Kampf nach Omaha, in Nebraska, wo Berkshire Hathaways Besitzer, Warren Buffett, seinen Hauptsitz hat. Doch auch dieser ließ sich nicht vom zwanglosen Zwang des besseren Arguments für den Rückbau überzeugen. Erst als Jahre später eine neue Wirtschaftlichkeitsberechnung durchgeführt wurde und schwarz auf weiß fest stand, dass Betrieb und Unterhalt der in die Jahre gekommenen Dämme in Zukunft teurer wären als der Rückbau, kam ab 2010 Bewegung in die Sache. Von den für den Rückbau veranschlagten knapp 400 Millionen US-Dollar kommen 200 Millionen über eine Stromumlage der PacifiCorp-Kund:innen und die andere Hälfte wird aus Mitteln von Proposition 1 getragen, einer Wasseranleihe, die der Staat Kalifornien im Jahre 2014 eingerichtet hatte.<br />Eine der größten technischen Herausforderungen wird nicht der Rückbau des Betons sein, sondern die im Laufe der Jahrzehnte aufgelaufenden Sedimente im Flussbecken, im Reservoir und vor den Talsperren sein. Regen- und schneereiche Winter mit nachfolgenden Frühlingshochwassern würde wohl viele Sedimente von alleine wegtragen. Das Problem: Zuvor müssen die Sedimente auf Giftstoffe untersucht werden, denn niemand weiß, was sich in ihnen im Lauf der Jahre dort angesammelt haben könnte.<br />Der gleichzeitige Rückbau der vier Dämme am Klamath River wäre der bisher größte Rückbau von Dämmen in den USA auf einmal. Dabei folgt er einem Trend: Die US-amerikanische Nichtregierungsorganisation American Rivers führt ein umfangreiches Register über den Rückbau von Staudämmen in den USA. Laut der Erhebung von American Rivers wurden in den USA seit 1912 insgesamt an die 1.700 Dämme zurückgebaut. Durch den Rückbau entstanden tausende Kilometer frei fließender Flusslandschaften, mit allen Möglichkeiten von freiem Fischzug, Sedimentfracht und ungezügelter Biodiversität. So werden seit Jahren in den USA statistisch mehr Staudämme abgerissen als neue gebaut. American Rivers hat dazu auch eine interaktive Landkarte erstellt, die den Rückbau von Staudämmen in den USA dokumentiert: <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.americanrivers.org/threats-solutions/restoring-damaged-rivers/dam-removal-map/" target="_blank">https://www.americanrivers.org/threats-solutions/restoring-damaged-rivers/dam-removal-map/</a></p>



<p>// <a href="https://www.outro-mundo.org" target="_blank" rel="noreferrer noopener">christian russau</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Klage gegen US-Behörden angekündigt, um Dämme am Snake-River doch zurückzubauen</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/klage-gegen-us-behoerden-angekuendigt-um-daemme-am-snale-river-doch-zurueckzubauen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Oct 2020 09:28:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Proteste]]></category>
		<category><![CDATA[Staudämme]]></category>
		<category><![CDATA[Rückbau]]></category>
		<category><![CDATA[Snake River]]></category>
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					<description><![CDATA[Umweltgruppen kündigen Klage gegen Entscheidung der US-Behörden an, nicht wie bereits mehrmals gerichtlich und von untergeordneten Behörden zuvor angeordnet, die Dämme am Snake-River abzureißen und den Fluss so zu renaturieren. Eine Koalition aus Umwelt- und Fischereigruppen wird die Gerichte zum sechsten Mal um ein Eingreifen ersuchen, nachdem die US-Behörden erneut beschlossen haben, die umstrittenen vier&#8230;]]></description>
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<p><a href="https://www.tri-cityherald.com/news/local/article246687967.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Umweltgruppen kündigen Klage</a> gegen Entscheidung der US-Behörden an, nicht wie bereits mehrmals gerichtlich und von untergeordneten Behörden zuvor angeordnet, die Dämme am Snake-River abzureißen und den Fluss so zu renaturieren.</p>



<p>Eine Koalition aus Umwelt- und Fischereigruppen wird die Gerichte zum sechsten Mal um ein Eingreifen ersuchen, nachdem die US-Behörden erneut beschlossen haben, die umstrittenen vier unteren Wasserkraftdämme des Snake River nicht zurückzubauen (GegenStrömung berichtete mehrmals <a href="https://www.gegenstroemung.org/web/blog/us-amerikanische-bundesbehoerden-beschliessen-den-geplanten-rueckbau-den-staudaemme-am-snake-river-doch-nicht-umzusetzen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a> und <a href="https://www.gegenstroemung.org/web/blog/von-daemmen-und-weizenfarmerinnen-von-lachsen-und-verhungernden-orcas/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a>). Die Nichtregierungsorganisation Earthjustice reichte bei Gericht vergangene Woche eine Absichtserklärung ein, um im Namen von elf Umwelt- und Angler:innenorganisationen, die sich für die Wiederherstellung gefährdeter Lachse und Steelheads in den Flüssen Snake und Columbia einsetzen, eine Klage beim Bundesgericht einzureichen. &#8222;Hunderttausende Menschen in der Region &#8211; darunter Indigene, Wissenschaftler, Energieexperten und Fischereiunternehmen &#8211; forderten die Behörden auf, die vier Dämme zu entfernen, die den Fischen und unseren Gemeinden den größten Schaden zufügen&#8220;, sagte Earthjustice-Anwalt Todd True. &#8222;Aber die Trump-Administration hörte nicht zu und besiegelte einen Plan, der es wieder einmal versäumt, die gesetzlich erforderlichen Maßnahmen zum Schutz von Lachs und Steelhead zu ergreifen&#8220;, sagte der Anwalt von Earthjustice.</p>



<p>Obwohl eine vorherige Studie im Auftrag der zuständigen US-Behörden feststellte, dass der Rückbau der vier unteren Snake River-Dämme die wirksamste Maßnahme zur Wiederherstellung der Lachswirtschaft wäre, bezog sie auch die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Maßnahme in ihre Entscheidungsfindung ein, um ihre Empfehlung auszusprechen, &#8211; nach Ansicht der Kritiker:innen unbotmässig. In Betracht gezogen wurden von den US-Behörden dabei die Auswirkungen auf das Hochwasserrisikomanagement, das Wasser für die Bewässerung der Landwirtschaft, die Verschiffung von landwirtschaftlichen Produkten und anderen Gütern über die schiffbaren Teile des Snake-Rivers, die Erzeugung von Wasserkraft als auch Aspekte der Naherholung in dem Gebiet. Die Umweltgruppen sehen aber eine einseitige Entscheidungsfindung zugunsten wirtschaftlicher Interessen, ohne hinreichende Rücksicht auf Naturschutzgesetze und die Bestimmungen des Endangered Species Act.</p>



<p>2016 hatte ein Bundesrichter die insgesamt fünfte richterliche Entscheidung getroffen, die Dämme am Snake-River zurückzubauen oder zumindest umzubauen, um es den Fischen wieder zu ermöglichen, frei zu migrieren. Der Richter hatte damals zum wiederholten Male die zuständigen US-Bundesbehörden dazu verurteilt, Maßnahmen zu ergreifen, den traditionellen Fischzug der Chinook-Lachse und des Steelhead wieder zu gewährleisten. Die Bundesbehörden hatten jedoch Ende September dieses Jahres entschieden, die Dämme am Snake-River zu belassen. Einziges Zugeständnis war, dass es im Frühjahr zu mehr gezielten Überlaufmomenten kommen solle, um den migrierenden Lachsen mehr natürliches Habitat zu bieten. Seit dem Urteil des Bundesrichter im Jahr 2016 hatte es vier Jahre an Verhandlungen und öffentlichen Anhörungen gegeben, insgesamt wurden 59.000 Eingaben gemacht. Nun entschied die Bundesbehörde für die Interessen der wirtschaftsstarken Lobby aus Stromproduzenten und Agrarbusiness und gegen die der Staudammgegner:innen.</p>



<p>// <a href="http://www.outro-mundo.org" target="_blank" rel="noreferrer noopener">christian russau</a></p>
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		<title>US-amerikanische Bundesbehörden beschließen, den geplanten Rückbau der Staudämme am Snake River doch nicht umzusetzen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Oct 2020 16:23:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Proteste]]></category>
		<category><![CDATA[Staudämme]]></category>
		<category><![CDATA[Rückbau]]></category>
		<category><![CDATA[Snake River]]></category>
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					<description><![CDATA[Nach mehreren Jahren heißer Kontroverse zwischen Staudammbefürworter:innen (Staudammfirmen, die ihren Strom weiter gewinnbringend verkaufen wollen; Farmer:innen, die ihren Weizen per Schiff über den per Dämme schiffbar gemachten Snake-River transportieren wollen und die Wasser aus den Staudammreservoirs zur Bewässerung der Landwirtschaft entnehmen) und Staudammgegner:innen (die indigenen First Nationas der Walla Walla, die sich wie die Umweltschützer:innen&#8230;]]></description>
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<p>Nach mehreren Jahren heißer Kontroverse zwischen Staudammbefürworter:innen (Staudammfirmen, die ihren Strom weiter gewinnbringend verkaufen wollen; Farmer:innen, die ihren Weizen per Schiff über den per Dämme schiffbar gemachten Snake-River transportieren wollen und die Wasser aus den Staudammreservoirs zur Bewässerung der Landwirtschaft entnehmen) und Staudammgegner:innen (die indigenen First Nationas der Walla Walla, die sich wie die Umweltschützer:innen um den Lachs sorgen und die ihre angestammten Rechte durch die Staudämme seit Jahrzehnten verletzt sehen; Wildwassersportler:innen wie auch Angler:innen) haben die US-amerikanischen Bundesbehörden eine Entscheidung getroffen, wie die im Columbia River System Operation zusammen agierende Bonneville Power Administration (kurz BPA), der U.S. Army Corps of Engineers und das Bureau of Reclamation <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.nwd.usace.army.mil/Portals/25/docs/CRSO/CRSO_EIS_RecordOfDecision.pdf" target="_blank">in ihrer Entscheidung mitteilten</a>. Entgegen der 2016 von einem Bundesrichter beschlossenen Ansage (insgesamt die fünfte richterliche Entscheidung, die Dämme zurückzubauen oder zumindest umzubauen, um es den Fischen wieder zu ermöglichen, frei zu migrieren), die vier äußerst kontroversen Staudämme am Snake River zurückzubauen oder zumindest nachhaltig so umzubauen, dass der traditionelle Fischzug der Chinook-Lachse und des Steelhead wieder gewährleistet wird, <a href="https://www.opb.org/article/2020/09/30/federal-decision-to-keep-snake-river-dams-in-place-is-now-official-the-dam-debate-is-far-from-over/">haben nun Bundesbehörden entschieden, die Dämme am Snake-River zu belassen</a>. Einziges Zugeständnis war, dass es im Frühjahr zu mehr gezielten Überlaufmomenten kommen solle, um den migrierenden Lachsen mehr natürliches Habitat zu bieten.<br />Seit dem Urteil des Bundesrichter im Jahr 2016 hatte es vier Jahre an Verhandlungen und öffentlichen Anhörungen gegeben, insgesamt wurden 59.000 Eingaben gemacht. Nun entschied die Bundesbehörde für die Interessen der wirtschaftsstarken Lobby aus Stromproduzenten und Agrarbusiness und gegen die der Staudammgegner:innen.<br />Don Sampson ist Anführer der indigenen Walla Walla und Sprecher der unlängst gegründeten Northwest Tribal Salmon Alliance. Er sagt, der jetzt vorgestellte Plan der Bundesbehörden sei unzureichend. &#8222;Das kommt nicht einmal annäherungsweise in die Richtung, die Anforderungen, die der Staat hat, den Lachs wieder angemessen anzusiedeln, hier im Nordwesten. Und es kommt nicht annähernd dem entgegen, was die Gemeinschaften fordern, die von diesem Lachs abhängen&#8220;, so Sampson. &#8222;Und es ist weit, sehr weit von dem entfernt, was die Vereinigten Staaten für Verpflichtungen eingegangen waren in den Verträgen mit den First Nations&#8220;. Indigene Land- und Nutzungsrechte würden in diesem Fall wieder einmal ad absurdum geführt.<br />Die Staudammgegner:innen erklärten, sie würden weiter gegen die umstrittenen Staudämme am Snake River kämpfen.</p>



<p>Zum Hintergrund:<br />Im Flusseinzugsgebiet der drei US-amerikanischen Bundesstaaten Washington, Oregon und Idaho prallen die unterschiedlichen Interessen von First Nations, Umweltschützer:innen auf der einen Seite und Weizenfarmer:innen und Transportschifferei auf der anderen Seite aufeinander. Während in Seattle und Portland Umweltschützer:innen Demonstrationen für den Schutz der Orcas demonstrieren und die traditionell am Snake River lebenden First Nations wegen des seit Jahrezehnten mehr und mehr ausbleibenden Lachses protestieren, mobilisieren in Idaho die Weizenfarmer und Transportschiffer:innen die Politik für ihre Interessen. Der Stein des Anstoßes: die insgesamt acht Energie produzierenden Staudämme am unteren Columbia-River und an dem Zufluss des Columbia-Rivers, dem Unteren Snake Fluss. Denn die seit 1975 bestehenden Dämme produzieren zwar nur fünf Prozent des Stroms der im Großraum liegenden Städte, dienen aber gleichzeitig wegen der Schleusen an den Dämmen der Verschiffung des Weizens aus der agrarwirtschaftlich geprägten Region Idahos, hin zu größeren Binnenhäfen und von dort weiter, hin zum Weltmarkt. Die Dämme bilden Reservoirs, aus denen die Farmer:innen regelmässig Wasser entnehmen, um damit ihre Landwirtschaft zu bewässern. Doch die Dämme behindern die natürliche Wanderung der dort angestammten Chinook-Lachse. Beherbergten der Columbia- und der Snake-River dereinst die mit 16 Millionen Lachsen größte Population, sind es heute nur noch 1,1 Millionen Fische. Das hat Folgen für das Ökosystem. Zwar gelangen durch neu angepasste Turbinen mehr Fische als früher flussabwärts, so belegen aber neuere Studien der vergangenen Jahre, dass die Fische dennoch nahezu bei jedem Turbinengang mindestens einen Schlag erhalten. Dennoch überleben mittlerweile die meisten Lachse den Weg durch die Turbinen abwärts, aber flussaufwärts sieht das anders aus. Denn die Barrieren der Dämme sind zu hoch, auch Fischtreppen helfen oftmals nicht weiter, so dass bereits 2016 zum fünften Mal die Staudammbetreiber richterlich dazu verurteilt wurden, mittels Hebekähnen die die Flüsse kurz vor der Laichzeit hochziehenden Lachspopulationen manuell über die Dämme hinwegzuheben, – dies gelingt aber nach wie vor nur in weniger als zwei Prozent der Fälle und verursacht – sehr zum Leidwesen der Staudammbetreiberfirma – Millionenkosten. Wären es zwei Prozent der Lachse, die es dergestalt über die Staudammbarrieren schafften, dann gelte dies unter Wissenschaftler:innen als die zu erreichende Mindestzahl, um die vor Ort existierende Population des Chinook-Lachs zumindest vor dem Aussterben zu retten. Diese Zielzahl wird aber nicht erreicht. Um die Population hingegen gar dauerhaft zu sichern und einen Anstieg der Population zu erreichen, müsste das – regelmässig in der Praxis unterschrittene – Zweiprozentziel deutlich übertroffen werden. Hinzu kommt: Das Reservoir in dem durch die Staudämme regulierten Flusslauf ist ein meist stehendes, wärmeres Gewässer – und kein lebendig fließendes und daher deutlich kühleres Gewässer. Dadurch breiten sich dort vermehrt natürliche Fressfeinde des Chinook-Lachses aus, was die Population weiter reduziert. 2018 wurde zudem bei den infolge des Klimawandels erhöhten Wassertemperaturen der stehenden Reservoirgewässer eine weitere deutliche Bedrohung des Chinook-Bestandes festgestellt. Wissenschaftler:innen fordern seit Langem, dass mehr Wasser durch die Überlaufkanäle der Dämme abgeleitet werden solle, um so die Gefahr für die Chinook durch Turbinenrotorschlag zu vermindern und um das Wasser der Flüsse wilder und damit auch kühler zu machen. Doch noch mehr Wasser über die Überlaufkanäle, das ist den Staudammbetreibern ein Dorn im Auge, wollen sie doch möglichst viel Wasser zur Stromproduktion durch ihre Turbinen jagen. Niedrigwasser ist auch bei der Transportschifferei und den Weizenfarmer:innen nicht sonderlich beliebt. Der deutliche Rückgang des Chinook hat zudem aber auch flussabwärts, in einem ganz anderen Habitat, dramatische Folgen. Und zwar für die Meeresfauna im Pazifik. Dies wurde im Sommer 2018 auch den letzten die Medien verfolgenden Bürger:innen klar, als über mehrere Tage Livebilder in regionalen Fernsehen und sozialen Medien gezeigt wurden, auf denen eine Orca-Walmutter über mehrere Tage ihr junges, aber bereits totes Kalb im Wasser bewachte. Das Kalb war infolge des Fressmangels der Mutter verhungert. Denn eine der Hauptnahrungsquellen der Orcas vor der Mündung des Columbia-Rivers sind die Chinook-Lachse, denen die Orcas zu dieser Jahreszeit, kurz vor dem Flussaufwärtsschwarm der Lachse, folgen. Je weniger Chinook, desto weniger haben die Orcas in der Region eine Überlebenschance. Daher gibt es die deutliche Forderung von First Nations und von Umweltschützer:innen, die Dämme zurückzubauen und den Columbia- und den Snake-River wieder zu einem frei fließenden Flusssystem zu machen. Damit sind aber die Weizenfarmer:innen und Transportschiffer:innen nicht einverstanden, wollen sie doch ungehindert aus dem als Seehafen geeigneten Verladenhafen Lewiston im Bundesstaat Idaho, 465 Meilen, also 748 Kilometer vom Pazifik entfernt, weiterhin ihren Weizen in alle Welt exportieren. Und die Staudammbetreiberfirma BPA will auch lieber weiterhin ihren Strom verkaufen. Dabei liefern mittlerweile neuesten Erhebungen zufolge Solaranlagen in Kalifornien, die gekoppelt sind mit Speicherbatterien, billigeren Strom als die Wasserkraft vom Columbia- und Snake-River. Doch BPA kann derzeit ihren Strom an die Großabnehmer noch teurer verkaufen, weil die Alt-Verträge noch höhere Preise garantieren als die neuen billigeren Solaranlagen. Doch diese Alt-Verträge enden 2028. So kämpft seit Jahren im Dreiländereck eine neue Allianz aus Umweltschützerinnen, Wissenschaftlerinnen und kritischer Öffentlichkeit, die fordetn, jetzt endlich mit dem Plan für den Rückbau der Dämme zu beginnen. Die Wissenschaftlerinnen wiesen in Bezug auf die Besorgnisse der Weizenfarmerinnen auf den ohnehin massiven Anstieg des Weizentransports per Bahn hin und die Bewässerung für die Farmer:innen reiche auch an einer weiter oben gelegeneren Stelle des Snake-Rivers.<br />Nun haben die Bundesbehörden entschieden. Erstmal. Aber die Gegner:innen der Staudämme haben noch nicht aufgegeben. Sie kämpfen weiter. Damit der Columbia- und der Snake-River wieder frei fließen, damit der Chinook und der Steelhead wieder ungehindert wandern.</p>



<p>// <a href="http://www.outro-mundo.org">Christian Russau</a></p>
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		<title>Aal und Lachs bald wieder frei in der Sélune flussaufwärts</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/aal-und-lachs-bald-wieder-frei-in-der-selune-flussaufwaerts/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Jun 2019 10:03:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Proteste]]></category>
		<category><![CDATA[Staudämme]]></category>
		<category><![CDATA[Rückbau]]></category>
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					<description><![CDATA[In der großen Bucht des Mont-Saint-Michel haben die Gezeiten im Zusammenspiel mit den Mündungen dortiger Zuflüsse eine im Mittelpunkt von der Abtei Mont-Saint-Michel beherrschte Bucht französischen Wattenmeers geschaffen. Millionen Touristinnen strömen dort alljährlich hin, um das UNESCO-Weltkuturerbe zu besuchen. Was die Tourist*innen nicht wissen, dass sich entlang der Bucht und flussaufwärts nahezu unbemerkt eine kleine&#8230;]]></description>
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<p>In der großen Bucht des Mont-Saint-Michel haben die Gezeiten im Zusammenspiel mit den Mündungen dortiger Zuflüsse eine im Mittelpunkt von der Abtei Mont-Saint-Michel beherrschte Bucht französischen Wattenmeers geschaffen. Millionen Touristinnen strömen dort alljährlich hin, um das UNESCO-Weltkuturerbe zu besuchen. Was die Tourist*innen nicht wissen, dass sich entlang der Bucht und flussaufwärts <a href="https://www.treehugger.com/environmental-policy/biggest-dam-removal-european-history-begins-vezins-dam.html">nahezu unbemerkt eine kleine Revolution ereignet</a>. Seit genau 100 Jahren staut das 5 MW-Nominal-Leistung aufweisende Stauwerk des Damms &#8222;la Roche-qui-Boit&#8220; <a href="https://www.gegenstroemung.org/web/blog/rueckbau-an-zwei-staudaemmen-in-der-normandie-laeutet-neues-zeitalter-ein/">den Fluss Sélune</a>, der in die Bucht des Mont-Saint-Michel mündet. 1919 wurde es errichtet, lieferte über die Jahrzehnte immer weniger Leistung, vor der Staustufe sammelte sich mehr und mehr an Sedimenten an, die flussaufwärts als Biodiversitätsgrundlage so wichtig gewesen wären und, vor allem, das Stauwerk verhinderte den freien Fischzug. Weniger Kilometer weiter steht noch der 1932 errichtete 12,6-MW-&#8222;Vezins&#8220;-Damm. Beide zählen nicht zu den größten Dämmen in Europa, im gegenteil, verhältnismässig klein, aber sie haben den gleichen Effekt wie große Dämme: Lachs und Aal kommen an ihnen nicht vorbei. Das nun seit 100 Jahren. Und genau das wird sich nun ändern.</p>



<p>Vor wenigen Tagen wurden die ersten Arbeiten zum Rückbau der zwei Dämme gestartet. Mit dem 35 Meter hohen Vézins-Damm wird das bisher größte Wasserkraft-Stauwerk in der Geschichte Europas zurückgebaut &#8211; und Lachs und Aal können demnächst auf 89 Kilometer Länge von der Bucht des Mont-Saint-Michel seit über 100 Jahren erstmal wieder frei in den Fluss Sélune ziehen.</p>



<p>Die Entscheidung dafür war <a href="http://www.ern.org/en/dam-removal/">im Jahr 2010 getroffen worden</a>.  Ab Mitte der 1980er Jahre waren in Frankreich angesichts der  fünfhundert größeren Dämmen im Land, die direkt den Zug von Fischen und  die Transportfracht der Sedimente zwischen Alpen und Pyrenäen einerseits  und dem Meer andererseits verhinderten, sowie die im Land vorhandenen  2.000 Staudämme zur Energierzeugung und die zwischen 60 – 80.000 Wehre  im ganzen Land den naturbewußten Menschen mehr und mehr ein Dorn im  Auge, Proteste breiteten sich aus, Bürgerinitiativen für frei fließende  Flüsse und zum Schutz für den Atlantischen Lachs und die Aale wurden  gegründet, oft in Zusammenarbeit mit lokalen Anglervereinen. Diese  Bewegung machte viele Jahre Druck, so dass zum einen die noch letzten  damals weitestgehend freifließende Flüsse wie die Loire und ihre zwei  Zuflüsse, Allier und Vienne, vor Zubauplänen geschützt wurden, was zur  Folge hat, dass die Loire auf ihren Zuflüssen heute noch bis zu 800  Kilometer weitestgehend freien Flusslauf für den Lachs bietet und somit  als Hotspot der Biodiversität gilt. Zum anderen wurde der öffentliche  Druck so groß (und letztlich überzeugend), dass Pläne getroffen  wurden, um den schrittweisen Rückbau der Dämme einzuläuten.<br />Zwischen 1996 und 1998 wurden in Frankreich, noch vor den ersten  spektakulären Rückbauten von Dämmen in den USA, drei Dämme zurückgebaut,  um den Wanderfischen ihre angestammten Laichwege zurückzugeben und um  die für die Flussbiodiversität und die Stabilität des Flussdeltas so  wichtige Sedimentfracht wieder frei fließen zu lassen: der  Kernansquillec Dam, 15 Meter hoch, in der Bretagne am Léguer-Fluss, der  Maisons-Rouges Dam, 4 Meter hoch, 200 Meter breit am Loire-Zufluss  Vienne und der Saint-Etienne-du-Vigan Dam, 12 Meter hoch, am  Loire-Zufluss Allier wurden zurückgebaut.<br />Und nun folgen die Rückbauten der zwei Dämme <a href="http://www.industryabout.com/country-territories-3/2730-france/hydro-energy/42807-vezins-dam">Vezins</a> und <a href="https://structurae.info/ouvrages/barrage-de-la-roche-qui-boit">La Roche qui boit</a> in der Normandie, um dort dem <a href="http://asf.ca/removing-the-selune-dams-in-france.html">Lachs</a>  und Aal wieder in seine angestammten Gebiete zum Laichen zurückkehren  zu lassen. Im Laufe der Jahrzehnte des Bestehenes der Dämme – der Damm  la Roche-qui-Boit wurde 1919 gebaut, der Vezins-Damm ging 1932 in  Betrieb – haben sich <a href="http://www.industryabout.com/country-territories-3/2730-france/hydro-energy/42807-vezins-dam">seither hinter beiden Dämmen zusammen 400.000 Kubikmeter Sedimente angestaut</a>,  die in Zukunft dem Fluss wieder Sandbänke und Ufer zuteil werden lassen  wird, an denen sich wieder neue Biotope bilden können. Der Rückbau wird  zudem in seltener Einigkeit von Regierung, Behörden,  Wirtschaftsvertretern, Anwohnern und Umweltverbänden einheitlich <a href="https://www.euractiv.com/section/climate-environment/news/french-dams-days-numbered-after-demolition-decision/">gutgeheißen</a>.<br />Damit ist Frankreich in Europa Vorreiter, die anderen europäischen  Länder müssen diesbezüglich noch ihre Hausaufgaben machen, um dem  derzeitigen Vorbildland in Sachen Rückbau, den USA, nachzufolgen, – auch  um die Vorgaben der EU über Flussqualität der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)  einzuhalten. In den USA wurden zwischen 1996 und 2005 298 Dämme  zurückgebaut. Zwischen 2006 und 2014 waren 548, allein 2014 waren es  laut der Organisation American Rivers 72 Staudämme, die abgerissen  wurden. Dadurch entstanden über eintausend Kilometer (730 Meilen) frei  fließender Flusslandschaften, mit allen Möglichkeiten von freiem  Fischzug, Sedimentfracht und ungezügelter Biodiversität. So werden seit  Jahren in den USA statistisch mehr Staudämme abgerissen als neue gebaut.  American Rivers hat <a href="https://www.americanrivers.org/conservation-resource/american-rivers-dam-removal-database-now-available-public/">dazu eine interaktive Landkarte erstellt</a>, die den  Rückbau von Staudämmen in den USA dokumentiert.</p>



<p>// <a href="http://www.outro-mundo.org">Christian Russau</a></p>
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		<item>
		<title>Von Dämmen und Weizenfarmer*innen, von Lachsen und verhungernden Orcas</title>
		<link>https://www.gegenstroemung.org/blog/von-daemmen-und-weizenfarmerinnen-von-lachsen-und-verhungernden-orcas/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christian Russau]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Sep 2018 13:38:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Proteste]]></category>
		<category><![CDATA[Staudämme]]></category>
		<category><![CDATA[Chinook]]></category>
		<category><![CDATA[Columbia River]]></category>
		<category><![CDATA[Orca]]></category>
		<category><![CDATA[Rückbau]]></category>
		<category><![CDATA[Snake River]]></category>
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					<description><![CDATA[Kontroverse über die acht Columbia- und Snake-River-Staudämme spitzt sich zu. Von Christian Russau Im Flusseinzugsgebiet der drei US-amerikanischen Bundesstaaten Washington, Oregon und Idaho prallen die unterschiedlichen Interessen von Umweltschützer*innen auf der einen Seite und Weizenfarmer*innen und Transportschifferei auf der anderen Seite aufeinander. Während in Seattle und Portland Umweltschützer*innen Demonstrationen für den Schutz der Orcas demonstrieren,&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Kontroverse über die acht Columbia- und Snake-River-Staudämme spitzt sich zu.</strong></em></p>
<p>Von <a href="http://www.outro-mundo.org">Christian Russau</a></p>
<p>Im Flusseinzugsgebiet der drei US-amerikanischen Bundesstaaten Washington, Oregon und Idaho prallen die unterschiedlichen Interessen von Umweltschützer*innen auf der einen Seite und Weizenfarmer*innen und Transportschifferei auf der anderen Seite aufeinander. Während in Seattle und Portland Umweltschützer*innen Demonstrationen für den Schutz der Orcas demonstrieren, mobilisieren in Idaho die Weizenfarmer und Transportschiffer*innen die Politik für ihre Interessen. Der Stein des Anstoßes: die insgesamt acht Energie produzierenden Staudämme am unteren Columbia-River und an dem Zufluss des Columbia-Rivers, dem Unteren Snake Fluss. Denn die seit 1975 bestehenden Dämme produzieren zwar nur fünf Prozent des Stroms der im Großraum liegenden Städte, dienen aber gleichzeitig wegen der Schleusen an den Dämmen der Verschiffung des Weizens aus der agrarwirtschaftlich geprägten Region Idahos. Die Dämme bilden Reservoirs, aus denen die Farmer*innen regelmässig Wasser entnehmen, um damit ihre Landwirtschaft zu bewässern. Doch die Dämme behindern die natürliche Wanderung der dort angestammten Chinook-Lachse. Beherbergten der Columbia- und der Snake-River dereinst die mit 16 Millionen Lachsen größte Population, sind es heute nur noch 1,1 Millionen Fische.</p>
<p>Das hat Folgen für das Ökosystem. Zwar gelangen durch neu angepasste Turbinen mehr Fische als früher flussabwärts, so belegen aber neuere Studien, dass die Fische dennoch nahezu bei jedem Turbinengang mindestens einen Schlag erhalten. Dennoch überleben mittlerweile die meisten Lachse den Weg durch die Turbinen abwärts, aber flussaufwärts sieht das anders aus. Denn die Barrieren der Dämme sind zu hoch, auch Fischtreppen helfen oftmals nicht weiter, so dass bereits zum fünften Mal die Staudammbetreiber höchstrichterlich dazu verurteilt wurden, mittels Hebekähnen die die Flüsse kurz vor der Laichzeit hochziehenden Lachspopulationen manuell über die Dämme hinwegzuheben, &#8211; dies gelingt aber nach wie vor nur in weniger als zwei Prozent der Fälle und verursacht &#8211; sehr zum Leidwesen der Staudammbetreiberfirma &#8211; Millionenkosten. Wären es zwei Prozent der Lachse, die es dergestalt über die Staudammbarrieren schafften, dann gelte dies unter Wissenschaftler*innen als die Zielzahl, um die vor Ort existierende Population des Chinook-Lachs zumindest vor dem Aussterben zu retten. Diese Zielzahl wird aber nicht erreicht. Um die Population hingegen gar dauerhaft zu sichern und einen Anstieg der Population zu erreichen, müsste das &#8211; regelmässig in der Praxis unterschrittene &#8211; Zweiprozentziel deutlich übertroffen werden. Hinzu kommt: Das Reservoir in dem durch die Staudämme regulierten Flusslauf ist ein meist stehendes Gewässer &#8211; und kein lebendig fließendes und daher deutlich kühleres Gewässer. Dadurch breiten sich dort vermehrt natürliche Fressfeinde des Chinook-Lachses aus, was die Population weiter reduziert. Diesen Sommer wurde zudem bei den infolge des Klimawandels erhöhten Wassertemperaturen der stehenden Reservoirgewässer eine weitere deutliche Bedrohung des Chinook-Bestandes festgestellt. Wissenschaftler*innen fordern seit Langem, dass mehr Wasser durch die Überlaufkanäle der Dämme abgeleitet werden solle, um so die Gefahr für die Chinook durch Turbinenrotorschlag zu vermindern und um das Wasser der Flüsse wilder und damit auch kühler zu machen.</p>
<p>Der deutliche Rückgang des Chinook hat aber auch flussabwärts, in einem ganz anderen Habitat, dramatische Folgen. Und zwar für die Meeresfauna im Pazifik. Dies wurde diesen Sommer auch den letzten die Medien verfolgenden Bürger*innen klar, als über mehrere Tage Livebilder in Fernsehen und sozialen Medien gezeigt wurden, auf denen eine Orca-Walmutter über mehrere Tage ihr junges, aber bereits totes Kalb im Wasser bewachte. Das Kalb war infolge des Fressmangels der Mutter verhungert. Denn eine der Hauptnahrungsquellen der Orcas vor der Mündung des Columbia-Rivers sind die Chinook-Lachse, denen die Orcas zu dieser Jahreszeit, kurz vor dem Flussaufwärtsschwarm der Lachse, folgen. Je weniger Chinook, desto weniger haben die Orcas in der Region eine Überlebenschance.</p>
<p>Daher gibt es die deutliche Forderung von Umweltschützer*innen, die Dämme zurückzubauen und den Columbia- und den Snake-River wieder zu einem frei fließenden Fluss zu machen. Damit sind aber die Weizenfarmer*innen und Transportschiffer*innen nicht einverstanden, wollen sie doch ungehindert aus dem als Seehafen geeigneten Verladenhafen Lewiston im Bundesstaat Idaho, 465 Meilen, also 748 Kilometer vom Pazifik entfernt, weiterhin ihren Weizen in alle Welt exportieren. Und die Staudammbetreiberfirma BPA will auch lieber weiterhin ihren Strom verkaufen. Dabei liefern mittlerweile neuesten Erhebungen zufolge Solaranlagen in Kalifornien, die gekoppelt sind mit Speicherbatterien, billigeren Strom als die Wasserkraft vom Columbia- und Snake-River. Doch BPA kann derzeit ihren Strom an die Großabnehmer noch teurer verkaufen, weil die Alt-Verträge noch höhere Preise garantieren als die neuen billigeren Solaranlagen. Doch diese Alt-Verträge enden 2028.</p>
<p>Derzeit bildet sich im Dreiländereck eine neue Allianz aus Umweltschützer*innen, Wissenschaftler*innen und kritischer Öffentlichkeit, die fordern, jetzt endlich mit dem Plan für den Rückbau der Dämme zu beginnen. Die Wissenschaftler*innen wiesen in Bezug auf die Besorgnisse der Weizenfarmer*innen auf den ohnehin massiven Anstieg des Weizentransports per Bahn hin und die Bewässerung für die Farmer*innen reiche auch an einer weiter oben gelegeneren Stelle des Snake-Rivers.</p>
<p>Wer in dem Streit letztlich die Oberhand gewinnen wird, ist noch unklar. Aber zumindest die Möglichkeit des Rückbaus der acht Dämme am Columbia- und Snake-River ist eine reale Möglichkeit geworden. Damit der Columbia- und der Snake-River wieder frei fließen, damit der Chinook wieder ungehindert wandern und damit die Orca nicht verhungern müssen.</p>
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